Monthly Archives: Mai 2014

Wenn Firmen sich um Bewerber bemühen müssen: Stepstone-Studie „Employer Branding“


Personalverantwortliche gehen oft davon aus, dass sich ihre Angestellen mit dem Unternehmen identifizieren. Nach einer Stepstone-Studie handelt es sich hierbei um Wunschdenken. Nur die wenigsten würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Und gefragte Experten wiederum bewerben sich nur bei Firmen mit gutem Ruf. So tritt spätestens dann ein Problem auf, wenn dringend Fachkräfte gesucht werden. In diesem unterhaltsamen Beitrag stellt Stepstone das Employer-Branding bzw. Personalmarketing sowie weitere überraschende Ergebnisse aus der Erhebung vor.

Job-Frust: Wie Sie die richtige Berufswahl treffen

Nur jeder dritte Deutsche ist mit seiner Berufswahl zufrieden. Der Rest klagt über den frustrierenden Job, der keinen Spaß macht. Doch was sind die Gründe für diese Unzufriedenheit? Und wie können Sie Ihren wahren Traumberuf finden? Auf der Website Access.de  Erfahren Sie, wie Sie den Schritt in die richtige Richtung gehen. Berufsberaterin Uta Glaunitz beschäftigte sich mit diesem Thema in ihrem Buch „Der Job, der zu mir passt“. Ihrer Meinung nach gibt es vier verschiedene Gründe für Job-Frust:

 

  1. Sie sind überfordert
  2. Sie sind unterfordert
  3. Sie haben kein Interesse
  4. Falsche Rahmenbedingungen

Details und Wege aus der Misere im kompletten Beitrag hier

Wenn die Mappe nach Rauch riecht: Tipps für die schriftliche Bewerbung

dirkkremerAls Personalberater und „Recruiter“ wird Dirk Kremer von Firmen beauftragt, passende Kandidaten für Positionen zu finden. Der Steinhagener schaltet Stellenanzeigen, nimmt die schriftlichen Bewerbungen entgegen und führt Vorstellungsgespräche durch. Er berichtet von den schlimmsten Patzern, die ihm im Lauf seiner Tätigkeit begegnet sind.

„Wenn ich Bewerbungen bekomme, bilde ich in der Regel drei Stapel. `A´ bedeutet interessant, `B´ sind Reservekandidaten und `C´-Stelleninteressenten erhalten eine Absage.“ erklärt der Personalspezialist und fügt hinzu, das Ziel einer schriftlichen Bewerbung liege also darin, in den A-Stapel zu kommen. Kremer: „Sofort abstoßend wirkt ein schmuddeliger, fleckiger Umschlag mit einer zerknickten, offensichtlich schon öfter verschickten Mappe. Schon allein das reicht für eine Absage. Manche übertreffen auch das noch und schicken nach Zigarettenqualm oder Parfum riechende Unterlagen.“

Wer nun daraus ableitet, dass eine teure Designermappe und liebevoll arrangierte Schnörkel zu einer Jobgarantie führen, liegt ebenso falsch. „Alles, was unnötig überkandidelt wirkt, macht einen negativen Eindruck.“ Besonders häufig bei Frauen tauchten mit Blümchen verzierte und in Schnörkel-Schreibschrift geschriebene Texte auf. Kremer erinnert sich an ein ganz besonderes Exemplar, das die Absenderin mit drei verschiedenen Schrifttypen gestaltet hatte. „Da flimmern Ihnen bei der Lektüre die Augen. Halten Sie Ihre Bewerbung schlicht und verzichten Sie auf Unnötiges.“

Dringend rät er auch von Schnappschüssen per Selbstauslöser ab, oder von welchen, die „ein Freund, der fotografieren kann“ kostenlos geknipst hat. Gefragt sei ein ganz normales Portraitfoto, das den Interessenten von seiner „Schokoladenseite“ zeige. „Gehen Sie unbedingt zu einem Fotografen. Die Investition lohnt sich, denn der Blick fällt meist zuerst auf das Bild.“ Auch hier ist nach Auskunft von Kremer der ganz normale Standard gefragt. Wer versuche, mit seinem Bild ein besonders originelles Motiv umzusetzen oder bei einem Posten im Office-Management zu einer Ganzkörperaufnahme greife, sorge dafür, dass seine Mappe zielsicher im C-Stapel und anschließend wieder bei ihm im Briefkasten lande. „Ich warne Frauen auch vor Abbildungen, die ihre Weiblichkeit in den Vordergrund drängen. Dazu gehören eine offene Löwen-Mähne, zu viel grelle Schminke und ein tiefer Ausschnitt.“

Auf ein Stelleninserat erhält der Headhunter manchmal über hundert Bewerbungen. Um die zu sichten, ist Zeit erforderlich. Aus diesem Grund reagiert er allergisch, wenn er eine Multimedia-Bewerbung bekommt, in der er Filme anschauen oder Audiodateien anhören soll. „Eine solche Form kommt nur in Frage, wenn ich einen Regisseur suche.“

Häufig flattern Dirk Kremer Anschreiben auf den Tisch, die von Standardvorlagen aus dem Internet oder einem Bewerbungsratgeber abgeleitet sind. Nur der Firmenname wird bei diesen an anonyme Massenaussendungen erinnernden Unterlagen ausgetauscht. Kremer empfiehlt einen Aufbau nach dem Muster „Sie + ich = wir“. „Nehmen Sie beim Einstieg Bezug auf den Empfänger und sein Unternehmen Bezug . „Erst dann leiten Sie zu sich und Ihren Kompetenzen über. Legen Sie zum Schluss dar, dass es für das Unternehmen ein Vorteil ist, Sie näher kennen zu lernen.“ Wichtig sei es auch, speziell auf die von der Firma gesuchten Qualifikationen Bezug zu nehmen. Hierbei komme es auf Feinheiten in der Formulierung an. „Statt zu behaupten, Sie verfügten beispielsweise über Führungserfahrung, ist es geschickter, Fakten zu nennen, die zu genau dieser Schlussfolgerung führen.“

Nach dem Versenden der Bewerbung ist nach Auskunft des Unternehmensberaters Geduld gefragt. „Es nervt, wenn ein Bewerber dauernd anruft und nach dem Stand der Dinge fragt. Außerdem wirkt ein solches Verhalten so, als ob er den Job dringend nötig hätte. Das ist keine günstige Ausgangsbasis für den weiteren Verlauf.“

Auf einen Blick: Dirk Kremers Bewerbungstipps

  • Gepflegte, schlichte Bewerbung ohne verspiele Elemente, die nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben
  • Inhalt schlägt Design à Qualifikation ist wichtig
  • Business-Portraitfoto vom Profi
  • Einstieg mit Bezug auf den Empfänger (z. B. Detail, das extra recherchiert wurde)
  • Aufbau Sie + ich = Wir
  • Belege statt Behauptungen
  • Im Lebenslauf das genauer beschreiben, was zur ausgeschriebenen Stelle passt und nicht jeden Aushilfsjob auswalzen

Beitragsreihe „Wissen weitergeben“ Zweiter Teil: Bildhafte Sprache

Die Wahrnehmung eines Bildes – sei es real oder nur in der Vorstellung erleichtert das Verstehen schwieriger Sachverhalte. Fehlt es an einer Abbildung, ist die Sprache Ihr Mittel, um das Kopfkino Ihres Gegenübers zu aktivieren.

Die folgende Beitragsreihe geht auf das Fachbuch „Besser erklären, mehr verkaufen“ zurück. Die beiden Autoren Andreas Dolle und Birgit Lutzer widmen sich „Fachchinesen“, die Personen mit anderem Wissenshintergrund Kenntnisse vermitteln sollen. Die Kapitelauszüge wurden leicht modifiziert und an die Konstellation „Erfahrener Mitarbeiter gibt Fachkenntnisse an Neulinge weiter“ angepasst.

Das Wort „Metapher“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Übertragung“. Zwischen der eigentlichen Bedeutung und der neuen Anwendung besteht eine Ähnlichkeit. Verwandt mit der Metapher ist der Vergleich. Er hat eine ähnliche Wirkung auf das Gegenüber. Der Vergleich enthält ein „wie“. Nehmen wir das Beispiel einer Mutter, die ihre Tochter gegen angreifende Jugendliche verteidigt:

  • Vergleich: Sie kämpfte wie eine Löwin für ihr Junges.
  • Metapher: Die Frau wurde zur Löwin, die ihr Junges verteidigte.

Das Prinzip der Metapher und auch das des Vergleichs besteht in der Verknüpfung einer neuen Information mit einem dem Gegenüber bekannten Bild. Denn die bereits vorhandenen Konzepte, Schemata und Annahmen in unseren Köpfen formen die Art und Weise, wie wir die Wirklichkeit wahrnehmen bzw. konstruieren. Laien verstehen z. B. naturwissenschaftliche Phänomene leichter, wenn sie durch die Erläuterung des Spezialisten zunächst eine bildhafte Vorstellung davon entwickeln, wie eine Sache funktioniert. Deshalb ist es besser, zunächst ein Modell zu zeigen und die damit verbundenen Formeln erst später zu benennen. Ein Beispiel: Sie möchten dem neuen Azubi das Ohm’sche Gesetz von Stromfluss und Widerstand erklären und greifen zu folgender Metapher.

„Stellen Sie sich bitte zwei Rohre mit verschiedenem Durchmesser vor. Durch diese Rohre pumpen Sie nun mit gleichem Druck dieselbe Menge Wasser. Durch das engere Rohr fließt weniger Wasser. Genau so funktioniert der Stromfluss bei hohem und bei niedrigem Widerstand. Das Rohr mit größerem Durchmesser bietet weniger Widerstand, deshalb fließt mehr Wasser hindurch. Je geringer der Widerstand in einem Stromkreis, desto höher ist der Stromfluss.“

Jetzt lautet die spannende Frage: Wie und wo finden Sie passende Metaphern? Zunächst ist Ihre Fähigkeit gefragt, die Details Ihres Produktes und das dahinter stehende System zu erkennen. Diese Denkleistung, die Ihnen aus Ihrem Beruf sicherlich vertraut sein wird, erfordert Spürsinn, genaues Hinschauen und analytisches Geschick. Konzentrieren Sie sich darauf, alle Einzelheiten und Themenfelder zu erfassen, die mit Ihrem Produkt oder Ihrer Tätigkeit zusammenhängen. Denn diese Aspekte sind das Grundmaterial, aus dem Sie Metaphern ableiten und generieren können. Um Ihr Anliegen in die Realität Ihres Kollegen zu übertragen, müssen Sie ein Bild finden, das Parallelen zu dem Ihrem Sachverhalt aufweist – z. B. in der Struktur oder Funktion. Ein paar Beispiele:

Schnittstelle: Wenn Sie ins Ausland reisen und Ihren Rasierer an die Steckdose im Hotel anschließen möchten, benötigen Sie einen Adapter. So funktioniert auch eine Schnittstelle: Sie verbindet unterschiedliche Systeme miteinander.

Prozessoptimierung: Stellen Sie sich vor, Sie wollen einkaufen gehen und benötigen verschiedene Lebensmittel. Sie gehen in den Supermarkt, kaufen Eier und bringen sie nach Hause. Anschließend fahren Sie wieder zum Einkaufszentrum und besorgen Butter. Auf dem dritten Weg holen Sie Milchtüten und so weiter. Unsere Arbeit zielt darauf, überflüssige Wege im IT-System auszumerzen und Informationen zu bündeln. Genau so, wie Sie auf einem Weg alle benötigten Lebensmittel in den Einkaufskorb legen, sie bezahlen und mit nach Hause nehmen.

User: Der „User“ – also die Nutzungserlaubnis – ist Ihre Eintrittskarte in das System. Entweder haben Sie ein Dauerabo oder Sie bekommen von uns eine Karte, die nur für einen bestimmten Zeitraum – z. B. drei Wochen lang – gültig ist.

Template: Ein Template funktioniert wie eine Schablone: Sie können damit eine bestimmte Form zeichnen, doch wie Sie diesen Umriss ausmalen, entscheiden Sie. Als Ergebnis haben Sie dann beispielsweise rote, grüne, gelbe und gepunktete Dreiecke. Übertragen auf Ihre Internetseite bedeutet das: Sie haben eine Musterseite, die immer wieder gleich aufgebaut ist – z. B. Ihr Logo links, eine Bildleiste rechts und der Bereich für die Texte in der Mitte. Jede daraus generierte Einzelseite füllen Sie nun je nach Bedarf mit unterschiedlichen Inhalten.

Diese Beispiele sollen eine Anregung sein und zeigen nur einen winzigen Ausschnitt fachspezifischer Ausdrücke. Es geht darum, Ihnen das Prinzip der Metaphern- und Vergleichsbildung zu verdeutlichen, damit Sie daraus Einfälle für eigene Metaphern ableiten können.

Bibliografische Informationen:

Dolle, Andreas/Lutzer, Birgit: Besser erklären, mehr verkaufen. Ein Ratgeber für Techniker, Ingenieure und andere „Fachchinesen“. Gabler Verlag 2009, 208 Seiten, 47,99 €

Denn du bist, was du isst: Gesunde Ernährung ab 50 plus

Beruflich etabliert, die Kinder sind aus dem Haus: endlich ist mehr Zeit für Freizeitaktivitäten, eigene Interessen und Genuss. Medizinische Untersuchungen belegen jedoch, dass die Altersgruppe ab 51 beim Essen kräftig zulangt. Dies macht sich nicht nur äußerlich durch Kurven an den falschen Stellen bemerkbar.

Auch Gesundheit und Leistungsfähigkeit können unter Fehlernährung leiden. Wie genau die optimale Ernährung für die Altersgruppe 50Plus aussieht, zeigt ein Bericht auf www.gesundheit.de.

Ein paar Tipps für die gesunde, ausgewogene Ernährung:

  • 4-6 Scheiben Vollkornbrot oder 3-5 Scheiben Brot und 50-60 g Getreideflocken pro Tag
  • 150-180 g Naturreis oder 200-250 g Vollkornnudeln oder 200-250 g Kartoffeln (jeweils gegart) pro Tag
  • 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag
  • 200 – 250 g Milch/Joghurt/Quark und 50 – 60 g Käse bevorzugt fettarme Produkte
  • 300 bis 600 g fettarmes Fleisch und Wurst pro Woche
  • 3 Eier (inkl. verarbeitete Eier in Nudeln, Gebäck, etc.) pro Woche

Sicherlich müssen Sie Ihren täglichen Speiseplan und auch einige liebgewonnene Gewohnheiten unter die Lupe nehmen. Sehen Sie das als Herausforderung an! Noch mehr Infos stehen im kompletten Beitrag von Dr. Angela Jordan.

Karriere- und Bewerbungsangebote der Firma Dirk Kremer Consulting

Kremer-Consulting-Logo(Anzeige) Als WorkScout-Leser/in erhalten Sie die Leistungen der Firma Dirk Kremer Consulting günstiger. Senden Sie dazu der Redaktion eine Mail mit der Angabe, welches Angebot Sie in Anspruch nehmen möchten.

1. Bewerbungsunterlagen-Check

Senden Sie uns Ihre Bewerbungsunterlage zu. Wir schauen uns diese an und geben offen und ehrlich ein Feedback, vielleicht nicht einmal positiv. Aber genau das ist ja Ihre Absicht.

Sie erhalten Verbesserungsvorschläge und Hinweise in Bezug auf:

  • die grundsätzliche Wirkung Ihrer Bewerbungsmappe
  • das Anschreiben
  • das Deckblatt
  • Ihr Bewerbungsfoto
  • Ihren Lebenslauf
  • die Zeugnisse
  • die Sortierung Ihrer Bewerbungsmappe
  • die schriftliche und/oder elektronische Bewerbung

Ihre Investition: Mit Silver-Scout-Bonus 50,- statt 55,- Euro, inkl. MwSt.

 

2. Wir texten bzw. verbessern Anschreiben und Lebenslauf für Sie

Nach einem Telefonat senden Sie uns Sie uns ihre bisherigen Unterlagen oder Inhalte, die bereits vorhanden sind sowie eine konkrete Ausschreibung, auf die Sie sich bewerben möchten. Daraus erstellen wir für Sie

  • Ein Anschreiben mit einem flexiblen Einstiegsbaustein, den Sie für weitere Bewerbungen an Ihren Bedarf anpassen können
  • Ihren Lebenslauf angepasst an die Ausschreibung mit Hinweisen, wie sie ihn für andere Inserate aufbereiten können

Ihre Investition: Mit Silver-Scout-Bonus 90,- statt 100,- Euro.

 

3. Karriere- und Bewerbungsberatung

Wir bieten Ihnen eine Einzelberatung, bei der wir zunächst zusammen Ihre persönliche Situation betrachten und anschließend mit Ihnen eine Strategie für Ihren Karriere- oder Bewerbungserfolg festlegen.

Was wir für Sie tun:

  • Diskussion beruflicher Zielstellungen
  • Informationen zum modernen Recruiting der Unternehmen heute
  • Erarbeitung einer Bewerbungsstrategie für den offenen wie verdeckten Arbeitsmarkt, auch in Bezug auf die Nutzung des Internets
  • Identifizierung potenzieller Arbeitgeber
  • Abgleich von Stellenanforderungen mit dem eigenen Qualifikationsprofil
  • Bewerbungsunterlagencheck (Anschreiben, Lebenslauf, Bild, Zeugnisse)
  • Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche
  • Einstellung (nach Abstimmung) in einen bundesweit veröffentlichten Online-HR-Newsletter mit >9000 Lesern aus dem Personalwesen

Ihre Investition für eine ca. ½ tägige Einzelberatung: Mit Silver-Scout-Bonus 300,- statt 325,- Euro, inkl. MwSt.

Kontakt:

Dirk Kremer | Rolandstraße 6 | 33803 Steinhagen
Tel. 05204/9253-60 | Fax 05204/9253-61 | Mobil 0170/1420524
E-Mail: post{at}dirkkremer{dot}de

Beitragsreihe „Wissen weitergeben“ Erster Teil: Was beim Erklären passiert

Der IT-Beauftrage Gerald M. soll  einigen neuen Mitarbeitern „etwas über SAP erzählen“. Denn er kennt die firmenspezifischen Anwendungen in- und auswendig. Doch reichen gute Kenntnisse aus, um diese anderen verständlich übermitteln zu können?

Die folgende Beitragsreihe geht auf das Fachbuch „Besser erklären, mehr verkaufen“ zurück. Die beiden Autoren Andreas Dolle und Birgit Lutzer widmen sich „Fachchinesen“, die Personen mit anderem Wissenshintergrund Kenntnisse vermitteln sollen. Die Kapitelauszüge wurden leicht modifiziert und an die Konstellation „Erfahrener Mitarbeiter gibt Fachkenntnisse an Neulinge weiter“ angepasst.

 Was passiert in den Köpfen der Beteiligten, wenn ein erfahrener Mitarbeiter unverständlich erklärt?

Dazu müssen zwei Perspektiven betrachtet werden: Die des erfahrenen Spezialisten und die des Laien, der in diesem Fall ein neuer Kollege (-in) ist.

Experte (erfahrener Mitarbeiter)         

  • Möchte sein Fachwissen zeigen
  • Befürchtet vielleicht, bei einfachen Erklärungen für inkompetent gehalten zu werden
  • Will das Vertrauen des Gesprächspartners oder Publikums durch möglichst detaillierte Ausführungen gewinnen
  • Gibt so viele Informationen wie möglich, damit der andere ihn versteht

 Laie (Neuling in der Firma oder im Fachgebiet)             

  • Hat bestimmte Fragen zu einer Leistung, einem Produkt oder Thema
  • Fühlt sich bei komplizierten Ausführungen zunächst geschmeichelt, dass sein Gegenüber bei ihm ein bestimmtes Wissen voraussetzt
  • Möchte sein „Gesicht“ wahren und traut sich deshalb nicht, nachzufragen
  • Fühlt sich dumm und unterlegen – mag deshalb den Älteren nicht mehr

Die Folge einer solchen Konstellation ist: Die Wissensvermittlung scheitert. Denn jeder Mensch möchte vor anderen gut dastehen und akzeptiert und geachtet werden. Und wer von einer anderen Person in ein schlechtes Licht gerückt wird – zum Beispiel durch einen Experten, der ihn verunsichert und dumm erscheinen lässt – zieht sich mit Groll vom anderen zurück. Für Sie und Ihrem Umgang mit in Ihrem Fachgebiet unerfahrenen Kollegen bedeutet das: Es verstößt gegen Ihr Interesse, unsympathisch zu wirken – wenn Ihr Gesprächspartner nämlich ärgerlich denkt: „Der ist aber arrogant. Er will mir wohl nur zeigen, dass er von der Sache mehr versteht als ich.“

Ihre Aufgabe als Berater besteht darin, zu erkennen, in wieweit der Kunde Ihren Ausführungen folgen kann, und sich in Hinsicht auf Verständlichkeit auf ihn einzustellen. Die wichtigste Empfehlung lautet: Berücksichtigen Sie bei jedem Satz den Wissensstand Ihres Gegenübers!

Stellen Sie sich vor, Sie bekämen Besuch von einem russischen Geschäftsfreund, der nur über rudimentäre Deutschkenntnisse verfügt. Wie würden Sie mit diesem Menschen reden? Bevor Sie etwas zu ihm sagen, überlegen Sie, welche Wörter und Begriffe der Russe wohl kennt. Dazu analysieren Sie innerhalb von Nanosekunden das, was er bereits in gebrochenem Deutsch von sich gegeben hat. Sie wählen bei Ihrer Kommunikation einfache Begriffe und nehmen notfalls Hände und Füße zur Hilfe, um sich verständlich zu machen. Gleichzeitig beobachten Sie sein Gesicht: Lächelt er etwas hilflos oder zuckt mit den Schultern, greifen Sie vielleicht zu einem Stück Papier und erstellen eine Zeichnung zur Verdeutlichung des Gesagten. Plötzlich blitzt es in seinen Augen auf und ein breites Grinsen erscheint auf seinem Gesicht. Ihre Botschaft ist angekommen!

Auch wenn Sie und Ihr junger Kollege die gleiche Nationalität haben und beide Deutsch oder Englisch reden, verfügen Sie jeweils über einen unterschiedlichen Wortschatz. Das, was der oder die Neue unter einem für Sie gängigen Begriff versteht, kann himmelweit davon entfernt sein, was Sie als Experte damit meinen. Denn seine oder ihre Vorkenntnisse über das Gesprächsthema sind viel geringer als ihre. Sprachlich gesehen, stammen Sie beide aus unterschiedlichen Ländern. Deshalb gelten für die Experten-Laien-Kommunikation ähnliche Bedingungen wie für ein Gespräch zwischen Angehörigen verschiedener Nationalitäten.

Bei Erläuterungen aller Art kann eine ungeschickte Wortwahl zudem Verunsicherung bei Gegenüber hervorrufen, was deren Bereitschaft mindert, den weiteren Ausführungen zu folgen. Wissenschaftler haben Kriterien entwickelt, an denen sich ablesen lässt, ob jemand die Äußerung eines anderen verstanden hat: Der Empfänger muss in der Lage sein,

  • das Gehörte wiederzugeben,
  • die Informationen in eigenen Worten an Dritte zu übermitteln,
  • Fragen zu der Information richtig beantworten können,
  • den Inhalt zusammenzufassen und
  • die gehörten Anweisungen auszuführen.

Sie fragen sich jetzt vielleicht: „Woher soll ich denn eigentlich wissen, was ein Kunde begreift und was nicht? Wie finde ich heraus, welche Vorkenntnisse er hat?“ Da Sie wahrscheinlich keine Gedanken lesen können, hilft nur eines: Sie befragen Ihren Kollegen nach seinem Wissensstand, bevor Sie mit Ihren Erläuterungen anfangen. Denn nur so können Sie sicher stellen, dass Sie ihn weder überfordern noch mit Dingen langweilen, die er bereits weiß.

Um gezielt an Informationen zu gelangen, gibt es verschiedene Gesprächstechniken. Diese können Sie variabel und an die Situation angepasst im Gespräch mit Kunden einsetzen. Gezielte Fragen zu stellen, ist eine Möglichkeit. Denn dadurch lenken Sie den Gesprächsverlauf. Sprachlich gesehen, gibt es einen Unterschied zwischen so genannten „offenen“ und „geschlossenen“ Fragen. Die offene Frage beginnt meist mit einem W-Wort wie z. B. Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? oder auch „Inwieweit?“, „Inwiefern“ oder „in welcher Form“. Offene Fragen sind zum Beispiel:

  • Welche Erwartungen haben Sie an unser Gespräch?
  • Inwieweit bestehen Ihrerseits schon Erfahrungen mit unserem Produkt/der Software/…?
  • Was wissen Sie schon über die XY-Technologie?
  • Welche Aspekte des Themas interessieren Sie besonders?

Ein Hinweis zum Fragewort „Warum“: Eine so eingeleitete Frage hat oft einen anklagenden Unterton und drängt den anderen in die Defensive. Vielleicht erinnert es uns unbewusst an die Mutter, die mit nörgelnder Stimme fragte: „Warum hast du dein Zimmer immer noch nicht aufgeräumt?“ Die emotionale Reaktion auf eine Warum-Frage ist daher oft negativ. Ersetzen Sie dieses Reizwort besser durch das neutralere „Aus welchem Grund …?“.

Offenen Fragen erfordern eine (mehr oder weniger) ausführliche Antwort, während geschlossene ganz einfach mit „Ja“, „Nein“ oder „Vielleicht“ beantwortet werden kann. Beispiele:

  • Was genau kennen Sie schon von unserem Produkt?
  • Haben Sie schon einmal mit einem Softwareprogramm zur … gearbeitet?
  • Kennen Sie andere Programme/Produkte mit ähnlicher Funktion?

Die offene Frage ist gut geeignet, um schnell an eine größere Menge von Informationen zu gelangen. Die geschlossene Frage ist schnell „abgehakt“ und Sie müssen eine neue stellen. Formulieren Sie Ihre Fragen kurz und präzise. Erhalten Sie auf eine Frage keine oder nur eine ausweichenden Antwort, wiederholen Sie sie nach einiger Zeit in anderen Worten. Reagiert der andere wieder mit einer vagen Aussage, begründen Sie den Sinn Ihrer Frage. Beispiel: „Da Sie in Ihrem alten Unternehmen mit einer anderen Software gearbeitet haben, möchte ich wissen, ob – …?“

Im nächsten Teil lernen Sie Techniken und rhetorische Mittel kennen, mit denen Sie komplexe Sachverhalte vereinfachen können.

„Wer sich selbst alt findet, wirkt alt!“ Worauf Unternehmer und Personaler bei erfahrenen Bewerbern achten

Hensing-01-webWas geht in den Köpfen von Personalverantwortlichen vor, wenn die Rede auf das Alter von Bewerbern kommt? Der international tätige „Recruiter“ Andreas T. Hensing spricht bei seinen Aufträgen mit den Entscheidungsträgern. Er verriet Birgit Lutzer, wie diese langjährige Berufserfahrung wirklich beurteilen.

Inwieweit ist die Altersmarke „50“ Ihrer Erfahrung nach eine kritische Grenze, um sich beruflich umzuorientieren?

Es ist eher eine psychologische als eine reale Grenze. Und das auf beiden Seiten. Es gibt viele Bewerber 50+, die sich jung fühlen, dynamisch sind, noch etwas erreichen wollen. Und das merkt man ihnen an – schon bei der Formulierung der Bewerbung. Dann gibt es die „Zögerlichen“, die sich selbst fragen, ob sie vielleicht zu alt sind, die meinen, alt auszusehen. Wenn ich ein Suchprojekt habe, dann frage ich meinen Gesprächspartner – wenn er mein wahres Alter nicht kennt – ob ich zu alt für den Job wäre. Bislang ist diese Frage fast nie bejaht worden – und das nicht nur aus reiner Höflichkeit. Und ich werde in diesem Jahr 60!

Welche Konsequenz ziehen Sie aus dieser Beobachtung?

Das heißt für mich, dass ich durchaus Kandidaten präsentiere, die die 50 überschritten haben, es sei denn, sie gehören in die zweite Gruppe der Unsicheren, die nicht zu sich selbst stehen. Auf Seiten der Auftraggeber ist diese Grenze ebenfalls nicht wirklich vorhanden, es sei denn, es gibt einen guten Grund dafür, jüngere Kandidaten zu bevorzugen, z. B. Überalterung der Führungsriege oder die Einstellung eines Nachfolgers, der mittel- oder langfristig aufgebaut werden soll.

Welche Erfahrung machen Sie im persönlichen Gespräch mit Unternehmern und Personalverantwortlichen beim Thema „Alter des gewünschten Stelleninhabers“?

Im Grunde spielt das Alter weniger eine Rolle, als man gemeinhin glaubt – abgesehen von bestimmten Branchen, bei denen eher junge Leute eingestellt werden. Aber selbst Google hat einen Mann wie Richard Gingras für eine Topposition eingestellt. Und er ist 60+!

Viele Firmen holen Mitarbeiter aus dem Ruhestand zurück, weil deren Fachwissen gefordert ist. Wie passt das zur Aussage, dass erfahrene Bewerber ab dem Alter von 50 es schwer haben sollen, einen Job zu finden?

Diese Unternehmen bauen auf den Erfahrungsschatz der ehemaligen Mitarbeiter. Sie brauchen keine Einarbeitung, kennen das Unternehmen, die Kunden, verfügen über die passenden Kontakte – und sie wissen, was sie von dem Mitarbeiter erwarten können. Das sind Vorteile, die ein neuer Stelleninhaber schlecht toppen kann.

Wie sieht Ihrer Einschätzung nach die Marktsituation für Stellensuchende 50Plus in ein paar Jahren aus?

Sie brauchen sich nur den demographischen Wandel anzuschauen. Die Zahl an Mitarbeitern im Alter 50+ wird zunehmen und damit auch der Bedarf. Wir haben in Deutschland – gottlob – ein Wirtschaftswachstum mit einem steigenden Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften. Und wir haben zu wenig Nachwuchs. Es geht ganz banal um Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage wird das Angebot übersteigen. Die Differenz versucht man über gut qualifizierte Einwanderer auszugleichen – und natürlich über den Einsatz erfahrener Mitarbeiter/innen.

Über Andreas T. Hensing:

Sein Unternehmen Global Recruiting Consultancy löst Ihre Personalprobleme im deutschsprachigen Raum und im Rest der Welt. Andreas T. Hensing bietet neben einem sozialwissenschaftlichen Studium und Erfahrung im Personalmanagement mehr als 20 Jahre Praxis als Personal- und Unternehmensberater. Seit 2003 führt er vermehrt auch internationale Beratungsmandate durch – zuletzt fünf Jahre bei einem großen internationalen Executive Search Dienstleister. Seine Erfahrungen und Kenntnisse des Beratungsbedarfs – gerade auch der mittelständischen Wirtschaft – hat er in seinem Rekrutierungskonzept zeitgemäß umgesetzt.

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