Monthly Archives: September 2014

Ökonomische Teilhabe durch Bildung? OECD sieht Politiker in der Pflicht

Berlin/Brüssel. Jung, akademisch und arbeitslos? Das kann doch nicht sein. Die OECD veröffentlichte am 9. September 2014 ihren aktuellen Bericht, der Zahlen zur Bildungs- und Arbeitsmarktsituation in verschiedenen Ländern enthält. Die WorkScout-Redaktion warf einen Blick auf Deutschland.

In Deutschland erwerben so viele junge Leute wie noch nie einen höheren Bildungsabschluss. Die Zahl Hochgebildeter in der Bevölkerung ist groß: Stolze 28 Prozent der 25- bis 64-Jährigen sind Hochschul- bzw. FH-Absolventen oder haben einen Meisterbrief in der Tasche. Das geht aus der jüngsten Ausgabe des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick“ hervor, der am 9. September in Berlin und Brüssel vorgestellt wurde. Doch reicht eine akademische Qualifikation aus, um garantiert einen Job zu finden?

Auch hier gibt die OECD-Studie eine Antwort. In Deutschland wären die Erwerbslosenquoten zwar für alle Bildungsstufen zurückgegangen, mit 12,8 Prozent seien aber noch immer weit mehr Niedrigqualifizierte ohne Stelle, als Inhaber höherer Abschlüsse. Gestützt werden diese Aussagen durch den statistischen Bericht der Bundesagentur für Arbeit zum Akademiker-Arbeitsmarkt für das vergangene Jahr. Dort heißt es: „Auch 2013 war die Lage am Arbeitsmarkt für Akademiker insgesamt sehr positiv. Die Arbeitslosigkeit ist leicht gestiegen; mit einer Quote von 2,5 Prozent befand sie sich aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies gilt sowohl für den historischen Rückblick als auch für den Vergleich mit anderen Qualifikationsgruppen.“

Der Didacta-Verband sieht die daraus abgeleitete pauschale Forderung nach mehr höherer Bildung kritisch. Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Verbands-Präsident: „Hochschulabsolventen werden in bestimmten Bereichen zweifelsfrei gebraucht. Es gibt in Deutschland jedoch eine attraktive eine Alternative: die duale Ausbildung.“ Die enge Verzahnung von praktischen und theoretischen Inhalten gilt nach Auskunft des Didacta-Verbandes bei Arbeitsmarktexperten „als ein Grund dafür, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland im internationalen Vergleich gering ist.“ Fthenakis: „Eine einseitige Betrachtungsweise pro akademische Bildung wird der Realität in Deutschland nicht gerecht.“ Vielmehr werde es auch in Zukunft auf ein ausgewogenes Verhältnis von akademisch und beruflich gebildeten Fachkräften ankommen.

Nach den Erbnissen der OECD-Studie wirkt sich der Abschluss immer noch direkt auf das spätere Einkommen aus. „2012 verdienten Hochqualifizierte in Deutschland 74 Prozent mehr als Erwerbstätige ohne Universitäts-, FH- oder Meisterabschluss.“ Heino von Meyer, Leiter des OECD Berlin Centres, sagte bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. „Gerade für Schüler aus sozial schwachen Familien bleibt der Aufstieg durch Bildung häufig in weiter Ferne.“ Dabei könne kaum etwas Menschen besser aus Arbeitslosigkeit, Armut und Ausgrenzung herausführen, als Bildung. Einschränkend stellte er jedoch fest: „In Deutschland hat der Bildungsaufschwung bisher nur bedingt zu einer besseren sozialen und ökonomischen Teilhabe bildungsferner Schichten beigetragen.“ Die Politik dürfe sich nicht auf dem Erreichten ausruhen: „Gerade der internationale Vergleich macht klar, dass es anderen Ländern besser gelingt, das Bildungsniveau ihrer Bevölkerung über alle Gruppen hinweg zu heben.“ (Birgit Lutzer)

Berufsunfähigkeit: Absicherung gegen dieses gravierende Lebensrisiko

Quietschende Bremsen, ein lauter Knall und danach Dunkelheit. Der Fahrer wacht  im Krankenhaus wieder auf. Die Diagnose ist erschütternd: Er wird seinen Beruf als Handwerksmeister nie wieder ausüben können. „Die Berufsunfähgikeit ist ein schlimmes Schicksal, das nur durch private Vorsorge gelindert werden kann,“ so Versicherungsexperte Thomas Freud. Von ihm stammt dieser Beitrag.

Können Arbeitnehmer oder Selbstständige aufgrund einer schweren Erkrankung oder Invalidität ihren Beruf nicht mehr ausüben, stellt das einen enormen Lebenseinschnitt mit immensen finanziellen Folgen dar. Viele hängen danach von geringen staatlichen Leistungen oder familiären Zuwendungen ab, sie verlieren dramatisch an Lebensstandard. Zumindest diese negative Wirkung lässt sich aber verhindern: mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kaum staatliche Absicherung: Private Vorsorge ist gefragt

Früher bot die gesetzliche Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit einen umfassenden Schutz, diese Leistungen hat der Gesetzgeber aber gestrichen. Nun erhält noch Geld, wer einer Arbeit nur noch wenige Stunden am Tag oder überhaupt nicht mehr nachgehen kann. Und auch diese Zahlungen bewegen sich auf einem niedrigen Niveau. Allein eine private BU-Versicherung gewährleistet eine ausreichende finanzielle Absicherung. Dabei überweist der Versicherer eine zuvor vereinbarte monatliche Rente, sobald Versicherte in ihrem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten können. Damit gehen zwei Vorteile einher: Erstens müssen sich Betroffene nicht nach einem anderen, meist schlechter bezahlten Job umsehen. Attestiert ein Arzt die Berufsunfähigkeit, haben Versicherte Anspruch auf die Versicherungsleistung. Zweitens können sie trotz Erwerbsunfähigkeit ihren Lebensstandard halten, sofern sie sich für eine ausreichend hohe Versicherungssumme entschieden haben.

Beachtenswertes beim Abschluss einer BU-Police

Der Wahl der optimalen Versicherungssumme kommt bei der BU-Versicherung eine entscheidende Bedeutung zu. Die Rente sollte im Schadensfall tatsächlich ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Höhere Prämien sollten Interessierte dafür in Kauf nehmen, sie sollten hier nicht knausern. Darüber hinaus sollten sie die Bedingungen der einzelnen Anbieter im Detail studieren. So sollten diese unbedingt auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichten: Nur mit einem solchen Verzicht handelt es sich um eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung, andernfalls kann die Versicherung die Zahlung mit Verweis auf andere mögliche Jobs verweigern. Zudem sollten Verbraucher das Preis-Leistungs-Verhältnis mehrerer Unternehmen vergleichen, denn am Markt finden sich erhebliche Unterschiede. Als hilfreich erweisen sich unabhängige Vergleichsportale oder unabhängige Berater.

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Konkrete Kosten hängen von individuellen Faktoren ab

Die genauen Kosten entscheiden sich nicht nur am Anbieter und der gewählten Versicherungssumme, sondern auch am individuellen Risiko: Versicherer ziehen bei der Berechnung das Alter, den Gesundheitszustand und den Beruf heran. Junge, gesunde Arbeitnehmer in Berufen mit geringen Gesundheitsrisiken zahlen wenig, andere müssen zum Teil horrend hohe Kosten stemmen. Besonders bei körperlich belastenden Berufen verlangen die Gesellschaften hohe Beiträge. Wer sich diese Prämien nicht leisten kann oder will, sollte sich nach Alternativen umsehen. In Frage kommen zum Beispiel Unfallversicherungen oder Dread-Disease-Policen, die allerdings mit einem deutlich eingeschränkten Leistungskatalog verbunden sind. (Thomas Freud)

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IHK-Konjunkturreport: Beschäftigung stabil in Ostwestfalen-Lippe

Wolf D. Meier-Scheuven (2. v.l.) gemeinsam mit Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer,  und Dr. Christoph von der Heiden, IHK-Geschäftsführer  (v.l.)

Wolf D. Meier-Scheuven (2. v.l.) gemeinsam mit Harald Grefe, stv. IHK-Hauptgeschäftsführer, Thomas Niehoff, IHK-Hauptgeschäftsführer, und Dr. Christoph von der Heiden, IHK-Geschäftsführer (v.l.)

(OWL) Auch wenn im Augenblick noch alles im grünen Bereich ist, machen die internationalen Krisen der Ostwestfälischen Wirtschaft zu schaffen. Die Beschäftigungsquote bleibt dennoch stabil. Dies geht aus der aktuellen Umfrage zur konjunkturellen Lage hervor, die am 9. und 12. September von der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld vorgestellt wurde.

Insgesamt 1.674 Unternehmen mit 145.551 Beschäftigten aus Industrie, Handel und Dienstleistungen beteiligten sich an der Erhebung. In der Industrie etwa bewerteten 41 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Dies sei eine Steigerung von fünf Prozent im Vergleich zum Frühjahr.

Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate hingegen wären jedoch deutlich gedämpfter, so IHK-Präsident Wolf D. Meyer-Scheuven: „Nur noch 25 Prozent rechnen mit einer Besserung ihrer Geschäftslage. Im Frühjahr: waren es 37 Prozent.“ Holger Piening, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Dienstleistungsausschusses: „Die Geschäftslage bei den Dienstleistern ist weiterhin sehr erfreulich.“

An der Beschäftigungsquote habe sich im letzten halben Jahr nicht viel geändert, erläuterte der IHK-Präsident. Die Zahl in der ostwestfälischen Industrie bliebe mit 148.646 stabil. Auch für die nächsten zwölf Monate seien die Stellenbesetzungsabsichten relativ konstant. 19 Prozent der Industriebetriebe planten einen Beschäftigungsaufbau – im Frühjahr war es ein Prozent weniger. Konstant neun Prozent der Befragungsteilnehmer fassen Meyer-Scheuven zufolge einen Stellenabbau ins Auge. Er hatte auch eine Erklärung dafür parat: „Der Ukraine-Russland-Konflikt und die dadurch verursachten Sanktionen, die Konjunkturschwäche bei einigen europäischen Nachbarn und andere Negativmeldungen dämpfen offenbar die Erwartungen.“

Auch zur Beschäftigungslage im Dienstleistungsbereich nahm Piening Stellung: „Als Risiko rückt der Fachkräftemangel weiter in den Fokus, da deutlich Personal aufgebaut werden soll. Knapp 33 Prozent aller befragten Dienstleister verfügen derzeit über eine oder mehr offene Stellen.“ Der Personalbedarf im Handel bleibt nach Auskunft des IHK-Vizepräsidenten und Vorsitzenden des Handelsausschusses Rainer Döring weiterhin stabil: 13 Prozent wollen Personal einstellen, sieben Prozent abbauen. „Während im Einzelhandel die Arbeitskosten das Risiko Nummer eins bleiben, wird im Großhandel die weltpolitische Situation bei den etwas eingetrübten Erwartungen deutlich“, fasste Döring zusammen. (Birgit Lutzer)

Employer Branding durch Pressearbeit: Teil 2: Negativschlagzeilen – was nun?

„Belegschaft klagt über miese Arbeitsbedingungen bei der Maschinenbau GmbH“ In fetten Lettern springt dem Firmenchef diese Meldung aus der regionalen Boulevardpresse entgegen. Ausgerechnet jetzt, wo sie dringend Fachkräfte suchen! Was soll er tun, um das Blatt zu wenden?

Schlechte Meldungen in der Presse können einen Schneeballeffekt haben, wenn nämlich andere Medien das Thema aufgreifen und auswalzen. Denn Verkäufszahlen oder Klicks im Online-Bereich steigen nachweislich bei Negativberichten – je skandalöser, desto besser. Ist ein Unternehmen davon betroffen, kann dies weitreichende und manchmal katastrophale Auswirkungen auf die Mitarbeiter, potenzielle Bewerber, Kunden, Förderer und andere mit der Firma verbundene Interessengruppen haben.

Die wichtigsten Fragen, die zunächst firmenintern beantwortet werden müssen, sind die nach dem Wahrheitsgehalt der Meldung und die nach ihrer Quelle. Denn davon hängt die weitere Vorgehensweise ab. Von impulsiven, emotional gesteuerten Reaktionen ist dringend abzuraten, auch wenn diese nur allzu verständlich sind. Drei häufigste Fehler bei Negativschlagzeilen sind:

Fehler Nr. 1: Sich beim Chef des Redakteurs beschweren

Der Anruf beim Vorgesetzten geht so gut wie immer „nach hinten los“. Denn jeder Redaktionsleiter wird sich nach außen vor seinen Mitarbeiter stellen, um Schaden von der Zeitung oder dem Online-Medium abzuhalten. Außerdem wirkt ein solches Petz-Telefonat keineswegs souverän, sondern feige.

Besser ist es, den Redakteur selbst anzurufen, um die Angelegenheit mit ihm zu klären. Sollte sich dies als schwierig erweisen, ist es besser, ein persönliches Gespräch vorzuschlagen, bei dem auch der Vorgesetzte dabei ist. So hat niemand das Gefühl, hintergangen zu werden.

Fehler Nr. 2: Den Verfasser bedrohen

Manches aufgebrachte „Opfer“ schlechter Berichterstattung lässt sich von persönlichen Rachegelüsten leiten. Der Journalist wird schriftlich oder bei einem Anruf bedroht. In seltenen Fällen kündigen zornige Anrufer gar einen privaten „Hausbesuch“ oder „Eins aufs Maul“ an. Häufiger sind Drohungen, was die Stelle oder die weitere Karriere des Berichterstatters anbetrifft. Wer so handelt, darf sich auf die nächste Ausgabe des Mediums freuen …

Geschickter ist ein sachlich-freundliches Telefonat, das mit Worten beginnt wie „Ich habe Ihren Bericht gelesen und bin sehr beunruhigt.“ Der Unternehmer oder Presseverantwortliche sollte zunächst die Bereitschaft signalisieren, sich aktiv an der Klärung der Vorwürfe zu beteiligen. Wichtig ist die höfliche Frage, wie der Journalist an die Informationen gekommen ist. So lassen sich von beiden Seiten aus wichtige Hintergründe über das Zustandekommen der Meldung klären. Anschließend sollte der Anrufer dem Medienvertreter ein Gespräch im Unternehmen anbieten, um ihm alle Informationen zum Fall aus Sicht der Firmenleitung zukommen zu lassen. So ist es auch einfacher, den Journalisten z. B. davon zu überzeugen, dass sein Informant ein gerade entlassener Mitarbeiter ist, der sich rächen wollte.

Fehler Nr. 3: Eine Gegendarstellung verfassen

Diese hat einen entscheidenden Nachteil: Die meisten Menschen glauben kein einziges Wort davon. Erstens gilt die Devise „Wer sich rechtfertigt, gibt den Sachverhalt zu!“. Zweitens sind die Redaktionen gezwungen, die Gegendarstellung im Wortlaut abzudrucken, ohne dass sie der Wahrheit entsprechen muss. Am glaubwürdigsten wirkt es, wenn die Zeitung selbst den Sachverhalt richtig stellt. Dies kann am besten durch die oben genannte Vorgehensweise erreicht werden.

Die beste Vorbeugung für den Krisenfall ist übrigens die regelmäßige Pressearbeit. Wer auch im Normalfall ein persönliches und vertrauensvolles Verhältnis zur Lokalpresse und zu Fachmedien pflegt, muss in der Regel später keine hektische Krisen-PR betreiben. Falls noch nicht vorhanden, sollte eine Liste mit den Kontaktdaten der für das Unternehmen wichtigsten Journalisten und Medien erstellt werden. Zu diesen sollte die Firmenleitung oder die Presseverantwortlichen ein persönliches Verhältnis aufbauen. Wenn es sich ergibt, können die betreffenden Redakteure auch ruhig einmal zu einem Pressefrühstück eingeladen werden, um ihnen veröffentlichungswürdige Themen aus dem Unternehmen nahe zu bringen. Diese Einladung muss immer einen konkreten Anlass haben und darf nicht wie ein „Bestechungsversuch“ wirken.

Kleine und verhältnismäßig unbedeutende Krisen sind eine Chance, das firmeneigene Team auf den Ernstfall vorzubereiten. Darüber hinaus gehören auch das Entwerfen von Krisen-Szenarien und die Planung einer geschickten Reaktion darauf mit zu den Präventiv-Maßnahmen. (Birgit Lutzer)

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