Monthly Archives: November 2014

IHK-Umsatzreport: Ostwestfalens Industrie schlägt Landesdurchschnitt

(Bielefeld/OWL) Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld veröffentlichte in dieser Woche ihre aktuellen Zahlen. Dabei zeigt sich das Verarbeitende Gewerbe in Sachen „Umsatz“ fit bei stabiler Beschäftigung. In den ersten drei Quartalen liegen die OWL-Unternehmen über dem NRW-Durchschnitt. 

Die Umsätze des Verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen liegen von Januar bis September 2014 um 0,5 Prozent über dem Vorjahreswert, teilt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) mit.

Damit erwirtschafteten die Industriebetriebe der Region mit 50 und mehr Beschäftigten in den ersten drei Quartalen einen Umsatz von 29,5 Mrd. Euro. Die Zahl der Beschäftigten lag gegenüber dem Vorjahreszeitraum konstant bei rund 149.000. Während die Auslandsumsätze um 2,2 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro stiegen, sanken die Inlandsumsätze leicht um -0,4 Prozent auf 18,8 Mrd. Euro.

Ostwestfalens Wirtschaft liegt damit weiterhin über dem Landesdurchschnitt, denn in NRW sanken die Gesamtumsätze im Vergleichszeitraum um -0,2 Prozent auf 234 Mrd. Euro. „Das Wachstum in Ostwestfalens Industrie hat sich zwar gegenüber dem ersten Quartal abgeschwächt, aber von einer Krise können wir nach wie vor nicht sprechen. Ostwestfalens Industrie behauptet sich weiterhin auf hohem Niveau“, berichtet IHK-Geschäftsführer Dr. Christoph von der Heiden. (Presseinfo der IHK)

Laut IHK-Angaben konnten im Jahresverlauf besonders die Hersteller elektrischer Erzeugnisse zulegen (+6,3 Prozent auf knapp 2,8 Mrd. Euro). Ein deutliches Umsatzplus verzeichneten auch die Kfz-Zulieferer mit 5,1 Prozent (auf 1,8 Mrd. Euro). Die Umsätze der Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren stiegen um 0,8 Prozent (auf knapp 1,6 Mrd. Euro). Mit knapp 3 Mrd. Euro la-gen die Umsätze der Möbelindustrie auf Vorjahresniveau. Unter den großen Industriebranchen der Region lagen die Hersteller von Metallerzeugnissen(-0,6 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro) und von Nahrungsmitteln (-0,4 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro) leicht im Minus. Auch der Maschinenbau in Ostwestfalen konnte die Vorjahresumsätze nach drei Quartalen nicht ganz erreichen (-0,1 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro).

„Stellensuche geschieht oft regional!“ Martin Adirsch, JobCreative-Gründer

Adirsch-01-Web(Rheda-Wiedenbrück/Anzeige). Es gibt eine Vielzahl an Internet-Stellenbörsen. Dennoch wagte Martin Adirsch vor zwei Monaten mit einer abgewandelten Idee den Schritt in die Selbstständigkeit: dem regional ausgerichteten Online-Portal JobCreative.de.

Im Interview verriet er mehr über die Hintergründe und die erste Resonanz von Firmen und Bewerbern im Raum Ostwestfalen-Lippe.

Was hat Sie bewogen, mit Ihrer Geschäftsidee in einen bereits umkämpften Markt zu gehen?

In den achtziger und neunziger Jahren war wegen eines Überangebots an potenziellen Arbeitnehmern von Firmen bedingungslose Bereitschaft zur Mobilität gefragt. Heute haben sich sowohl der Markt als auch die allgemeine Einstellung vieler Menschen zur Arbeit geändert. Firmen suchen dringend Fachkräfte und müssen sich nun als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, um Bewerber für sich zu gewinnen. Und die sind heute nicht  mehr ohne weiteres bereit, sich an weit entfernten Orten zu bewerben. Sie suchen regional. In diese Lücke trifft JobCreative.

Was bieten Sie in Ihrem Portal?

Neben Funktionen für Stellensuchende wie die Option, ein Online-Profil anzulegen sowie Unterstützung bei der Bewerbung, bieten wir zahlreiche crossmediale Möglichkeiten für Arbeitgeber. Sie können großformatige Backlinks zu ihrer Website schalten, ein Firmenprofil anlegen oder auch WorkScout als journalistische Plattform für ihr Employer Branding nutzen. Diese vernetzten, crossmedialen Kommunikations-Möglichkeiten zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis führen zu einer Verbesserung des Google-Rankings und sind sehr gefragt bei Firmen.

Bei den großen Online-Portalen gibt es auch die Möglichkeit, die Stellensuche regional einzuschränken …

Ganz genau. Sie sind aber deutschlandweit bzw. international ausgerichtet und haben einen entsprechenden Streuverlust. Bei JobCreative treffen Stelleninteressenten aus Ostwestfalen-Lippe auf Unternehmen derselben Region. Wird ein Stelleninserat geschaltet, erhalten die Firmen Bewerbungen von Menschen, die in der Nähe wohnen und die nicht erst umziehen müssen, um die Tätigkeit auszuüben. Geht es um die Unternehmenskommunikation und speziell das Employer-Branding, treffen auch diese Botschaften exakt die Zielgruppe.

Wie zufrieden sind Sie mit der ersten Resonanz auf Ihr Angebot?

Bei Gesprächsterminen mit Personalleitungen stellen wir immer wieder fest, dass wir mit unserer Idee eine Marktlücke treffen. Wir freuen uns über die Nachfrage und planen bereits weitere Aktivitäten außerhalb des Internets, um für einen noch höheren Bekanntheitsgrad von JobCreative zu sorgen. (Birgit Lutzer)

Muskulöse Heinzelmännchen: Kesten-Kofferraumservice gefragt bei Frauen

Kesten-01(Steinhagen) Das Schleppen von Getränkekisten kann bei schwachem Bizeps zur Qual werden. Das Team des Bierverlags Kesten packt zu, wenn Frauen oder Senioren im Getränkecenter einkaufen. Geschäftsführerin Anja Kesten verrät das Geheimnis ihrer gut gelaunten Belegschaft.

„Wenn wir neue Kräfte einstellen, sind uns freundliches Auftreten und ein gutes Kommunikationstalent wichtiger als irgendwelche Schulzeugnisse“, so die Chefin des Steinhagener Bierverlags. Zusammen mit ihrem Ehemann Henner und dem jüngsten Sohn Johannes steht die 46-Jährige an der Spitze des Familienunternehmens, das im Jahr 2002 eröffnet wurde. Das Team besteht aus zehn festen Mitarbeitern und rund zwanzig Aushilfen.

„Wir müssen uns nicht um neue Leute bemühen. Viele der Aushilfen sind Schüler. Manchmal fragen auch die Eltern nach.“ erläutert Center-Leiter Lars Gehrmann (27), der vor elf Jahren selbst als Aushilfe einstieg. „Die Eltern wollen, dass wir den jungen Leuten Schliff beibringen.“ fügt er hinzu. Denn die Tätigkeit im Getränkecenter fordere gute Umgangsformen und einen Blick für die Bedürfnisse der Kunden.

Damit sich Arbeitgeber und mögliche Neuzugänge gegenseitig überprüfen können, arbeiten Jobinteressenten zunächst zur Probe im Bierverlag. Johannes Kesten: „Es ist ein Beschnuppern von beiden Seiten aus. Wichtig ist nicht, dass die Neuen sofort alles können und wissen, sondern dass sie positiv auf Anregungen etwa im Umgang mit Kunden reagieren.“

Und die sind im Getränkecenter für die Dauer ihres Aufenthalts Könige. Jeder Mitarbeiter grüßt freundlich. Wer suchend zwischen den Kistentürmen herumirrt, wird höflich angesprochen. Und natürlich bringen bei Frauen und bei Senioren kräftige junge Männer die Kisten zum Auto und heben die Ware in den Kofferraum.

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Christian Falke hilft gerne – und Kundin Claudia Herbold ist dankbar.

Doch beim Ausüben dieses Services ist Einfühlungsvermögen gefragt, wie Anja Kesten betont. „Manche älteren Herren fassen das Angebot als Beleidigung auf.“ Die Mitarbeiter müssten also die Person jeweils richtig einschätzen können. Sehr dankbar für die Erleichterung des Einkaufs ist Stammkundin Claudia Herbold. „Genau deswegen kaufe ich hier.“ betont sie.

Bei der Einstellung neuer Kräfte achten Kestens darauf, dass es um ein langjähriges Engagement geht. Henner Kesten: „Manche haben als Schüler angefangen und studieren nun. Sie kommen in den Semesterferien wieder.“  Um die Arbeitsmotivation der Belegschaftsmitglieder zu stärken, gebe es Anreizsyteme. „Wer sich einsetzt, verdient mehr.“ Hinzu kämen eine WhatsApp-Gruppe, ab und zu Kuchen und Tankgutscheine. Kein Wunder also, dass alle Heinzelmännchen in Steinhagener Bierverlag Kesten so gut gelaunt sind. (Birgit Lutzer)

Gesundheitsservice auf Firmenkosten: Die betriebliche Krankenversicherung

Seit der Arbeitgeber von Klaus W. (45) eine betriebliche Krankenversicherung mit vielen Zusatzleistungen für die Belegschaft abgeschlossen hat, geht der Techniker regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Und er ordert eine neue Brille zu günstigem Tarif, die sonst teurer für ihn gewesen wäre.

„Die betriebliche Krankenversicherung bietet enorme Vorteile sowohl für die Firma als auch für die dort Beschäftigten.“ bestätigt Unternehmensberater Philip Spies vom Industrie-Pensions-Verein. Er ist Spezialist für die betriebliche Mitarbeiter-Versorgung. Von ihm stammt der folgende Beitrag.

Viele Firmen bieten ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine private Krankenzusatzversicherung zu günstigen Konditionen abzuschließen – jedoch mit Gesundheitsprüfung. Die betriebliche Krankenversi­cherung (bKV) geht deutlich über die reine Rabattierung bei Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung hinaus – obwohl der Arbeitgeber auch bei diesem Modell ei­nen Gruppenversicherungs­vertrag mit einem privaten Krankenversicherer abschließt.

Die Beiträge der vom Arbeitgeber ausgewählten Kran­kenzusatztarife werden von ihm selbst bezahlt und sind für die Mitarbeiter obligatorisch. Entweder alle Arbeitnehmer des Unternehmens oder eine fest definierte Personengruppe in der Be­legschaft erhalten die Leistungen der bKV automatisch. Die Arbeitnehmer werden ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen. Damit entfallen Leistungsausschlüsse und Beitragszuschläge aufgrund von Vorerkrankungen. Weiterhin verzichtet der priva­te Krankenversicherer auf War­tezeiten. Der Arbeitnehmer hat unmittelbar nach Beginn des bKV-Vertrags vollen Versicherungs­schutz.

Es gibt einen weiteren Unterschied zu den privaten Angeboten der Krankenzusatzversicherungen. Bei der bKV sind die Tarife meist ohne Alterungsrückstellungen kal­kuliert. Dadurch sind die vom Arbeitgeber zu zahlenden Bei­träge wesentlich günstiger als die Beiträge, die ein Ar­beitnehmer außerhalb sei­nes Unternehmens für einen gleichwertigen Versicherungs­schutz zahlen müsste.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber

Bei der Einrichtung einer bKV hat ein Unternehmen die Wahl zwischen einer Vielzahl von Zusatzversicherungsprodukten. Damit kann der Arbeitgeber Leistungsumfang und Beitragshöhe seiner betrieblichen Kran­kenversicherung selbst ge­stalten. Die Bausteine reichen reichen von Zuzahlungen zu Sehhilfen und Zahnersatz über die Übernahme von Vorsorgeuntersuchungen und Heilpraktikerleistungen bis hin zu sta­tionärem Schutz oder einem Krankentagegeld nach Ende der gesetzlichen Lohn­fortzahlung. Firmen, die ihren Mitarbeitern solche Vorteile bieten, sind in der Regel gefragte Arbeitgeber.

Weitere Vorteile einer betrieblichen Kranken­versicherung aus Firmensicht beziehen sich auf die verbesserte medizinische Ver­sorgung und Vorsorge. Dadurch können krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert und die Pro­duktivität gesteigert werden. Die Beiträge für die bKV und die gegebenenfalls anfallen­den Aufwendungen für Steu­er und Sozialversicherung sind für das Unternehmen als Be­triebsausgabe absetzbar. Auf die Arbeitnehmer wirken die Bei­träge oft nachhaltiger und motivierender als eine Lohnsteigerung in derselben Höhe.

Vor dem Hintergrund sin­kender Leistungen in der gesetzlichen Alters- und Gesundheitsversorgung bieten die betrieblichen Versorgungs­systeme gute Chancen für Unternehmen, sich auch in Zeiten des Fachkräftemangels erfolgreich als at­traktiver Arbeitgeber zu posi­tionieren. Aus diesem Grund werden die betrieblichen Versorgungsleistungen in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewin­nen (Philip Spies).

Über Philip Spies

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Nach einem Prädikatsexamen als Diplom-Ökonom an der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal war er ab 2000 zwei Jahre lang Fachreferent bei der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks. Seit fast 13 Jahren ist er Direktionsbevollmächtigter beim Industrie-Pensions-Verein, der zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge sowie zur privaten Krankenversicherung berät.

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