Monthly Archives: März 2015

Beziehungsgespinste entwirren beim Netzwerken

Ein gutes Netzwerk ist weit gespannt, dennoch bleiben die Maschen so durchlässig, dass nur bestimmte Menschen darin Platz finden. Unwichtige Personen müssen im sprichwörtlichen Sinn „durch die Maschen fallen“, da das Netzwerk sonst zu unübersichtlich wird. Selbstmarketing-Experte Stéphane Etrillard erläutert, wie Sie in Bezug auf Ihre Kontakt den Überblick behalten.

Es gilt, die wirklich für Sie wichtigen Personen herauszufiltern – und davon diejenigen, auf die Sie sich verlassen können. Nicht Masse, sondern Klasse zählt. Gute und tragfähige Netzwerke bieten zudem den Vorteil, dass sie sich so gut wie von selbst erweitern. Denn Ihre Netzwerkpartner verfügen wiederum über Kontakte, die ebenfalls Partner haben usw. So ergänzt sich Ihr Kontaktpool nicht nur um einzelne Personen, sondern wird um ganze Netzwerke anderer erweitert. Sind Sie Mitglied eines Netzwerks, haben Sie immer jemanden, der jemanden kennt, den Sie kennen lernen möchten. Ein Netzwerk wird dadurch nahezu unerschöpflich.

Gute Selbst-PR kann nur im Rahmen eines effektiven Netzwerkes ihre Wirkung entfalten. Ihr Einfluss im Unternehmen etwa hängt immer auch von der Qualität Ihres Netzwerkes ab; Ihr Bekanntheitsgrad ist dann am größten, wenn auch Ihre Netzwerkpartner für Sie PR betreiben.

Was Ihre Aktivitäten in Netzwerken anbetrifft, sollten Sie sorgfältig auswählen, mit wem Sie Ihre Informationen, Ihre persönlichen Ressourcen und letztendlich immer auch Ihre Zeit teilen möchten. Und „Nein!“ zu sagen ist dabei durchaus erlaubt.

Bei der Kontaktsuche ist es gelegentlich erforderlich, über seinen Schatten springen, um interessante Personen auf sich aufmerksam zu machen. Versierte Netzwerker verstehen es, über den eigenen Erfolg weitere Kontakte anzuziehen. Sie brauchen nur noch zu wählen und laufen nicht Gefahr, jemanden, von dem sie etwas wollen, auf den Schlips zu treten.

Was Ihre innere Einstellung zu den Menschen aus Ihrem Verbindungsgeflecht betrifft, ist davon abzuraten, alle Kontakte nur noch auf Ihren persönlichen Nutzen hin untersuchen. In den meisten Fällen wird es auffallen, ob Sie einem Menschen echtes Interesse entgegen bringen oder ob Sie ihn lediglich als Mittel zum Zweck betrachten.

Wer ein effektives Netzwerk etablieren will, sollte immer seine Authentizität behalten, weil nur so persönliche und individuelle Beziehungen zu Partnern möglich sind. Und dies kann kaum gelingen, wenn es allein um die Durchsetzung von Absichten geht, jedoch keinerlei echte Sympathien vorhanden sind. Netzwerke, die aus mehr als nur aus reinen Zweckbekanntschaften bestehen – wobei natürlich die Absicht des gegenseitigen Nutzens nicht versteckt zu werden braucht – lassen sich zudem am besten pflegen. (Stéphane Etrillard)

Über Stéphane Etrillard

Foto: Sylke Gall.

Der internationale Keynote Speaker zählt zu den Top-Wirtschaftstrainern im deutschsprachigen Raum. Der mehrsprachige Vortragsredner gilt als führender europäischer Experte für persönliche Souveränität. Sein Know-how ist in den letzten 18 Jahren in der Beobachtung und Begleitung von mehreren Tausend Führungs- und Nachwuchskräften aus unterschiedlichsten Branchen entstanden. Er ist Autor von über 40 Büchern und Audio-Coaching-Programmen, die zu den Business-Topsellern zählen. Täglich lesen über 30.000 Menschen seine Coaching-Impulse in den sozialen Netzwerken. 2013 wurde sein Buch „Mit Diplomatie zum Ziel“ im WirtschaftsBlatt in die Top Ten der deutschsprachigen Wirtschaftsbücher aufgenommen.

Familienfreundliche Arbeitgeber – Finalisten erhalten Siegel

Kreis Gütersloh. Familienfreundlichkeit ist heute eines der Hauptkriterien, warum sich Fachkräfte für ein Unternehmen entscheiden. Das Qualitätssiegel „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ dient hierbei seit 2011 deutschlandweit als ein wichtiges Erkennungsmerkmal.

Drei Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh erhielten in diesem Jahr die begehrte Auszeichnung, das Verfahren hatten sie 2013 beim Wettbewerb „familie gewinnt“ der pro Wirtschaft GT als Preis erhalten. Der Wettbewerb wurde von 2007 bis 2013 in Kooperation mit dem Kreis Gütersloh und der Bertelsmann Stiftung durchgeführt und soll aufgrund der guten Resonanz im Jahr 2016 in leicht veränderter Form mit neuen Kooperationspartnern wiederholt werden.

Die Gewinner von 2013, Poggengerd (Marienfeld), Max Lüning (Rietberg) sowie Ranzenfee&Koffertroll (Rheda-Wiedenbrück), erhielten bei der diesjährigen Siegel-Verleihung den „Sonderpreis für langjähriges und nachhaltiges Engagement“ für eine bessere Vereinbarkeit von und Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter. Das Siegel wurde durch Landrat Sven-Georg Adenauer überreicht. (Isabella Demuth,

Firmen gönnen Mitarbeitern mehr Zeit zum Leben

Burkhard Riedel. Foto: Birgit LutzerDie ZEIT nimmt in einem Beitrag Stellung zum Wertewandel auf dem Arbeitsmarkt: „Jahrzehntelang standen die Mitarbeiter ihren Firmen zu festen Zeiten zur Verfügung, ihr Privatleben ordneten sie komplett der Arbeit unter.“ Junge Bewerber störten dieses System.

Im Text der Autorin Jana Gioia Baurmann heißt es weiter, die Mitglieder der „Generation Y“ forderten statt starrer Strukturen flexiblen Regelungen wie Wahlarbeitszeit, Sabbatjahr, Gleitzeit, Elternzeit oder die Tätigkeit aus dem Home-Office heraus. Doch auch ältere Berufstätige entdecken zunehmend, dass Gesundheit und Lebensfreude nicht durch immer mehr Arbeit erreicht werden können. Dieser Meinung ist zumindest der Fachbuchautor und Journalist Burkhard Riedel. Unter dem Projekt-Titel „Puravida“ unterstützt er Menschen dabei, Auszeiten zu nehmen und trotzdem ihre Finanzen im Blick zu behalten. Seine provokante These lautet: „Man kann reicher und gesünder leben mit weniger Geld.“

Riedel, der selbst viel Zeit im Ausland verbracht hat, berichtet von eigenen Erfahrungen und „Interviews mit 500 Menschen, die individuelle Lebenskonzepte umsetzen.“ Er belegt an konkreten Zahlen, wie beispielsweise eine Auszeit finanziert werden kann. Um Miete oder Unterhaltskosten für eine Eigentumsimmobilie zu sparen, könne diese zur Zeit der Abwesenheit fremdvermietet werden. Riedel: „Etliche Firmen suchen nur für eine bestimmte Dauer Wohnungen für Mitarbeiter.“ Auch der Haus- oder Wohnungstausch bei Reisen sei wesentlich günstiger als Hotelaufenthalte. Er räumt ein: „Natürlich können Sie dabei auch Pech haben.“ Er selbst habe meist Glück mit den Zwischenmietern und Tauschpartnern gehabt.

Was ein Sabbat-Jahr anbetrifft, sieht der Lebenskünstler die Möglichkeit, durch reduzierten Verdienst Steuern zu sparen. Er betont, es sei ungünstig, die Auszeit von Januar bis Dezember zu nehmen: „Wenn Sie das Jahr von Juli bis Juni nehmen und das jeweils übrig bleibende halbe Jahr normal arbeiten, zahlen Sie weniger Steuern und Sozialabgaben. Außerdem profitieren Sie zweifach von einem Steuer-Grundfreibetrag.“ Dieser betrage bei Singles 8.354 Euro und bei einem Paar das Doppelte.

Nach Riedels Erfahrung haben auch viele Firmen inzwischen erkannt, dass sie ihren Mitarbeitern für mehr Gesundheit und eine höhere Arbeitsmotivation entgegen kommen müssen. Dies bestätigt auch Siegfried Bloch, Personalleiter bei der arvato Systems GmbH in Gütersloh: „Arbeitszeitmodelle spielen eine wichtige Rolle für uns. Als IT-Systemintegrator und Dienstleister sind wir in einem dynamischen Markt unterwegs. Unser Kapital sind die Menschen, die bei uns arbeiten.“ Die Personalverantwortlichen hätten festgestellt, dass eine größere Flexibilität bei den Arbeitszeiten die Arbeitsplätze attraktiver mache. Bloch: „Mitarbeiter sind zufriedener, wenn sich Arbeit und Privatleben besser miteinander verknüpfen lassen. Sie übernehmen selbst die Verantwortung für ihr Zeitmanagement und ihre Aufgaben.“ Weitere Modelle, die arvato Systems seinen Belegschaftsmitgliedern bietet, sind nach Auskunft von Pressesprecher Marcus Metzner „Vertrauensarbeitszeit, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit einer maximal zweijährigen Auszeit und qualifizierte Teilzeitstellen.“ (Birgit Lutzer)

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