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Neid vermeiden ist gesund

Neid vermeiden

Eigentlich geht’s Ihnen gut. Das Gehalt stimmt, Sie sind gesund, haben Freunde und Zeit für Urlaub. Aber dennoch kreisen die Gedanken um andere. „Warum der und nicht ich?“ Das nennt man Neid. Und der ist ungesund. ( © Drobot Dean / Fotolia)

Es ist Samstag-Vormittag in der Vorstadt. Der Showdown beginnt. Die Nachbarn fahren ihre Mittelklassewagen aus der Garage und jetzt wird gewaschen und poliert, was das Zeug hält. Aber was ist das? Was ist mit Nachbar Bergheimers solidem Golf V Variant passiert? Aus der Garage fährt ein Mercedes. Modell unbekannt, aber hey, es ist ein Mercedes. Ist denn bei Bergheimers plötzlich der Reichtum ausgebrochen? Gut, Herr Bergheimer ist vor ein paar Monaten befördert worden. Und hat nicht seine Frau irgendwas erwähnt von einem „guten Händchen“, was Herrn Bergheimer und Aktien angeht. Aber trotzdem, ein Mercedes! Will er etwa jeden in der Nachbarschaft übertrumpfen?

Jeder kennt jemanden, der besser ist oder mehr hat

Kennen Sie auch solche Situationen? Ich bin mir sicher. Neid gibt es in den unterschiedlichsten Konstellationen und in allen Gesellschaftsschichten. Da ist der Junge, der neidisch ist auf das neue Spielzeugauto des Bruders. Oder die Frau, die ihrer besten Freundin (!) den neuen Freund nicht gönnt. Der Vorstandvorsitzende, der auf dem Golfplatz keine große Geige spielt, weil die Quartalszahlen mal wieder nicht stimmten. Neid macht nicht Halt bei materiellem Besitz. Nein, wir sind neidisch auf das Aussehen, die Gesundheit, die Fitness, das musikalische Können, den Freundeskreis oder sonst was. Aber Neid ist nicht nur ungesund, Neid hält uns auch von innerem Wachstum ab. Denn wir können niemals das erreichen oder erlangen, was wir innerlich ablehnen. Hier sind 5 wichtige Gründe, warum Neid für Sie nie wieder ein Thema sein sollte.

1. Neid macht krank

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wusste die amerikanische Schriftstellerin Pearl Sydenstricker Buck zu berichten: „Die gefährlichsten Herzkrankheiten sind immer noch Neid, Hass und Geiz.“ Außerdem prägte sie den Satz: „Neid tut nicht nur der Seele weh, sondern auch dem Körper.“

Mittlerweile ist längst wissenschaftlich bewiesen, dass Neid in viele Bereiche unseres psychischen und physischen Wohlbefindens eingreift. Und zwar nicht zum Positiven. Denn übermäßiger und/oder dauerhafter Neid kann starke körperliche Symptome wie Magenschmerzen und Herzrasen auslösen. Auch Schlafstörungen und Rückenschmerzen können durch Neid verursacht werden.

Belastende Emotionen – zu denen Neid ohne Zweifel zählen dürfte – schwächen das Immunsystem. Wir sind somit auch anfälliger für Krankheiten wie Schnupfen, Husten und Fieber, die wir zunächst niemals mit Neid in Verbindung bringen würden.

Selbst Depressionen können die Folge von Neid sein. Der Depressive glaubt, niemals das erreichen zu können, was er begehrt und was andere längst haben.

2. Neid macht einsam

Eigentlich ist Einsamkeit die natürliche Folge von Neid. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen haben wir ja oben bereits die Depression erwähnt. Wer unter Depressionen leidet, geht nachgewiesener Weise nicht so viel unter Leute, isoliert sich also sozial.

Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Neider weniger Freunde und Bekannte haben. Auch das klingt logisch, denn ein ausufernder Hang zum Neid kann für die Außenwelt schon sehr anstrengend sein. Denn mal ganz ehrlich, wer hält schon einen Dauerneider aus?

Und zu guter Letzt stellt man sich selbst gerne ins Abseits, wenn man neidisch ist. Denn wer verbringt schon gerne Zeit mit Leuten, auf deren Besitz oder Fähigkeiten oder Freunde man neidisch ist?

3. Neid macht unglücklich

Wer sich ständig mit Leuten vergleicht, die (vermeintlich) attraktiver, erfolgreicher, reicher, intelligenter, schlagfertiger oder mutiger sind, der kann nicht gewinnen. Andere beneiden und sich selbst bemitleiden, macht unglücklich. Jede Emotion hat ihre Berechtigung, klar. Aber wenn wir jetzt einfach mal in „gute“ und „schlechte“ Emotionen unterteilen, gehört Neid ja wohl ganz klar in die zweite Kategorie.

Und negative (oder schlechte) Emotionen können nicht glücklich machen. Hin und wieder mal ein neidischer Blick auf Nachbars Reihenhaus oder die neuen Schuhe der besten Freundin sind nicht schädlich. Aber zu viel Neid erzeugt eine Dis-Balance positiver und negativer Emotionen und macht unglücklich.

4. Neid hemmt die Kreativität

Für diese Untersuchung der Universität Barcelona hat man verschiedene Arbeitsteams gebildet und ihnen exakt dasselbe Projekt als Arbeitsaufgabe gegeben. Natürlich wussten die Teams nichts voneinander.

Die Teams waren alle gleich heterogen gestaltet. Im ersten Team wurde lediglich die Aufgabe erläutert. Im zweiten Team wurde drüber hinaus noch die ein oder andere falsche Angabe zu einzelnen Teammitgliedern gestreut. Und das dritte Team erhielt unendlich viele falsche Informationen über die anderen Teammitglieder, die darauf abzielten, Neid zu erzeugen. Und nun raten Sie, was passiert ist. Nicht nur, dass die Arbeitsatmosphäre im dritten Team vergiftet war, nein, Team 3 benötigte auch fast doppelt so lange, um zur selben Lösung zu gelangen, wie Team eins. Und darüber hinaus betrug das Budget über 25 Prozent mehr, als bei Team eins.

5. Neid erzeugt Minderwertigkeitsgefühle

Jeder Blick auf den Erfolg der anderen kostet ein kleines Stückchen Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich ein Ein-Meter-Maßband vor. Mit jeder Neid-Attacke schneiden Sie sich einen Millimeter ab. Und mit dem Schwinden des Selbstbewusstseins steigen die Minderwertigkeitsgefühle an. Der hat mehr Kohle als ich, die ist hübscher als ich und und und.

Mit Neid und Minderwertigkeitsgefühlen ist es so ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei. Man weiß nicht, was zuerst da war. Wird man neidisch, weil man so große Minderwertigkeitsgefühle hat oder bekommt man Minderwertigkeitsgefühle, weil man so oft neidisch ist.

Egal wie man es dreht und wendet, ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hilft Ihnen dabei, Neid in Ansporn und Ehrgeiz umzuwandeln.

Fazit

Seien Sie nicht neidisch! Klar, einfacher gesagt, als getan. Und in „gesunder“ Dosis soll Neid nach neuesten Studien sogar förderlich sein (Wettbewerb und so…). Aber ganz ehrlich: Was bringt es Ihnen, ständig andere zu beneiden? Auch ich kann mich nicht komplett von Neid freisprechen. Aber wissen Sie, was mir geholfen hat, den Neid nahezu zu überwinden? Mein inneres Stoppschild. Kein Scherz, ich habe mir angewöhnt, mich sofort zu stoppen, wenn ich aus heiterem Himmel Neid verspüre. Zum Beispiel habe ich gerade neulich einen Kumpel dafür bewundert, mit welcher Leichtigkeit er sein Leben angeht. Scheinbar nichts bringt ihn aus der Ruhe. Aber sofort, als ich mich bei der ankommenden Neid-Attacke erwischt habe, gingen meine inneren Sirenen an und ich habe mein Zwei-Phasen-System angewandt. In Phase 1 freue ich mich einfach für meinen Kumpel. Ich freue mich wirklich aufrichtig und sage mir selbst, wie cool diese Eigenschaft ist und was ich für einen gechillten Kumpel habe. In Situationen wie diesen reicht mir Phase 1 völlig. Ich freue mich für ernsthaft für meine Mitmenschen. Punkt! Aus!

Wenn mir das aber mal tatsächlich nicht gelingen will, dann tritt Phase 2 in Kraft. Wenn ich tatsächlich mal Neid in mir aufkommen spüre, was wirklich nicht oft vorkommt (ich schwöre!), und Phase 1 kommt nicht so recht auf Touren, dann rede ich mir einfach ein, dass das „Licht“ auf der einen Seite auch irgendwo „Schatten“ auf der anderen Seite hat.

Ein Beispiel: Ich habe neulich einem Vortrag von einem Typen gelauscht, der echt gut aussah. Das kann ich sogar als Mann recht objektiv beurteilen. Dunkler Teint, sportlich drahtig, coole Frisur, coole Klamotten und ne 1A-Rede. Keine Ahnung, warum ich neidisch war, aber Phase 1 ist diesmal nicht voll angeschlagen. Also habe ich offensiv nach seinen Schattenseiten gesucht und auch gefunden. In einigen lockeren Gesprächen nach der Veranstaltung habe ich irgendwie erfahren, wieviel er verdient. Aha, habe ich mir gedacht, da ist also seine „Schwachstelle“. Das ist ja weit weniger, als ich verdiene. Und ich weiß nicht warum, aber sofort tritt dann Phase 1 in Kraft und ich habe mich echt für ihn gefreut. Ehrlich!

Wahrscheinlich ist meine Methode wissenschaftlich und pädagogisch nicht ganz koscher, aber ich bin ja auch kein Wissenschaftler oder Pädagoge. Außerdem kann ich fast alle Fälle mit der Phase 1 abhandeln. Soll heißen, ich bin wirklich sehr selten neidisch und sehr dankbar dafür. Dankbarkeit ist sowieso, denke ich, ein ganz guter Weg, dem Neid aus dem Weg zu gehen. Wenn man sich darauf besinnt was man alles hat, rückt das, was man nicht hat weit in den Hintergrund. (Michael Noetzelmann)

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Brücken zum Kunden bauen: Werbetexte

Werbetext

In vielen Werbemedien werden Qualitätsmerkmale und Leistungen aufgeführt, ohne einen Bezug zu der Person herzustellen, die das Angebot annehmen soll. Wie Sie es schaffen, im Text eine Brücke zu potenziellen Kunden zu bauen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Sprichwort „Mit Honig fängt man Fliegen“ birgt viel Wahrheit. Wenn Sie aber versuchen, eine Stubenfliege mit Süßstoffpillen anzulocken, werden Sie mit Sicherheit scheitern. Sie können das Insekt nur dann fangen, wenn sie ihm als Lockmittel etwas präsentieren, wofür es sich interessiert und was es gerne haben möchte. Und das ist in diesem Fall der Honig. Bei Menschen gilt das gleiche Lockprinzip. Aber Vorsicht: Es geht an dieser Stelle nicht um billige und unseriöse Tricks, mit denen Sie Menschen gegen deren Willen manipulieren sollen. Es geht nur um das Verstehen von Mechanismen, die zu einem bestimmten Verhalten oder zu einer Handlung führen können.

In der Psychologie nennt man diese Faktoren Motive. Stark verwandt mit den Motiven sind die Bedürfnisse eines Menschen. Beispiel: Jemand kauft sich ein Stück Kuchen, weil er es im Schaufenster der Bäckerei gesehen hat. Durch den Anblick des verlockenden Gebäcks ist ihm sein Hunger (= Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme) bewusst geworden, und er geht in den Laden, um dieses Bedürfnis zu befriedigen (= Motiv). Wenn Sie die Bedürfnisse und möglichen Motive eines Menschen kennen und in der Lage sind, sich in ihn hineinzuversetzen, können Sie ihn leichter davon überzeugen, dass er Ihr Angebot annehmen soll.

Ein bekannter Werbefachmann prägte Ende der 60er Jahre das Bonmot: „Es reicht nicht, den Gaul zum Wasser zu führen – Sie müssen seinen Kopf zum Wasser ziehen, damit er säuft.“ Was will er uns damit sagen? Eine werbliche Botschaft hat fast immer dasselbe Ziel: Der Empfänger soll einer Kauf-Aufforderung nachkommen, die sich entweder auf ein Produkt oder auf eine Dienstleistung bezieht. Ist die Botschaft zu schwammig und mehrdeutig formuliert, kann es sein, dass sie den Adressaten nicht erreicht.

Der Leser oder Internet-User steht wie der sprichwörtliche der Gaul vor dem Wasser und muss sich selbst zusammenreimen, welchen Nutzen das beschriebene Angebot für ihn hat. Bei der Unternehmensdarstellung oder in einem Katalog kommt es darauf an, die Fakten so zu präsentieren, dass der Leser bestimmte gewünschte Schlussfolgerungen zieht.

Sie + ich = wir Eine kleine Gleichung mit großer Wirkung

Welcher Mensch steht Ihnen am nächsten? Auch wenn gerade Sie jetzt vielleicht an ihre/n Partner/in oder ein Familienmitglied gedacht haben – die meisten Menschen beschäftigen sich überwiegend mit sich selbst. Stellen Sie sich vor, dass Sie einen Brief bekommen, in dem eine Bitte an Sie gerichtet wird. Der Verfasser spricht aber nur von sich und seinem Anliegen. Sie fragen sich zu Recht: Was hat das alles mit mir zu tun? Warum soll ich diesen Wunsch erfüllen?

Beispiel:

Sehr geehrter Herr Schmitz,

wir sind eine Schulungseinrichtung für Behinderte, die in Kürze schließen muss. Wir haben einfach nicht genug finanzielle Mittel, um uns auf Dauer über Wasser zu halten. Deshalb überweisen Sie uns bitte eine Spende auf unser unten angegebenes Konto.

Mit freundlichen Grüßen

Gleicher Inhalt, nur abgewandelt:

Sehr geehrter Herr Schmitz,

was machen Sie, wenn Sie etwas Geld übrig haben? Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die sich damit gerne für etwas Sinnvolles einsetzen möchten. (SIE)

Wir sind eine Schulungseinrichtung für Behinderte. Leider können wir aus finanziellen Gründen den Betrieb nicht mehr lange aufrecht erhalten. (+ ICH)

Wenn Sie uns durch eine Spende unterstützen möchten, sind wir Ihnen sehr dankbar! Gerne lassen wir Ihnen auch noch weitere Informationen über unsere Einrichtung zukommen. (= WIR)

Mit freundlichen Grüßen

Mit der Gleichung Sie + ich = wir zeigen Sie dem Empfänger Ihrer Mitteilung, dass es zu beidseitigem Nutzen sinnvoll ist, die gewünschte Handlung auszuführen (= Ihr Angebot anzunehmen oder Ihren Wunsch zu erfüllen). Die Beschreibung eines Angebots oder Anliegens sollte also eine direkte Zielgruppenansprache mit „Vorteilsargumentation“ enthalten. Derjenige, der den Text Ihrer Anzeige, Ihres Mailings oder Ihrer Internet-Darstellung liest, muss dabei denken: „Ach, hier geht es um mich! Diese Information hat möglicherweise einen Nutzen für mich, deshalb werde ich weiterlesen.“ Ein Beispiel:

„Damit Ihnen Ihr Logistiksystem immer zur Verfügung steht, bieten wir Ihnen verschiedene Servicepakete an. Diese Leistungen bedeuten für Sie eine kompetente Unterstützung rund um Ihre Anlage. Sie können entweder einen Rundum-Sorglos-Vertrag über verschiedene Verfügbarkeitszeiten abschließen oder unseren Service punktuell buchen. Unsere Techniker betreuen auf Wunsch alle Ihre Anlagen – auch die anderer Hersteller.“

Als Einstieg wird eine reale Problemsituation der Zielgruppenmitglieder beschrieben und der Service des Unternehmens als Lösung für diese Aufgabe angeboten. Ist der Leser ein einem Unternehmen Logistiksystem tätig, erkennt er sofort: „Das Beratungsunternehmen weiß, mit welchen Problemen wir in unserem Alltag umgehen müssen. Mit ihnen sind wir abgesichert. So läuft die Logistik nach Wunsch.“ Diese Schlussfolgerung ist genau das, was das Werbe-Bonmot vom Gaul am Wasser ausdrücken will: Der potenzielle Kunde bekommt die Vorteile des Angebots mundgerecht serviert.

Hilfreiche Fragen, um einen ähnlichen Text zu erstellen:

Frage 1: Was bieten Sie für wen genau (= Ihre Zielgruppe/n) an?

Frage 2: Welche Bedürfnisse oder Probleme hat Ihre Zielgruppe, für die Ihr Angebot die Lösung ist?

Frage 3: Welches Ergebnis und welchen Nutzen hat die Annahme Ihres Angebots für die Zielperson?

Um Ihrerseits einen werbewirksamen Text mit direktem Bezug zur Ihren Zielkunden aufzusetzen, versuchen Sie bitte, sich in den Adressaten hinein zu versetzen. Welche Probleme, Wünsche und Bedürfnisse hat er, die Sie mit Ihrem Angebot lösen oder erfüllen können? Fassen Sie sich möglichst kurz. Oder Sie beauftragen eine/n Texter/in! (Birgit Lutzer)

Was macht Finanzkompetenz so wichtig?

Businessman adding golden coins with a young plant in the final row of a coin stack - Money and financial assets growth concept

Um die Finanzkompetenz weiter Teile der Bevölkerung steht es schlecht. Leider bilden auch viele Existenzgründer keine Ausnahme. Wie gehe ich mit meinem verfügbaren Einkommen um, wie sichere ich mich für Notfälle ab und welche Maßnahmen treffe ich für meine Altersvorsorge? Das sind die Kernthemen, über die bei jedem verantwortungsbewussten Erwachsenen Klarheit herrschen sollte.

Noch immer stellen viele Existenzgründer ihren eigenen Finanzbedarf in die zu vernachlässigende letzte Reihe der Prioritäten. Daraus spricht ebenso wenig Kompetenz, wie im Bereich der Finanzierung ihres Unternehmens zu verzeichnen ist. Bei der Finanzierung der Gründung hapert es oft bereits nach wenigen Monaten. Einer der häufigsten Gründe für ein Scheitern besteht in Finanzierungsmängeln. Oft wird der Umsatz unrealistisch hoch prognostiziert, die Preise werden schlecht kalkuliert und ganze Posten von laufenden Kosten in der Planung schlicht vergessen. Beim eigenen Bedarf werden fest die Augen zugekniffen: „Altersvorsorge und Absicherung für die Berufsunfähigkeit? Das mache ich, wenn der Laden läuft.“ Mit dieser Haltung kann man sich und seine Familie in die finanzielle Katastrophe steuern.

Warum mangelt es an Finanzkompetenz?

Die Tabuisierung finanzieller Angelegenheiten ist in unserer Gesellschaft stark verankert. Sie hat historische Gründe, die unter anderem in den erlebten Weltwirtschaftskrisen und den Auswirkungen der beiden Weltkriege liegen. Wenn niemand weiß, wie viel ich besitze, gibt es keinen Neid. Außerdem kann mir niemand etwas wegnehmen. „Jeder ist sich selbst der Nächste.“ Dadurch entstand die fest verankerte Haltung: “Über Geld spricht man nicht“.

Auch unser Bildungssystem geht nicht im notwendigen Maße auf diese neuen Herausforderungen ein. Ich war schon positiv überrascht, von der 16jährigen Tochter eines Freundes zu hören, sie habe eine Projektarbeit anfertigen müssen, die sich mit der Kalkulation ihrer Lebenshaltungskosten beschäftigt hat. Diese Idee fand ich großartig. Jungen Menschen ein solch fundamentales Thema näher zu bringen, ist ein guter Weg. Doch die Vermittlung von Finanzkompetenz müsste auch darin bestehen, einen weitreichenden Einblick in die Finanzwelt zu bekommen. Da reicht es nicht aus, den Zinseszins berechnen zu können. Jugendlich müssen, z.B. Einblicke in verschiedene Finanzinstrumente bekommen, damit sie vom Eintritt in ihr Berufsleben an Vermögen sinnvoll bilden können. In den Familien wird ebenfalls keine Finanzkompetenz aufgebaut. Nicht einmal alle Ehepartner sprechen offen miteinander über ihre Einkünfte und Finanzplanungen. Wie sollen Kinder unter diesen Voraussetzungen das notwendige Wissen erwerben?

Gefährliche Bildungslücken

Heute ist dieser Mangel in der Bildung als gefährlich nachlässig, geradezu fahrlässig einzuordnen. Im Gefolge des demografischen und gesellschaftlichen Wandels führt die Reform der Sozialversicherungssysteme zu Handlungsdruck und Entscheidungszwang bei allen Versicherten. Hinzu kommen Veränderungen in den Lebensverhältnissen. Jobs werden häufiger gewechselt, es gibt mehr Teilzeitarbeit und Arbeitslosigkeit. Durch Scheidungen und Trennungen steigt die Anzahl der wirtschaftlich häufig instabilen Einelternhaushalte und der Unterhaltspflichtigen.

Vorsorge ist besser als Altersarmut

Auch für Gründer und Kleinunternehmer kann es eine Lösung sein, freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Sozialversicherungen zu bleiben. Wer jedoch vorausschauend Vorsorge treffen will, um z. B. die Umlagesysteme Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu ergänzen, muss Vermögen bilden. 2025 werden die Renten voraussichtlich nur noch 45,2 Prozent (vor Steuern) des jetzigen Lohns betragen, wenn es überhaupt so viel sein wird. Wie mag es dann noch um die Kaufkraft der monatlich verfügbaren Summe bestellt sein? Gehen Sie davon aus, dass Sie Ihren Lebensstandard ganz erheblich bis extrem einschränken müssen. Wenn Sie sich dann noch vorstellen, dass Sie im fortgeschrittenen Alter hohe Eigenanteile für Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder Pflege aufbringen müssen, sieht die Zukunft düster aus. Es gibt besondere Strategen, die meinen „Vielleicht werde ich ja gar nicht so alt.“ oder „Positiv denken: Es wird schon…“.

Nein! „Von allein“ passiert gar nichts. Die Menschen werden älter. Es gibt inzwischen nicht mehr 3 Lebensphasen, nämlich Kind/Jugendlicher, erwachsener und alter Mensch, sondern 4. Die Phase des aktiven Alters nach dem Abschluss des Berufslebens ist eine Zeit im Leben, in der viele ihr Leben genießen wollen und lang gehegte Pläne verwirklichen. Mit Grundsicherung vom Sozialamt kann man sich höchstens spirituelle Höhenflüge erlauben. Deshalb: Vorsorgen!

Risikopotenziale erkennen

Das bisherige Modell der kapitalgedeckten Altersvorsorge ist krisenanfällig, auch im Hinblick auf persönliche Notlagen. Erfahrungsgemäß werden die meisten Verträge für Kapital-Lebensversicherungen bereits nach kurzer Laufzeit gekündigt, weil sich Veränderungen in der Lebenssituation der Versicherten ergeben haben und die Zahlungen plötzlich das Budget sprengen. Stattdessen muss Kapital aufgebaut werden, der in einer risikoärmeren Mischung verschiedener Anlagestrategien im Laufe der Jahrzehnte anwächst.

Auch im Bereich der gesetzlichen Pflege- und Gesundheitsversicherung macht individuelle Vorsorge Sinn, wenn man Wert auf gewohnte Standards legt. Es ist mit einer weiteren Einschränkung der Leistungen der Kranken/Pflegekassen zu rechnen.

Die Fragmentierung der Lebensläufe, im Gegensatz zu den eher gradlinigen Biografien im vergangenen Jahrhundert, macht das Leben krisenanfälliger. Jobverlust, Insolvenzen und Scheidungen sind die häufigsten Auslöser von Überschuldung.

Exkurs „Überschuldung“

Wenn das verfügbare Einkommen und Vermögen dauerhaft nicht mehr ausreicht, um Ratenverpflichtungen zu bedienen, spricht man von Überschuldung. Jährlich werden rund 100.000 Privatinsolvenzen von Menschen angemeldet, die keine andere Chance mehr haben, jemals ihre Schulden zu tilgen. Die Dunkelziffer derjenigen, die überschuldet sind, den Schritt der offiziellen Insolvenz aber aus unterschiedlichsten Gründen nicht vollziehen, ist wahrscheinlich hoch. Jeder zehnte Bundesbürger über 18 ist überschuldet, durchschnittlich mit 34.000 Euro, bei einem Durchschnittseinkommen von rund 1.000 Euro im Monat.

Besonders junge Menschen sind betroffen. Sie betrachten Kredite als „Nachsparen“ und machen sich keine Gedanken über die Risiken, Forderungen nicht mehr bedienen zu können, geschweige denn über die durch Zinsen steigende Summe ihrer Schulden. Das Wissen um Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten sollte deshalb zur Allgemeinbildung zählen. Der Gang zur Schuldnerberatungsstelle und die Privatinsolvenz als Möglichkeit, innerhalb von 6 Jahren finanziell reinen Tisch zu machen, sind sinnhafter und sozialverträglicher, als eine weitere Existenz unter der Pfändungsgrenze mit Hartz 4.

Verpasste Chancen

Wie viel weniger Kapital wäre auf dem Immobilien- und Aktienmarkt verbrannt worden, wenn die Anleger die Angebote besser hätten beurteilen können? Unsicherheit und Zweifel beim Thema Vermögensanlage entstehen dort, wo das Wissen als Beurteilungsgrundlage fehlt. Fühlt man sich in einem Bereich unsicher, neigt man dazu, ihn zu meiden oder zu verteufeln. Wie schade, denn es lässt sich mit dem nötigen Know-how auch in Zeiten des Zinstiefs Vermögen aufbauen und sinnvolle Vorsorge betreiben. Autor: Mike Warmeling

Keine Angst vorm Terminator: Mit REFA-Techniken in die Zukunft 4.0

Nostalgie-Robot

Was ist, wenn zukünftig nur noch Roboter unsere Arbeit erledigen? Rationalisiert sich der Mensch selbst weg oder macht er sich zu abhängig von Maschinen? Schon immer hatten Menschen Zukunfts-Visionen. Manches davon wirkt wie Sciencefiction, anderes ist bereits Alltag. Gemeinsam ist allen Szenarien: Gegenüber den technischen Innovationen wird der Mensch nur wenig berücksichtigt.

Natürlich kann man eine Produktionsstraße vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen, eben die „Wertschöpfungserbringer“ der Neuzeit – vielleicht nicht mehr durch „eigener Hände Arbeit“, doch aber bestimmt mit viel Kopfarbeit, Erfahrung und Übersichtswissen.

Auch Prof. Dr. Ing. Sascha Stowasser, Leiter des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, sieht diesen Wandel: „Es wird den Dienst nach Vorschrift nicht mehr geben – die Arbeit wird sich mehr als direkte Kommunikation zwischen Auftrag, Maschine und Mitarbeitern ergeben.“ Er fügt die damit verbundenen Anforderungen an die Arbeitenden hinzu: „Sie sollen ihre Erfahrung in den Prozess einbringen können und offen für die Verbesserungen sein, die die Digitalisierung uns bringt.“

Genau in dieser Weise werden eine qualifizierte Facharbeiterin oder ein in Elternteilzeit arbeitender Angestellter ihre Leistung erbringen müssen. Eine Leistung, die im Zweifelsfall nur dadurch erkennbar wird, dass die automatischen Prozesse weiterlaufen, dass die Maschinen genügend Material haben oder dass die Störung einer Maschine nicht den ganzen Prozess der Supply Chain zum Stottern oder Stocken bringen wird. Ein Beispiel:

Bei der schlanken Liniengestaltung etwa geht es um die drei Stränge „Mitarbeiterfluss“, „Materialfluss“ und „Informationsfluss“. Um diese miteinander zu harmonisieren, stellt der RFEA Techniker folgende Fragen:

  • Entsteht durch den Einsatz der Mitarbeiter in irgendeiner Weise eine Verschwendung?
  • Trägt der Mitarbeiter durch seine Tätigkeit direkt zur Produktivität oder zum Umsatz bei?
  • Ist der Mitarbeiter optimal ausgelastet (= entsprechend seiner Kompetenzen)?
  • Entstehen durch den Materialfluss Verschwendungen (Material, Energie, Zeit …)
  • Bewegt sich das Werkstück von einem Wertschöpfungsschritt zum nächsten?
  • Sind die Prozessschritte gekoppelt oder bestehen Zwischenpuffer?
  • Entstehen beim Informationsfluss Verschwendungen (z. B. Redundanzen, mehr Zeitaufwand durch fehlende oder unnötige Informationen)?
  • Wie schnell werden Probleme und Abweichungen bemerkt?
  • Was passiert in diesem Fall?
  • Welche Anweisungen (z. B. Arbeits- und Prüfpläne) liegen vor – und erfüllen diese ihren Zweck?

(Vgl. REFA-Fachbuchreihe Unternehmensentwicklung „Industrial Engineering“, 2011, S. 168 f.)

Auch die Analyse von Daten ist für REFA schon immer die Basis fachgemäßer Entscheidungen gewesen, deshalb hat der REFA-Techniker IE hier klar einen Heimvorteil. Und dieser kommt allen Unternehmen zu Gute, die ihre Mitarbeiter/Innen mit dem notwendigen REFA-Wissen ausstatten.

Vom Arbeitssystem über die Prozesskette bis zum Unternehmensmodell kann der REFA-Techniker IE die Mikro-, Meso- und Makroperspektive einnehmen. Entscheidungen im Detail werden auf ihre Auswirkungen im gesamten Unternehmenskontext analysiert. Gerade deshalb stellt der REFA-Techniker IE die Symbiose der Kernthemen Digitalisierung und Demographische Entwicklung dar. Denn ein erfahrener Mitarbeiter weiß um die Abläufe im Unternehmen Bescheid.

Ein erfahrenes Betriebsmitglied mit REFA-Hintergrund ist in der Lage, auch die Prozesse in der Industrie 4.0 steuern. Das macht den modernen „Wertschöpfungserbringer“ aus, unabhängig vom Alter, welches heute teils noch als Hemmnis für die notwendige Entwicklung der Unternehmen angesehen wird. Die Bewältigung von Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und dem Demographischen Wandel hat gerade mit REFA eine gute Chance die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig und positiv zu verbessern. Auch Stowasser sagt: „Der Wandel braucht eine Kultur. Und Menschen, die sich dafür begeistern!“* Autor: Lars Pielemeier

*Literaturhinweis: Mehr Information und finden Sie im gerade erschienenen REFA-Dosssier „Arbeit mit Zukunft. Was uns erwartet, was uns ändern wird: Experten und Meinungen zur Zukunft der gewerblichen Arbeit. Dortmund 2016, kostenfreier Download auf www.zukunft-refa.de

Mit REFA-Lehrinhalten Zeit und Geld sparen: Checkliste Prozessoptimierung

Reihenfolge

  • Ist die Reihenfolge der Vorgänge stimmig?
  • Werden die wichtigsten Dinge zuerst bearbeitet?
  • Lässt sich Zeit durch eine Änderung der Reihenfolge sparen?

Reduktion

  • Tragen wirklich alle Vorgänge zum Ergebnis bei?
  • Können bestimmte Vorgänge wegfallen?

Straffung/Zusammenfassung

  • Ist es sinnvoll, Vorgänge zu straffen oder zusammenzufassen?

Vereinfachung

  • Können Vorgänge vereinfacht werden?

Parallel-Schaltung

  • Lassen sich Vorgänge gleichzeitig durchführen?

Auslagern

  • Führen andere Organisationseinheiten oder externe Anbieter bestimmte Vorgänge schneller und ggf. auch kostengünstiger durch?

Schnittstellenoptimierung

  • Können Schnittstellen zu Lieferanten, anderen Organisationseinheiten oder Arbeitspersonen verringert oder effizienter ausgestaltet werden?

Quelle: Vgl. REFA-Seminarunterlagen 2016 für die Weiterbildung zum Techniker IE

Technolatein verständlich machen

Robot

Oft werden technische Inhalte trocken aufbereitet. Das Ergebnis sind ermüdende Informationsträger. Emotional angereicherte Inhalte sind verständlicher und gleichzeitig überzeugender. 

Die Gehirnforschung hat es ans Licht gebracht: Inhalte mit Elementen, die angenehme Gefühle wecken, werden schneller aufgenommen und verarbeitet als abstrakte Formulierungen und so genannte „Bleiwüsten“. Endlose Seiten mit eng gedrucktem Text rufen Unlust hervor und senken die Motivation, sich auf die mühevolle Lese-Wanderung zu machen. Sowohl bei neurodidaktischen Lehr-Ansätzen als auch im Neuromarketing wird deshalb mit besonderen Formulierungen und Bildern gearbeitet.

Ausgangspunkt aller Überlegungen für die gehirngerechte Aufbereitung technischer Informationsträger sind die Empfänger der Botschaft. Sind es Experten oder Laien? Sollen sie in einer technischen Frage oder Bedienung angeleitet oder für ein Angebot gewonnen werden? Bei Informationen, die eine bestimmte Erkenntnis oder eine (Kauf-) Handlung auslösen sollen, wird die für den Empfänger gewohnte Gestaltung um bildhaft-emotionale Elemente ergänzt. Durch diese Kombination entsteht psychologisch eine höhere Akzeptanz der Botschaft.

Wie bitte??! Ungewöhnliche Headlines machen neugierig

Häufig fällt der erste Blick z. B. beim Durchblättern eines Print-Mediums oder beim Aufruf einer Internetseite auf die Überschrift. Führt sie zu einem Schmunzeln oder Stutzen, werden die ersten Zeilen überflogen. Dann erst fällt die Entscheidung, weiterzulesen oder wegzuklicken. Wortspiele sind eine gute Möglichkeit, erste Aufmerksamkeit zu schaffen:

  • „Nichts anbrennen lassen – Fortbildung für Brandschutzbeauftragte“ (Werbung eines Bildungsanbieters für technische Seminare)
  • „Sauber macht lustig“ (Handreinigungspaste für den Industriebedarf)
  • „Hochstapeln statt Einkisten: Vorteile der Bodenblocklagerung“ (Überschrift eines PR-Fachbeitrags über Lagerhaltung)

Dabei ist immer zu beachten, wer die Zielpersonen sind und ob diese ggf. einen vom Wortwitz abweichenden Humor haben könnten. Das gilt zum Beispiel für doppeldeutige Anspielungen wie in der Seminarwerbung. Sehr wichtig für die weitere Aufmerksamkeit sind Bilder, die vielleicht sogar noch eher als die Überschrift wahrgenommen werden.

Staplerfahrer Klaus und Kollegen: Die Wirkung von Bildern

Die Lebendigkeit einer Information beeinflusst die Aufmerksamkeit, die auf sie gerichtet wird. Eine Person in Aktion zieht den Blick automatisch mehr an als Metallteile. Ein unbemannter Stapler in einer Lagerhalle etwa dürfte häufiger Anblick in vielen Firmen sein.

Ein freundlicher Mitarbeiter im Fahrzeug mit direkten Blickkontakt zum Betrachter und löst die Vorstellung aus, dass er gleich die Ladung aufnimmt. Selbst wenn dieses Szenario ebenfalls alltäglich ist, wirkt die Darstellung lebendiger als das leere Fahrzeug. Das Beispiel zeigt eine Bodenblocklager-Aufnahmestation bei der Meurer Verpackungssysteme GmbH, Freren  – einschließlich des Fahrers (Foto: Birgit Lutzer).Foto-Unterzeilen oder Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive sind ebenfalls ein Instrument, kleine Geschichten in die Beschreibung technischer Sachverhalte einzubinden und die Fantasie des Empfängers anzuregen.

Das folgende Bild ist im Rahmen einer Presseaktion über das Unternehmen Dow Chemical in Schkopau entstanden. Thema war die Lkw-Abwicklung mit programmiertechnischen Einzelheiten bei der Silo- und Palettenverladung.

Bildunterzeile: Silo-Mitarbeiter Detlev Rähme (r.) wacht mit Argusaugen darüber, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Nach dem Anseilen für den Fallschutz erfolgt die Freigabe: Trucker Detlef Reichard darf aufs Lkw-Dach. 

Gestik und Mimik der Abgebildeten haben einen Unterhaltungswert. Das Kopfkino des Lesers wird aktiviert – dieses Mal auch durch das Zusammenspiel von Motiv und Bildunterzeile. Ungewöhnliche Ausschnitte als belebende Elemente werden bereits sehr verbreitet in technischen Unterlagen eingesetzt, die reiner Information dienen.

Gilt „Sex sells“ auch für das technische Marketing?

Da es beim Marketing bzw. der Unternehmenskommunikation also unter anderem um die Reizqualitäten von Informationen geht, stellt sich die Frage, ob das alte Rezept „Sex sells“ auch in technischen Zusammenhängen funktioniert. Hier ist Vorsicht angesagt, denn Werbung mit spärlich bekleideten Foto-Modellen gilt heute als rückständig. Wie so oft, kommt es aber auf den Zusammenhang an. Die Rominger Kunststofftechnik GmbH aus der Schweiz hat eine besonders stabile Kunststoff-Faser entwickelt, die unter anderem für reißfeste Einkaufstüten eingesetzt wird. Nebenprodukt mit hoher Reizqualität ist ein Kunststoff-Büstenhalter für Frauen mit großer Oberweite. Die PR-Abteilung initiierte durch Aussenden einer Presseinformation zwei technische Fachbeiträge in verschiedenen Medien. Einer davon erzielte besonders viele Klickraten auf der Firmenwebsite. Die Gegenüberstellung zeigt jeweils die erste Seite:

Der Brustbild-Beitrag erschien in Schweizer MaschinenMarkt-Sonderpublikation „Swiss Made – Die Stärken Schweizer Qualität“ 06/2015 und der Hunde-Artikel in der Technischen Rundschau Schweiz, September 2015.

Beide Redaktionen haben das Thema aufgegriffen und mit einem „Key Visual“ (Blickfang) versehen. Auch der Hund hat Reizqualitäten, doch gegen die andere Abbildung hat er keine Chance. Dennoch: Ohne Bezug zum Produkt ist dringend von der Verwendung Fotos mit direktem erotischen Gehalt abzuraten. „Sex sells“ gilt zwar auch beim technischen Marketing, doch der Zusammenhang zwischen Reiz und Sachverhalt muss schlüssig sein. Es gibt dezentere Wege, Aufmerksamkeit mit menschlicher Attraktivität zu wecken. Auch ein durchtrainierter Ingenieur in Arbeitskleidung hat seine Reize … (Birgit Lutzer)

Innovativ mit Tradition – die Clausen oHG Bielefeld

Clausen OHG

Alles begann mit Laborbehälterbau und Dunkelkammereinrichtungen – damals, 1981, als die Fotografie noch analog war.  Rüdiger Clausen konstruierte Kunststoff-Behälter, die resistent gegen Chemikalien waren. Seinerzeit belieferte er unter anderem die Bodenforschung Hannover mit großen Becken zur Entwicklung ihrer Luftbildaufnahmen. (Bild:  © Sunny Studio / Fotolia)

Nostalgisch sind mittlerweile auch die von ihm konstruierten Taucherlampen. Auf deren innovativer Technik indes basieren die heute von ihm hergestellten und vertriebenen Scheinwerfer und Handlampen für den professionellen Einsatz.

Clausen-01

Ob Xenon-Gasentladungslampen oder LED Arbeits-Scheinwerfer – in jedem einzelnen Produkt der Clausen oHG spiegelt sich jahrelange Erfahrung mit der Materie wieder. In ihrem Werk in Bielefeld wurden auf Basis der Gasentladungstechnik aus der Automobilindustrie und neuester LED-Technik Beleuchtungen entwickelt, die in Hinblick auf Lichtausbeute und Brenndauer bisher unerreichte Werte erzielen. Die von der Clausen oHG eingesetzten Xenon-Leuchtmittel leisten garantiert 50.000 Einschaltvorgänge und sind auch im heißen Zustand sofort einsatzbereit.

Davon profitieren inzwischen zahlreiche Feuerwehren, Sportplätze, Großbaustellen und all jene, die Tag und Nacht auf perfekte Ausleuchtung angewiesen sind. Als Zuliefererung für Werbetechnikfirmen und Werbeagenturen werden Fräsarbeiten und Zuschnitte von der Portalfräse angeboten. PVC-Hartschaum, Alu-Verbundplatten, Plexiglas, Aluminium und viele andere Werkstoffe werden auf diese Weise in die unterschiedlichsten Produkte verwandelt. Behälter, Einbautanks, Kunststoffeinsätze, Soleverteiler und Sicherheitswannen sind nur einige der angebotenen Erzeugnisse.

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Besonders gefragt ist ein Mix aus Beleuchtung und gefrästem Kunststoffschild. Ein Hingucker für alle Arminia-Fans ist das folgende Schild für den Bielefelder Fußballverein:Innovativ, vielseitig und der Zeit immer eine Idee voraus – so lassen sich Firmeninhaber Rüdiger Clausen und seinen Sohn Michael, der seit 2011 Mitgesellschafter ist, charakterisieren. Denn der Firmensitz Bielefeld liegt ja nicht gerade an der Küste. Umso erstaunlicher ist es, dass es den Wassersportlern Rüdiger und Michael Clausen gelungen ist, auch im Bootsbau Fuß zu fassen. Sie lesen richtig!

Das Hochwasserboot „Typ Gütersloh“, welches von der DLRG genutzt wird, stammt zu 100 %  aus der „Werft“ Clausen oHG. Und sie reparieren auch. Jedes Jahr zum Ferienende werden rund 70 – 80 Kanus nach Bielefeld verbracht. Die Firma Voyage Gruppenreisen, die Kanufahrten organisiert und anbietet, ist froh, dass ihre viel genutzten Wasserfahrzeuge durch fachkundiges Extruder-Schweißverfahren eine Lebensverlängerung erhalten.

Zwar deutschlandweit unterwegs, so sind es doch die traditionellen ostwestfälischen Werte, die die Firma Clausen oHG auszeichnen: bodenständig, zuverlässig, robust und reaktionsschnell. „Wenn in Bayern ein Notfall eintritt, lassen wir hier alles stehen und liegen und fahren hin, sei es auch nur, um einen Stutzen anzuschweißen“, erzählt uns Rüdiger Clausen. Das sei selbstverständlich und „da sind wir klar im Vorteil zu den großen Anbietern“. Ende 2016 steht ein Umzug in eine neue, wesentlich größere Halle an. Wir sind gespannt auf weitere Innovationen aus dem Hause Clausen oHG und werden berichten. (Petra Zreik)

 Kontakt:

Clausen oHG, Fichtenweg 13, 33649 Bielefeld. Telefon: 0521 – 45 20 63 E-Mail: info@handlampen.com, www.teuto-kunststofftechnik.de, www.handlampen.com

Finanzieller Erfolg ist Einstellungssache

Finanz-Erfolg

Bei der Gründung eines Unternehmens hängt der Erfolg auch davon ab, welcher Finanztyp der Gründer ist. Die Art und Weise, wie ein Unternehmer mit Geld umgeht, kann das Wachstum oder die Stagnation seines Business beeinflussen. Der Umgang mit Geld hat viel mit den Einstellungen und Haltungen zu tun, die wir im Laufe unseres Lebens erworben haben.

Welche Haltung zu Geld haben erfolgreiche Unternehmer? Eine besonders wichtige Einstellung zu Geld haben sie alle: Der Besitz von Geld ist ihnen angenehm. Eine ökonomische Theorie besagt: Geld ist ein Medium dafür, die eigenen Zielsetzungen mit möglichst geringen Kosten zu erreichen. Hat man diese Einstellung verinnerlicht, ist der Umgang mit Geld von der Vernunft geprägt. Jemand, für den Geld lediglich ein „Mittel zum Zweck“ ist, wird sich alle Kenntnisse aneignen, um es möglichst nutzbringend einzusetzen.

Ist Geld dagegen ein Symbol für Sicherheit, wird es nur ungern aus der Hand gegeben und lieber „gehortet“. Dieses Phänomen können wir bei den Generationen beobachten, die die letzten Kriege erlebt haben. Viele von Ihnen haben das sparsame Wirtschaften verinnerlicht. Schulden macht man nicht, so lautet der Glaubenssatz, der ihre Haltung charakterisiert. Als Unternehmer muss man jedoch investieren, oft auch mit Fremdkapital, um Umsatz zu generieren.

Wie verhindern wir unseren finanziellen Erfolg?

Ein anderer hinderlicher Glaubenssatz ist: “Ich will mich nicht verkaufen“. Ebenso: „Ich will niemanden übervorteilen.“ Diese Einstellungen untergraben die Potenziale, jemals ein angemessenes Preis/Leistungsverhältnis beim Kunden durchzusetzen. Man verkauft nie sich, sondern immer den Vorteil, den ein Kunde aus dem Angebot gewinnt. Handelt man keinen angemessenen Preis aus, verkauft man seine Leistungen unter Wert. Das bedeutet, man beutet sich zugunsten des Kunden selber aus. „Bescheidenheit ist eine Zier…“? Sie ist im Geschäftsleben eher ein Hemmschuh, der davon abhält, jemals erfolgreich zu werden und die der eigenen Leistung angemessenen Preise umzusetzen. Das gilt im Übrigen genauso für Berufstätige in Angestelltenverhältnissen. Wer gute Arbeit leistet, verfügt über das richtige Argument, den entsprechenden Lohn auszuhandeln.

Es gibt eine ganze Reihe von typischen Haltungen zu Geld: Geld ist schmutzig, Geld korrumpiert, Geld verdirbt den Charakter. Ab welchem Einkommen gelten diese Aussagen? Lehnen Vertreter dieser Meinung eine Gehaltserhöhung oder ein Auftragsvolumen ab, wenn diese Schallgrenze durchbrochen wird? Oder treffen die Aussagen immer nur für die Vermögensklassen zu, in denen ich mich nicht befinde?

Wem diese Einstellungen von klein auf vermittelt wurden, hat keine rationale, sondern eine emotionale Haltung zu Geld. Unbewusst führen diese Glaubenssätze zu Vermeidungsstrategien, um die negativen Folgen von „zu viel Geld“ zu vermeiden.

Andere meinen, Geld mache „sexy“. Zumindest kann es bei der Anbahnung von Kontakten nicht schaden…

Welche Geldtypen gibt es?

In seinem Buch „Die Psychologie des Geldes“ stellt Dr. Rüdiger Dahlke Modelle von „Finanztypen“ vor, die charakteristische Haltungen repräsentieren. Sie können dazu anregen, sich in den verschiedenen „Geldtypen“ wieder zu erkennen (es kann auch Mischformen aus mehreren Typen geben) und über die eigene Einstellung zu Geld nachzudenken.

Die Resignierten und Überforderten (19 Prozent der Bevölkerung)

  • empfinden sich als Opfer und grenzen sich von denen ab, die Geld besitzen.
  • Sie kümmern sich nicht um ihre Geldangelegenheiten.

Die Sorglosen und Leichtfertigen (16 Prozent)

  • sind ganz im hier und jetzt verankert und konsumieren spontan, was ihnen Freude macht.
  • Sie ignorieren ihre finanzielle Situation und sind misstrauisch gegenüber Experten.

Die Bescheidenen (10 Prozent)

  • gehen sehr vorsichtig mit ihren finanziellen Mitteln um und wählen klassische Sparformen.
  • Ihr Credo ist: “Über Geld spricht man nicht.“

Die Delegierer (10 Prozent)

  • verfügen über sichere Finanzeinkünfte, haben aber kein Interesse an Finanzthemen.
  • Sie geben die Verantwortung für das Finanzmanagement an Familienangehörige oder Finanzberater ab.

Die Pragmatiker (16 Prozent)

  • Nutzen Geld zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse und machen sich keine Gedanken über z.B. Altersvorsorge.
  • Langfristige Pläne sind für sie uninteressant.

Die Vorsichtigen (11 Prozent)

  • Verfügen über gehobene Einkünfte und möchten ihr Vermögen sichern.
  • Deshalb informieren sie sich über Finanzthemen und passen ihr Finanzverhalten den Entwicklungen an.

Die Ambitionierten (7 Prozent)

  • Setzen das Verdienen von viel Geld mit Erfolg gleich.
  • Sie befassen sich intensiv mit Finanzthemen und haben Freude daran.
  • Ihre Vermögensvermehrung hat für sie einen hohen Erlebnis- und Freizeitwert.

Die Souveränen (11 Prozent)

  • sind in Finanzfragen interessiert und stets auf dem Laufenden.
  • Kompetent verfolgen sie die Entwicklung der Finanzmärkte.

Unter den „Resignierten und Überforderten“ sind überdurchschnittlich viele Menschen ohne Arbeit oder Jobs mit Niedriglohnniveau. Die „Bescheidenen“ sind besonders häufig unter Menschen mit niedrigem Einkommen oder im Ruhestand mit kleiner Rente zu finden. Frauen in gut bezahlter Stellung neigen dazu, sich als „Delegiererinnen“ nicht um ihre Finanzen zu kümmern. Gut ausgebildete Männer in höheren Positionen sind dagegen stark vertreten unter den „Souveränen“ im Umgang mit ihrem Vermögen.

Hinter diesen Geldtypen verbergen sich auch soziale Milieus. Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob die soziale Stellung die Haltung zum Geld prägt, oder ob die Haltung zum Geld bestimmt, wie erfolgreich man sein finanzielles Leben gestaltet. Jeder ist in der Pflicht, gegebenenfalls seine Haltung zu ändern. Dazu bedarf es persönlicher Aktivität, um die Haltung zu überprüfen und die eigenen Wissenslücken zu füllen.

Erfolg hängt von der richtigen Einstellung ab

Wenn sich jemand selbstständig macht, braucht er die richtige Einstellung, um Geld mit seinem Unternehmen zu verdienen. Mit der Finanzplanung des Gründungsvorhabens beginnen die Anforderungen an die eigene Finanzkompetenz. Wie viel Geld wurde für die Gründung zurückgelegt? Können Familie und Verwandte etwas leihen? Gibt es eine gute Verhandlungsbasis mit der Hausbank? Können Fördermittel beantragt werden? Wurde der finanzielle Eigenbedarf während der ersten Monate nach der Gründung berücksichtigt?

Geld ist das Mittel zum Zweck, um ein Unternehmen und seine erfolgreiche Entwicklung zu ermöglichen. Dazu muss es in die Hand genommen und sinnvoll eingesetzt werden. Trotzdem sollte der Gründer nachts noch ruhig schlafen können. Mehr Ruhe und Sicherheit vermittelt die persönliche Finanzkompetenz. Wenn man wirklich weiß, was man tut, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Welcher Geldtyp sind Sie? Es liegt in Ihrer eigenen Hand, sich die passenden und sinnvollen Einstellungen für den finanziellen Erfolg anzutrainieren. Autor: Mike Warmeling .

Ein PDF-Server für (fast) alles: webPDF

PDF-Server

Fester Bestandteil des Geschäftsalltags sind PDF-Dateien. Doch aus manchen Formaten lassen sie sich nur sehr umständlich erzeugen. Auch das Ändern kann sich ohne entsprechende Bearbeitungsprogramme als aufwändig erweisen. Hier knüpft die SoftVision Development GmbH aus Fulda mit ihrem webPDF-Server an.

Die IT-Spezialisten haben eine plattformunabhängige Server-Anwendung entwickelt, die alle PDF-Funktionen miteinander verbindet Über ein Web-Portal und Web-Services können PDF-Dateien erzeugt und verarbeitet werden. Geschäftsführer Bernd Engelhardt erläutert: „Mit dem PDF Server verfügen die Nutzer über eine zentrale, skalierbare Instanz zum Erstellen, Konvertieren und Bearbeiten von PDF-Dokumenten.“ Der Server lasse sich schnell und einfach in alle möglichen vorhandenen IT- und Organisations-Strukturen integrieren. „Mehr als 100 Datei-Formate können mit Hilfe der Server-Software ins PDF-Format übertragen werden.“

Sein Kompagnon Christian Schiller ergänzt: „Auch wenn die jeweilige Software am Arbeitsplatz nicht installiert oder verfügbar ist, können Dateien in das PDF-Format übersetzt werden.“ Ebenfalls möglich seien eine digitale Signatur „praktisch per Mausklick“, Zeitstempelfunktionen oder Wasserzeichen. Schiller: „Hinzu kommen zeit- und sicherheitskritische Bearbeitungen, Autorisationen und Zertifizierungen.“

Durch die Vielzahl an webPDF-Bordmitteln lassen sich alle gängigen Bearbeitungs- und Archivierungs-Vorgänge durchführen, und zwar mit Internet-Zugang von jedem beliebigen Ort aus. Der Zugriff auf das Portal und seine Funktionen erfolgt über den Browser. Der eigentliche Server kann dabei im Internet oder in Ihrem geschlossenen Unternehmensnetzwerk bzw. Intranet stehen. Da es heutzutage auch viele Homeoffice-Arbeitsplätze gibt und manche Mitarbeiter viel unterwegs sind, können die PDF-Funktionen von unterwegs per Mobile-Device oder von zu Hause abgerufen werden. Kurz gesagt: webPDF funktioniert „stand-alone“ und ohne jegliche Drittanbieter-Software.

Die Vorteile des Servers für Firmen liegen auf der Hand: Die kompakte Bearbeitung aller Dokumentenvorgänge kann nahtlos in die alltäglichen Arbeitsabläufe integriert werden. Der Server arbeitet als Windows-Dienst, als Linux Daemon oder als virtuelle Maschine.

Auch für Software-Entwickler stehen Internet-Dienste zur Integration von PDF-Funktionen in beliebige Anwendungen und Nutzung in verschiedenen Programmiersprachen zur Verfügung. Die Dienste lassen sich mit geringem Aufwand in Unternehmensanwendungen wie SAP, IBM Domino, Microsoft Exchange, SharePoint und andere integrieren. Zusammengefasst: Eine Anwendung für (fast) alles. (Birgit Lutzer)

Flirt-Falle: Wenn Freundlichkeit im Job missverstanden wird

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Interesse bekunden, offen auf den anderen eingehen – diese Regeln helfen, Geschäftsbeziehungen positiv zu gestalten. Doch was ist, wenn die Zuwendung als erotisches Interesse ausgelegt wird? Dann schnappt die Flirt-Falle zu.

Immer noch sind es eher die Frauen, die im Geschäftsleben bewusst mit ihrer körperlichen Wirkung umgehen müssen. Coach Suzana Janosevic aus Basel kennt das Phänomen aus Gesprächen mit einigen ihrer Klientinnen. „Die Frauen möchten besonders nett und höflich sein. Manchmal senden sie dadurch Signale, die männliche Gesprächspartner dann fehlinterpretieren.“ Sie betont, dies hänge keineswegs von der Kleidung ab. „Das passiert Frauen im Hosenanzug genau so wie im Kostümchen oder im flotten Minirock.“ Sie fügt hinzu: „Auch auf höchster Ebene kommt es durch Fehlinterpretationen von Verhalten zu Übergriffen. Spitzen-Managerinnen verschweigen diese Probleme aber lieber, weil das Aufdecken sehr negative Konsequenzen haben könnte.“ Dazu gehöre beispielsweise die Gefahr, dass der Geschäftskontakt durch eine zu brüske Zurückweisung gefährdet werde – oder auch ein der Laufbahn wenig förderliches „Zicken-Image“.

Janosevic unterstreicht, es gebe keine Patentlösung, jedoch verschiedene Strategien. „Es ist von der Situation und von den Beteiligten abhängig.“ Je stärker das Machtgefälle sei, desto schwieriger wäre die Lösung für die rangniedere Person. „Wenn der wichtigste Kunde der Firma oder der eigene Chef plötzlich mehr wollen, stehen die Betroffenen vor einer grossen Herausforderung – insbesondere dann, wenn sie ihrem Job unbedingt behalten möchten. Und das wollen ja die meisten von uns – auch Männer.“ Sie nennt das Beispiel eines Auszubildenden, der von seiner Vorgesetzten sexuell unter Druck gesetzt wurde. „Er war kreuzunglücklich, denn als Mann bekam er überhaupt kein Verständnis. Im Gegenteil: Es hagelte dumme Sprüche im Bekanntenkreis nach dem Motto `Sei doch froh über die tolle Gelegenheit!´“

Die Beraterin empfiehlt, zunächst das eigene Verhalten zu überprüfen. Wichtig sei dabei insbesondere die Körpersprache. Janosevic: „Manche Personen senden unbewusst Flirtsignale, um Sympathie beim Gegenüber zu wecken. Sie streichen sich vermehrt langsam durch die Haare, lächeln mit schräg geneigtem Kopf oder auch – ganz gefährlich in einer bereits aufgeladenen Situation – spielen mit einem Stift herum.“ Sie weist darauf hin, ein Übergriff komme „niemals aus dem Nichts.“ Meist künde es sich vorher an, dass der Gesprächspartner andere Interessen habe als die Zusammenarbeit. Typische Signale von Männern, weil dies die häufigste Konstellation ist:

Er …

  • lenkt die Unterhaltung immer wieder auf privat-intime Themen
  • fragt nach dem Beziehungs-Status
  • blickt auffällig auf Brust oder Beine seiner Gesprächspartnerin
  • setzt sich in Macker-Pose hin und blickt auffordernd
  • versucht, Gesprächstermine auf eine späte Uhrzeit oder in privates Umfeld zu legen

Janosevic hat für diese Fälle eine Empfehlung: „Um peinliche Situationen zu vermeiden, ist geschickt, bei Gespräche mit derartig interessierten konsequent auf der Sachebene zu bleiben und immer wieder zum eigentlichen Anlass des Beisammenseins zurückzukommen.“ Janosevic rät von häufigen Unterhaltungen über vertrauliche private Inhalte in geschäftlichen Zusammenhängen ab. Um beim Umlenken des Themas den richtigen Ton zu treffen, sei Einfühlungvermögen gefragt: „Erzählt jemand plötzlich familiäre Probleme oder Details aus seiner Lebensgeschichte, muss der Themenwechsel behutsam vorgenommen werden.“ Ein komplette Abblocken könne als harsche und verletzende Zurückweisung ausgelegt werden. Um ihren Ansatz zu verdeutlichen, beschreibt sie einen möglichen Gesprächsverlauf zwischen einem Kunden und der Mitarbeiterin eines Dienstleistungsunternehmens:

Kunde: Und dann sagt sie: „…“

 

Mitarbeiterin: Dass Sie über … verärgert sind, kann ich nachvollziehen. Das würde mir in Ihrer Situation genau so gehen. Ich für meinen Teil möchte dafür sorgen, dass es Ihnen hier in unserem Business-Center gut geht. Welchen Servicewunsch kann ich Ihnen denn erfüllen?

 

Kunde: Ich wollte eigentlich ein Fax durch Sie versenden lassen. Aber eins möchte ich Ihnen noch erzählen: …

 

Mitarbeiterin: Sie sind sehr offen zu mir, und für dieses Vertrauen danke ich Ihnen. Gerade weil Sie im Augenblick diese Sorgen haben, möchte ich Ihre Servicewünsche schnell und gut erfüllen. Welches Fax darf ich für Sie versenden?

 

Janosevic: „Dieses Gespräch dient nur als Anregung. Erzählt jemand sichtlich bewegt von einem schweren Schicksalsschlag, wirkt es kalt, ihn nach zwei Sätzen abwimmeln.“ Es sei besser, eine Weile zuzuhören, um dann einen geeigneten Zeitpunkt für die Gesprächsumlenkung zu finden.

Business-Essen zu vorgerückter Stunde in Mann-Frau-Paarkonstellation bergen Janosevic zufolge ebenfalls die Gefahr von Missverständnissen. „Es ist besser, den Termin auf den Mittag zu verlegen oder dafür zu sorgen, dass weitere Personen dabei sind.“ Auch das vorherige Abstecken eines zeitlichen Rahmens kann helfen, dass der andere mit realistischen Erwartungen zum Treffen kommt.“

Eine weitere Flirt-Falle lautert in angeheiterten Runden. „Leider ist es auch heute immer noch so, dass eine Frau, die höflich über frivole Herrenwitze lacht oder eigene beisteuert, von vielen Männern als sexuell interessiert angesehen wird, und zwar an ihnen“, warnt Janosevic. Eine postive Art und selbtbewusste Art, mit Anzüglichkeiten umzugehen, sei der Humor. Dazu erzählt die Fachfrau für berufliche Weiterentwicklung eine kleine Anekdote: „Eine Verkäuferin stellte bei der Beratung fest, dass der Kunde immer nur auf ihren Busen schaute, statt Blickkontakt zu halten.“ Sie habe trocken zu ihm gesagt: „Können Sie bitte etwas lauter sprechen – die linke hört schlecht!“ (Birgit Lutzer)

Über Suzana Janosevic

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Schon seit 20 Jahren selbstständig, unterstützt Suzana Janosevic ihre Klienten als Business-Coach dabei, die eigenen Talente zu erkennen und auszubauen. Dabei richtet sie ihren Blick auf das Wesentliche – den Charakter, die Antriebe und Motive einer Person. Sie hilft Firmen bei der Personalauswahl und bei der gezielten Förderung von Mitarbeitern. Ihr Leitmotto ist dabei: „Die Persönlichkeit macht den Unterschied!“ Als Trainerin und ausgebildete Seminarleiterin schätzt sie die einfache, teilnehmerorientierte Übermittlung von Inhalten rund um die Persönlichkeitsentwicklung. Ihr Schwerpunkt liegt dabei „live in der Praxis“. Mehr Infos auf www.talent-genie-coaching.ch

Kontakt: 

Talent & Genie Coaching Suzana Janosevic, Kandererstrasse 25, CH-4057 Basel. Tel.: 0041 76 394 33 51, info@talent-genie-coaching.ch

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