Angst vor Erfolg?

//Angst vor Erfolg?
Angst

Angst vor Erfolg – das klingt absurd. Doch manche Menschen haben eine innere Bremse. Sie lassen Chancen verstreichen. Aus Angst. Ein Beitrag von Mike Warmeling. (Bild:  © ra2 studio / Fotolia) 

Einige Ängste sind nützlich. Sie bewahren uns vor Fehlern. Doch andere sind unnötig, denn sie bremsen uns aus. Dazu gehört die Erfolgsangst mit ihren nahen Verwandten. Um die geht es jetzt. Denn der wichtigste Schritt in ein erfolgreiches Leben ist das Überwinden hinderlicher Ängste.

Auf einen Blick:

  • Oft lernen wir schon in der Kindheit, dass Bescheidenheit besser ist als Erfolgsstreben
  • Wer sein Leben immer nach anderen ausrichtet, verliert sich selbst
  • Die Angst vor Armut darf nicht in Schockstarre münden
  • Nur, wenn Sie ausgetretene Pfade verlassen, entdecken Sie neue Chancen
  • Wenn Sie überzeugt von sich selbst sind, sind es auch andere

Bei „erfolgreichem Leben“ geht es um die Selbstentfaltung. Vielen von uns ist seit frühester Kindheit immer wieder eingebleut worden, dass sie bloß nicht nach den Sternen greifen sollen. Was die Eltern nicht erreicht haben, erschien ihnen auch als unrealistisches Ziel für ihren Nachwuchs. Mit ihrem vermeintlichen Realismus wollten sie ihre Kinder vor Enttäuschungen bewahren. Motto: „Begnüg dich mit dem Mittelmaß.“ Letztendlich bestimmen unser Selbstvertrauen und unsere Beharrlichkeit im Verfolgen unserer Ziele darüber, wie wir unser Leben gestalten. Traue ich mir den Erfolg zu? Meine Ängste, Zweifel und Unsicherheiten sind ein Teil vom jedem Menschen. Doch die typischen Erfolgshemmer-Ängste sind überwindbar.

Die Angst vor der Meinung anderer

Viele Menschen fürchten sich davor, was andere Leute über ihre Pläne denken und sagen könnten. Die Meinung bestimmter oder auch aller Personen aus dem eigenen Umfeld ist ihnen wichtiger als ihr eigenes Wohl. Machen Sie sich von der Meinung anderer abhängig, verlieren Sie die Kontrolle über Ihr Leben. Warum gehen Sie überhaupt davon aus, dass Ihre Träume und Wünsche abgelehnt werden? Denken Sie positiv: Was wäre, wenn Ihr Projekt Begeisterung auslöst? Wenn Sie selbst zu Ihren Plänen stehen, ist es auch leichter, andere davon zu überzeugen.

Die Angst vor finanziellen Problemen

Wir leben in einem Wohlstand, den es nie zuvor in diesem Land gab. Dennoch geht die Angst um, man könne alles auf einen Schlag verlieren. Oder die Angst, die Rente könnte nicht ausreichen. Wachsen diese Befürchtungen zu stark an, lähmen sie. Dabei gibt es in vielen Fällen die Alternative, sich selbstständig zu machen. Dennoch winken viele Angsthasen ab: „Das Risiko ist mir zu hoch.“ Damit ist immer die finanzielle Seite einer Selbstständigkeit gemeint. Bei den Ängstlichen geht es nie um den Zugewinn an persönlicher und beruflicher Selbstbestimmung. Oder um das Potenzial, sich finanziell sogar erheblich zu verbessern. Die Chancen werden als weniger wichtig bewertet. Ein festes Einkommen wird gleichgesetzt mit Sicherheit. Unschöne Begleiterscheinungen wie Frustration und Unzufriedenheit im Job, oft auch in Verbindung mit schlechter Bezahlung werden hingenommen. Aus Angst, sich erfolgreich weiterzuentwickeln.

Die Angst, die eigene Komfortzone zu verlassen

Es gibt ein Zitat von Benjamin Franklin, das exakt beschreibt, was vielen Menschen passiert: „Die meisten Menschen sterben mit 25 und werden mit 75 beerdigt.“ Für diese Unglücklichen endet die Jugend mit Ausbildungs-Abschluss und Eintritt in die Arbeitswelt. Der Ernst des Lebens beginnt. Spätestens mit Beginn einer ernsthaften Partnerschaft nehmen sie Abschied von allen verrückten Sehnsüchten und Plänen. Ab geht es ins Hamsterrad. Sachzwänge, Umstände, Verantwortlichkeiten und Konventionen bestimmen nun das eigene Leben.

Diese Zwänge werden zwischen den eigenen Ohrenhergestellt. Nur, weil alle etwas tun, muss es noch lange nicht Ihr Weg sein. Warum dürfen Sie keiner Arbeit nachgehen, an der Sie Freude haben? Und warum sollte es komplett unmöglich sein, ein Jahr lang mit dem oder der Liebsten um die Welt reisen? Wenn Sie davon träumen, sich eine Existenz als Wirt einer Almhütte aufzubauen, überlegen Sie, wie Sie diesen Plan verwirklichen können. Das gleiche gilt natürlich auch für andere Berufe. Ein Zitat von Maz Bour bringt es auf den Punkt: „Nicht das, wovor du Angst hast, schränkt dein Leben ein. Es ist deine Angst, die dein Leben einschränkt.“

Die Angst vor dem Scheitern 

Wer dazu neigt, bei jedem Projekt ans eigene Scheitern zu denken, wird nie einen Schritt vorankommen. Typisch für diese Lebenseinstellung sind die „Was passiert wenn“-Fragen. „Was passiert, wenn mein Unternehmen nicht genug Geld abwirft?“ „Was ist, wenn niemand mein Angebot wahrnehmen will?“ „Und was passiert, wenn ich Pleite gehe?“ Wer sich immer nur Horrorfantasien hingibt, verwandelt sich in ein Kaninchen, das starr auf eine Schlange blickt.

Viel motivierender ist die Orientierung an möglichem Zugewinn weitaus motivierender. Versprechen Sie sich selbst Belohnungen. Und stellen Sie sich vor, was alles besser wird, wenn Sie Erfolg haben. Ihre Gedanken sollten dann in diese Richtung gehen: „Wenn mein Unternehmen gut läuft, kann ich Verantwortung abgeben. Dann habe ich  mehr Zeit für mich.“ Oder, ganz wichtig: „Wenn ich Fehler gemacht habe, werde ich sie analysieren und daraus lernen. Niemand ist perfekt und jedem geht mal etwas schief. Wer es nie ausprobiert, wird nicht vorankommen!“

Die Angst, andere zu nerven

Man muss nicht gleich vor dem Haus potenzieller Kunden ein Zelt aufschlagen, um sie zur Auftragsvergabe zu bewegen. Aber Sie können sich nachdrücklich einsetzen, um zum Ziel zu kommen. Wenn ein Interessent nicht auf ein Angebot reagiert, rufen Sie ihn an. Fragen Sie ihn, ob er weiteren Informationsbedarf hat. Viele Menschen haben Angst davor, Ihre Qualitäten darzustellen. „Ich bin kein Angeber“. „Ich will mich nicht selbst verkaufen müssen“. Falsch. Zeigen Sie besser in angemessener Weise, wer Sie sind und was Sie können. Das ist nicht arrogant, sondern selbstbewusst. (Mike Warmeling)