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Beruflich durchstarten mit Karrierehelfer.net

Uni-Absolvent Hendrik P. hält für das Erinnerungsfoto stolz seinen Masterurkunde in die Höhe. Doch was nun? Das Thema „Bewerbungen“ hat er erst mal nach hinten geschoben, da er sich voll auf seine Hochschul-Abschlussprüfung konzentrieren musste. Zum Glück gibt es die Internetseite karrierehelfer.net. Damit kann sich er viel Zeit und einen Stapel Absagen ersparen.
Der erfolgreiche Berufsneuling findet beim digitalen Karrierehelfer Vorlagen für alles, was er benötigt – vom Bewerbungsdeckblatt  über das Bewerbungsanschreiben bis hin zu viele Tipps von eingängigen Fachbeiträgen rund um den Berufseinstieg. Denn bereits ein ungeschickt gestaltetes Titelblatt oder ein hölzern formuliertes „Motivationsschreiben“ können dazu führen, dass bereits die vorgeschaltete Personalassistentin die Bewerbung aussortiert und ohne weitere Lektüre in den Ordner „Absagen“ schiebt.
Doch das Portal bietet noch mehr. Mit einem Gehaltsrechner können Interessierte ermitteln, was vom Brutto netto übrig bleibt. Denn auch dabei lauern unangenehme Überraschungen. Das, was auf dem Papier verlockend klingt, bleibt nach Abzug aller Posten unter Berücksichtigung der Steuerklasse ein kümmerlicher Rest.
Doch auch für Personen, die schon länger beruflich im Sattel sitzen und sich neu orientieren möchten, ist der Online-Karrierehelfer die richtige Adresse. Zahlreiche Fachbeiträge drehen sich um Probleme beim beruflichen Aufstieg und deren Lösung. Beispiele sind etwa Benimm-Regeln im Job, Fragen rund um die Kündigung oder auch treffsichere Rhetorik-Tipps rund um die Gehaltsverhandlung. Natürlich kommt auch der Dauerbrenner „Körpersprache“ nicht zu kurz.
Sogar Gründer, Freiberufler und Selbstständige holt Betreiber Thomas Hofbauer mit seinem Portal ab. Viele Gründungen oder Unternehmungen scheitern beispielsweise an vorübergehenden Liquiditätsproblemen. Im entsprechenden Beitrag unter dem Titel „Kredite für Selbstständige“ erläutert der Autor, worauf beim Beantragen eines Kredits zu achten ist. Doch auch alternative Finanzierungskonzepte wie beispielsweise das Crowdfunding werden in verständlicher Weise so beschrieben, dass es sofort an die Umsetzung gehen kann.
Hofbauer erläutert das Konzept hinter dem Online-Portal: „Uns ist es wichtig, alle Berufstätigen dort abzuholen, wo sie sich mit ihren Fragen und Problemen befinden.“ Dies seien bei Studierenden und Einsteigern andere als bei Erfahrenen Kräften oder bei Selbstständigen. Und genau deshalb seien die Themen des Portals so breit gestreut. Was allen Zielgruppenmitgliedern gemeinsam sein dürfte, ist das finanzielle Interesse. Und deshalb stellte Hofbauer sogar Möglichkeiten vor, mit der eigenen Internetseite Geld zu verdienen. Das „Verkaufen“ redaktioneller Inhalte gehört ebenso dazu wie so genannte „Affiliate Programme“ – Möglichkeiten, durch geschicktes Einbinden vom Werbung in die eigene Website zu verdienen. Auch Hinweise für Fortgeschrittene finden sich beim Karrierehelfer wie beispielsweise Informationen zu Plugins und Einstellungen oder zu Google ad Sense Einnahmen.
Die Internetseite ist seit 2013 im Netz und wird regelmäßig aktualisiert. Ein umfassendes Online-Archiv lädt zum Stöbern und Recherchieren ein.
Fazit: Die Beiträge auf „Karrierehelfer.net“ sind gründlich recherchiert, neutral geschrieben und enthalten viele wertvolle Tipps für Aufstiegs- und Verdienwillige. Besonders sympathisch an diesem Portal ist das Zusammentragen aller Informationen, die bei Beruf und Karriere bedeutsam sein können. (Birgit Lutzer)

Was XING, Linkedin & Co. für die Bewerbersuche bringen

Immer mehr Firmen versuchen, über soziale Netzwerke wie XING, Facebook und Linkedin Fachkräfte zu finden. Dabei werden einerseits Stelleninserate gepostet und andererseits interessante Bewerber gezielt kontaktiert, wenn deren Profile ansprechend sind. Doch wie erfolgreich ist diese Strategie?

Das Personaldienstleistungs-Unternehmen Robert Half hat gerade eine Studie über die Arbeitskräftesuche per Social-Media veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick: Ein Drittel der insgesamt 200 befragten HR-Manger gab an, noch keine Stelleninhaber über diese Kanäle besetzt zu haben. Personalverantwortliche, die soziale Netzwerke zur Fachkräftesuche nutzen, äußern sich der Erhebung zufolge unterschiedlich über die Erfolgsquote mit einzelnen Portalen:

Keine 33 %
Xing 44 %
Facebook 24 %
LinkedIn 20 %
Google 15 %
Twitter 10 %
Kununu 5 %
Sonstige 2 %

Das Fazit der Robert-Half-Verantwortlichen lautet: „Auch wenn Social Media das Recruiting stark verändert hat, lassen die Studienergebnisse darauf schließen, dass sie kein Ersatz für traditionelle Personalgewinnungsmethoden sind.“

Der Steinhagener Personalexperte Dirk Kremer, der der WorkScout-Redaktion als Berater zur Seite steht, bestätigt: „Bei sozialen Netzwerken gibt es zwei Arten der Nutzung. Um möglichst viele Empfänger zu erreichen, veröffentlichen Firmen ihre Stellenangebote bei XING, Linkedin und Facebook über die Accounts der Recruitingmitarbeiter/innen.“  Er fügt hinzu, diese Art „Social Media-Recruiting“ sei nur dann effektiv, wenn das Netzwerk der Firma oder der Person groß genug sei. „Wer nur drei Facebook-Freunde oder XING- bzw. Linkedin-Kontakte hat, sollte diesen Pool erst einmal erweitern, und zwar um Personen, die zur Zielgruppe der Stellenausschreibungen gehören.“

Eine andere Variante ist laut Kremer das „Active Sourcing“. Bei dieser Variante gehen die Personalverantwortlichen aktiv auf die Suche nach geeigneten potenziellen Mitarbeitern. Kremer: „Hierbei muss natürlich auf die Aussagekraft des jeweiligen Online-Ziel-Profils geachtet werden. Gerade bei Facebook oder Twitter herrscht zum Teil ein lockerer Umgangston. Das muss kein Indiz für mangelnde Professionalität sein.“ Das gleiche gelte für das Gegenteil: Insbesondere das Internet biete hervorragende Möglichkeiten, sich selbst besonders vorteilhaft zu präsentieren.

Nach Auskunft des Personalberaters ist bei der Kontaktaufnahme mit  Wunsch-Kandidaten Fingerspitzengefühl gefragt: „Wer ungeschickt mit der Tür ins Haus fällt, riskiert eine Abfuhr.“

Letzendlich entscheidend für den Erfolg einer Stellenbesetzung, so die Ergebnisse der Half-Studie, sei der „persönlche Handschlag“. Auch Dirk Kremer ist der Meinung, das Rekrutieren über soziale Netzwerke sei aufwendig. Er weiß wovon er redet, denn er setzt diese Tools selber ein, um für seine Kunden Vakanzen zu besetzten.  Seiner Erfahrung nach nutzen sonst überwiegend große Unternehmen mit entsprechenden Ressourcen diesen aufwändigen Weg. „Er lässt sich nicht nebenbei von einem Laien umsetzen.“ Aus diesem Grund kommt der Steinhagener zur selben Schlussfolgerung wie die Studie: „Social Media-Recruiting und Active Sourcing über diese Netzwerke sind zwei neuere Bausteine der allgemeinen Personalgewinnungsstrategie, für deren Erfolg weitere Bausteine notwendig sind. Nicht mehr und nicht weniger.“  (Birgit Lutzer)

„Ich kriege den Job!“ Positiv ins Vorstellungsgespräch gehen

Wer unsicher und voller Selbstzweifel zu einem Vorstellungsgespräch geht, strahlt diese innere Einstellung trotz aller Verbalrhetorik aus. „Um sich selbst in eine optimistische Erwartungshaltung zu versetzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.“ so Businesscoach Edda Möllers aus Münster. Einige davon stellt sie in diesem Fachbeitrag vor. „Ein Weg, sich selbst in eine zuversichtliche Stimmung zu versetzen, besteht in der schriftlichen Vorbereitung. Nehmen Sie Zettel und Stift zur Hand oder öffnen Sie wahlweise eine leere Datei am PC.“ Dann halten Sie folgende Inhalte fest:

1. Ihre positiven Fähigkeiten, Kompetenzen und Eigenschaften

Nehmen Sie sich für das Erstellen einer Liste mit dem, was Sie als Person positiv auszeichnet, viel Zeit. Fragen Sie ruhig auch Ihre Familie, Freunde und andere Vertraute aus Ihrem Umfeld nach deren Wahrnehmung. Fallen Ihnen neue Punkte ein, ergänzen Sie sie einfach später. Eine solche Stärken-Sammlung bietet Ihnen Sicherheit und stellt eine Schatzkiste für Sie persönlich dar. In Anschluss daran wählen Sie die Aspekte aus, die für Ihre Gesprächspartner von Interessen sein können – nämlich genau die Kompetenzen, die für die anvisierte Stelle gefragt sind.

2. Wünsche und Zukunftsvisionen

Als zweiten Schritt beschreiben Sie Ihre Zukunft, bezogen auf den neuen Arbeitsplatz. Stellen Sie sich diesen bildlich vor, und zwar möglichst genau. Wie wird der Tag beginnen? Welchen Weg nehmen Sie? In welchem Gebäude bzw. Raum werden Sie arbeiten? Haben Sie ein Büro für sich oder sitzen Sie zusammen mit netten Kollegen? Wie wird sich Ihre Arbeit gestalten? Womit möchten Sie sich inhaltlich beschäftigen? Wie wird Ihre Entwicklung in dem Unternehmen sein? Je intensiver Sie Ihre Vorstellungen und Wünsche definieren, desto konkreter werden Ihre Antworten im Vorstellungsgespräch ausfallen.

3. Warum gerade Sie für diese Stelle geeignet sind

Nun schreiben Sie auf, was Sie zuversichtlich macht, dass Sie die gewünschte Stelle bekommen. Welche Gründe sprechen für Sie? Warum sind gerade Sie für die zu besetzende Position geeignet?

Mit diesen drei Schritten haben Sie Ihre Ressourcen zusammengefasst, Ihre Zukunftsvorstellungen konkretisiert und Ihre Zuversicht erhöht, dass Sie Ihre gewünschte Stelle erhalten. Jetzt geht es an die inhaltliche Vorbereitung. Vorstellungsgespräche beginnen häufig mit der Aufforderung: „Stellen Sie sich bitte einmal vor.“ In einer Stichwortliste können im Vorfeld die wichtigsten Aspekte zusammengestellt werden. Darüber hinaus kann die flüssige Selbstpräsentation mit einer anderen Person z.B. aus der Familie geübt werden. Das gibt Ihnen Sicherheit für die Startphase des Gesprächs.

Zur inhaltlichen Planung gehört es natürlich auch, die Standard-Fragen, die üblicherweise in Vorstellungsgesprächen gestellt werden, spontan und positiv zu beantworten. Häufig wollen Personalverantwortliche Dinge wissen wie z. B. „Was interessiert Sie gerade an dieser Stelle?“ Dafür ist es wichtig, die Inhalte der Stellenausschreibung genau zu kennen und sich ggfs. mit den eigenen Stärken genau darauf zu beziehen. Zudem wirkt es kompetent, wenn Sie wichtige Details und Fakten über das Unternehmen kennen. Die Firmenwebsite ist oft eine umfangreiche Quelle.

Auf ähnliche Weise lassen sich auch die weiteren Standard-Fragen (etwa nach dem bisherigen Arbeitgeber, den Gehaltsvorstellungen, den eigenen Schwächen und vieles mehr) vorbereiten. Nachdem dies erledigt ist, gibt es noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der Ihr Interesse an der zukünftigen Firma verdeutlicht. Sie dürfen üblicherweise am Ende eigene Fragen stellen. Somit können Sie im Vorfeld notieren, welche Informationen über die neue Stelle Ihnen wichtig sind. Sollten sich diese im Laufe des Vorstellungsgesprächs noch nicht beantwortet haben, ist dieser Zeitpunkt ideal, um Ihr eigenes Bild von der neuen Stelle zu konkretisieren.

Die Auswahl der Kleidung beeinflusst die Ausstrahlung. Je wohler Sie sich darin fühlen, desto sicherer wirken Sie. Dabei gilt es, das Outfit für die jeweilige Stelle angemessen zu wählen. Wenn Sie sich bereits im Vorfeld bzw. bei der Vorstellung die Namen Ihrer Gesprächspartner merken, können Sie diese in Laufe des Gesprächs und bei der Verabschiedung entsprechend anreden – und dadurch zusätzlich punkten.

Jetzt kann es losgehen! Sie sind ausgeschlafen und in Anbetracht der guten Vorbereitung bester Laune. Das sind ideale Voraussetzungen, um ein Gespräch in angenehmer Atmosphäre zu führen. Vor dem Termin – nicht während des Gesprächs – schauen Sie in Ihre Notizen hinein, damit Sie sich Ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenzen bewusst sind und dies auch ausstrahlen.

Checkliste zur positiven Einstimmung auf ein Vorstellungsgespräch

  • Fähigkeiten, positive Eigenschaften und berufliche Kompetenzen notieren
  • Ihre Wünsche und Vorstellungen in der Zukunft konkretisieren.
  • Beschreiben, was Sie zuversichtlich macht, die Stelle zu bekommen.
  • Vorstellung der eigenen Person planen und üben.
  • Die Beantwortung von Standard-Fragen vorbereiten.
  • Angemessene Kleidung wählen, in der Sie sich wohl fühlen.
  • Vor dem Termin die Inhalte der Liste ansehen und kennen.
  • Zum Gespräch mit bester Laune starten, denn Sie sind gut vorbereitet!

Edda Möllers

Über die Autorin:

Edda-Moellers

Edda Möllers ist Unternehmensberaterin und coacht zu beruflichen Themen z. B. zur Entwicklung beruflicher Neuausrichtung, zur Klarheit über die eigenen Ziele und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Sie ist u. a. für das Steinhagener Institut Schramm tätig. Auf Basis langjähriger Erfahrung im Bankenbereich sowie Kommunikationsausbildungen liegt der Schwerpunkt im lösungsfokussierten Coaching. Dies umfasst u. a.

  • das persönliche Zeitmanagement und die Arbeitsplatzorganisation
  • die Verbesserung der Kommunikation z. B. mit Chefs bzw. MitarbeiterInnen
  • die Vorbereitung schwieriger Gespräche

Schmetterlingsgefühle mit 50plus

Manche Menschen müssen erst 50 oder 60 Jahre alt werden, bis sie ihrer großen Liebe begegnen – und genießen dann jeden Moment. Drei Paare berichten in der Brigitte-Online über Liebe – das ganz große Gefühl, dem sich immer mehr Menschen in der zweiten Lebenshälfte stellen.

„Bis vor wenigen Jahren waren Frauen im Rentenalter bescheidener“, sagt die Psychologin und Autorin Kirsten von Sydow, die ein Buch dazu verfasst hat mit dem Titel „Die Lust auf Liebe bei älteren Menschen“. Darin stellt die Hamburgerin einen Wandel der Bedürfnisse vor allem bei Frauen fest: „Früher zogen sie sich regelrecht aufs Altenteil zurück, ganz im Gegensatz zu ihren männlichen Altersgenossen. Heute wünschen sich selbstverständlich auch Frauen ein erfülltes Liebesleben im Alter.“ Warum sollten sie auch darauf verzichten, zumal sie immer noch jugendlich aussehen und sich auch genauso fühlen?

Da sind zum Beispiel Hannelore und Wilhelm, die ihre junge Liebe bei einem Italien-Urlaub auf eine harte Probe stellten – mit dem Auto unterwegs und nachts sechs Wochen in einem engen Zelt. Auch das Lehrer-Ehepaar kommt zu Wort. Die beiden berufserfahrenen Pädagogen haben sich an der Schule kennen gelernt. Anders war es bei Günter und Claudia, die durch ein Online-Partnerportal zueinander fanden. Details erfahren Sie in der Reportage von Lisa Stocker auf Brigitte Online

„Ich will kein Mitleid!“ Silvia Pahlsmeier verlor ihren Sohn bei einem Disko-Unfall

Foto: Sivia Pahlsmeier

Foto: Sivia Pahlsmeier

Im Vorbeifahren sind sie kaum zu sehen: Kreuze am Straßenrand, oft mit Blumen oder Kerzen geschmückt. Sie stehen für Menschen, die auf tragische Weise zu Tode gekommen sind. Genau so, wie der der Sohn von Silvia Pahlsmeier, der vor fünf Jahren im Alter von 17 bei einem schrecklichen Autounfall starb.

„Zusammen mit Marius  sind seine Freundin Gwan und Viktor als Fahrer des Wagens umgekommen. Deshalb haben wir Hinterbliebenen drei Kreuze an der B 61 aufgestellt.“ erläutert die 53-jährige Mutter von zwei Kindern. Im Wechsel mit Hinterbliebenen der anderen Todesopfer fahre sie alle drei Tage zur Unfallstelle nach Gütersloh, um die Kerzen am Brennen zu halten. „Sein Licht soll niemals ausgehen.“ sagt sie entschlossen. Ebenso entschlossen ist sie, andere Jugendliche von riskanten Todesfahrten abzuhalten, indem Sie über das Unfassbare berichtet: „Nach der Disko saßen sie zu sechst im Auto. Alle, auch der Fahrer, waren alkoholisiert – und niemand angeschnallt. Der Wagen kam in überhöhter Geschwindigkeit von der Straße ab und prallte gegen zwei Bäume. Die anderen drei Freunde haben schwer verletzt überlebt.“

Um den Tod ihres Sohns zu verarbeiten und andere vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, engagiert sich die Steinhagenerin bei „Cash Kurs“, einer Initiative der Polizei NRW. Zusammen mit anderen Betroffenen und Beteiligten geht sie in Schulen, um ihre Erfahrungen zu schildern. „Ich lese auf der Bühne von einem Zettel ab und vermeide Blicke ins Publikum. Viele Jugendliche fangen bei meinem Bericht an zu weinen. Ich möchte jedoch kein Mitleid, sondern ein Umdenken bewirken.“

Auch nach mehr als fünf Jahren ist noch keine Normalität in Silvia Pahlsmeiers Leben eingekehrt, denn „der Schmerz ist immer da.“ Über eine Internetseite, die sie für den Verstorbenen eingerichtet hat, kommuniziert sie mit ihm. Auch Freunde und Familienmitglieder hinterlassen in diesem Online-Gästebuch Nachrichten und Grüße an den Jungen, der viel zu früh gehen musste. Um den Unfall nachzuvollziehen, hat Silvia Pahlsmeier versucht, die Strecke selbst mit 140 Stundenkilometern im Auto abzufahren. Sie erinnert sich: „Die Versuchung war groß, aus Trauer selbst gegen einen Baum zu steuern. Aber mein älterer Sohn Maik hat mich am Leben gehalten.“ Und der hat inzwischen mit seiner Frau selbst einen kleinen Sohn, den die beiden nach seinem Bruder benannt haben. Wenn Oma Silvia den fünf Monate alten Wonneproppen im Arm hält, kann sie wieder lachen. „Der kleine Marius bringt Licht in mein Leben. Und das ist gut so.“ sagt sie lächelnd.

Was Eltern gegen jugendlichen Leichtsinn am Steuer tun können: Tipps der Kreispolizei Gütersloh

  • Seien Sie selbst ein gutes Vorbild: Kein Alkohol am Steuer.
  • Suchen Sie auch mit widerspenstigen Jugendlichen immer wieder das Gespräch über das Thema „Verkehrssicherheit“.
  • Das begleitende Fahren (Führerschein mit 17) ist eine gute Möglichkeit, die Jugendlichen zu sensibilisieren.
  • Fährt ihr Kind mit Freunden in die Disko, treffen Sie vorher klare Absprachen und überprüfen Sie deren Einhaltung. Wie kommen die Jugendlichen zurück? Wer fährt? Für den Fahrer gilt: kein Alkohol.
  • Halten Sie Ihr Kind davon ab, sich in Fahrzeuge zu setzen, die von alkoholisierten Personen gesteuert werden.
  • Holen Sie Ihr Kind im „Fall der Fälle“ selbst ab oder deponieren Sie an einer festen Stelle im Haus Taxigeld, auf das der Jugendliche zurückgreifen kann.

Birgit Lutzer, erschienen im Westfalen-Blatt am 18.01.2014

Ruhig schlafen mit der richtigen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit

Der Nachricht, dass ein Bekannter wegen eines Unfalls nicht mehr arbeiten kann, widmen die meisten Menschen wenig Aufmerksamkeit. Wer sich ständig mit Ängsten quält, versauert sich das Leben. Doch laut Statistik trifft die Erwerbsunfähigkeit jeden Vierten vor Erreichen der Altersrente, und zwar auch durch Schlaganfall, Herzinfarkt & Co.

Zunächst stellt sich die Frage, was genau denn unter „Berufsunfähigkeit“ zu verstehen ist. In den Vertragsbedingungen professioneller Versicherungsunternehmen wird der Begriff so definiert: “Wer mindestens 6 Monate ununterbrochen durch Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall nicht in der Lage ist außerstande ist seinen zuletzt ausgeübten Beruf so wie er sich zuletzt ausgestaltet hat zu mindestens 50% nicht mehr ausüben kann und dieser Zustand voraussichtlich sechs weitere Monate andauern wird, ist berufsunfähig. Übersetzt in normale Sprache bedeutet das:

  • Es geht um einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, der voraussichtlich noch weitere sechs Monate in der Zukunft andauern wird.
  • Der Betroffene hatte einen Unfall, ist krank oder seine Kräfte lassen nach.
  • Die Folge davon ist, dass er seinen Beruf bzw. seine Tätigkeit nicht mehr wie zuletzt erfordert ausüben kann (Einschränkung von mindestens 50 %).

2001 wurde die Berufsunfähigkeits- durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt, und zwar für alle, die nach dem 2.1.1962 geboren sind. Sie beträgt ca. 38 % des letzten Bruttoeinkommens. Zentral ist die Frage, wie lange jemand täglich in der Lage ist, irgendeine (!) Berufstätigkeit auszuüben. Ein invalider Firmenchef etwa, der noch sechs Stunden als Pförtner arbeiten kann, erhält keine Rente. Wer mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden arbeiten kann, erhält die halbe Rente. Nur diejenigen, die unter drei Stunden täglich arbeiten können, bekommen den kompletten Zuschlag.

Das „Kleingedruckte“ oder die Frage nach Fallstricken

Also hilft nur die private Vorsorge. In Versicherungsbedingungen lauert jedoch so manche Fußangel, die ein Laie leicht übersieht. Wurde etwa ein Unfall, der zur Berufsunfähigkeit führt, durch grob fahrlässiges Verhalten des Versicherungsnehmers verursacht, kann die Zahlung der BU-Rente von der Versicherung verweigert werden. Doch was genau ist „grob fahrlässig“? Dazu gehören beispielsweise das Überholen trotz Verbots und das Überfahren einer roten Ampel. Es gibt jedoch auch hier Versicherungsanbieter, die auf solchen Klauseln in ihren Bedingungen verzichten.

Selbst wenn der Versicherer die Berufsunfähigkeit anerkannt hat, kann es Klauseln geben, die zu großer Enttäuschung auf Seiten unwissender Versicherungsnehmer führen. Eine davon ist die  „Arztanordnungsklausel“ in älteren Verträgen. Vereinfacht bedeutet dieser Abschnitt: Wenn ein Arzt einem Berufsunfähigen zu einer bestimmten Operation rät, die zur teilweisen oder vollständigen Genesung führen könnte, muss der Betroffene darin einwilligen, um seine BU-Rente weiter zu beziehen. Das gleiche gilt für schmerzhafte Behandlungen. In einigen neueren Verträgen wurde dieser Grundsatz aufgeweicht. Es ist nur noch von einer „Mitwirkungspflicht“ die Rede, die jedoch bei bestimmten Anbietern die Pflicht, Operationen und schmerzhafte Behandlungen in Anspruch zu nehmen, ausschließt. Doch es ist immer Auslegungssache, was genau die aktive Mitwirkung bedeutet – und was tatsächlich passiert, wenn sich ein Patient gegen eine bestimmte Behandlung entscheidet.

Ein weiterer Gesichtspunkt der Berufsunfähigkeitsrente wird häufig vernachlässigt. Unser Geld und damit auch eine feste Rente verlieren beständig an Wert. Das, was am Anfang vielleicht noch zur Abdeckung der Kosten genügt, ist nach längerer Zeit kaum noch ausreichend. Aus diesem Grund sollten BU-Versicherungsverträge mit einer Dynamik ausgestattet sein. Der Beitrag steigt jedes Jahr um drei bis fünf Prozent. Das Problem dabei ist, dass die Beitragszahlung im Versicherungsfall entfällt – und damit auch die Dynamik. Der Betroffene erhält einen Betrag und ggf. von der Versicherung erwirtschaftete Überschüsse, die durch steigende Leistungsfälle deutlich niedriger ausfallen, als früher. Gegen dieses Risiko hilft eine so genannte „Passiv- oder Leistungsdynamik“, die eine Reihe von Versicherungen in ihrer Angebotspalette haben. Der durchschnittliche Steigerungssatz liegt zwischen 1 bis 3 %. Einige wenige Anbieter leisten sogar 5%, andere maximal 2%. Dieser aufpreispflichtige Zusatzbaustein ist also äußerst wichtig, um einer sonst vielleicht drohenden Altersarmut entgegen zu wirken.

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