Bildung & Lernen

Fachbeiträge und Tipps zur Weiterbildung und Qualifizierung – für die Verbesserung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Karriere machen mit Jörg Konrad Unkrig

Karriere machen möchten viele. Doch wer setzt sich durch im Stellenpoker? Und welche Eigenschaften bzw. Kompetenzen benötigen Führungskräfte? Der Trainer, Coach und Berater Jörg-Konrad Unkrig geht diesen und anderen Fragen in seinem Blog auf den Grund. Die meisten Artikel stammen von ihm und ausgewählt von Gastautoren. Auch am ersten WorkScout-Sammelband „Mit Biss ins Business“ ist er mit zwei Aufsätzen beteiligt.

Karriere machen – das funktioniert nur mit gutem Zeitmanagement

In seinem Blogbeiträgen geht es um die innere Einstellung zu sich selbst und zum Thema „Erfolg“. Unkrig beschreibt sehr abwechslungsreich, wie ein Opfertyp genau diese Rolle verlassen und sich ans Steuer seines Lebens setzen kann. Er nimmt die Aufschieberitis aufs Korn und empfiehlt sehr lebensnah, die eigene Zeit mehr zu schätzen und besser zu nutzen. Beispiele:

  • „Schalten Sie die Benachrichtigung eingehender Mails ab und schauen Sie nur drei bis fünfmal pro Tag in ihr Mailkonto, am besten zu festgelegten Zeiten.“
  • „Kommunikation Face to Face ist häufig effektiver und hat mehr Qualität als Meetings mit einer Vielzahl von Zuhörern.“
  • „Wenn Sie etwas sofort und innerhalb fünf Minuten erledigen können? Tun Sie es sofort und schieben Sie es nicht auf!“

Ansprechend an den Blogbeiträgen sind die gute Lesbarkeit, die zackig eingesetzte Umgangssprache an den richtigen Stellen und der wohl dosierte Humor. Sehr lebendig wirkt das ganze durch die zahlreichen Kommentare.

Karriere-Tipps von einem professionellen Besserwisser

Bemerkenswert ist die Rubrik „Besserwissen“. Darin findet sich eine bunte Zusammenstellung nützlicher Hinweise, die irgendwann mal wichtig sein können. Dazu gehört ein FAQ rund um die Firmenfeier ebenso wie Gesundheitstipps, Gedächtnistrainings-Empfehlungen und Ratschläge zur Mitarbeiterführung.

Unkrigs eigene Erfahrung blitzt immer wieder durch

An der Themenauswahl ist zu spüren, dass der Verfasser über eine langjährige Fach- und Führungserfahrung verfügt. Nach langjähriger Tätigkeit bei der Polizei – zum Schluss in der obersten Führungsriege – wählte er 2016 den Weg in die Selbstständigkeit als Kommunikationscoach und Führungskräfte-Trainer. Zusammen mit einem Netzwerk kompetenter Partner unterstützt er Firmen, ihre Teams und einzelne Mitarbeiter bei der individuellen Weiterentwicklung. (Birgit Lutzer)

Beobachten und Schlussfolgern statt Trichter-Lernen

Beobachten

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirkungsvoller als der „Nürnberger Trichter“ ist das Lernen durch Beobachten und Schlussfolgern. Diese Technik gehört zu den frühen Errungenschaften der Menschheit. Wissenschaftler betrachteten Natur-Vorgänge, Menschen oder Tiere und leiteten daraus Modelle, Theorien und Gesetze ab. Heute vermitteln wir nur noch die Resultate der damaligen langwierigen und intensiven Gedankenprozesse. Ein Gastbeitrag von Lars Rominger.

Oft nur noch wenig Raum haben wissenschaftliche Experimente, in denen die Lernenden ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen. Ein Beispiel aus der Naturwissenschaft ist das Wasser. In den Lehrbüchern wird das Wassermolekül abstrakt als eine gewinkelte Strukturformel darstellen und zusätzlich noch den Winkel zwischen den beiden Wasserstoffatomen von  ca. 104 Grad (°) einzeichnen.

Das Lernen durch Beobachten hat nur noch einen geringen Stellenwert

Beobachten

Diese gewinkelte Struktur ergibt sich aus den zwei nicht bindenden Elektronenpaaren, die das Sauerstoffatom besitzt. Die Sauerstoff-Teilchen besitzen eine Elektronegativität von 3,5 („delta“; δ-). und Wasserstoff von 2,1. („delta“; δ+). Aus der gewinkelten Struktur und den unterschiedlichen Elektronegativitätswerten von Sauerstoff und Wasserstoff ergibt sich ein negativer Ladungsschwerpunkt auf der Seite des Sauerstoffs und ein positiver Ladungsschwerpunkt auf der anderen Seite beim Wasserstoff. Das bedeutet: Wassermoleküle sind somit ein Dipol bzw. Dipolmolekül (Zweifachpol). Oder auf gut Deutsch: elektrisch geladen.

Dadurch verkommt zum Beispiel die Schule zur Reproduktionsmaschinerie. Am Tag X wird etwas gelernt und am Tag Y werden diese Inhalte reproduziert. Manche Fachleute sprechen sogar zynisch vom „Bulimie-Lernen“. Ohne tieferes Verständnis oder auch Engagement lernen die Schüler/innen Prüfungsstoff auswendig, um ihn in der Prüfung oder Klausur wieder herauszuwürgen. Anschließend gerät alles wieder in Vergessenheit. Eine solche, durch das System geforderte Leistung hat wenig mit Intelligenz zu tun.

Lernen durch Beobachten fördert Ich-Beteiligung

Das Lernen durch Beobachtung funktioniert auch beim Wasser. Die Schüler sollen mit einem starken Magnetstab zu einem Wasserhahn gehen und das Wasser laufen lassen. Sie werden beobachten, dass der Strahl zum Magnetstab gelenkt wird. Anschliessend sollen sie überlegen, wie sich dieses Phänomen erklären lässt. Das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise: Zunächst haben die Schüler eine höhere Ich-Beteiligung (Involvement), denn sie werden aktiv. In der Regel wird unter „Involvement“ die wahrgenommene Wichtigkeit eines Produktes, einer Handlung oder einer Information durch eine/n Adressaten verstanden – als Ergebnis eines kognitiven Bewertungsprozesses.

Damit Lehrinhalte für die Teilnehmer/innen eine hohe Bedeutung haben, müssen sie die Erkenntnis als Resultat ihrer eigenen Aktivität wahrnehmen. Einigkeit besteht unter Naturwissenschaftlern darin, dass das Beobachten eine zielgerichtete, theoriegeleitete Aktivität ist. Denn die lernende Person trifft Entscheidungen darüber, was sie ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit rückt und wie die Wahrnehmung interpretiert werden muss.

Die Lehrperson wird zum Lern-Ermöglicher

Als sehr wichtig für den Lernerfolg in der Erwachsenenbildung wird von Erziehungswissenschaftlern wie Arnold die Teilnehmerorientierung angesehen. Sie fusst auf der „Ermöglichungsdidaktik“, einem Lehr-/Lernansatz, der sich gegen dauerhaften Frontalunterricht wendet. Arnold fordert, die Lehrperson solle ihre Inhalte an den jeweiligen Teilnehmerkreis angepasst präsentieren und ihre Kommunikation auf das „Zulassen und Ermöglichen von Lernprozessen“ richten.[1] Das bedeutet, dass die Teilnehmenden von der Lehrperson Informationen und Angebote bekommen, anhand derer sie sich die für sie wichtigen Lerninhalte selbst erschliessen können. Die Lehrperson hat also in bestimmten Seminarteilen eher die Rolle eines Lernbegleiters.

Eigenständiges Lernen mit dem Rominger-Laborkoffer

Durch eine solche Herangehensweise würden auch der Schulunterricht – oder gewisse „verschulte“ Hochschul-Lehrveranstaltungen wesentlich lebendiger. Die dialogische, mit Experimenten angereicherte Struktur macht das Lernen zu einer attraktiven Entdeckungsreise. Das Fach „Chemie“ beispielsweise zählt zu den unbeliebten Fächern. Ein guter Chemielehrer muss dafür besorgt sein, dass sein Fach einen gebührenden Platz im Gedächtnis eines Studenten einnimmt. Um diesem die Arbeit zu erleichtern, ist der Rominger-Laborkoffer ein geeignetes Instrument. Das transportable Mini-Labor basiert auf dem Lehrbuch „Qualitative Kunststoffanalytik“, das selbst Teil seiner Ausstattung ist. Neben einer Grundausstattung enthält der Koffer eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe, entmineralisiertes Wasser sowie Analyse-Software. Mit diesen Utensilien kann er als Klein-Labor für Disziplinen wie die Allgemeine Chemie, Biologie, Physik und andere genutzt werden.

[1]Arnold, R. (2010): Systemtheoretische Grundlagen einer Ermöglichungsdidaktik. In: Arnold, R./Schüssler, I. (Hrsg.): Ermöglichungsdidaktik. Baltmannsweiler, 2. Aufl. S. 14 – 36

Verschwendung ade: Pizza backen mit REFA

VerschwendungVerschwendung lauert überall. Und dagegen gibt es ein Mittel: In REFA-Weiterbildungen erhalten die Teilnehmer Tipps, mit denen sie ihren Alltag verbessern können. In der Firma und auch privat. Denn die Vergeudung lauert immer in denselben Ecken. 

Die sieben kritischen Bereiche sind Überproduktion, überflüssige Bewegungen, Wartezeiten, Transporte, Übererfüllung, Falsche Bestände und Fehler. Verschwendung lässt sich gut am Pizza-Backen erklären.

Wer soll das alles essen? Überproduktion

Backen Sie Pizza für Ihre Geburtstagsparty, sollte die Menge an die Gäste angepasst sein. Stellen Sie zu viel her, haben Sie ein Problem. Denn Pizza schmeckt nur frisch. Also wandert der Rest in die Tonne. Etwas Ähnliches passiert in Firmen. Wird zu viel produziert, versperrt die Ware den Weg. Sie muss eingelagert werden. Oder entsorgt, wenn es sich um verderbliche Produkte handelt.

Von hinten durch die Brust ins Auge: Überflüssige Bewegungen

Fertigen Sie zum allerersten Mal in Ihrem Leben eine Pizza in Eigenregie, läuft alles etwas holperig. Sie müssen den Teig mühsam ausrollen. Oh, da ist noch eine Beule! Sie müssen nachbessern. Ganz anders in der Pizzeria „Alfonso“. Da läuft alles am Schnürchen. Der Teig fliegt aus den Händen des Küchenchefs durch die Luft und landet als Fladen auf dem Backblech.

Däumchen drehen: Wartezeiten

Hefeteig muss gehen, bevor er weiterverarbeitet werden kann. Dieses Phänomen sollten Sie einplanen und ihn zwei Stunden vor dem Belegen erstellen. Sonst müssen Sie warten – und Ihre Gäste auch. Auch in Unternehmen entstehen durch schlechte Planung Wartezeiten, in denen die Leute zwangsweise Däumchen drehen müssen.

Zickzack-Kurs: Verschwendung durch Transporte

Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Zutaten für die Pizza an verschiedenen Stellen gelagert. Und Sie wüssten nicht auf Anhieb, wo die Knethaken für den Teig dieses Mal liegen. Sie wandern hin und her, bis Sie alles zusammen haben. Auch in Firmen entstehen durch ungeschickte Anordnung von Geräten und Produktionsmitteln überflüssige Wege.

Viel hilft nicht immer viel: Übererfüllung

Eigentlich reicht es, den Käse über die Pizza zu streuen. Dann können Sie alles in den Backofen schieben. Doch wenn Sie den Käse auch noch festdrücken, bringt das nichts. Denn er zerläuft sowieso. Sie machen einfach zu viel des Guten. In Betrieben werden bei der Produktion auch oft Handlungen vollzogen, die überflüssig sind. Denn sie tragen nicht zu einer Verbesserung des Ergebnisses bei. Was nicht steigert, stört.

Zu viel Hefe gekauft: Falsche Bestände

Durch das Pizza-Rezept ist festgelegt, welche Menge an Zutaten Sie benötigen. Wenn Sie viel zu viel Tomatensauce kaufen, bleibt eine Menge übrig. Und wenn Sie sich mit dem Mehl verschätzen, müssen Sie vielleicht zur Nachbarin gehen, um sich eine Tüte auszuleihen. Dagegen hilft nur der richtige Umgang mit dem Taschenrechner. In Firmen gibt es ebenfalls einen optimalen Bestand im Lager. Der sollte genau an den Produktionsprozess und an den Bedarf der Kunden angepasst sein.

Zucker im Teig und andere schlimme Fehler

Wenn Sie statt Salz Zucker in den Pizzateig kneten, müssen Sie  noch mal von vorne anfangen. Je später Sie es bemerken, desto schlimmer (und teurer) wird es. Denn dann haben Sie vielleicht schon Tomaten, Pilze und Käse aufgelegt. Die wandern dann mit in die Mülltonne. Und merken es erst Ihre Gäste beim ersten Biss, hilft nur noch der Pizza-Service „Alfonso“. Kostenpflichtig natürlich. Wird ein Produkt hergestellt, gilt das gleiche Prinzip. Je später der Patzer auffällt, desto höher sind die Beseitigungskosten.

In diesem Sinne: Guten Appetit bei Ihrer nächsten selbst gebackenen Pizza! (Birgit Lutzer)

Übersetzer- und Dolmetscherschule baut Angebot aus

DolmetscherschuleFür das Jahr 2017 hat die Übersetzer- und Dolmetscherschule ihr telc-Prüfungsangebot für die Sprachen Deutsch und Englisch auf verschiedenen Niveaustufen weiter ausgebaut. Mit dem europäischen Sprachenzertifikat telc dokumentieren die Geprüften ihren aktuellen Kenntnisstand. Die Zertifikate sind international anerkannt und orientieren sich am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) für Sprachen. Die Sprachkompetenz gliedert sich in sechs Stufen von A1 (Anfänger) bis C2 (Experte).

Dolmetscherschule – durch Workshops fit für die telc-Prüfung

Für ihre telc-Prüfungen bietet die Dolmetscherschule halb- oder ganztägige Workshops an. Hier werden die Teilnehmer gezielt auf die telc-Prüfung und deren Abläufe vorbereitet. Denn die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt, dass viele ohne Vorbereitung scheitern. „Obwohl sie über die notwendigen Fremdsprachenkenntnisse verfügen, bestehen sie nicht immer das telc-Examen, weil sie die Aufgabenstellung falsch interpretieren oder die verfügbare Zeit falsch nutzen“, begründet Schulleiter Dr. Jerry Neeb-Crippen den Nutzen des Vorbereitungsworkshops.

Dolmetscherschule sichert „Eintrittskarte“ für Studium in Deutschland

Zu den Deutsch-Prüfungen ab B1-Level ist nun die Prüfung Deutsch C1 Hochschule, die für ausländische Bewerber oft als Eintrittskarte für ein Studium in Deutschland benötigt wird, neu hinzugekommen. Ebenfalls neu sind die international anerkannten telc-Sprachprüfungen für Englisch (B1 bis C2), beispielsweise für deutsche Studierende und Absolventen, die im Ausland arbeiten oder studieren möchten. Ferner bietet die Schule in Zusammenarbeit mit einem Bildungspartner das Kombi-Angebot Rechtssprache mit telc-Zertifikat C2 Deutsch in Form von Wochenendseminaren in verschiedenen Bundesländern und in Köln an. Diese Prüfung auf höchstem Sprachniveau eignet sich vor allem zur Ermächtigung/Beeidigung vor Gericht für Übersetzer und Dolmetscher mit einem ausländischen Bildungshintergrund und wird von vielen Landes- und Oberlandesgerichten anerkannt.

Dolmetscherschule setzt auf hochqualifizierte Lehrkräfte

Alle eingesetzten Lehrkräfte an der Dolmetscherschule Köln verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Beurteilung von sprachlichen Leistungen und sind lizenzierte telc-Prüfer. Dies belegt auch die Zertifizierung nach dem Qualitätsstandard DIN EN ISO 9000:2008.

Die Übersetzer- und Dolmetscherschule bietet für alle B1- bis C2-Sprachstufen häufig im Jahr Prüfungstermine und Vorbereitungsworkshop für die angestrebte Prüfung an. Das ermöglicht eine große Flexibilität bei der individuellen Zeitplanung. 

Infos zur Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln: 

Die Übersetzer- und Dolmetscherschule gehört zum RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln, das seit über 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig ist. Seit 2010 bietet die Übersetzer- und Dolmetscherschule die Ausbildung zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) und die Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer/Dolmetscher an. Seit Herbst 2015 ermöglicht die Schule auch im Online-Lehrgang den Weg zum anerkannten Übersetzerabschluss in verschiedenen Sprachen. Die Schule ist zertifizierter Kooperationspartner der Agentur für Arbeit. Zu den Partnerinstitutionen gehören u.a. die Rheinische Fachhochschule (RFH) und die Rheinische Akademie Köln (RAK) in Köln.

Über telc:

telc steht für die Europäischen Sprachenzertifikate bzw. The European Language Certificates. Die gemeinnützige telc GmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V., welche die Allgemeinheit auf dem Gebiet der persönlichen und beruflichen Fort- und Weiterbildung fördert. http://www.telc.net

(Beatrix Polgar-Stüwe, mehr Beiträge von ihr auf http://www.polgar-stuewe.de)

Kontakt:

Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln
RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln gGmbH
Weißhausstraße 24
50939 Köln

Tel.: 0221 22 20 60 83

kontakt@dolmetscherschule-koeln.de

Teilnehmerunterlagen – ein Lern- und Marketinginstrument

Die Bedeutung von Teilnehmerunterlagen wird oft unterschätzt. Größere Träger überlassen Ihren Dozenten frei deren Gestaltung – und Freiberufler wollen fix etwas aus Vorhandenem zusammenstellen. Das Resultat: Lieblos zusammengeschusterte Schwarz-Weiß-Kopien. Dabei ist es möglich, mit ansprechend gestaltetem Lehrmaterial vorhandene Teilnehmer zu „binden“ und neue Kunden zu finden.

Gedrucktes und digitalisiertes Material soll die im Seminar initiierten Lernprozesse anregen, stützen und steuern. Manche Skripte werden unterrichtsbegleitend eingesetzt, andere den Teilnehmenden für die Zeit nach Abschluss der Bildungsmaßnahme zum Wiederholen, Vertiefen und Anwenden der Inhalte im Alltag überreicht. Darüber hinaus können ansprechende Seminarskripte auch als Marketinginstrument dienen, indem sie auf Seiten der Veranstaltungsbesucher/innen einen positiven Eindruck von der Bildungsmaßnahme abrunden, als Erinnerungsstütze dienen und vielleicht sogar den Anstoß geben, ein Folgeseminar zu buchen oder den Bildungsanbieter anderen Interessenten zu empfehlen. Damit gleichzeitig beide Ziele – die Anregung zum eigenständigen Erschließen der Lehrinhalte und die Marketingfunktion – erreicht werden, müssen die Unterlagen einige leicht umsetzbare Voraussetzungen erfüllen.

Teilnehmerunterlagen im Corporate Design

Das, was den Teilnehmenden als erstes auffällt, ist der allgemeine Eindruck der gedruckten Unterlagen und der Präsentationsfolien. Hier gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Bildungsanbietern: Manche Institute arbeiten bei allen Veranstaltungen mit ihrem eigenen „Corporate Design“ – ein Erscheinungsbild, das sich aus Firmenlogo, bestimmten Farben und Gestaltungselementen auszeichnet, die in jeweils passender Form auf allen Medien wie z. B. Internetseite, Kursprogramm und Einzelflyern auftauchen. Auch Schreibblöcke, Kugelschreiber und ggf. Mappen sind in dieser Form gestaltet. Alle Lehrpersonen – auch die freiberuflichen – erstellen ihre Unterlagen anhand dieser Vorgaben.

Teilnehmerunterlagen – Qualität durch Einheitlichkeit

Der Vorteil einer solchen Einheitlichkeit liegt darin, dass sich der Bildungsanbieter in wiedererkennbarer Form präsentiert und nach außen einheitlich wirkt. Eine Reihe an Institutionen – auch größere Träger – verzichten auf diese Vorgaben. Die Dozenten haben bei der Gestaltung freie Hand und treten unter ihrem eigenen Firmennamen auf. Die Folge davon ist, dass die Qualität des Materials stark voneinander abweichen kann – selbst wenn zwei Trainer/innen ein Seminar zum gleichen Thema durchführen. Darüber hinaus kommen an einem Folgeseminar interessierte Seminarteilnehmer auf diese Weise schneller auf die Idee, den Dozenten oder die Dozentin direkt zu engagieren. Ist der/die Freiberufler/in hier unsolidarisch, verliert die Bildungsinstitution auf diese Weise möglicherweise ihren Kunden.

Aufmerksamkeit und Interesse an Teilnehmerunterlagen wecken

Der erste Eindruck, den die Materialien bei den Veranstaltungsbesuchern hinterlassen, ist zunächst wichtig für die Entwicklung von Aufmerksamkeit und Interesse. Hier können ein paar Faustregeln helfen: Eine Schrift-Bildkombination ist leichter aufzunehmen als reiner Text – insbesondere für ungeübte Leser/innen. Für alle Arten von Visualisierungen gilt, dass auf Nebensächliches verzichtet, die Information auf das das Wesentliche reduziert, Wichtiges hervorgehoben und Zusammengehöriges in fünf bis maximal sieben optischen Gruppen pro Seite angeordnet wird. Farben und Formen sollten als Orientierungshilfe dienen und durchgängig in gleicher Weise verwendet werden. Absätze und Zwischenüberschriften helfen, lange Textpassagen besser „verdaulich“ zu machen.

Teilnehmerunterlagen? –  Bitte mit verständlicher, schlüssiger und leicht rezipierbarer Aufbereitung!

Lässt der Inhalt der Unterlagen jedoch zu wünschen übrig, verfehlen sie trotz des schönen „Anstrichs“ ihren Zweck – nach einem ersten Durchblättern werden sie beiseitegelegt oder im weiteren Verlauf der Bildungsmaßnahme mit Zeichnungen verziert. Deshalb ist bei schriftlichem Material eine verständliche, schlüssige und durchgängig leicht rezipierbare Aufbereitung von Lehrinhalten von Bedeutung. Denn nur so kann sich flüchtiges Interesse in Lernmotivation umwandeln.

Informationen in Teilnehmerunterlagen nachvollziehbar und emotional ansprechend aufbereiten

Wie Informationen aufbereitet werden müssen, damit sie für ihre Empfänger nachvollziehbar und emotional ansprechend sind, beschreibt das „Hamburger Verständlichkeitsmodell“, das von SCHULZ VON THUN und andere Wissenschaftler zurückgeht. Es wurde in den 80er Jahren entwickelt und ist immer noch aktuell:

Verständlich Schwer verständlich
Einfachheit (z. B. kurze Sätze, sparsamer und an den Rezipienten angepasster Gebrauch von Fremdwörtern/Fachbegriffen, konkrete, bildhafte Sprache) Kompliziertheit (z. B. komplexe, verschachtelte Sätze, Fachtermini, abstrakte Sprache, unpersönliche Passiv-Sätze)
Gliederung/Ordnung (z. B. logische Abfolge der Inhalte, strukturierende Elemente wie Zwischenüberschriften und Absätze) Unübersichtlichkeit/ Zusammenhanglosigkeit (z. B. Inhalte werden in beliebiger Folge hintereinander gereiht, unbekannte Informationen werden als bekannt voraus gesetzt, unübersichtliche Textgestaltung)
Kürze/Prägnanz (z. B. werden Informationen nach Relevanz hierarchisiert, die Botschaft wird so präzise wie möglich formuliert, Verzicht auf aussagefreie Wörter und Satzteile) Weitschweifigkeit (Text enthält viele für den Rezipienten unwichtige und überflüssige Informationen)
Zusätzliche Stimulanz (z. B. Beispiele, Geschichten, Metaphern, Visualisierungen …) Keine zusätzliche Stimulanz (Der Verfasser konzentriert sich auf sachlich-abstrakte Informationsübermittlung.)

Das „Hamburger Verständlichkeitsmodell“. Nach SCHULZ VON THUN, F. (1981): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Hamburg

Lern- und Zwischenziele in Teilnehmerunterlagen

Je nach Thema werden in Schulungsunterlagen unterschiedliche Textsorten eingesetzt. Für die Lernmotivation sehr wichtig ist die Angabe von Lern- und Zwischenzielen. Auch kurze Tests zur Selbstkontrolle haben einen starken Aufforderungscharakter. Didaktische Zusatztexte wie Zusammenfassungen, strukturierende Hinweise und ein Glossar erleichtern die Rezeption der Lehrinhalte, denn sie dienen der Orientierung.

Keine irrelevanten Übungsaufgaben in Teilnehmerunterlagen

Aufgaben im „luftleeren Raum“, die inhaltlich keinerlei Relevanz für die Seminarabsolventen haben, erschweren die die Aufnahme, Verarbeitung und Anwendung der neuen Inhalte. Geht es in einem berufsbildenden Seminar beispielsweise um das Kennenlernen einer Software, sollten die Übungsaufgaben einen Bezug zum Arbeitsumfeld der Teilnehmer/innen aufweisen. Denn nach erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen ist Lernen ein Prozess, bei dem das Individuum ihm relevant erscheinende Informationen auswählt und diese mit vorhandenen Erfahrungen, Deutungsmustern und bildhaften Eindrücken verbindet.

Was Stars und Sternchen in Teilnehmerunterlagen zu suchen haben

Als angenehm erlebte Emotionen beeinflussen den Lernprozess in der Regel positiv. Skurrile Beispiele oder Namen von Prominenten wie Schauspieler/innen, Politiker/innen oder Musiker/innen können, wenn sie passend ausgewählt sind, Belustigung auslösen und trockenen Lernstoff auflockern. Auch Texte, die von Handlungen, Ereignissen, Erlebnissen und Geschichten berichten, haben einen direkten Einfluss auf Stimmung und Gefühle der Leser/innen. Der Einsatz erzählerischer Elemente in Lehr-/Lernkontexten geht auf die „narrative Pädagogik“ zurück. Das Erzählen, Hören und auch Lesen von Geschichten bildet eine wichtige Grundlage der Wissensübermittlung. Die Geschichte, der Witz oder das geschilderte Szenario sollen zur Nachahmung anregen, Denkspiele und Als-ob-Handeln initiieren.

Anleitende Texte in Teilnehmerunterlagen richtig aufbauen

Anleitende Texte zielen auf die Übermittlung prozeduralen Wissens. Bei diesen ist wichtig, dass sie logisch aufgebaut sind und dem vermuteten Gedankenfluss des Lesers bzw. der Leserin folgen. Hier können folgende Fragen weiterhelfen:

  • Was genau soll gelernt werden?
  • Welcher Zeiteinsatz ist ggf. erforderlich?
  • Was ist vor Beginn der eigentlichen Tätigkeit zu beachten?
  • Welche Risiken und Gefahren bestehen möglicherweise?
  • Wie funktioniert der Prozess oder das Gerät, mit dem eine Handlung durchgeführt werden soll?
  • Was ist der erste Schritt, was der zweite usw.?
  • Woran ist zu erkennen, ob ein Teil oder der gesamte Prozess richtig ausgeführt wurden?
  • Was ist das Endergebnis?

Teilnehmerunterlagen als Basis oder Ergänzung verwenden?

Ein weiterer Faktor ist die Frage, ob der Text ohne begleitende Ausführungen der Lehrperson einen (Arbeits-)Prozess verständlich und nachvollziehbar darstellen soll oder ob er nur als Zusammenfassung dient. Soll das Geschriebene allein verwendet werden, muss es ausführlicher formuliert werden als Erinnerungsstütze.

Ein Hinweis zum Thema „Präsentationsfolien“: Durch sie sollen die Worte des Trainers/der Trainerin ergänzt und verdeutlicht werden. Aus diesem Grund sollten sie eine Schriftgröße von mindestens 18 pt haben und maximal fünf Stichpunkte enthalten. Abbildungen wie kleine Zeichnungen, Fotos und andere Grafiken können zur Verständlichkeit beitragen. Ein Fehler, den leider viele Lehrpersonen machen, ist das wörtliche Wiederholen der Folientexte bzw. -Stichpunkte. Die Teilnehmer lesen und hören die gleiche Information zum gleichen Zeitpunkt und müssen diese Daten parallel auf zwei Kanälen verarbeiten. Dadurch kann eine Blockade auftreten – der Seminarinhalt rauscht an ihnen vorbei. Besser ist es, dem Publikum zunächst kurze Zeit zum Erfassen der Folie zu geben (dies ist bei maximal fünf Stichpunkten schnell geschehen), um dann in anderen Worten darauf Bezug zu nehmen und zusätzliche Hinweise zu geben, die sich nicht aus der Folie ableiten lassen. (Birgit Lutzer)

Wenn der Change-Feuerwehrmann kommt

16-12-change-feuerwehrDurch die Digitalisierung stehen in fast jeden Betrieb Änderungen auf dem Plan. Doch manchmal wehren sich die Mitarbeiter gegen neue Technologien. Helfen kann z. B. ein REFA-Techniker für Industrial Engineering. An der Schnittstelle zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften und Mitarbeitern kann er 4.0-Wandlungsprozesse begleiten und moderieren.

In der Weiterbildung erhält er umfangreiche Fach- und Methodenkompetenz sowie Kenntnisse, Systeme zu analysieren und zu steuern. Doch weitaus mehr gehört zu seinem „Werkzeugkoffer“, wie der langjährige REFA-Lehrbeauftragte Hans-Jochen Wiersbowsky erläutert: „Ein Themen-Modul dreht sich um Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement. Dies befähigt die Absolventen dazu, sich in Wort und Schrift auf verschiedene Personen oder Gruppen einzustellen. Sie lernen, konstruktiv mit Widerständen und Auseinandersetzungen umzugehen.“

Bei der Umstellung auf eine neue 4.0-Technologie müssen etwa der Geschäftsführung Nutzen und Funktionsweise der digitalen Lösung sowie daraus resultierende Änderungen der Arbeitsorganisation vermittelt werden. Planer, Maschinenbediener, Logistiker, Betriebsräte und andere sollten die Vor- und Nachteile des neuen Wegs erfahren. Auch die Personalverantwortlichen sind mögliche Gesprächspartner des Industrial Engineers: Er muss sie über die anstehende Änderungen informieren und beraten, damit sie ihre Rekrutierungs- und Qualifizierungsprozesse dran anpassen können.

Im Dialog mit verschiedenen Interessengruppen innerhalb des Unternehmens ist Hintergrundwissen über die Kommunikation zwischen Experten und Laien gefragt. „Wenn ich als Fachmensch mit einem Kollegen auf inhaltlicher Augenhöhe spreche, sind Fachbegriffe üblich und auch gefragt. Ganz anders sieht es aus, wenn ich einem Anwender aus einer anderen Abteilung erklären muss, wie eine neue Technologie zu bedienen ist.“ Im letzten Fall sei das KISS-Prinzip geeignet. Die Abkürzungen stehen für „Keep it short and simple.“ Wiersbowsky: „Kurze Sätze, einfache Wörter und bildhafte Vergleiche machen die Sprache verständlicher für das Gegenüber.“ Wäre unklar, ob der andere Fachkenntnisse habe oder nicht, seien genaues Zuhören sowie Beobachten von Mimik und Gestik gefragt. „In der REFA-IE-Weiterbildung üben wir dies in verschiedenen Szenarien und anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag.“

Trotzdem gebe es bei Umstellungen zuweilen „Sand im Getriebe“, sagt Wiersbowsky. Um aus hitzigen Diskussionen Dampf herauszunehmen und zwischenmenschliche „Brände“ zu löschen, sei es wichtig, das eigene Gesprächsverhalten und das der anderen zu beobachten. „Viele Menschen setzen Reizwörter und Killerphrasen ein. Darunter versteht man Begriffe und Formulierungen, die negativ aufgeladen sind und die in jedem Fall für schlechte Stimmung sorgen.“ Besser ist nach Auffassung des Lehrers die so genannte „positive Gesprächsführung.“ Darunter versteht man das Wählen von alternativen Begriffen, die neutral oder sogar positiv besetzt sind. Beispiele:

  • Problem – Herausforderung
  • Krise – Aufgabe
  • Kritik – Anregung, Verbesserungsvorschlag

Killerformulierungen dienen Wiersbowsky zufolge dazu, den anderen herabzusetzen und mundtot zu machen. Er nennt ein Beispiel: „Stellen Sie sich nicht so an. Die Software ist so einfach, dass sogar ein Schimpanse damit umgehen kann.“ Selbst wenn der Sprecher so etwas denke, sei es geschickter, sich anders auszudrücken: „Wir können uns das ganze noch einmal zusammen anschauen und Sie nennen mir die Punkte, wo es momentan noch hakt. Ich bin sicher, dass Sie anschließend gut damit klarkommen.“

Die traditionellen Strategien und Methoden von Industrial Engineering und Personalmanagement werden derzeit vom REFA-Institut überprüft und weiterentwickelt. Es geht um die Balance von Produktivität und nachhaltiger Unternehmenskultur, welche die Mitarbeiterorientierung als wichtigen Erfolgsfaktor fördert. (Birgit Lutzer)

Brücken zwischen Ländern bauen: Online-Weiterbildung Türkisch-Übersetzer/in

dozentDamit die Kommunikation zwischen Türken und Deutschen besser gelingt, sind Personen mit Kenntnissen beider Sprachen gefragt. Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln bietet seit Oktober 2016 eine Online-Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer für Türkisch an. Im virtuellen Klassenzimmer lernen die Teilnehmenden alle Techniken des Übersetzens vom Türkischen ins Deutsche und andersherum.

Jeden Abend und am Samstag-Vormittags treffen sie sich mit ihrem Dozenten zum virtuellen-Unterricht auf der schuleigenen Online-Plattform. Nach einem Jahr legen sie die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer für die türkische Sprache ab. Zur Lerngruppe gehören Teilnehmer im Alter von 26 bis 63 Jahren, deren beruflicher Hintergrund ganz unterschiedlich ist. Mit dabei sind Studierende, Absolventen, ein Ingenieur, eine studierte Betriebswirtin, eine Rechtsanwaltsgehilfin, eine Hausfrau, Fremdsprachenassistenten und eine Integrationskursleiterin. Mit großem Enthusiasmus bereiten sie sich in der Online-Gruppe auf ihren neuen Beruf vor. Mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer möchten sie einen Meilenstein für ihre berufliche Zukunft in internationalen Unternehmen, Behörden mit Auslandskontakten setzen oder als freiberufliche Übersetzer tätig werden.

Der Computer-Ingenieur Sefik Özdemir (60) aus Stuttgart und Alanya ist einer der älteren Teilnehmer. Er möchte sich ein neues Standbein als Übersetzer aufbauen. Er hat viel Freude am Übersetzen. „Ich finde es klasse, dass ich mich bequem von zu Hause – meist im türkischen Alanya – in einer netten Lerngruppe beruflich fortbilden kann“, sagt Sefik Özdemir. Schließlich bliebe dann noch genügend Zeit, das gute Wetter in der Türkei zu genießen, online am Unterricht teilzunehmen und auch die Haus- und Übungsaufgaben gewissenhaft zu machen.

Duygu Türkeş aus Fulda arbeitet als Assistentin in einem internationalen Unternehmen. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften erlangt und ist zweisprachig aufgewachsen. „Deshalb bezeichne ich sowohl Deutsch als auch Türkisch als meine Muttersprachen“, sagt die 26-jährige. Als Zweisprachige möchte sie mit dem staatlichen Abschluss ihre Karriereaussichten verbessern.

„Obwohl nicht alle Kursteilnehmer in Deutschland leben, haben die meisten die deutsche Staatsangehörigkeit“, weiß Schulleiter Dr. Jerry Neeb-Crippen zur berichten. Die eine Hälfte gebe als Muttersprache Türkisch an, die andere Hälfte Deutsch. „Sie alle schätzen unser Lernangebot, weil es eine Alternative zum herkömmlichen Fernstudium darstellt. So verschicken wir beispielsweise keine Studienbriefe oder Bücher. Das gesamte Unterrichtsmaterial befindet sich auf unserer Online-Plattform, wo die Studierenden in der Gruppe das Übersetzen meist anhand von aktuellen Zeitungsartikeln lernen“, sagt Dr. Neeb-Crippen. Aufgefallen ist dem Schulleiter, dass die Türkisch-Kursteilnehmer im Gegensatz zu anderen Online-Sprachgruppen vor ihrer Anmeldung genau wissen möchten, wie gut ihre Dozenten qualifiziert sind. „Wie auch in unseren anderen Online-Kursen für Englisch, Arabisch, Russisch, Spanisch oder Französisch unterrichten nur ausgebildete muttersprachliche Lehrkräfte und führen die Teilnehmer zum Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer“.

Yasemin Özkaya (42) ist zurzeit Hausfrau. Sie hat 2009 ihr Abitur im Abendgymnasium gemacht. „Ich finde es sehr verlockend, in einem Online-Kurs von zu Hause aus einen Beruf zu erlernen“, sagt die Dortmunderin. „Den Unterricht mit Live-Übertragungen empfinde ich als sehr gut und persönlich. Man hat eine direkte Bezugsperson, die einen beim Lernen unterstützt.“ Frau Özkaya möchte nach ihrem Abschluss als Übersetzerin vor allem von zu Hause arbeiten.

Alle Online-Lehrgänge starten an der Übersetzer- und Dolmetscherschule jeweils zum ersten eines Monats. Das Abitur wird nicht verlangt, aber sehr gute Kenntnisse der gewählten Fremdsprache und die ausgezeichnete Beherrschung der deutschen Sprache. Die Übersetzerschule spricht vor allem Berufstätige und Studierende an, die sich zusätzlich qualifizieren möchten oder eine berufliche Neuorientierung suchen.

Der Unterricht findet live im Internet statt. Die Teilnehmer benötigen einen PC oder ein Tablet und eine stabile Internetverbindung, um auf der Adobe Connect-Plattform im E-Learning miteinander zu kommunizieren. Die monatlichen Gebühren betragen 295 Euro. Sie beinhalten unterrichtsbezogenes Material und die persönliche Dozentenbetreuung. Vor dem Kursstart überprüft die Schule die Sprachkenntnisse in einem Aufnahmesprachtest.

Am 13. Dezember 2016 um 19 Uhr findet ein Online-Informationsabend statt. Weitere Information auf der Homepage www.dolmetscherschule-koeln.de und telefonisch oder per Mail bei der Übersetzer- und Dolmetscherschule, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Telefon: 0221 22 20 60 83, E-Mail kontakt@dolmetscherschule-koeln.de.

Über die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln

Sie gehört zum RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln, das seit über 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig ist. Seit 2010 bietet die Übersetzer- und Dolmetscherschule die Ausbildung zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) und die Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer/Dolmetscher an. Seit Herbst 2015 ermöglicht die Schule auch im Online-Lehrgang den Weg zum anerkannten Übersetzerabschluss in verschiedenen Sprachen. Die Schule ist zertifizierter Kooperationspartner der Agentur für Arbeit. (Beatrix Polgar-Stüwe)

Kontakt:

Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln, RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln gGmbH, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Tel.: 0221 22 20 60 83

Keine Angst vorm Terminator: Mit REFA-Techniken in die Zukunft 4.0

Nostalgie-Robot

Was ist, wenn zukünftig nur noch Roboter unsere Arbeit erledigen? Rationalisiert sich der Mensch selbst weg oder macht er sich zu abhängig von Maschinen? Schon immer hatten Menschen Zukunfts-Visionen. Manches davon wirkt wie Sciencefiction, anderes ist bereits Alltag. Gemeinsam ist allen Szenarien: Gegenüber den technischen Innovationen wird der Mensch nur wenig berücksichtigt.

Natürlich kann man eine Produktionsstraße vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen, eben die „Wertschöpfungserbringer“ der Neuzeit – vielleicht nicht mehr durch „eigener Hände Arbeit“, doch aber bestimmt mit viel Kopfarbeit, Erfahrung und Übersichtswissen.

Auch Prof. Dr. Ing. Sascha Stowasser, Leiter des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, sieht diesen Wandel: „Es wird den Dienst nach Vorschrift nicht mehr geben – die Arbeit wird sich mehr als direkte Kommunikation zwischen Auftrag, Maschine und Mitarbeitern ergeben.“ Er fügt die damit verbundenen Anforderungen an die Arbeitenden hinzu: „Sie sollen ihre Erfahrung in den Prozess einbringen können und offen für die Verbesserungen sein, die die Digitalisierung uns bringt.“

Genau in dieser Weise werden eine qualifizierte Facharbeiterin oder ein in Elternteilzeit arbeitender Angestellter ihre Leistung erbringen müssen. Eine Leistung, die im Zweifelsfall nur dadurch erkennbar wird, dass die automatischen Prozesse weiterlaufen, dass die Maschinen genügend Material haben oder dass die Störung einer Maschine nicht den ganzen Prozess der Supply Chain zum Stottern oder Stocken bringen wird. Ein Beispiel:

Bei der schlanken Liniengestaltung etwa geht es um die drei Stränge „Mitarbeiterfluss“, „Materialfluss“ und „Informationsfluss“. Um diese miteinander zu harmonisieren, stellt der RFEA Techniker folgende Fragen:

  • Entsteht durch den Einsatz der Mitarbeiter in irgendeiner Weise eine Verschwendung?
  • Trägt der Mitarbeiter durch seine Tätigkeit direkt zur Produktivität oder zum Umsatz bei?
  • Ist der Mitarbeiter optimal ausgelastet (= entsprechend seiner Kompetenzen)?
  • Entstehen durch den Materialfluss Verschwendungen (Material, Energie, Zeit …)
  • Bewegt sich das Werkstück von einem Wertschöpfungsschritt zum nächsten?
  • Sind die Prozessschritte gekoppelt oder bestehen Zwischenpuffer?
  • Entstehen beim Informationsfluss Verschwendungen (z. B. Redundanzen, mehr Zeitaufwand durch fehlende oder unnötige Informationen)?
  • Wie schnell werden Probleme und Abweichungen bemerkt?
  • Was passiert in diesem Fall?
  • Welche Anweisungen (z. B. Arbeits- und Prüfpläne) liegen vor – und erfüllen diese ihren Zweck?

(Vgl. REFA-Fachbuchreihe Unternehmensentwicklung „Industrial Engineering“, 2011, S. 168 f.)

Auch die Analyse von Daten ist für REFA schon immer die Basis fachgemäßer Entscheidungen gewesen, deshalb hat der REFA-Techniker IE hier klar einen Heimvorteil. Und dieser kommt allen Unternehmen zu Gute, die ihre Mitarbeiter/Innen mit dem notwendigen REFA-Wissen ausstatten.

Vom Arbeitssystem über die Prozesskette bis zum Unternehmensmodell kann der REFA-Techniker IE die Mikro-, Meso- und Makroperspektive einnehmen. Entscheidungen im Detail werden auf ihre Auswirkungen im gesamten Unternehmenskontext analysiert. Gerade deshalb stellt der REFA-Techniker IE die Symbiose der Kernthemen Digitalisierung und Demographische Entwicklung dar. Denn ein erfahrener Mitarbeiter weiß um die Abläufe im Unternehmen Bescheid.

Ein erfahrenes Betriebsmitglied mit REFA-Hintergrund ist in der Lage, auch die Prozesse in der Industrie 4.0 steuern. Das macht den modernen „Wertschöpfungserbringer“ aus, unabhängig vom Alter, welches heute teils noch als Hemmnis für die notwendige Entwicklung der Unternehmen angesehen wird. Die Bewältigung von Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und dem Demographischen Wandel hat gerade mit REFA eine gute Chance die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig und positiv zu verbessern. Auch Stowasser sagt: „Der Wandel braucht eine Kultur. Und Menschen, die sich dafür begeistern!“* Autor: Lars Pielemeier

*Literaturhinweis: Mehr Information und finden Sie im gerade erschienenen REFA-Dosssier „Arbeit mit Zukunft. Was uns erwartet, was uns ändern wird: Experten und Meinungen zur Zukunft der gewerblichen Arbeit. Dortmund 2016, kostenfreier Download auf www.zukunft-refa.de

Mit REFA-Lehrinhalten Zeit und Geld sparen: Checkliste Prozessoptimierung

Reihenfolge

  • Ist die Reihenfolge der Vorgänge stimmig?
  • Werden die wichtigsten Dinge zuerst bearbeitet?
  • Lässt sich Zeit durch eine Änderung der Reihenfolge sparen?

Reduktion

  • Tragen wirklich alle Vorgänge zum Ergebnis bei?
  • Können bestimmte Vorgänge wegfallen?

Straffung/Zusammenfassung

  • Ist es sinnvoll, Vorgänge zu straffen oder zusammenzufassen?

Vereinfachung

  • Können Vorgänge vereinfacht werden?

Parallel-Schaltung

  • Lassen sich Vorgänge gleichzeitig durchführen?

Auslagern

  • Führen andere Organisationseinheiten oder externe Anbieter bestimmte Vorgänge schneller und ggf. auch kostengünstiger durch?

Schnittstellenoptimierung

  • Können Schnittstellen zu Lieferanten, anderen Organisationseinheiten oder Arbeitspersonen verringert oder effizienter ausgestaltet werden?

Quelle: Vgl. REFA-Seminarunterlagen 2016 für die Weiterbildung zum Techniker IE

Technolatein verständlich machen

Robot

Oft werden technische Inhalte trocken aufbereitet. Das Ergebnis sind ermüdende Informationsträger. Emotional angereicherte Inhalte sind verständlicher und gleichzeitig überzeugender. 

Die Gehirnforschung hat es ans Licht gebracht: Inhalte mit Elementen, die angenehme Gefühle wecken, werden schneller aufgenommen und verarbeitet als abstrakte Formulierungen und so genannte „Bleiwüsten“. Endlose Seiten mit eng gedrucktem Text rufen Unlust hervor und senken die Motivation, sich auf die mühevolle Lese-Wanderung zu machen. Sowohl bei neurodidaktischen Lehr-Ansätzen als auch im Neuromarketing wird deshalb mit besonderen Formulierungen und Bildern gearbeitet.

Ausgangspunkt aller Überlegungen für die gehirngerechte Aufbereitung technischer Informationsträger sind die Empfänger der Botschaft. Sind es Experten oder Laien? Sollen sie in einer technischen Frage oder Bedienung angeleitet oder für ein Angebot gewonnen werden? Bei Informationen, die eine bestimmte Erkenntnis oder eine (Kauf-) Handlung auslösen sollen, wird die für den Empfänger gewohnte Gestaltung um bildhaft-emotionale Elemente ergänzt. Durch diese Kombination entsteht psychologisch eine höhere Akzeptanz der Botschaft.

Wie bitte??! Ungewöhnliche Headlines machen neugierig

Häufig fällt der erste Blick z. B. beim Durchblättern eines Print-Mediums oder beim Aufruf einer Internetseite auf die Überschrift. Führt sie zu einem Schmunzeln oder Stutzen, werden die ersten Zeilen überflogen. Dann erst fällt die Entscheidung, weiterzulesen oder wegzuklicken. Wortspiele sind eine gute Möglichkeit, erste Aufmerksamkeit zu schaffen:

  • „Nichts anbrennen lassen – Fortbildung für Brandschutzbeauftragte“ (Werbung eines Bildungsanbieters für technische Seminare)
  • „Sauber macht lustig“ (Handreinigungspaste für den Industriebedarf)
  • „Hochstapeln statt Einkisten: Vorteile der Bodenblocklagerung“ (Überschrift eines PR-Fachbeitrags über Lagerhaltung)

Dabei ist immer zu beachten, wer die Zielpersonen sind und ob diese ggf. einen vom Wortwitz abweichenden Humor haben könnten. Das gilt zum Beispiel für doppeldeutige Anspielungen wie in der Seminarwerbung. Sehr wichtig für die weitere Aufmerksamkeit sind Bilder, die vielleicht sogar noch eher als die Überschrift wahrgenommen werden.

Staplerfahrer Klaus und Kollegen: Die Wirkung von Bildern

Die Lebendigkeit einer Information beeinflusst die Aufmerksamkeit, die auf sie gerichtet wird. Eine Person in Aktion zieht den Blick automatisch mehr an als Metallteile. Ein unbemannter Stapler in einer Lagerhalle etwa dürfte häufiger Anblick in vielen Firmen sein.

Ein freundlicher Mitarbeiter im Fahrzeug mit direkten Blickkontakt zum Betrachter und löst die Vorstellung aus, dass er gleich die Ladung aufnimmt. Selbst wenn dieses Szenario ebenfalls alltäglich ist, wirkt die Darstellung lebendiger als das leere Fahrzeug. Das Beispiel zeigt eine Bodenblocklager-Aufnahmestation bei der Meurer Verpackungssysteme GmbH, Freren  – einschließlich des Fahrers (Foto: Birgit Lutzer).Foto-Unterzeilen oder Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive sind ebenfalls ein Instrument, kleine Geschichten in die Beschreibung technischer Sachverhalte einzubinden und die Fantasie des Empfängers anzuregen.

Das folgende Bild ist im Rahmen einer Presseaktion über das Unternehmen Dow Chemical in Schkopau entstanden. Thema war die Lkw-Abwicklung mit programmiertechnischen Einzelheiten bei der Silo- und Palettenverladung.

Bildunterzeile: Silo-Mitarbeiter Detlev Rähme (r.) wacht mit Argusaugen darüber, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Nach dem Anseilen für den Fallschutz erfolgt die Freigabe: Trucker Detlef Reichard darf aufs Lkw-Dach. 

Gestik und Mimik der Abgebildeten haben einen Unterhaltungswert. Das Kopfkino des Lesers wird aktiviert – dieses Mal auch durch das Zusammenspiel von Motiv und Bildunterzeile. Ungewöhnliche Ausschnitte als belebende Elemente werden bereits sehr verbreitet in technischen Unterlagen eingesetzt, die reiner Information dienen.

Gilt „Sex sells“ auch für das technische Marketing?

Da es beim Marketing bzw. der Unternehmenskommunikation also unter anderem um die Reizqualitäten von Informationen geht, stellt sich die Frage, ob das alte Rezept „Sex sells“ auch in technischen Zusammenhängen funktioniert. Hier ist Vorsicht angesagt, denn Werbung mit spärlich bekleideten Foto-Modellen gilt heute als rückständig. Wie so oft, kommt es aber auf den Zusammenhang an. Die Rominger Kunststofftechnik GmbH aus der Schweiz hat eine besonders stabile Kunststoff-Faser entwickelt, die unter anderem für reißfeste Einkaufstüten eingesetzt wird. Nebenprodukt mit hoher Reizqualität ist ein Kunststoff-Büstenhalter für Frauen mit großer Oberweite. Die PR-Abteilung initiierte durch Aussenden einer Presseinformation zwei technische Fachbeiträge in verschiedenen Medien. Einer davon erzielte besonders viele Klickraten auf der Firmenwebsite. Die Gegenüberstellung zeigt jeweils die erste Seite:

Der Brustbild-Beitrag erschien in Schweizer MaschinenMarkt-Sonderpublikation „Swiss Made – Die Stärken Schweizer Qualität“ 06/2015 und der Hunde-Artikel in der Technischen Rundschau Schweiz, September 2015.

Beide Redaktionen haben das Thema aufgegriffen und mit einem „Key Visual“ (Blickfang) versehen. Auch der Hund hat Reizqualitäten, doch gegen die andere Abbildung hat er keine Chance. Dennoch: Ohne Bezug zum Produkt ist dringend von der Verwendung Fotos mit direktem erotischen Gehalt abzuraten. „Sex sells“ gilt zwar auch beim technischen Marketing, doch der Zusammenhang zwischen Reiz und Sachverhalt muss schlüssig sein. Es gibt dezentere Wege, Aufmerksamkeit mit menschlicher Attraktivität zu wecken. Auch ein durchtrainierter Ingenieur in Arbeitskleidung hat seine Reize … (Birgit Lutzer)

Experte erklärt, Kunde versteht „Bahnhof“

Viel zu wissen bedeutet nicht unbedingt, diese Kenntnisse auch weitergeben zu können. So scheitern viele Verkaufs- und Beratungsgespräche zwischen technischen Experten und Laien daran, dass die Beteiligten unterschiedliche Sprachen sprechen. Der Projektleiter, Berater oder Vertriebler wählt das ihm bekannte „Technolatein“, während der Kunde nur „Bahnhof“ versteht.

Die folgende beispielhafte Situation tritt öfter auf bei Anbietern erklärungsbedürftiger Leistungen und Produkte:

Anwenderschulung nach der Einführung einer neuen Technologie. Der Projektleiter richtet sich an die IT-unerfahrenen Mitarbeitern: „Unternehmen, die wie Sie Teile Ihrer Geschäftsanwendungen in die Cloud auslagern, setzen dabei oft auf CRM-Produkte, die eng mit dem jeweiligen ERP-Systemen verknüpft werden müssen. Genau an diesem Punkt setzt unsere Integrations-Plattform an.“ Lahmes Nicken in der Runde. Mehrere Teilnehmer schielen verstohlen zur Uhr oder auf ihre Mobil-Geräte.

Die Lehre geht ins Leere. Der Ingenieur hat zwar die Software installiert und eingerichtet, doch er bleibt in seiner Fachlichkeit und kommuniziert dadurch über die Köpfe der Anwesenden hinweg. Anderes wäre es gewesen, wenn sich der Teilnehmerkreis aus Personen mit passenden Vorkenntnissen (= andere Experten) zusammengesetzt hätte. Was passiert auf der psychologischen Ebene, wenn Menschen miteinander reden und die eine Seite die eine andere nicht versteht? Dazu müssen zwei Perspektiven betrachtet werden:

Experte: Mit Fachwissen und Kompetenz will er zeigen, dass sein Produkt oder seine Lösung genau passend für die Abnehmer oder Anwender ist. Durch möglichst detaillierte und umfangreiche Informationen versucht er, das Vertrauen des Gegenübers bzw. der Gruppe gewinnen.

Laie (Kaufinteressent, Kunde, Anwender …): Er hat ein anderes Hintergrundwissen als sein Gegenüber. Und ganz sicher hat er bestimmte Fragen zum Thema. Im schlimmsten Fall dumm und unterlegen. Da der Experte ihn in diese unangenehme Situation bringt, mag er diesen nicht.

Sowohl in Lehr-Lernkontexten als auch in Beratung und Verkauf ist dieser ungewollte Effekt denkbar ungünstig für den Spezialisten und sein Unternehmen. Es liegt also im Interesse von technologieorientierten Firmen, dass ihre in Beratung, Schulung, Vertrieb oder Verkauf Beschäftigten in der Lage sind, komplexe Inhalte an Gesprächspartner ohne entsprechendes Vorwissen zu übermitteln. Dazu ist zunächst wichtig zu erkennen, ob die Adressaten das Gesagte oder Gezeigte (Anwendungen am Bildschirm, Präsentationen …) nachvollziehen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird nämlich der Versuch unternommen, Verstehensdefizite zu verbergen – sowohl vor dem Erklärenden als auch ggf. vor anderen Anwesenden (z. B. Vorgesetzte). Folgende Signale können ein Hinweis sein, dass verständlicheres Sprechen oder Präsentieren gefragt ist: Der technische Laie …

  • schaut für längere Zeit im Raum herum und vermeidet den Blickkontakt
  • bekommt glasige Augen und wirkt geistesabwesend
  • wirkt unruhig und rutscht auf seinem Stuhl herum
  • spielt gedankenverloren mit Gegenständen oder hantiert mit seinem Handy herum
  • gibt mit monotoner Stimme Antworten wie („Ist klar!“, „Verstehe“, „Ah ja“ …)

Auch durch Kontrollfragen kann ermittelt werden, ob weiterer Erklärungsbedarf besteht. Doch Achtung: Die direkte Nachfrage, inwieweit jemand einen Sachverhalt verstanden hat, kann zu Verlegenheit und zu einer Notlüge führen. Deshalb ist Diplomatie gefordert. Eine Verständnisüberprüfung sollte immer mit „Ich möchte sicher sein, dass meine Erläuterungen richtig bei Ihnen ankommen“ oder „Damit wir von den gleichen Voraussetzungen ausgehen“ begründet werden. Das gleiche gilt für die Bitte, das Gehörte in eigenen Worten zusammenzufassen. Ebenfalls geeignet ist die Frage, welche der bisher erläuterten Schritte dem oder den anderen klar sind. Denn kaum jemand kann bei schwierigen Sachverhalten umreißen, was er nicht verstanden hat.

Fünf Tipps, wie sich Experten noch besser auf Laien einstellen können:

  1. Kurze Sätze sind leichter zu erfassen als verschachtelte Bandwurmkonstruktionen.
  2. Es sollte beschrieben werden, was der Kunde bei der Anwendung der Technologie oder des Produktes sieht, hört, erlebt und tut. Wird er immer wieder einbezogen, fördert dies seine Aufmerksamkeit.
  3. Beispiele, Vergleiche, Zeichnungen und andere Visualisierungen verdeutlichen komplexe Inhalte. Wichtig ist dabei, dass Beispiele und Vergleichsobjekte aus der „Welt“ des Gesprächspartners stammen.
  4. Wichtige Fachbegriffe müssen erklärt werden. Manchmal kann es auch hilfreich sein, dem Gesprächspartner oder der Gruppe ein kleines schriftliches „Glossar“ (max. eine Seite) an die Hand zu geben. Der Spickzettel wird auf den Tisch gelegt. 
  5. Der Laie sollte steuern, wie viele Informationen er bekommt. Weites Ausholen führt zu Verwirrung.

Die Reduktion auf Wichtiges sorgt für Verständlichkeit, selbst wenn dadurch Informationen verloren gehen. Es ist besser, der Kunde versteht ein Bisschen als nur Bahnhof. (Birgit Lutzer)

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