Gesundheit & Fitness

Hier dreht sich alles um die individuelle Fitness und Gesundheit – sowie um das betriebliche Gesundheitsmanagement.

Krankheitsrate mit Äpfeln senken?

Krankheitsrate

Die Krankheitsrate in Firmen kann gesenkt werden. Nicht allein mit Äpfeln, sondern mit dem Salutogenese-Modell. Es geht dabei um Maßnahmen auf drei Ebenen. Ein Beitrag von Johanna S. Lutzer.

Laut einer wissenschaftlichen Studie liegen die Kosten für Unternehmen bei Ausfall der Arbeitnehmer durch Krankheit im Durchschnitt bei 129 Milliarden Euro im Jahr.

Betriebliche Krankheitsrate – die häufigsten Ausfall-Gründe

Muskel-Skelett-Krankheiten mit 21,7% und psychische Erkrankungen mit 16,2% gehören zu den häufigsten Gründen für Arbeitsausfälle. Dabei gibt es Unterschieden zwischen Männern und Frauen: Rund 66,5% der Fehltage von Arbeitnehmerinnen entstehen durch psychische Erkrankungen, bei Männer sind es 65,4% durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Betriebliche Krankheitsrate – die Risikofaktoren

Herzkreislauf- und Bewegungsmangelkrankheiten lassen sich auf bestimmte „Risikofaktoren“ zurückführen. Dazu zählen zum Beispiel chronischer Bewegungsmangel, Bluthochdruck, erhöhte Blutfett-Werte, Übergewicht, Diabetes und Disstress – also negativer, belastender Stress. Bewegungsmangel gilt als der prozentual am häufigsten auftretende Risikofaktor. Aus ihm resultieren zahlreiche Krankheiten. An erster Stelle finden sich Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems zum Beispiel durch Arteriosklerose. Diese wird umgangssprachlich „Gefäßverkalkung“ genannt. Sie ist die Bezeichnung für die zunehmende Ablagerung von Blutfetten in den Gefäßen. Deren Verengung und Verstopfung wird beschleunigt. Dies kann im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen.

Bewegung ist der Schlüssel für Gesundheit

Der Schlüssel liegt in der Bewegung, denn Ausdauersport erhöht den Anteil an so genanntem HDL(high density lipoprotein). Darunter versteht man einen Cholesterintyp, der an den Blutgefäßen abgelagerte Fette zur Weiterverarbeitung in die Leber transportiert. Somit wirkt er gegen den negativen Einfluss des LDLs (low density lipoprotein). Dies ist ein „schlechtes“ Cholesterin, das überhaupt erst die Ablagerungen verursacht.

Diese Risikofaktoren ließen sich durch Präventionsmaßnahmen eindämmen, zum Beispiel mit betrieblichen Sportangeboten. Doch noch besser ist es, die Gesundheit der Mitarbeiter auf drei Ebenen zu fördern körperlich, sozial und seelisch. So sieht es auch die Weltgesundheitsorganisation vor: Ihr zufolge ist Gesundheit „ein Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen“.

Auch die Salutogenese wirkt in drei Dimensionen

Diese Erweiterung des Gesundheitsbegriffs entspricht den Grundsätzen des Salutogenesemodells, das nicht nur den bloßen Abbau von Risikofaktoren, sondern auch eine Stärkung der psychischen und sozialen Kapazitäten vorsieht. Im Zentrum des Modells, das auf den Medizinsoziologen Aaron Antonovksy zurückgeht, steht die Frage: „Warum bewegen Menschen sich auf den positiven Pol des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums zu, unabhängig von ihrer aktuellen Position?“ Er betrachtet also den Zustand zwischen Gesundheit und Krankheit als Kontinuum. Das Ziel von Gesundheitsförderung besteht darin, Menschen dafür zu gewinnen, sich dem „guten“ Zustand zu nähern. Um diesen zu erreichen, gibt es Empfehlungen, doch Antonovksy zufolge muss jeder Mensch seinen eigenen Weg finden. Sein Ansatz bildet viele Raum und Möglichkeiten für die betriebliche Gesundheitsförderung, in die nach salutogenetischer Sicht immer auch psychosoziale Ressouren integriert werden sollten. (Johanna S. Lutzer)

Literatur:

Antonovsky, A. (1997): Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit (Forum für Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis). Tübingen

Arbeitszeit: Ressourcen nachhaltiger einsetzen

legs-434918_640Wie lassen sich die Ressourcen unserer Leistungsfähigkeit im Beruf nachhaltiger einsetzen? Wer sich einzig und allein um seinen beruflichen Erfolg kümmert, wird früher oder später seine Kräfte ausgeschöpft haben. Denn die nötige Energie dafür ist irgendwann verbraucht.

Unser Leistungsvermögen, unser Ideenreichtum und unsere Fähigkeit, Stress zu verarbeiten, sind „Produkte“ unserer Selbstfürsorge. Mentale Kraft lässt uns positiver denken, selbstbewusster handeln und erfolgreicher agieren. Gerade Menschen, die auf der Karriereleiter nach oben streben, machen sich selten bewusst, dass sie auch etwas für ihr persönliches Wohlergehen tun müssen: Physische und psychische Erkrankungen bekommen nur die anderen? Das denken wir nur, so-lange wir nicht selbst erkrankt sind.

Die Grenzen der Leistungsfähigkeit

Bewegung als körperlicher Ausgleich, soziale Kontakte als emotionale Stärkung, ein Hobby, das Freude macht, Phasen der reinen Entspannung – das ist ein perfekter Mix, um Energie zu schöpfen und die mentale Kraft zu stärken.

Dennoch gibt es Unternehmer und Angestellte, die an 6 Tagen in der Woche teils mehr als 12 Stunden arbeiten. Das kann in Ausnahmefällen nötig sein. Auf Dauer führt ein solches Pensum jedoch zu ernsten Erkrankungen. Arbeitsmediziner meinen, dass man unter normaler Belastung 35 – 40 Stunden in der Woche voll leistungsfähig sein kann. Bei längeren Arbeitszeiten nimmt die Leistungsfähigkeit überproportional ab.

Pausen halten fit

Auffangen kann man den Leistungsabbau durch regelmäßige Entspannungspausen. Physiologisch wäre es ideal, in jeder Stunde 5-10 Minuten zu entspannen. Dadurch wird auf den Arbeitstag bezogen eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit erzielt. Unbewusst nehmen sich viele Menschen diese Pausen in Form von nicht unmittelbar nötigen Gängen zum Kopierer oder zur Toilette, ins Nachbarbüro zum Austausch mit den Kollegen, durch eine Recherche im Netz, bei der sie an etwas Interessantem hängenbleiben. Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Kaffee und Süßigkeiten verhelfen zu sehr kurzfristigen Leistungshochs. Brainfood wie Nüsse, Obst und Trockenfrüchte sorgen nachhaltiger für Energie.

Arbeitsmoral versus Effektivität

Zwingt jemand sich dazu, weit mehr als 8 Stunden am Tag unter Hochdruck tätig zu sein, zehrt er von seiner Substanz. Für eine nachhaltige Regeneration bleibt bei einem solchen Arbeitseinsatz kein Raum. Ist eine 60-Stunden Arbeitswoche ein Zeichen besonderen Arbeitswillens und hohen Verantwortungsbewusstseins? Jein. Mit verantwortungsvollen Positionen verbinden wir eine hohe Leistungsbereitschaft. Wer hoch hinaus will, zeigt seinen Arbeitswillen durch die Überschreitung der 40-Stundenwoche. In den meisten Unternehmen wird das vorausgesetzt. Jedem Gründer wird prophezeit, dass er sich auf eine ausufernde Arbeitsbelastung einzustellen hat. Wer das Beste für den Erfolg seines Unternehmens tun will, arbeitet rund um die Uhr.

Ist es verantwortungsvoll, persönliche Ressourcen zulasten der eigenen Gesundheit auszubeuten? Produktivität und Qualität der Arbeit nehmen nach 8 Stunden ab. Ein starker Wille kann uns bei der Stange halten und uns noch das letzte Quäntchen Leistung abverlangen. Resultate sind bei dauerhafter Überlastung eine erhöhte Gefährdung, z.B. durch die Erkrankung des Koronarsystems oder der Psyche. Was hat ein Unternehmen davon, wenn ihm erfahrene Kräfte kurzfristig fehlen, weil sie sich krank gearbeitet haben?

Quellen mentaler Kraft

Schon vor mehr als 60 Jahren haben arbeitsmedizinische Untersuchungen gezeigt, dass 12 und mehr Stunden-Schichten kontraproduktiv für die Qualität der Arbeit sind. Eine Ursache ist die fehlende Freizeit zum Pflegen sozialer Kontakte und zur Regeneration. Denn eine der effektivsten Quellen mentaler Kraft ist das engste private Umfeld: Partner, Partnerin, Kinder und Familie, Freunde und Bekannte.

In weltweit agierenden erfolgreichen Unternehmen haben nicht gewerkschaftliche Anstrengungen zu einer strikten Einhaltung der Arbeitszeit sowie Teilzeitmodellen geführt, sondern Erkenntnisse zur Effektivität flexibler Arbeitszeitmodelle in der Gewinnung von hoch motivierten Arbeitskräften. Es gibt noch weitere Aspekte: Ich kenne ein Unternehmen der deutschen Automobilindustrie, in dem jede Überstunde – auch von Führungskräften – ein aufwändiges Genehmigungsverfahren durchlaufen muss. Dort ist es nicht gewünscht, die wertvolle Arbeitskraft besonders qualifizierter und engagierter Mitarbeiter in kürzester Zeit zu verbrennen. Auch wissen die Personalverantwortlichen ganz genau, dass die benötigte kreative und innovative Leistung nicht von überforderten, ausgelaugten Menschen zu erwarten ist. Die Arbeit hat sich verdichtet, weniger Arbeitskräfte leisten mehr.

Für Ausgeglichenheit sorgen

Diese höhere Leistung speist sich aus der Energie, die wir in unserer Freizeit schöpfen. Das Zusammensein mit Menschen, die wir lieben oder denen wir uns verbunden fühlen, gibt uns Kraft und schafft die emotionale Stabilität für unsere Arbeit. Um den Kopf direkt nach der Arbeit frei zu bekommen, empfiehlt sich entweder Sport, ein Spaziergang oder eine Radtour direkt nach Feierabend. Durch körperliche Betätigung beim Sport ausgepowert zu sein ist angenehmer, als sich bleiern erschöpft von der Arbeit zu fühlen. Bewegung stellt eine mentale Distanz zur Arbeit her und macht uns bereit dafür, in den Freizeitmodus zu wechseln. Den Hund als Feierabend-Routine Gassi zu führen, ist auch eine gute Möglichkeit, den Arbeitstag zu verabschieden und den privaten Tagesabschnitt einzuläuten. Dabei wird Adrenalin abgebaut und Ausgeglichenheit hergestellt. Weitere Rituale wie der Wechsel in die Freizeitkleidung, ein Plausch bei Tee oder Kaffee mit Partnerin oder Partner, ein bewegungsreiches Spiel mit den Kindern sind ebenfalls gut geeignet. Auf diese Weise trägt man die Anspannung des Arbeitstages nicht ins Private.

Kernkompetenz Selbstfürsorge

Gleichzeitig tun wir damit etwas für unsere Gesundheit und halten uns fit, sind weniger anfällig für Erkrankungen und sorgen für eine attraktivere Ausstrahlung. Eine tägliche Smartphone-Pause in einem festgelegten Zeitraum ist ebenfalls hilfreich, um abzuschalten und sich anderen Dingen zu widmen, vor allem aber der Familie gerecht zu werden.

Selbstfürsorge zählt zu den Skills, die neben den fachlichen Qualifikationen weit oben auf der Liste der Eigenschaften stehen muss, über die Unternehmer und Angestellte verfügen sollten. Die Fähigkeit, auf uns selbst acht zu geben, hält uns dauerhaft leistungsfähig und motiviert für unseren Job. (

Neid vermeiden ist gesund

Neid

Eigentlich geht’s Ihnen gut. Das Gehalt stimmt, Sie sind gesund, haben Freunde und Zeit für Urlaub. Aber dennoch kreisen die Gedanken um andere. „Warum der und nicht ich?“ Das nennt man Neid. Und der ist ungesund.

Es ist Samstag-Vormittag in der Vorstadt. Der Showdown beginnt. Die Nachbarn fahren ihre Mittelklassewagen aus der Garage und jetzt wird gewaschen und poliert, was das Zeug hält. Aber was ist das? Was ist mit Nachbar Bergheimers solidem Golf V Variant passiert? Aus der Garage fährt ein Mercedes. Modell unbekannt, aber hey, es ist ein Mercedes. Ist denn bei Bergheimers plötzlich der Reichtum ausgebrochen? Gut, Herr Bergheimer ist vor ein paar Monaten befördert worden. Und hat nicht seine Frau irgendwas erwähnt von einem „guten Händchen“, was Herrn Bergheimer und Aktien angeht. Aber trotzdem, ein Mercedes! Will er etwa jeden in der Nachbarschaft übertrumpfen?

Jeder kennt jemanden, der besser ist oder mehr hat

Kennen Sie auch solche Situationen? Ich bin mir sicher. Neid gibt es in den unterschiedlichsten Konstellationen und in allen Gesellschaftsschichten. Da ist der Junge, der neidisch ist auf das neue Spielzeugauto des Bruders. Oder die Frau, die ihrer besten Freundin (!) den neuen Freund nicht gönnt. Der Vorstandvorsitzende, der auf dem Golfplatz keine große Geige spielt, weil die Quartalszahlen mal wieder nicht stimmten. Neid macht nicht Halt bei materiellem Besitz. Nein, wir sind neidisch auf das Aussehen, die Gesundheit, die Fitness, das musikalische Können, den Freundeskreis oder sonst was. Aber Neid ist nicht nur ungesund, Neid hält uns auch von innerem Wachstum ab. Denn wir können niemals das erreichen oder erlangen, was wir innerlich ablehnen. Hier sind 5 wichtige Gründe, warum Neid für Sie nie wieder ein Thema sein sollte.

1. Neid macht krank

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wusste die amerikanische Schriftstellerin Pearl Sydenstricker Buck zu berichten: „Die gefährlichsten Herzkrankheiten sind immer noch Neid, Hass und Geiz.“ Außerdem prägte sie den Satz: „Neid tut nicht nur der Seele weh, sondern auch dem Körper.“

Mittlerweile ist längst wissenschaftlich bewiesen, dass Neid in viele Bereiche unseres psychischen und physischen Wohlbefindens eingreift. Und zwar nicht zum Positiven. Denn übermäßiger und/oder dauerhafter Neid kann starke körperliche Symptome wie Magenschmerzen und Herzrasen auslösen. Auch Schlafstörungen und Rückenschmerzen können durch Neid verursacht werden.

Belastende Emotionen – zu denen Neid ohne Zweifel zählen dürfte – schwächen das Immunsystem. Wir sind somit auch anfälliger für Krankheiten wie Schnupfen, Husten und Fieber, die wir zunächst niemals mit Neid in Verbindung bringen würden.

Selbst Depressionen können die Folge von Neid sein. Der Depressive glaubt, niemals das erreichen zu können, was er begehrt und was andere längst haben.

2. Neid macht einsam

Eigentlich ist Einsamkeit die natürliche Folge von Neid. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen haben wir ja oben bereits die Depression erwähnt. Wer unter Depressionen leidet, geht nachgewiesener Weise nicht so viel unter Leute, isoliert sich also sozial.

Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Neider weniger Freunde und Bekannte haben. Auch das klingt logisch, denn ein ausufernder Hang zum Neid kann für die Außenwelt schon sehr anstrengend sein. Denn mal ganz ehrlich, wer hält schon einen Dauerneider aus?

Und zu guter Letzt stellt man sich selbst gerne ins Abseits, wenn man neidisch ist. Denn wer verbringt schon gerne Zeit mit Leuten, auf deren Besitz oder Fähigkeiten oder Freunde man neidisch ist?

3. Neid macht unglücklich

Wer sich ständig mit Leuten vergleicht, die (vermeintlich) attraktiver, erfolgreicher, reicher, intelligenter, schlagfertiger oder mutiger sind, der kann nicht gewinnen. Andere beneiden und sich selbst bemitleiden, macht unglücklich. Jede Emotion hat ihre Berechtigung, klar. Aber wenn wir jetzt einfach mal in „gute“ und „schlechte“ Emotionen unterteilen, gehört Neid ja wohl ganz klar in die zweite Kategorie.

Und negative (oder schlechte) Emotionen können nicht glücklich machen. Hin und wieder mal ein neidischer Blick auf Nachbars Reihenhaus oder die neuen Schuhe der besten Freundin sind nicht schädlich. Aber zu viel Neid erzeugt eine Dis-Balance positiver und negativer Emotionen und macht unglücklich.

4. Neid hemmt die Kreativität

Für diese Untersuchung der Universität Barcelona hat man verschiedene Arbeitsteams gebildet und ihnen exakt dasselbe Projekt als Arbeitsaufgabe gegeben. Natürlich wussten die Teams nichts voneinander.

Die Teams waren alle gleich heterogen gestaltet. Im ersten Team wurde lediglich die Aufgabe erläutert. Im zweiten Team wurde drüber hinaus noch die ein oder andere falsche Angabe zu einzelnen Teammitgliedern gestreut. Und das dritte Team erhielt unendlich viele falsche Informationen über die anderen Teammitglieder, die darauf abzielten, Neid zu erzeugen. Und nun raten Sie, was passiert ist. Nicht nur, dass die Arbeitsatmosphäre im dritten Team vergiftet war, nein, Team 3 benötigte auch fast doppelt so lange, um zur selben Lösung zu gelangen, wie Team eins. Und darüber hinaus betrug das Budget über 25 Prozent mehr, als bei Team eins.

5. Neid erzeugt Minderwertigkeitsgefühle

Jeder Blick auf den Erfolg der anderen kostet ein kleines Stückchen Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich ein Ein-Meter-Maßband vor. Mit jeder Neid-Attacke schneiden Sie sich einen Millimeter ab. Und mit dem Schwinden des Selbstbewusstseins steigen die Minderwertigkeitsgefühle an. Der hat mehr Kohle als ich, die ist hübscher als ich und und und.

Mit Neid und Minderwertigkeitsgefühlen ist es so ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei. Man weiß nicht, was zuerst da war. Wird man neidisch, weil man so große Minderwertigkeitsgefühle hat oder bekommt man Minderwertigkeitsgefühle, weil man so oft neidisch ist.

Egal wie man es dreht und wendet, ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hilft Ihnen dabei, Neid in Ansporn und Ehrgeiz umzuwandeln.

Fazit

Seien Sie nicht neidisch! Klar, einfacher gesagt, als getan. Und in „gesunder“ Dosis soll Neid nach neuesten Studien sogar förderlich sein (Wettbewerb und so…). Aber ganz ehrlich: Was bringt es Ihnen, ständig andere zu beneiden? Auch ich kann mich nicht komplett von Neid freisprechen. Aber wissen Sie, was mir geholfen hat, den Neid nahezu zu überwinden? Mein inneres Stoppschild. Kein Scherz, ich habe mir angewöhnt, mich sofort zu stoppen, wenn ich aus heiterem Himmel Neid verspüre. Zum Beispiel habe ich gerade neulich einen Kumpel dafür bewundert, mit welcher Leichtigkeit er sein Leben angeht. Scheinbar nichts bringt ihn aus der Ruhe. Aber sofort, als ich mich bei der ankommenden Neid-Attacke erwischt habe, gingen meine inneren Sirenen an und ich habe mein Zwei-Phasen-System angewandt. In Phase 1 freue ich mich einfach für meinen Kumpel. Ich freue mich wirklich aufrichtig und sage mir selbst, wie cool diese Eigenschaft ist und was ich für einen gechillten Kumpel habe. In Situationen wie diesen reicht mir Phase 1 völlig. Ich freue mich für ernsthaft für meine Mitmenschen. Punkt! Aus!

Wenn mir das aber mal tatsächlich nicht gelingen will, dann tritt Phase 2 in Kraft. Wenn ich tatsächlich mal Neid in mir aufkommen spüre, was wirklich nicht oft vorkommt (ich schwöre!), und Phase 1 kommt nicht so recht auf Touren, dann rede ich mir einfach ein, dass das „Licht“ auf der einen Seite auch irgendwo „Schatten“ auf der anderen Seite hat.

Ein Beispiel: Ich habe neulich einem Vortrag von einem Typen gelauscht, der echt gut aussah. Das kann ich sogar als Mann recht objektiv beurteilen. Dunkler Teint, sportlich drahtig, coole Frisur, coole Klamotten und ne 1A-Rede. Keine Ahnung, warum ich neidisch war, aber Phase 1 ist diesmal nicht voll angeschlagen. Also habe ich offensiv nach seinen Schattenseiten gesucht und auch gefunden. In einigen lockeren Gesprächen nach der Veranstaltung habe ich irgendwie erfahren, wieviel er verdient. Aha, habe ich mir gedacht, da ist also seine „Schwachstelle“. Das ist ja weit weniger, als ich verdiene. Und ich weiß nicht warum, aber sofort tritt dann Phase 1 in Kraft und ich habe mich echt für ihn gefreut. Ehrlich!

Wahrscheinlich ist meine Methode wissenschaftlich und pädagogisch nicht ganz koscher, aber ich bin ja auch kein Wissenschaftler oder Pädagoge. Außerdem kann ich fast alle Fälle mit der Phase 1 abhandeln. Soll heißen, ich bin wirklich sehr selten neidisch und sehr dankbar dafür. Dankbarkeit ist sowieso, denke ich, ein ganz guter Weg, dem Neid aus dem Weg zu gehen. Wenn man sich darauf besinnt was man alles hat, rückt das, was man nicht hat weit in den Hintergrund. (Michael Noetzelmann)

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Firmen gönnen Mitarbeitern mehr Zeit zum Leben

Burkhard Riedel. Foto: Birgit LutzerDie ZEIT nimmt in einem Beitrag Stellung zum Wertewandel auf dem Arbeitsmarkt: „Jahrzehntelang standen die Mitarbeiter ihren Firmen zu festen Zeiten zur Verfügung, ihr Privatleben ordneten sie komplett der Arbeit unter.“ Junge Bewerber störten dieses System.

Im Text der Autorin Jana Gioia Baurmann heißt es weiter, die Mitglieder der „Generation Y“ forderten statt starrer Strukturen flexiblen Regelungen wie Wahlarbeitszeit, Sabbatjahr, Gleitzeit, Elternzeit oder die Tätigkeit aus dem Home-Office heraus. Doch auch ältere Berufstätige entdecken zunehmend, dass Gesundheit und Lebensfreude nicht durch immer mehr Arbeit erreicht werden können. Dieser Meinung ist zumindest der Fachbuchautor und Journalist Burkhard Riedel. Unter dem Projekt-Titel „Puravida“ unterstützt er Menschen dabei, Auszeiten zu nehmen und trotzdem ihre Finanzen im Blick zu behalten. Seine provokante These lautet: „Man kann reicher und gesünder leben mit weniger Geld.“

Riedel, der selbst viel Zeit im Ausland verbracht hat, berichtet von eigenen Erfahrungen und „Interviews mit 500 Menschen, die individuelle Lebenskonzepte umsetzen.“ Er belegt an konkreten Zahlen, wie beispielsweise eine Auszeit finanziert werden kann. Um Miete oder Unterhaltskosten für eine Eigentumsimmobilie zu sparen, könne diese zur Zeit der Abwesenheit fremdvermietet werden. Riedel: „Etliche Firmen suchen nur für eine bestimmte Dauer Wohnungen für Mitarbeiter.“ Auch der Haus- oder Wohnungstausch bei Reisen sei wesentlich günstiger als Hotelaufenthalte. Er räumt ein: „Natürlich können Sie dabei auch Pech haben.“ Er selbst habe meist Glück mit den Zwischenmietern und Tauschpartnern gehabt.

Was ein Sabbat-Jahr anbetrifft, sieht der Lebenskünstler die Möglichkeit, durch reduzierten Verdienst Steuern zu sparen. Er betont, es sei ungünstig, die Auszeit von Januar bis Dezember zu nehmen: „Wenn Sie das Jahr von Juli bis Juni nehmen und das jeweils übrig bleibende halbe Jahr normal arbeiten, zahlen Sie weniger Steuern und Sozialabgaben. Außerdem profitieren Sie zweifach von einem Steuer-Grundfreibetrag.“ Dieser betrage bei Singles 8.354 Euro und bei einem Paar das Doppelte.

Nach Riedels Erfahrung haben auch viele Firmen inzwischen erkannt, dass sie ihren Mitarbeitern für mehr Gesundheit und eine höhere Arbeitsmotivation entgegen kommen müssen. Dies bestätigt auch Siegfried Bloch, Personalleiter bei der arvato Systems GmbH in Gütersloh: „Arbeitszeitmodelle spielen eine wichtige Rolle für uns. Als IT-Systemintegrator und Dienstleister sind wir in einem dynamischen Markt unterwegs. Unser Kapital sind die Menschen, die bei uns arbeiten.“ Die Personalverantwortlichen hätten festgestellt, dass eine größere Flexibilität bei den Arbeitszeiten die Arbeitsplätze attraktiver mache. Bloch: „Mitarbeiter sind zufriedener, wenn sich Arbeit und Privatleben besser miteinander verknüpfen lassen. Sie übernehmen selbst die Verantwortung für ihr Zeitmanagement und ihre Aufgaben.“ Weitere Modelle, die arvato Systems seinen Belegschaftsmitgliedern bietet, sind nach Auskunft von Pressesprecher Marcus Metzner „Vertrauensarbeitszeit, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit einer maximal zweijährigen Auszeit und qualifizierte Teilzeitstellen.“ (Birgit Lutzer)

Nur kurze Pause nach Dupuytren-OP: Interview mit Dr. Wolfgang Lenze

Nadelfasziotomie-Spezialist Dr. Wolfgang LenzeUm krumme Dupuytren-Finger zu begradigen, greifen viele Ärzte zum Skalpell. Doch dieser Eingriff kann zu einem schmerzhaften Heilungsprozess mit langer Krankschreibung führen. Es gibt noch einen anderen Weg: Der Bielefelder Chirurg Dr. Wolfgang Lenze hat die sanfte OP-Methode der Nadelfasziotomie (NF) verfeinert und verrät im Interview mit Birgit Lutzer Aktuelles aus der Dupuytren-Forschung.

 

Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse zur Ursache von Dupuytren?

Die Universitäten Köln und Groningen forschen gemeinsam am genetischen Ursprung der Erkrankung. Die Dupuytren´sche Kontraktur ist vor allem auf den Chromosomen 7, 8, 18 und 22 lokalisiert. Diese genetische Verankerung ist wohl auch mit verantwortlich dafür, dass die harten Fibrosestränge früher oder später wieder auftreten,  unabhängig davon, mit welcher Methode und mit welcher Radikalität behandelt wird.

Wie wirkt sich diese Erkenntnis auf die Behandlung aus?

Da es noch keine Heilung gibt, ist das Ziel der Behandlung, den Erkrankungsverlauf hinauszuzögern. Es muss durch wiederholte Fingerbegradigung konsequent verhindert werden, dass die Finger bei zunehmender Krümmung die Arbeits- und Alltagsfähigkeit einschränken. Wichtig ist, dass immer wieder die Spannung aus dem Fibrosestrang genommen wird, wenn er  sich erneut gebildet hat und die Finger wieder in die Beugehaltung gehen. Bei manchen Berufen, z.B. Kfz-Mechatroniker oder Musiker kann sonst die Berufsunfähigkeit drohen.

Wenn sich ein Patient bei jeder kleinen Strangbildung operieren lässt, bedeutet das doch immer wieder eine längere Krankschreibung mit Abwesenheit von der Arbeit.

Das ist nur dann der Fall, wenn die Chirurgen jedes Mal zum Messer greifen, statt die sanfte und einfache Methode der Nadelfasziotomie anzuwenden. Bei dieser werden die derben Fibrosestränge und  Fibroseknoten ambulant unter lokaler Betäubung mit Nadeln (Kanülen) unter der Haut fächerförmig durchstochen und manuell aufgebrochen. Die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben und die Sportfähigkeit sind viel kürzer als bei Operation – in der Regel nur ein paar Tage.

Dann müssten doch eigentlich viele Chirurgen zu dieser Methode greifen?

Viele Ärzte kennen die Nadelfasziotomie noch nicht. Hinzu kommt, dass Krankenhausverwaltungen und Mediziner immer auch wirtschaftlich denken müssen. Mit der sanften Methode lässt sich wenig Geld verdienen. Ein stationärer Aufenthalt entfällt in jedem Fall und eine ärztliche  Nachbehandlung ist entweder gar nicht oder nur höchstens zweimal erforderlich. Diejenigen Ärzte, die von der Nadelfasziotomie gehört oder gelesen haben, favorisieren trotzdem die offene Operation mit Hautschnitten.

Welche weiteren Gründe könnten die Entscheidung für die große Operation begünstigen?

Es kann auch damit zusammenhängen, dass die Rezidivrate (Wiederbildung des Strangs mit erneuter Fingerverkrümmung um mindestens 30 Grad) nach der Nadelfasziotomie viermal höher ist als nach einer Skalpell-Operation. Eine Studie der holländischen Universität Groningen von 2012 zeigte fünf Jahre nach der jeweiligen Behandlung eine Rezidivrate von 81% nach der Nadelfasziotomie und 21% nach der offenen Operation. Außerdem fehlte bisher auch das technische Know-how für die schwierigen Dupuytrenfälle der höheren Stadien und der voroperierten Patienten mit Rezidiv. Auch diese können sich meiner Erfahrung nach mit der Nadelfasziotomie behandeln lassen.

Also bedeutet das, der große Eingriff verzögert den Rückfall durchschnittlich länger? Das wäre ja durchaus im Sinne der Arbeitsfähigkeit und auch der Lebensqualität der Betroffenen.

Wenn erst einmal operiert ist, dann kämpft man als Chirurg an zwei Fronten, nämlich gegen den erneut gebildeten Fibrosestrang und gegen die Operationsnarben, die nach jedem Schnitt entstehen. Jede weitere offene Operation ist außerdem mit einer höheren Komplikationsrate verbunden und mit der Gefahr , die Durchblutung der betroffenen Finger nachhaltig zu schädigen.

Sie sprachen von einer Weiterentwicklung der Nadelfasziotomie in Ihrer Praxis …

Eine wissenschaftliche Studie besagt, dass die durch den Fibrosestrang entstehende Spannung wiederum als Reiz fungiert, sein Wachstum zu beschleunigen. Das ist ein Art unendlicher Kreislauf, der sich aber in diesem Fall nicht nur selbst in Gang hält, sondern immer schlimmer wird. Ich habe im Laufe der letzten 20 Jahre bei meinen Patienten festgestellt, dass es ein Vorteil ist, wenn bei der Nadelfasziotomie der gespannte Fibrosestrang  zusammen mit der Haut darüber zerreißt. Der Defekt lässt sich leicht  mit einem kleinen, in lokaler Betäubung entnommenen Hauttransplantat decken. Der so behandelte Bezirk hat zumindest für eine begrenzte Zeit die Wirkung einer „Feuerschneise“ wie bei einem Waldbrand, die das Rezidiv verzögert. Wenn die Haut bei den leichteren Fällen der Dupuytren´schen Kontraktur nicht einreißt, sind natürlich auch alle zufrieden. Die Patienten können dann  1 Tag nach der Behandlung die Gipsschiene abnehmen und die Sache ist erst einmal erledigt. Im Falle der Hauttransplantation muss die Zwei-Finger-Unterarmschiene vierzehn Tage lang getragen werde, damit die verpflanzte Haut in Ruhe anwachsen kann.

Worin liegen zusammengefasst die Vor- und die Nachteile der Nadelfaziotomie?

Die Vorteile bestehen darin, dass sie ambulant unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden kann. Zudem ist ihre Komplikationsrate niedrig: Entzündung, Nachblutung, Nervenverletzungen und Schmerzen treten seltener auf. Nach kurzer Zeit ist die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt. Dies ist von großer sozioökonomischer Bedeutung für die Wirtschaft. Ein weiterer Vorteil liegt in der häufigen Wiederholbarkeit wegen der fehlenden Narbenbildung. Der Nachteil ist, dass zumindest in Groningen nach fünf Jahren bei 81 % der Patienten nach der Nadelfasziotomie ein Rezidiv von mindestens 30 Grad auftrat. Interessant an der Studie aus Groningen ist übrigens, daß keiner der operierten Patienten mit Rezidiv sich erneut operieren lassen wollte. Diejenigen, die noch zu einer erneuten Behandlung bereit waren, wollten allerhöchstens die minimal eingreifende Nadelfasziotomie durchführen lassen.

Worauf müssen Patienten achten, die sich diesem Eingriff unterziehen?

Es empfiehlt sich, nach der Nadelfasziotomie nachts über einen Zeitraum von  drei Monaten einen speziellen Handschuh zu tragen, der die Finger in Streckstellung hält. Alle anderen Übungen wie das Aufdehnen, das Sitzen auf dem Handrücken oder das Massieren kommen nicht gegen die gewaltige Kraft des Fibrosestrangs an.

Dr. med. Wolfgang Lenze

  • Facharzt für Chirurgie und Kinderchirurgie
  • Tätigkeit als Oberarzt an der Universität Tübingen
  • 1993 Niederlassung in Bielefeld
  • Anwendung und Weiterentwicklung der Nadelfasziotomie seit 1993

Von der Überholspur in die Werkstatt??? Erschöpfungszuständen vorbeugen

(OWL – Halle/Paderborn). Ein Berufsleben unter Dauer-Vollgas hat seinen Preis. „Was die meisten zunächst locker wegstecken, macht sich irgendwann durch ein rapides Absinken der Leistungsfähigkeit bemerkbar“, so Sportwissenschaftler Prof. Dr. Elmar Wienecke.

Um vorzubeugen, gibt es Ansatzmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen. Doch zunächst geht es um Ursachenforschung. Oft werden länger andauernde Erschöpfungszustände mit dem Begriff  „Burnout“ bezeichnet.  So heißt es auf der Website des Burnout-Kompetenzzentrums OWL in Paderborn: „Auch Freizeitstress ist heute für viele kein Fremdwort mehr. Das Problem: Kaum jemand achtet darauf, welche Alarmsignale der Körper aussendet, wenn der Stress schlichtweg zu viel wird.“ Das Ignorieren von Warnsymptomen könne zu einem in verschiedenen Phasen verlaufenden Burnout führen:

  1. Hyperaktivität mit Überstunden, Nachtschichten und Engagement über das Pflichtpensum hinaus.
  2. Desillusionierung. Der Betroffene distanziert sich mehr und mehr von seinem Beruf. Ihn plagen Frustration und das Gefühl der Sinnlosigkeit.
  3. Starke Emotionalität mit aggressiven Ausbrüchen, Weinen und anderen Überreaktionen.
  4. Konzentrationsprobleme und stark nachlassende Arbeitsmotivation.
  5. Rückzug, Gleichgültigkeit und depressive Verstimmungen.
  6. Körperliche Symptome wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Magen-Darm-Beschwerden.
  7. Hoffnungslosigkeit, tiefe Verzweiflung und Übergang in die Depression.

Die Experten aus dem Burnout-Zentrum OWL empfehlen unter anderem: „Sollten Sie erste Anzeichen einer Erschöpfung bei sich bemerken, steuern Sie rechtzeitig dagegen. Versuchen Sie zusätzlich, dem Stress Phasen der Ruhe und Entspannung entgegen zu setzen.“ Dazu gehörten das Delegieren von Aufgaben, das richtige Erholung, gesunde Ernährung und Sport in vernünftigem Maße. So könnten Widerstandskräfte und Leistungsfähigkeit selbst bei Stress, Abgeschlagenheit und Leistungstiefs erhalten bleiben.

Claudia und Dr. Wienecke mit Ananas_b1

Auch Wienecke, der das Haller Sport- und Gesundheitszentrum „Saluto“ leitet,  beschreibt ähnliche Symptome bei seinen Klienten. Zu diesen gehören seinen Angaben nach viele Hochleistungssportler und leitende Manager. Seiner Meinung nach liegt eine wichtige Ursache für Erschöpfungszustände in gestörten biochemischen Stoffwechselprozessen. „Dem Körper fehlen bestimmte Stoffe und er geht an seine eigenen Reserven. Berufstätige entwickelten vor der totalen Erschöpfung Symptome wie Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden.“

Es gehe also darum, dem Körper gezielt das zuzuführen, woran es ihm mangele. Doch einer der größten Fehler im Arbeitsalltag bestehe in unzureichender Ernährung. Wienecke zeigt dafür Verständnis: „Mal ehrlich – wer schafft es denn dauerhaft, jeden Tag zum Beispiel 800 Gramm frisches Obst und Gemüse zu essen? Das ist doch unrealistisch.“  Doch auch, wer sich gesund ernährt, kann Mangelerscheinungen haben. Folgende Symptome weisen auf einen gestörten Energiehaushalt hin:

  • Leichtes Schwitzen nachts
  • Unruhiger Schlaf
  • Innere Unruhe
  • Schlechte Stresstoleranz
  • Müdigkeit und Antriebsarmut
  • Konzentrationsschwäche
  • Muskuläre Verspannungen
  • Schwierigkeiten, von der Arbeit abzuschalten

Der Sportwissenschaftler empfiehlt eine Blutuntersuchung, um den genauen Bedarf einer Person zu ermitteln. Dabei sei es wichtig, dass die Werte an denen von Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen gemessen werden. Dazu gehörten Alter, Geschlecht, Berufstätigkeit und sportliche Aktivität. Das Team um Wienecke hat in jahrelangen Untersuchungen eine Referenzdatenbank erschaffen, mit der genaue Auswertungen vorgenommen werden können. Anschließend erhalte der Patient „Energie auf Rezept“ – eine individuelle Zusammenstellung von Mikronährstoffen, mit denen er seinen Stoffwechsel wieder ins Lot bringen könne. „Die Leistungsfähigkeit steigt wieder, weil der Energiehaushalt stimmt“, so Wienecke. (Birgit Lutzer)

Berufsunfähigkeit: Absicherung gegen dieses gravierende Lebensrisiko

Quietschende Bremsen, ein lauter Knall und danach Dunkelheit. Der Fahrer wacht  im Krankenhaus wieder auf. Die Diagnose ist erschütternd: Er wird seinen Beruf als Handwerksmeister nie wieder ausüben können. „Die Berufsunfähgikeit ist ein schlimmes Schicksal, das nur durch private Vorsorge gelindert werden kann,“ so Versicherungsexperte Thomas Freud. Von ihm stammt dieser Beitrag.

Können Arbeitnehmer oder Selbstständige aufgrund einer schweren Erkrankung oder Invalidität ihren Beruf nicht mehr ausüben, stellt das einen enormen Lebenseinschnitt mit immensen finanziellen Folgen dar. Viele hängen danach von geringen staatlichen Leistungen oder familiären Zuwendungen ab, sie verlieren dramatisch an Lebensstandard. Zumindest diese negative Wirkung lässt sich aber verhindern: mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Kaum staatliche Absicherung: Private Vorsorge ist gefragt

Früher bot die gesetzliche Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit einen umfassenden Schutz, diese Leistungen hat der Gesetzgeber aber gestrichen. Nun erhält noch Geld, wer einer Arbeit nur noch wenige Stunden am Tag oder überhaupt nicht mehr nachgehen kann. Und auch diese Zahlungen bewegen sich auf einem niedrigen Niveau. Allein eine private BU-Versicherung gewährleistet eine ausreichende finanzielle Absicherung. Dabei überweist der Versicherer eine zuvor vereinbarte monatliche Rente, sobald Versicherte in ihrem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten können. Damit gehen zwei Vorteile einher: Erstens müssen sich Betroffene nicht nach einem anderen, meist schlechter bezahlten Job umsehen. Attestiert ein Arzt die Berufsunfähigkeit, haben Versicherte Anspruch auf die Versicherungsleistung. Zweitens können sie trotz Erwerbsunfähigkeit ihren Lebensstandard halten, sofern sie sich für eine ausreichend hohe Versicherungssumme entschieden haben.

Beachtenswertes beim Abschluss einer BU-Police

Der Wahl der optimalen Versicherungssumme kommt bei der BU-Versicherung eine entscheidende Bedeutung zu. Die Rente sollte im Schadensfall tatsächlich ein sorgenfreies Leben ermöglichen. Höhere Prämien sollten Interessierte dafür in Kauf nehmen, sie sollten hier nicht knausern. Darüber hinaus sollten sie die Bedingungen der einzelnen Anbieter im Detail studieren. So sollten diese unbedingt auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichten: Nur mit einem solchen Verzicht handelt es sich um eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung, andernfalls kann die Versicherung die Zahlung mit Verweis auf andere mögliche Jobs verweigern. Zudem sollten Verbraucher das Preis-Leistungs-Verhältnis mehrerer Unternehmen vergleichen, denn am Markt finden sich erhebliche Unterschiede. Als hilfreich erweisen sich unabhängige Vergleichsportale oder unabhängige Berater.

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Konkrete Kosten hängen von individuellen Faktoren ab

Die genauen Kosten entscheiden sich nicht nur am Anbieter und der gewählten Versicherungssumme, sondern auch am individuellen Risiko: Versicherer ziehen bei der Berechnung das Alter, den Gesundheitszustand und den Beruf heran. Junge, gesunde Arbeitnehmer in Berufen mit geringen Gesundheitsrisiken zahlen wenig, andere müssen zum Teil horrend hohe Kosten stemmen. Besonders bei körperlich belastenden Berufen verlangen die Gesellschaften hohe Beiträge. Wer sich diese Prämien nicht leisten kann oder will, sollte sich nach Alternativen umsehen. In Frage kommen zum Beispiel Unfallversicherungen oder Dread-Disease-Policen, die allerdings mit einem deutlich eingeschränkten Leistungskatalog verbunden sind. (Thomas Freud)

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9Brands UG,Thomas Freud, Stuntzstraße 81, 81677 München

Arbeit statt Arzt: Stadtwerke Bielefeld investieren in gesunde Mitarbeiter

Das Gesundheitsmanagement der Stadtwerke Bielefeld basiert auf demselben Prinzip wie die Empfehlung, jeden Tag einen Apfel zu essen. Vorbeugen ist besser als Heilen. Das Konzept erfasst sowohl das körperliche Wohlbefinden als auch die seelischen Bedürfnisse der Mitarbeiter.

Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm Rieke verrät: „Dazu gehören ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze, vernünftiges Essen in der Kantine und ein Gesundheitszentrum ebenso, wie die Möglichkeit, sich bei psychischen Problemen oder Suchtkrankheiten Hilfe zu holen.“

Er kann nur im Stehen lange arbeiten. Zum Glück hat Jan Adde de Groot einen maßgefertigten Schreibtisch.

Jan Adde de Groot

Der Ingenieur Jan Adde de Groot beispielsweise hat einen vom Unternehmen finanzierten Schreibtisch, der einem hohen Biertresen ähnelt. „Seit ich bei der Arbeit stehen kann, bin ich noch gar nicht krankheitsbedingt ausgefallen.“ erläutert er. Denn trotz seines Alters von 29 Jahren hat er aufgrund seiner Körpergröße von 202 cm massive Rückenprobleme. Diese haben in der Vergangenheit zu mehreren längeren Ausfällen geführt, weil er sich aufwendig behandeln lassen musste.

Der Umbau von Arbeitsplätzen gesundheitlich eingeschränkter Mitarbeiter ist nur ein kleines Element des betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie die damit-Beauftragte Diana Adamietz betont. Am längsten gebe es schon das Angebot für Suchtkranke, „ schon seit 1990.“ Zu typischen Süchten gehören laut Adamietz „Alkohol-, Spiel- und Internetsucht.“ Häufig versuchten die Betroffenen, ihr Leid zu verheimlichen. Denn neben Ausgrenzung drohe ihnen in vielen Firmen nach kurzer Zeit der Rauswurf, weiß die Gesundheitsmanagerin zu berichten. Nicht so bei den Stadtwerken, wie Pressesprecherin Birgit Jahnke ergänzt: „Bei uns gibt es seit fast 25 Jahren eine Betriebsvereinbarung unter dem Titel `Helfen statt Kündigen´. Sie greift bei Süchten. Seit Anfang 2012 ist sie in eine umfassende Betriebsvereinbarung „Gesundheit“ integriert, nach der wir bei Beeinträchtigungen der körperlichen und psychischen Gesundheit handeln.“ Interne Suchtbeauftrage und der externer betriebspsychologische Dienst durch die Firma Pecon GmbH stehen den Mitarbeitern, ihren Vorgesetzten und in manchen Fällen auch den Familien des Arbeitnehmers zur Seite.

Werner W. Wilk, Pecon-Geschäftsführer: „Neben den Stadtwerken sind wir auch für andere Unterhemen in dieser Funktion tätig. Durchschnittlich nehmen drei bis zehn Prozent der Belegschaften aller unserer Kunden unsere Leistung in Anspruch.“ Die Aufgabe seines Teams besteht nach Auskunft des Diplom-Psychologen in einer Beratung und im Aufzeigen weiterer Hilfsangebote, wenn jemand beispielsweise in einer akuten Krise keinen Lösungsweg sehe. „Wir möchten mit unserem Angebot dazu beitragen, ernsthafte und langfristige psychische Erkrankungen zu vermeiden. Bei dem Wunsch nach einer konkreten Diagnose verweisen wir an Fachärzte.“ so Wilk.

Das Gesundheitszentrum der Stadtwerke befindet sich in einem eigenen Gebäude auf dem Firmengelände. Der Betriebsarzt hält dort seine Sprechstunde. Außerdem können sich Verspannte dort medizinisch auf Rezept oder gegen eine geringe Gebühr zu Wellness-Zwecken massieren lassen. Mitarbeiter, die Spaß an Bewegung mit Gleichgesinnten haben, absolvieren im Obergeschoss professionell geleitete Sportkurse. In zwei Geräteräumen besteht die Möglichkeit, individuell zu trainieren. „Es ist verpflichtend, sich vor der Benutzung der Geräte durch unsere Fachleute einweisen zu lassen.“ betont Gesundheitsmanagerin Adamietz. Nach der Arbeit oder schweißtreibendem Training lockt eine ebenfalls die Poren öffnende Sauna im Keller zum Entspannen.

Die Sport- und Fitness-Angebote werden von den aktuell bei den Stadtwerken tätigen Mitarbeitern und auch von vielen Pensionären in Anspruch genommen. Regelmäßig dabei ist der ehemalige Personalleiter und Prokurist Karl-Heinz Sieweke. Er war von 1948 bis 1995 bei den Stadtwerken tätig. Heute freut sich der 83-Jährige über die Möglichkeit, „die Verbindung zum Unternehmen und den ehemaligen Kollegen zu halten.“ Der regelmäßige Sport sei eine Aufmunterung für ihn.

Jan Adde de Groot (Mitte) trainiert einträchtig mit den Pensionären Hans-Georg Schmidt (links) und Karl-Heinz Sieweke (rechts).

Jan Adde de Groot (Mitte) trainiert einträchtig mit den Pensionären Hans-Georg Schmidt (links) und Karl-Heinz Sieweke (rechts).

Auch Jan Adde de Groot übt sich wegen seiner Rückenprobleme an Fitness-Geräten. Ein dauerhafter Erfolg, so der Ingenieur, könne nur durch Kontinuität erreicht werden. „Ich fühle mich hierbei von den Stadtwerken sehr unterstützt und bin hoch motiviert, mich für das Unternehmen zu engagieren.“ sagt er und drückt die Arme noch einmal fest zusammen. Denn auch die Brustmuskulatur muss gestärkt werden. (Birgit Lutzer)

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Hauptsache, gesund: Staat und Kassen fördern Gesundheitsmanagement

Steinhagen/Westf.: Hohe Krankenstände, niedrige Produktivität – plötzlich ist Gesundheitsmanagement im Betrieb gefragt. Die Wirkung von Einzelmaßnahmen verpufft jedoch meist, so dass ein abgestimmtes Konzept die bessere Variante ist. Und es gibt es Zuschüsse von Staat und Krankenkassen.

Worauf es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement ankommt und was dabei die beste Vorgehensweise ist, verrieten vier Experten vom Steinhagener Institut Schramm: die Inhaber Gaby und Dirk Schramm, Trainer und Berater Dr. Michael Schnell und Netzwerkpartner Christian Kache, Geschäftsführer des Gütersloher Gesundheitszentrums „soma.fit“.

Welche Aktivitäten gehören überhaupt zum betrieblichen Gesundheitsmanagement?

Gaby Schramm: Dazu gehören drei Ansätze, die miteinander verzahnt werden müssen: Zum einen umfasst es alle Aktivitäten in Firmen, um Arbeitsbedingungen und Abläufe gesundheitsförderlich zu gestalten. Zum anderen geht es um die Einbeziehung der Mitarbeiter und drittens um die Stärkung ihrer persönlichen Kompetenzen. Bei Letzterem besteht oft Handlungsbedarf, wenn es um die Übernahme einer neuen Rolle, von neuen Funktionen und von Verantwortung als Führungskraft geht. In Konzernen ist dies bekannt, doch in vielen kleinen und mittelständischen Firmen noch nicht.

Was sind typische „Alarmsignale“, die darauf hinweisen, dass ein gesundheitsförderliches Eingreifen erforderlich ist?

Dirk Schramm: Wir müssen hier unterscheiden, um welche Perspektive es geht. Vom Mitarbeiter aus betrachtet, sind die Symptome unserer Klienten sehr verschieden. Manche haben Angstzustände, andere klagen über Schlafstörungen und dritte haben Bluthochdruck. Die Ursache sind belastende Lebensumstände, die sich insbesondere in höherem Lebensalter verstärkt körperlich auswirken.

Dr. Michael Schnell: Von Seiten der Unternehmen gibt es mehrere Faktoren. Zum einen spielt der demografische Wandel eine zunehmende Rolle. In vielen Firmen herrscht deswegen und auch aus anderen Gründen Fachkräftemangel. Hinzu kommt häufig, dass immer mehr Aufgaben von immer weniger Personen ausgeführt werden müssen. Es handelt sich also um strukturelle Probleme, die eben nicht nur durch Einzelmaßnahmen wie ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze gelöst werden können.

Woran merken Sie, dass Entscheidungsträger in kleinen und mittelständischen Unternehmen oft eher an solche Einzelmaßnahmen denken?

Gaby Schramm: Eine typische Ausgangssituation besteht darin, dass Führungskräfte uns nach einem Teamtraining fragen, um alle Mitarbeiter wieder auf Linie zu bringen. Dabei liegt die Ursache für eine schlappe, müde und wenig motivierte Belegschaft oft in den Arbeitsbedingungen. Die Leute sind überlastet und frustriert – oder sie haben andere psychische Probleme. Körper und Seele bilden eine Einheit, so dass wir dann „integrativ“, also übergreifend vorgehen. Es geht darum, die Gesamtsituation in der Firma zu analysieren und ein Konzept zu entwickeln, dass alle Problembereiche sowie deren Ursachen erfasst.

Inwieweit ist es Firmen selbst überlassen, ob Sie ein Gesundheitsmanagement einführen oder nicht?

Christian Kache: Eine ganz freiwillige Angelegenheit ist das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht mehr. Auch die Europäische Gemeinschaft setzt sich mit der „Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz“ dafür ein. Hintergrund ist das wirtschaftlich motivierte Interesse an leistungsstarken, engagierten und produktiven Mitarbeitern in der Europäischen Union. Jeder Mitgliedsstaat ist angehalten, die eigenen Unternehmen dabei zu fördern. In Deutschland erhalten Firmen vom Staat steuerliche Vorteile. Maßnahmen für die Gesundheitsförderung in Firmen kann der Unternehmer bis zu einer umgerechneten Höhe von 500 Euro pro Mitarbeiter steuerlich als Betriebsausgaben geltend machen.

Und was tun die Krankenkassen?

Dirk Schramm: Sie haben vom Gesetzgeber die Vorgabe, dass sie Angebote für Betriebe bereithalten und die Implementierung des Gesundheitsmanagement fördern. Wie genau sie das umsetzen, entscheiden die Krankenkassen individuell „Da es sich beim Gesundheitsmanagement um einen länger dauernden Prozess handelt, erstattet beispielweise eine Krankenkasse den Aufwand für einen Berater, der dem Unternehmen dabei zur Seite steht und die Umsetzung begleitet. Die genauen Angebote müssen durch ein Gespräch geklärt werden. Oft besteht dabei ein gewisser Verhandlungsspielraum.

Mit der Nadelfasziotomie schnell wieder arbeitsfähig trotz Dupuytren

Bei der Dupuytren´schen Verkrümmung der Finger treten meist keine Schmerzen auf und die Patienten lernen es, die Erkrankung vor ihren Mitmenschen zu kaschieren. So lange sie ihren Beruf mit den verkrümmten Fingern noch einigermaßen ausüben können, schieben die Betroffenen die Behandlung vor sich her.

Bei manchen Menschen liegt der Finger schon in der Hohlhand und läßt sich kein bißchen mehr bewegen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, daß sie der Chirurg fragt, ob sie diesen Finger noch benötigen. Wenn nicht, könnten sie sich von ihm verabschieden, weil er nämlich zur Amputation anstehe.

In den allermeisten Fällen ist dieser radikale Eingriff jedoch nicht erforderlich. Auch „schlimme Finger“ können mit der Nadelmethode (Nadelfasziotomie) so weit begradigt werden, daß die Patienten wieder ohne Probleme die Finger in Fingerhandschuhe stecken können.

Für die Durchführung der schonenden Nadelfasziotomie ist eine lokale Betäubung erforderlich. Dann wird mit einer Nadel der Strang oder Knoten unter der Haut durchstochen. Im Anschluß daran läßt sich der Finger mit einem Ruck ohne Schmerzen begradigen. Bei dieser Prozedur reißt nur der narbige Strang, der zur Verkrümmung geführt hat. Das Gefäßnervenbündel des Fingers bleibt unverletzt, weil dieses Gewebe eine andere Zusammensetzung als der narbige Strang hat und im Gegensatz zu diesem elasisch ist.

Es kann jedoch vorkommen, dass die Haut einreißt. In diesem Fall wird der entstandene Hautdefekt durch ein kleines Hauttransplantat gedeckt, daß in lokaler Betäubung von einer haarfreien Stelle des Unter- oder Oberarms entnommen wird. Damit das verpflanzte Hautstückchen gut einwachsen kann, muß der Finger in diesem Fall für 2 Wochen in einer Gipsschiene ruhiggestellt werden. Sollte die Haut jedoch nicht einreissen, kann der Patient einen Tag nach der Nadelfasziotomie den Verband abnehmen und der Finger ist sofort wieder einsetzbar bei der Arbeit, beim Sport und Musizieren.

Nebenwirkungen der Fasziotomie können sein: Entzündung, Schmerzen, Gefühlsstörung der Finger oder Einheilungsstörung des verpflanzten Hautstückchens. Die Häufigkeit dieser möglichen Komplikationen ist geringer als bei der operativen Behandlung mit Hautschnitten. Insbesondere verbleiben nach der Nadelfasziotomie keine Narben. Auch wenn die Rückfallquote nach der Nadelfasziotomie größer ist als nach der Behandlung mit Hautschnitten, so kann doch die Nadelfasziotomie im Gegensatz zur Operation beliebig oft wiederholt werden, weil eben keine Vernarbung entsteht.Nach dem Eingriff sollte der Patient für die Fahrt nach Hause eine Begleitperson mitbringen, da man einen PKW nicht mit verbundener Hand lenken sollte, oder aber mit der Bahn fahren.

Die Nadelfasziotomie kann schon ab einer Krümmung von 20 Grad in einem der Fingergelenke vorgenommen werden. Es handelt sich um eine Kassenleistung, die nicht extra bezahlt werden muß. Es entstehen für den Patienten nur die Fahrtkosten nach Bielefeld, die die Kasse aber vielleicht kulanzmäßig übernimmt, weil nur in Bielefeld auch die schlimmsten Fingerverkrümmungen mit der Nadelmethode behandelt werden. Privatversicherungen übernehmen die Behandlungskosten selbstverständlich ebenfalls.

Das Verfahren ist vom Prinzip her „bestechend“ einfach, es muss jedoch mit viel Gefühl durchgeführt werden. So bleibt die Arbeitsfähigkeit des Patienten fast ohne Unterbrechung dauerhaft erhalten.

Dr. med. Wolfgang Lenze

Dr-Wolfgang-Lenze-kl

  • Facharzt für Chirurgie und Kinderchirurgie
  • Tätigkeit als Oberarzt an der Universität Tübingen
  • 1993 Niederlassung in Bielefeld
  • Anwendung und Weiterentwicklung der Nadelfasziotomie seit 1993

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