OWL

Meldungen aus Firmen und über die Wirtschaft im Raum Ostwestfalen-Lippe

Vorsicht, bissige Mitarbeiter!

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Eine Vielzahl von Studien belegt, dass es um die Motivation der Beschäftigten in deutschen Unternehmen nicht zum Besten bestellt ist. Doch auch bei den Mitarbeitern gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Eine besondere Herausforderung für Führungskräfte sind Belegschaftsmitglieder, die die Firma durch ihr Verhalten schädigen.

Zum Einen gibt es die A-Mitarbeiter, diejenigen die den Karren ziehen, das Unternehmen nach vorne bringen und die gesetzten Ziele immer erreichen. Sie sind hoch motiviert und verspüren eine starke emotionale Bindung an die Firma. Diesen gegenüber stehen die B-Mitarbeiter. Sie haben Potenzial und sind meist noch formbar. Die Amerikaner nennen sie nine to fiver. Sie kommen und gehen pünktlich. Sie sind in der Regel verlässlich, doch bei schwierigen Aufgaben benötigen sie oft Unterstützung. Last but not least, die C-Mitarbeiter. Sie zeigen wenig bis gar kein Engagement und haben häufig schon innerlich gekündigt. Diese Mitarbeiter zeigen wenig Bereitschaft zur Weiterbildung. Ihr Verhalten bei anstehenden Veränderungen ist destruktiv. Sie machen Fehler und belasten das Betriebs- Ergebnis und -Klima. Die C-Mitarbeiter sind leicht auszumachen. Sicher, es ist nicht immer einfach, jemanden zu kündigen. Spaß macht es auch nicht, doch dennoch ist es manchmal unabdingbar.

Die wirklichen Probleme allerdings werden durch Mitarbeiter verursacht, die augenscheinlich einen guten Job machen und Loyalität heucheln. Heimtückisch untergraben sie die Leistung und Moral ihrer Kollegen. Sie beeinflussen deren Einstellung negativ und vergiften das Klima Ihres Unternehmens. Auf welche Leute Sie gut verzichten können (und sollten):

Tratschtanten und -onkels

Kennen Sie auch diese hinter vorgehaltener Hand geführten Gespräche? Sie klingen etwa so: „Schon gehört? Die Müller ist schon wieder abgemahnt worden.“ Oder- „Pssst, weißt du schon: Meier und Schulze stehen bei der Geschäftsleitung auf der Abschussliste. Die beiden sind todsicher bald raus.“

Tratschen verschwendet wertvolle Zeit, die für produktive Kommunikation genutzt werden könnte. Außerdem stellt es eine Respektlosigkeit gegenüber den betroffenen Kollegen dar und schafft ein Klima von Misstrauen.

Entscheidungs- Untergraber

Themen sind ausdiskutiert, Bedenken zerstreut, die am Meeting Beteiligten verständigen sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Doch unmittelbar danach fühlt sich eines der Teammitglieder „bewogen“, die besprochenen Themen erneut aufzugreifen und die Ergebnisse durch Verbalattacken, wie z. B.: „Ich sehe das ganz anders, da sollten wir noch einmal darüber sprechen, ich bin mit der Entscheidung nicht einverstanden“ zu sabotieren. Im Ergebnis werden Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt und Ziele nicht erreicht.

Unzuständige

Tatort: Samstagvormittag in einer gut besuchten Elektronikabteilung eines Kaufhauses in der Innenstadt. Sie halten schon fast verzweifelt nach kompetentem Verkaufspersonal Ausschau. Dann endlich – Sie haben jemanden entdeckt. Sie eilen auf die freundlich dreinblickende Verkäuferin zu und erhalten auf Ihre Bitte um Unterstützung zur Antwort: „Für Smartphones bin ich nicht zuständig. Das macht der Kollege und der ist gerade in der Pause.“

Je kleiner das Unternehmen, desto wichtiger ist es, dass Mitarbeiter „mitdenken“, und tun, was getan werden muss – insbesondere in der Kommunikation und dem Umgang mit Kunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es die eigentliche Aufgabe ist oder nicht. Solange dem Mitarbeiter keine unzumutbaren Arbeiten abverlangt werden und seine Fachkompetenz es zulässt, ist es sein Job, die an ihn herangetragenen Anforderungen zu erfüllen. Andernfalls signalisiert er: „Hey das kümmert mich nicht“. Diese Haltung macht im schlimmsten Fall aus einen gut funktionierenden Team eine zerstrittene Gruppe von Einzelkämpfern.

Unbelehrbare

Wer kennt nicht das berühmter Zitat von Alfred Krupp: „Wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht mehr Fehler. Nur wer die Hände in den Schoß legt, macht gar keine Fehler.“ Fehler passieren uns immer wieder. Auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, in der Freizeit: Fehler sind nun mal menschlich. Jedoch gibt es Mitarbeiter, die aus Ihren Fehlern nicht lernen. Immer wieder schlagen sie den Holzweg ein, und das kann teuer werden. Mitarbeiter, die sich als nicht lernfähig erweisen, stellen ein hohes unternehmerisches Risiko dar.

Ausbremser

Vielleicht kennen Sie auch diese Situation: Der neue Kollege ist hoch motiviert. Über die vereinbarten Ziele schießt er weit hinaus. Ihre Erwartungen werden mehr als erfüllt. Doch irgendwann wird ihm von einem „erfahreneren“ Kollegen gesagt „Du arbeitest zu viel, das lässt mich und die Kollegen beim Chef schlecht aussehen“. Hier wird versucht, den neuen Kollegen zu einer geringeren Arbeitsleistung zu bewegen, indem sozialer Druck ausgeübt wird. C-Mitarbeiter wollen nicht mehr tun, sie wollen, dass andere weniger tun.

Scheinbar Unverzichtbare

Wissen Sie, was das Kürzel T.E.A.M – gesprochen „Team“ bedeutet? Genau, „Toll ein anderer macht’s!“. Da gibt es Mitarbeiter, die die Erfolge ganzer Teams für sich beanspruchen, obgleich sich ihr tatsächlicher persönlicher Arbeitseinsatz in Grenzen hielt. Sie nehmen sich überbordend wichtig, bringen jedoch ihre PS nicht auf die Straße. Sie versuchen, Ihnen und dem gesamten Umfeld zu suggerieren, dass ohne ihr Zutun der Laden nicht läuft. Ein guter Teamplayer teilt die Erfolge mit seiner „Mannschaft“, er honoriert die Leistung anderer, lobt und lässt seine Kollegen „gut dastehen“. Insbesondere gute Führungskräfte feiern die Leistung ihres Teams, sicher in dem Bewusstsein, dass dessen Erfolge auch auf sie zurückfallen.

Rufschädiger

Ein Kunde beschwert sich, weil es zu einem Fehler bei der Lieferung gekommen ist. Anstatt sich nun der Beschwerde lösungsorientiert anzunehmen, reagiert der Mitarbeiter mit den Worten „Das habe ich nicht zu vertreten, dass waren die Kollegen aus dem Lager“, oder „Solche „Vögel“ haben die schon häufiger „abgeschossen“. Eine solche Aussage signalisiert dem Kunden „Wir sind uns hier uneins“, „Hier weiß eine Hand nicht, was die Hand tut“. Solche Aussagen sind unkollegial und setzten das Vertrauen des Kunden in die Leistungsfähigkeit des Unternehmens herab. Gute Kollegen und Mitarbeiter fangen die Kritik ab und lösen das Problem – unabhängig davon wer den Fehler begangen hat. Sie stecken die Kritik ein, weil sie damit umgehen können weil und sie vielleicht wissen, dass der Verantwortliche es gerade nicht kann. (Michael Borgstedt)

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Keine Angst vorm Terminator: Mit REFA-Techniken in die Zukunft 4.0

Nostalgie-Robot

Was ist, wenn zukünftig nur noch Roboter unsere Arbeit erledigen? Rationalisiert sich der Mensch selbst weg oder macht er sich zu abhängig von Maschinen? Schon immer hatten Menschen Zukunfts-Visionen. Manches davon wirkt wie Sciencefiction, anderes ist bereits Alltag. Gemeinsam ist allen Szenarien: Gegenüber den technischen Innovationen wird der Mensch nur wenig berücksichtigt.

Natürlich kann man eine Produktionsstraße vollautomatisieren, aber wie sieht es mit den Prozessen davor und dahinter aus? Wer überwacht, steuert, wartet und entscheidet? Es sind die Menschen, eben die „Wertschöpfungserbringer“ der Neuzeit – vielleicht nicht mehr durch „eigener Hände Arbeit“, doch aber bestimmt mit viel Kopfarbeit, Erfahrung und Übersichtswissen.

Auch Prof. Dr. Ing. Sascha Stowasser, Leiter des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft in Düsseldorf, sieht diesen Wandel: „Es wird den Dienst nach Vorschrift nicht mehr geben – die Arbeit wird sich mehr als direkte Kommunikation zwischen Auftrag, Maschine und Mitarbeitern ergeben.“ Er fügt die damit verbundenen Anforderungen an die Arbeitenden hinzu: „Sie sollen ihre Erfahrung in den Prozess einbringen können und offen für die Verbesserungen sein, die die Digitalisierung uns bringt.“

Genau in dieser Weise werden eine qualifizierte Facharbeiterin oder ein in Elternteilzeit arbeitender Angestellter ihre Leistung erbringen müssen. Eine Leistung, die im Zweifelsfall nur dadurch erkennbar wird, dass die automatischen Prozesse weiterlaufen, dass die Maschinen genügend Material haben oder dass die Störung einer Maschine nicht den ganzen Prozess der Supply Chain zum Stottern oder Stocken bringen wird. Ein Beispiel:

Bei der schlanken Liniengestaltung etwa geht es um die drei Stränge „Mitarbeiterfluss“, „Materialfluss“ und „Informationsfluss“. Um diese miteinander zu harmonisieren, stellt der RFEA Techniker folgende Fragen:

  • Entsteht durch den Einsatz der Mitarbeiter in irgendeiner Weise eine Verschwendung?
  • Trägt der Mitarbeiter durch seine Tätigkeit direkt zur Produktivität oder zum Umsatz bei?
  • Ist der Mitarbeiter optimal ausgelastet (= entsprechend seiner Kompetenzen)?
  • Entstehen durch den Materialfluss Verschwendungen (Material, Energie, Zeit …)
  • Bewegt sich das Werkstück von einem Wertschöpfungsschritt zum nächsten?
  • Sind die Prozessschritte gekoppelt oder bestehen Zwischenpuffer?
  • Entstehen beim Informationsfluss Verschwendungen (z. B. Redundanzen, mehr Zeitaufwand durch fehlende oder unnötige Informationen)?
  • Wie schnell werden Probleme und Abweichungen bemerkt?
  • Was passiert in diesem Fall?
  • Welche Anweisungen (z. B. Arbeits- und Prüfpläne) liegen vor – und erfüllen diese ihren Zweck?

(Vgl. REFA-Fachbuchreihe Unternehmensentwicklung „Industrial Engineering“, 2011, S. 168 f.)

Auch die Analyse von Daten ist für REFA schon immer die Basis fachgemäßer Entscheidungen gewesen, deshalb hat der REFA-Techniker IE hier klar einen Heimvorteil. Und dieser kommt allen Unternehmen zu Gute, die ihre Mitarbeiter/Innen mit dem notwendigen REFA-Wissen ausstatten.

Vom Arbeitssystem über die Prozesskette bis zum Unternehmensmodell kann der REFA-Techniker IE die Mikro-, Meso- und Makroperspektive einnehmen. Entscheidungen im Detail werden auf ihre Auswirkungen im gesamten Unternehmenskontext analysiert. Gerade deshalb stellt der REFA-Techniker IE die Symbiose der Kernthemen Digitalisierung und Demographische Entwicklung dar. Denn ein erfahrener Mitarbeiter weiß um die Abläufe im Unternehmen Bescheid.

Ein erfahrenes Betriebsmitglied mit REFA-Hintergrund ist in der Lage, auch die Prozesse in der Industrie 4.0 steuern. Das macht den modernen „Wertschöpfungserbringer“ aus, unabhängig vom Alter, welches heute teils noch als Hemmnis für die notwendige Entwicklung der Unternehmen angesehen wird. Die Bewältigung von Themen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und dem Demographischen Wandel hat gerade mit REFA eine gute Chance die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig und positiv zu verbessern. Auch Stowasser sagt: „Der Wandel braucht eine Kultur. Und Menschen, die sich dafür begeistern!“* Autor: Lars Pielemeier

*Literaturhinweis: Mehr Information und finden Sie im gerade erschienenen REFA-Dosssier „Arbeit mit Zukunft. Was uns erwartet, was uns ändern wird: Experten und Meinungen zur Zukunft der gewerblichen Arbeit. Dortmund 2016, kostenfreier Download auf www.zukunft-refa.de

Mit REFA-Lehrinhalten Zeit und Geld sparen: Checkliste Prozessoptimierung

Reihenfolge

  • Ist die Reihenfolge der Vorgänge stimmig?
  • Werden die wichtigsten Dinge zuerst bearbeitet?
  • Lässt sich Zeit durch eine Änderung der Reihenfolge sparen?

Reduktion

  • Tragen wirklich alle Vorgänge zum Ergebnis bei?
  • Können bestimmte Vorgänge wegfallen?

Straffung/Zusammenfassung

  • Ist es sinnvoll, Vorgänge zu straffen oder zusammenzufassen?

Vereinfachung

  • Können Vorgänge vereinfacht werden?

Parallel-Schaltung

  • Lassen sich Vorgänge gleichzeitig durchführen?

Auslagern

  • Führen andere Organisationseinheiten oder externe Anbieter bestimmte Vorgänge schneller und ggf. auch kostengünstiger durch?

Schnittstellenoptimierung

  • Können Schnittstellen zu Lieferanten, anderen Organisationseinheiten oder Arbeitspersonen verringert oder effizienter ausgestaltet werden?

Quelle: Vgl. REFA-Seminarunterlagen 2016 für die Weiterbildung zum Techniker IE

Technolatein verständlich machen

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Oft werden technische Inhalte trocken aufbereitet. Das Ergebnis sind ermüdende Informationsträger. Emotional angereicherte Inhalte sind verständlicher und gleichzeitig überzeugender. 

Die Gehirnforschung hat es ans Licht gebracht: Inhalte mit Elementen, die angenehme Gefühle wecken, werden schneller aufgenommen und verarbeitet als abstrakte Formulierungen und so genannte „Bleiwüsten“. Endlose Seiten mit eng gedrucktem Text rufen Unlust hervor und senken die Motivation, sich auf die mühevolle Lese-Wanderung zu machen. Sowohl bei neurodidaktischen Lehr-Ansätzen als auch im Neuromarketing wird deshalb mit besonderen Formulierungen und Bildern gearbeitet.

Ausgangspunkt aller Überlegungen für die gehirngerechte Aufbereitung technischer Informationsträger sind die Empfänger der Botschaft. Sind es Experten oder Laien? Sollen sie in einer technischen Frage oder Bedienung angeleitet oder für ein Angebot gewonnen werden? Bei Informationen, die eine bestimmte Erkenntnis oder eine (Kauf-) Handlung auslösen sollen, wird die für den Empfänger gewohnte Gestaltung um bildhaft-emotionale Elemente ergänzt. Durch diese Kombination entsteht psychologisch eine höhere Akzeptanz der Botschaft.

Wie bitte??! Ungewöhnliche Headlines machen neugierig

Häufig fällt der erste Blick z. B. beim Durchblättern eines Print-Mediums oder beim Aufruf einer Internetseite auf die Überschrift. Führt sie zu einem Schmunzeln oder Stutzen, werden die ersten Zeilen überflogen. Dann erst fällt die Entscheidung, weiterzulesen oder wegzuklicken. Wortspiele sind eine gute Möglichkeit, erste Aufmerksamkeit zu schaffen:

  • „Nichts anbrennen lassen – Fortbildung für Brandschutzbeauftragte“ (Werbung eines Bildungsanbieters für technische Seminare)
  • „Sauber macht lustig“ (Handreinigungspaste für den Industriebedarf)
  • „Hochstapeln statt Einkisten: Vorteile der Bodenblocklagerung“ (Überschrift eines PR-Fachbeitrags über Lagerhaltung)

Dabei ist immer zu beachten, wer die Zielpersonen sind und ob diese ggf. einen vom Wortwitz abweichenden Humor haben könnten. Das gilt zum Beispiel für doppeldeutige Anspielungen wie in der Seminarwerbung. Sehr wichtig für die weitere Aufmerksamkeit sind Bilder, die vielleicht sogar noch eher als die Überschrift wahrgenommen werden.

Staplerfahrer Klaus und Kollegen: Die Wirkung von Bildern

Die Lebendigkeit einer Information beeinflusst die Aufmerksamkeit, die auf sie gerichtet wird. Eine Person in Aktion zieht den Blick automatisch mehr an als Metallteile. Ein unbemannter Stapler in einer Lagerhalle etwa dürfte häufiger Anblick in vielen Firmen sein.

Ein freundlicher Mitarbeiter im Fahrzeug mit direkten Blickkontakt zum Betrachter und löst die Vorstellung aus, dass er gleich die Ladung aufnimmt. Selbst wenn dieses Szenario ebenfalls alltäglich ist, wirkt die Darstellung lebendiger als das leere Fahrzeug. Das Beispiel zeigt eine Bodenblocklager-Aufnahmestation bei der Meurer Verpackungssysteme GmbH, Freren  – einschließlich des Fahrers (Foto: Birgit Lutzer).Foto-Unterzeilen oder Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive sind ebenfalls ein Instrument, kleine Geschichten in die Beschreibung technischer Sachverhalte einzubinden und die Fantasie des Empfängers anzuregen.

Das folgende Bild ist im Rahmen einer Presseaktion über das Unternehmen Dow Chemical in Schkopau entstanden. Thema war die Lkw-Abwicklung mit programmiertechnischen Einzelheiten bei der Silo- und Palettenverladung.

Bildunterzeile: Silo-Mitarbeiter Detlev Rähme (r.) wacht mit Argusaugen darüber, dass alle Vorschriften eingehalten werden. Nach dem Anseilen für den Fallschutz erfolgt die Freigabe: Trucker Detlef Reichard darf aufs Lkw-Dach. 

Gestik und Mimik der Abgebildeten haben einen Unterhaltungswert. Das Kopfkino des Lesers wird aktiviert – dieses Mal auch durch das Zusammenspiel von Motiv und Bildunterzeile. Ungewöhnliche Ausschnitte als belebende Elemente werden bereits sehr verbreitet in technischen Unterlagen eingesetzt, die reiner Information dienen.

Gilt „Sex sells“ auch für das technische Marketing?

Da es beim Marketing bzw. der Unternehmenskommunikation also unter anderem um die Reizqualitäten von Informationen geht, stellt sich die Frage, ob das alte Rezept „Sex sells“ auch in technischen Zusammenhängen funktioniert. Hier ist Vorsicht angesagt, denn Werbung mit spärlich bekleideten Foto-Modellen gilt heute als rückständig. Wie so oft, kommt es aber auf den Zusammenhang an. Die Rominger Kunststofftechnik GmbH aus der Schweiz hat eine besonders stabile Kunststoff-Faser entwickelt, die unter anderem für reißfeste Einkaufstüten eingesetzt wird. Nebenprodukt mit hoher Reizqualität ist ein Kunststoff-Büstenhalter für Frauen mit großer Oberweite. Die PR-Abteilung initiierte durch Aussenden einer Presseinformation zwei technische Fachbeiträge in verschiedenen Medien. Einer davon erzielte besonders viele Klickraten auf der Firmenwebsite. Die Gegenüberstellung zeigt jeweils die erste Seite:

Der Brustbild-Beitrag erschien in Schweizer MaschinenMarkt-Sonderpublikation „Swiss Made – Die Stärken Schweizer Qualität“ 06/2015 und der Hunde-Artikel in der Technischen Rundschau Schweiz, September 2015.

Beide Redaktionen haben das Thema aufgegriffen und mit einem „Key Visual“ (Blickfang) versehen. Auch der Hund hat Reizqualitäten, doch gegen die andere Abbildung hat er keine Chance. Dennoch: Ohne Bezug zum Produkt ist dringend von der Verwendung Fotos mit direktem erotischen Gehalt abzuraten. „Sex sells“ gilt zwar auch beim technischen Marketing, doch der Zusammenhang zwischen Reiz und Sachverhalt muss schlüssig sein. Es gibt dezentere Wege, Aufmerksamkeit mit menschlicher Attraktivität zu wecken. Auch ein durchtrainierter Ingenieur in Arbeitskleidung hat seine Reize … (Birgit Lutzer)

Innovativ mit Tradition – die Clausen oHG Bielefeld

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Alles begann mit Laborbehälterbau und Dunkelkammereinrichtungen – damals, 1981, als die Fotografie noch analog war.  Rüdiger Clausen konstruierte Kunststoff-Behälter, die resistent gegen Chemikalien waren. Seinerzeit belieferte er unter anderem die Bodenforschung Hannover mit großen Becken zur Entwicklung ihrer Luftbildaufnahmen.

Nostalgisch sind mittlerweile auch die von ihm konstruierten Taucherlampen. Auf deren innovativer Technik indes basieren die heute von ihm hergestellten und vertriebenen Scheinwerfer und Handlampen für den professionellen Einsatz.

Ob Xenon-Gasentladungslampen oder LED Arbeits-Scheinwerfer – in jedem einzelnen Produkt der Clausen oHG spiegelt sich jahrelange Erfahrung mit der Materie wieder. In ihrem Werk in Bielefeld wurden auf Basis der Gasentladungstechnik aus der Automobilindustrie und neuester LED-Technik Beleuchtungen entwickelt, die in Hinblick auf Lichtausbeute und Brenndauer bisher unerreichte Werte erzielen. Die von der Clausen oHG eingesetzten Xenon-Leuchtmittel leisten garantiert 50.000 Einschaltvorgänge und sind auch im heißen Zustand sofort einsatzbereit.

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Davon profitieren inzwischen zahlreiche Feuerwehren, Sportplätze, Großbaustellen und all jene, die Tag und Nacht auf perfekte Ausleuchtung angewiesen sind. Als Zuliefererung für Werbetechnikfirmen und Werbeagenturen werden Fräsarbeiten und Zuschnitte von der Portalfräse angeboten. PVC-Hartschaum, Alu-Verbundplatten, Plexiglas, Aluminium und viele andere Werkstoffe werden auf diese Weise in die unterschiedlichsten Produkte verwandelt. Behälter, Einbautanks, Kunststoffeinsätze, Soleverteiler und Sicherheitswannen sind nur einige der angebotenen Erzeugnisse.

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Besonders gefragt ist ein Mix aus Beleuchtung und gefrästem Kunststoffschild. Ein Hingucker für alle Arminia-Fans ist das folgende Schild für den Bielefelder Fußballverein:Innovativ, vielseitig und der Zeit immer eine Idee voraus – so lassen sich Firmeninhaber Rüdiger Clausen und seinen Sohn Michael, der seit 2011 Mitgesellschafter ist, charakterisieren.

Denn der Firmensitz Bielefeld liegt ja nicht gerade an der Küste. Umso erstaunlicher ist es, dass es den Wassersportlern Rüdiger und Michael Clausen gelungen ist, auch im Bootsbau Fuß zu fassen. Sie lesen richtig!

Clausen-04Das Hochwasserboot „Typ Gütersloh“, welches von der DLRG genutzt wird, stammt zu 100 %  aus der „Werft“ Clausen oHG. Und sie reparieren auch. Jedes Jahr zum Ferienende werden rund 70 – 80 Kanus nach Bielefeld verbracht. Die Firma Voyage Gruppenreisen, die Kanufahrten organisiert und anbietet, ist froh, dass ihre viel genutzten Wasserfahrzeuge durch fachkundiges Extruder-Schweißverfahren eine Lebensverlängerung erhalten.

Zwar deutschlandweit unterwegs, so sind es doch die traditionellen ostwestfälischen Werte, die die Firma Clausen oHG auszeichnen: bodenständig, zuverlässig, robust und reaktionsschnell. „Wenn in Bayern ein Notfall eintritt, lassen wir hier alles stehen und liegen und fahren hin, sei es auch nur, um einen Stutzen anzuschweißen“, erzählt uns Rüdiger Clausen. Das sei selbstverständlich und „da sind wir klar im Vorteil zu den großen Anbietern“. Ende 2016 steht ein Umzug in eine neue, wesentlich größere Halle an. Wir sind gespannt auf weitere Innovationen aus dem Hause Clausen oHG und werden berichten. (Petra Zreik)

 Kontakt:

Clausen oHG, Fichtenweg 13, 33649 Bielefeld. Telefon: 0521 – 45 20 63 E-Mail: info@handlampen.com, www.teuto-kunststofftechnik.de, www.handlampen.com

Fit für die Zukunft als REFA-Techniker für Industrial Engineering

Digitale Arbeitsplätze, noch mehr Roboter in Maschinenhallen, Vernetzung – die Arbeitswelt wird immer komplexer. Wer auch morgen noch gefragt sein möchte, muss vorsorgen – zum Beispiel mit einer Weiterbildung zum REFA-Techniker für Industrial Engineering.

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REFA-OWL-Geschäftsführer Lars Pielemeier (auf dem Bild vorne rechts) erläutert: „Die Weiterbildung zielt darauf, die Menschen fit für den Umgang mit dynamischen Prozessen, immer intelligenteren Planungssystemen und komplexen Abläufen zu machen.“ Dass viel Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft der Arbeit besteht, bestätigt auch Sigrid Carlmeyer (vorne links). Als Kaufmännische Angestellte leitet sie das Büro des REFA-Regionalverbandes OWL und ist für die Seminarkoordination zuständig. „Oft rufen Interessierte an und wollen sich grundsätzlich über REFA, die Inhalte unserer Weiterbildung und ihre Zukunftschancen damit informieren.“

REFA-OWL-04-miniFacharbeiter Lukas Sänger (links) etwa wollte vor einiger Zeit weg von der Maschine hin zu einer Position mit mehr Entscheidungsverantwortung. Deshalb absolvierte der 24-Jährige neben seiner Tätigkeit für die Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH in Bad Driburg eine Ausbildung zum REFA-Techniker für Industrial Engineering. Er ist sehr zufrieden: „Durch mein Know-how aus der Weiterbildung können die Produktionsabläufe im Betrieb besser gestaltet werden.“ Auch sein Chef Rudolf Wieneke (rechts) ist sehr zufrieden.

Bis dahin war es ein längerer Weg, denn die Ausbildung setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Diese können auch einzeln absolviert werden. Sänger: „Angefangen hat es mit dem Grundmodul, darauf folgten Themen wie Qualitätsmanagement, der interne Auditor, Kostencontrolling und zum guten Schluss der REFA-Techniker.“ Dass die Seminare überwiegend in den Abendstunden stattfanden, sieht Sänger positiv, selbst wenn er einräumt, es sei zuweilen „stressig“ gewesen: „Ich habe abends etwas gelernt und konnte es am nächsten Tag sofort in unserer Firma umsetzen.“

Pielemeier ergänzt: „Bei Herrn Sänger war es der Wunsch nach einer anspruchsvollen Tätigkeit auf gestalterischer und planerischer Ebene. Andere Teilnehmer möchten sich mit dieser Weiterbildung für die Arbeitsorganisation in der digitalen Zukunft rüsten.“ Denn der Wandel zu immer mehr Vernetzung und andersartigen Arbeitsplätzen gehe mit Siebenmeilenstiefeln voran. Pielemeier: “Wer da Schritt halten will, muss sich bewegen.“

REFA-OWL-03-miniNeben Theorie steht beim REFA-Techniker besonders die Praxis im Blick, wie Pielemeier unterstreicht. Er kippt eine Tüte mit Metall- und Plastikteilen vor sich auf den Tisch. „Die Grundausbildung endet mit einer Praxiswoche. In der müssen die Teilnehmer diesen Bausatz aus 171 Einzelteilen zusammensetzen und die Arbeit im Team komplett organisieren. Ziel sei die Ermittlung der Herstellungskosten und Dauer für insgesamt 300 kleine Autos. Pielemeier: „Wie unsere Teilnehmer es bei uns gelernt haben, müssen sie fundiert darlegen und später präsentieren, was sie machen, warum sie es so machen, wie lange es dauert und wie teuer es wird.“ Mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Sollte machbar sein für einen zukünftigen REFA-Techniker für Industrial Engineering!“

Aktuelle Ausbildungstermine des Regionalverbands OWL finden Sie hier … (Birgit Lutzer)

Lager-Optimierung mit Köpfchen
 bei heroal

(Firmen-Info) Optimale Lieferzeiten und -quoten von 98 % – das ist es, was der Aluminium-Spezialist heroal unter anderem als Serviceleistungen definiert. Mit der alten Technik im Hochregallager Hövelhof war dies nur noch mit erheblichem Aufwand gegeben. So entschlossen sich die Verantwortlichen vor einiger Zeit, das Logistikzentrum in Hövelhof zu optimieren. Heute läuft alles am Schnürchen – dank einer Komplettlösung des Bissendorfer IT- und Steurerungstechnik-Spezialisten profil systems.

heroal-Werksleiter Jürgen Schöppner beschreibt die Ausgangssituation genauer. „An der Einlager-Station des Hochregallagers mussten die Mitarbeiter vor der Optimierung alle Wareneingänge manuell erfassen.“ Durch Wege zu einem separat aufgestellten PC sei ein hoher Zeitaufwand entstanden. Ähnlich schildert Schöppner rückblickend die Situation an der Kommissionier-Station: „Wer sich über den Stand der Dinge informieren wollte, musste erst den Leitstand betreten und auf einen Bildschirm am Schreibtisch blicken.“ Neben der Automatisierung der Eingaben und der Verkürzung von Wegstrecken sollten neue Sicherheitskonzepte Bestandteil des Retro-fits werden.  Instandhaltungs-Fachkraft Andreas Erdbories ergänzt: „Außerdem hatten wir das Lagerverwaltungssystem umgestellt. Dadurch entstanden zusätzlich Schnittstellenprobleme.“

Als große Herausforderung standen die elektromechanischen Schwächen im Raum. Neue SPS Steuerungen und neue Antriebsmotoren waren notwendig geworden. heroal suchte nach einem Partner, welcher alle Aufgaben von der Mechanik bis hin zur IT-Technik umsetzen konnte.

Die Aufgabe, der sich die Bissendorfer System-Spezialisten stellen mussten, war durch die unterschiedlichen Anforderungen sehr vielschichtig und erforderte Expertise in verschiedenen Fachbereichen. Software-Entwickler Volker Speckmann:  „Der Kunde erhielt von uns eine Komplettlösung. Wir verbanden dabei Sicherheitstechnik, E-Technik, Software und Steuerung am PC – unter Berücksichtigung von Materialfluss und Logistik.“ Gefragt gewesen sei ein flexibles Retro-fit-Modernisierungskonzept, denn viele der vorgefundenen Geräte und Anlagenteile sollten eingebunden werden.

Kurze Wege und schnelle Blicke

Durch das gezielte Anbringen von gut sichtbaren Displays konnten viele überflüssige Wege vermieden werden, wie heroal-Schichtleiter James Roach bestätigt. „Früher mussten die Paletten von uns manuell eingescannt und kontrolliert werden. Heute läuft dieser Vorgang automatisch.“

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Vor dem Aufnehmen erfasst ein Scanner in der Einlager-Station die Paletten. Die Informationen werden sofort ins System einspeist und visualisiert.

Roach weist auf ein Display im Staplerfahrzeug. Dort erscheinen die vom Scanner erfassten Informationen über die Palette. Der Mitarbeiter kann im Fahrzeug sitzen bleiben und die Last dorthin transportieren, wo sie eingelagert oder benötigt wird. Dadurch spart er im Vergleich zu vorher viel Zeit. Auch an der Kommissionier-Station hängen nun leicht zugänglichen und gut sichtbaren Stellen große Displays. Ein Farbsystem zeigt den Zustand von Lager und Anlage.

Momentan läuft alles wie geschmiert. Josef Brinkmann und sein Team haben das Lager fest im Griff.

Roachs Kollege Josef Brinkmann erklärt seine Bedeutung: „Grüne Bediengeräte sind in Bewegung, Gelb zeigt an, dass sich Fahrzeuge im Standby-Betrieb befinden und Rot weist auf eine Störung des Regalbediengeräts hin.“Der mit Glas eingefasste Leitstand ist die zentrale Steuereinheit des Hochregallagers. Mit diesem können die Verantwortlichen in Abläufe eingreifen und Störungen beseitigen. Möglichst viele zeitraubende Abläufe zu verkürzen, war ein weiterer Teil des Lösungs-Konzepts.

Automatisierte Abläufe

Paletten mit Kommissionier-Ware fahren automatisch aus der Lagergasse heraus. Denselben Weg zurück nehmen bearbeitete Träger nach einem Impuls durch die Mitarbeiter. Jedes Regalbediengerät wurde von den Profilsystems-Fachleuten mit neuem Antrieb und separatem Schaltschrank ausgestattet. Werksleiter Schöppner: „Es wurde alles so umgesetzt, dass die Arbeit in den anderen Gassen weiterlief. Vier von fünf Gassen waren immer in Betrieb.“ Fast lautlos fahren die Paletten in den Sicherheitsbereich hinein und wieder hinaus. Die Abläufe können durch die Glasscheibe beobachtet werden. Neben der Automatisierung legten die heroal-Auftraggeber großen Wert auf eine verbesserte Sicherheit in ihrem Logistikzentrum.

Sicherheit und Risikominimierung

An kritische Stellen platzierten die profil systems-Ingenieure Sicherheitsschaltleisten. Auf einen ungeplanten mechanischen Reiz wie etwa einen Stoß hin, schaltet sich die Anlage automatisch ab. So ist die Quetschungs-Gefahr ausgeschlossen.

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Ist der Weg wirklich frei? Erst dann, wenn Kommissionierer Johann Krüger oder einer seiner Kollegen die Leine zieht, fährt die bearbeitete Palette zurück in die Gasse.

Auch das Zurückgleiten bearbeiteter Paletten in die Gassen wurde verbessert. Früher fuhren die Träger mit der Restware automatisch zurück. Heute muss ein Mitarbeiter zunächst prüfen, ob der Weg frei ist und dann an einer Leine mit Triangel-Griff ziehen, um den Prozess in Gang zu setzen. Insgesamt waren die heroal-Verantwortlichen so zufrieden, dass sie als Anschlussprojekt die Programmierung von fünf Schnittstellen für ihr Lager am Produktionsstandort in Verl in Auftrag gaben. Schöppner: „Wir haben hier nahezu reibungslose Abläufe und dadurch die Möglichkeit, noch mehr Kundenanfragen in kurzer Zeit zu erfüllen.“

Die Verbesserungen auf einen Blick:

Einlager-Station

Altes System Neues System
Manuelle Erfassung und Kontrolle der Wareneingänge Scanner erfasst Paletten automatisch Auf einem Display im Staplerfahrzeug werden Infos zur Palette automatisch angezeigt
Hoher Zeitaufwand durch Wege zu einem separat aufgestellten PC Mitarbeiter kann sofort reagieren. Gleichzeitig erhöht sich der Warenfluss.
Der Transport ist identisch Die Waren werden durch ein Kransystem unter der Decke erfasst und in die Regale geräumt.
Sicherheit überwiegend von den Mitarbeitern abhängig Zusätzliche Sicherheitssysteme

Kommissionier-Station

Altes System Neues System
Um den Status des Hochregallagers abzufragen, muss der Leitstand betreten und an einem Rechner nachgeschaut werden. Ein allseits sichtbares Display zeigt sowohl außen am Leitstand als auch am Bildschirm innen den Zustand der Anlage an und visualisiert  durch ein Farbsystem, inwieweit Handlungsbedarf besteht.
Die Palette wurde nach dem Bearbeiten automatisch eingelagert. Ist die Palette bearbeitet worden, überprüfen die Mitarbeiter ob der Weg frei ist und ziehen an einer Reißleine. Erst dann erfolgt die automatische Einlagerung in das Hochregallager.
Keine Warnung Integration von Sicherheitsschaltleisten, die auf Berührung reagieren und den betroffenen Anlagenbereich abschalten.
Keine gezielte Verteilung der Erzeugnisse Gleiche Produkte werden auf verschiedene Gassen verteilt, um bei technischen Problemen immer Zugriff auf das Erzeugnis zu haben
Stahlbau und Mechanik waren gut funktionsfähig und sollten weiter genutzt werden. Erneuerung von Schaltschrank, Sensorik und Antriebstechnik, um die Konstruktion und die Stahlbauelemente weiter nutzen zu können

Text und Fotos: Birgit Lutzer.

Kontakt:

profil systems Systeme für Produktions- und Distributionslogistik GmbH, Gewerbepark 18, 49143 Bissdorf, info@profilsys.de, fon: +49 5402 60997-0

IHK ehrt Azubis: 259-mal Note „sehr gut“

(Firmeninfo) Die erfolgreichen Absolventen der Sommerabschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) wurden am 21.10.2015 von IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und IHK-Geschäftsführer Swen Binner für ihre hervorragenden Leistungen mit dem Bestenpreis der IHK geehrt worden.

Von den insgesamt 6.071 Auszubildenden, die von ehrenamtlich besetzten Prüfungsausschüssen der IHK geprüft wurden, erreichten 259 die Note „sehr gut“. Nach Worten Meier-Scheuvens haben die Auszubildenden mit ihrem sehr guten Ergebnis Fleiß, Ehrgeiz und positives Denken bewiesen.

„Mit den im Laufe Ihrer Ausbildung erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten und Ihren besonderen Erfolgserlebnissen sind Ihr Selbstvertrauen und damit auch Ihre Persönlichkeit gewachsen. Während Ihrer Ausbildung sind Sie in Ihren Betrieb integriert worden und haben gezeigt, dass Sie in einem Team arbeiten können“, lobte Meier-Scheuven die Geehrten in seiner Festrede. Er dankte allen Ausbildern, Lehrern und Prüfern für ihren Einsatz.

Die duale Ausbildung bezeichnete er als einen der wichtigsten Standortvorteile Deutschlands. Aktuell entwickelten sich die IHK-Ausbildungszahlen in Ostwestfalen positiv. „Gemeinsam müssen wir mehr Unterstützung anbieten, damit die Unternehmen ihre offenen Ausbildungsstellen adäquat besetzen können“, betonte Meier-Scheuven. Die Unternehmen seien gezwungen, die Anforderungen zu senken und auch schwächere Bewerber einzustellen. Gleichzeitig müsse die duale Ausbildung insgesamt weiterentwickelt werden. Dazu gehörten nicht nur neue Berufsbilder, sondern auch die Verdichtung der beruflichen Inhalte in Berufsgruppen.

Zum Schluss bedankten sich die Industriekauffrau Lena Borg und der Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung Julian Hohenstein, die beide bei der Bertelsmann SE & Co. KGaA in Gütersloh die Ausbildung gemacht haben, stellvertretend für die ehemaligen Auszubildenden bei allen Unternehmen, Ausbildern, Berufsschullehrern und der IHK mit deren Prüfern für das besondere Engagement. In einem Dialog machten sie deutlich, dass sie sich fachlich und vor allem persönlich weiterentwickelt hätten. Sie lobten insbesondere die abwechslungsreiche Ausbildung mit Praxisphasen im Unternehmen und die gut abgestimmte Theorie im Berufskolleg. Elisa Müller, Halbfinalistin des „Sing-a-Song“-Contests 2012 von Radio Gütersloh, begleitete die Bestenehrung der IHK Ostwestfalen musikalisch. (Kristina Fuchs, IHK Ostwestfalen Bielefeld)

Vielfachverwendung gegen die Plastikschwemme

(Firmen-Info) Pro Person gehen europaweit in Supermärkten und Einzelhandelsunternehmen jedes Jahr rund 200 Plastiktüten über den Ladentresen. Die meisten davon werden nach einmaligem Gebrauch weggeworfen – mit katastrophalen Folgen für die Umwelt.

Stefanie Werner vom deutschen Umweltbundesamt vertritt das Fachgebiet „Meeresschutz“. In einem Fachbeitrag über die Auswirkungen von Plastikmüll verriet sie: „Untersuchungen belegen, dass sich Plastiktüten regelmäßig in der Meeresumwelt finden, auch an Stränden der deutschen Nord- und Ostsee.“ Sie fügte hinzu, durchschnittlich dreiviertel der marinen Müllfunde beständen aus Kunstoffen. Die Tücke bestehe in folgendem Phänomen: „Plastikteile werden von Meeresorganismen oft mit Nahrung verwechselt, was zu inneren Verletzungen und Verhungern mit gefülltem Magen führen kann.“ http://www.umweltbundesamt.de/themen/eu-parlament-will-plastiktueten-verbrauch-deutlich Damit landet das Plastik auch wieder beim Menschen.

Auch aus diesem Grund möchte das EU-Parlament der Plastik-Schwemme einen Riegel vorschieben. Bis Ende des Jahres 2019 sollen EU-weit nur die Hälfte an leichten Kunststofftragetaschen verwendet werden wie im Jahr 2010 – bis 2025 nur noch ein Fünftel. Auf die Jahres-Stückzahl übertragen, bedeutet das eine jährliche Anzahl von 90 bzw. 40 Tüten pro Person. Für die Erfüllung dieser Vorgabe ist jedes EU-Land selbst verantwortlich. Deutschland steht mit einem jährlichen Durchschnittswert von 71 pro Person bereits jetzt gut da. http://www.umweltbundesamt.de/themen/eu-parlament-will-plastiktueten-verbrauch-deutlich

Ein Unternehmen, das die Auswirkungen der Plastikmüll-Diskussion zu spüren bekommt, ist der deutsche Druckvorstufendienstleister „Flexicon“ http://www.flexicon-group.com . Das Unternehmen ist in Halle/Westfalen ansässig und international aktiv. Vertriebsleiter Bodo Kison: „Wir sorgen dafür, dass Markenverpackungen in jedem Verkaufs-Regal der Welt gleich aussehen. Denn die Verpackung spielt oft die entscheidende Rolle für die Kaufentscheidung.“ Selbst wenn es in seinem Geschäft nicht primär um Einkaufstüten gehe, sei Plastik ein häufig genutztes Verpackungsmaterial. „Weltweit wird in vielen Unternehmen darüber diskutiert. Trotzdem fällt die Entscheidung oft zu Gunsten der attraktivsten Verpackung, die dann eben nicht die umweltfreundliche ist. Darüber hinaus werden insbesondere die Mehrkosten einer nachhaltigen Verpackung vom Verbraucher im Konsumverhalten bisher selten gewürdigt. Deshalb ist er der Meinung, dass die langfristige Umsetzung von Natur- und Umweltschutzzeilen nur durch gesetzliche Vorgaben forciert werden kann.

Auch in Schweiz wird das Thema heiß diskutiert, wie Daniel Trachsel, Geschäftsführer des Branchenverbandes Biomasse Suisse http://www.biomassesuisse.ch betont: „Aktuell ist alles im Fluss. Dies, weil das zuständige Bundesamt für Umwelt an einer Totalrevision der Technischen Verordnung über Abfälle arbeitet. Im Augenblick ist vorgesehen, dass nur vollständig mit biologisch abbaubaren Wertstoffen verpackte Lebensmittelabfälle ohne weitere Vorgaben in die Bioabfallschiene gehen dürfen.“ Parallel dazu liefen die Diskussionen um die Umsetzung einer Motion bzw. eines Antrags des Verbandspräsidenten Dominique de Buman im nationalen Parlament, der sich für ein Verbot der Gratisabgabe von Plastiksäcken einsetze. Wie dies an den Kassen der Verkaufsgeschäfte umgesetzt werden solle, sei jedoch noch unklar.

In beiden Ländern wird über eine Bezahlpflicht gesprochen, die zumindest in Deutschland schon oft umgesetzt wird. Eine andere Lösung besteht in der Verwendung von mehrfach verwendbaren Plastiktüten. Zwei umweltfreundliche Varianten hat der Schweizer Ingenieur und Erfinder Lars Rominger entwickelt – zu einen eine biologisch abbaubare Plastiktüte und eine, die besonders stabil und „unkaputtbar“ ist. Zur Letztgenannten sagt Rominger: „Die von uns eingesetzte RomoMax-Polymerfaser weist im Gegensatz konventionellen Polymerfasern, signifikant weniger Viskose und dafür mehr elastische Anteile auf. Dadurch ist sie statischer, tragfähiger und verhindert das Kriechen der Fasern bei langzeitiger extrem starker Beanspruchung.“ Dies entspricht dem Rat des deutschen Umweltbundesamtes: Deren Verantwortliche raten Verbrauchern, statt Einweg-Plastiktüten möglichst Mehrwegalternativen zu verwenden.

Kontakt:

Rominger Kunststofftechnik GmbH, Bleick 3b, CH-6313 Edlibach ZG

Tel.: +41-(0)41 / 756 03 15, Fax: +41-(0)41 / 756 03 16

IHK lädt zum Unternehmertag mit Frank-Walter Steinmeier

(Bielefeld – OWL) Dr. Frank-Walter Steinmeier spricht beim diesjährigen Unternehmertag OWL zum Thema „Welt aus den Fugen – die internationale Verantwortung Deutschlands“.

Die traditionelle Wirtschaftsveranstaltung mit dem Bundesaußenminister beginnt am Montag, 2. November 2015, um 18 Uhr, in der Stadthalle Bielefeld, teilt die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) stellvertretend für die 14 Veranstalter-Organisationen aus der Wirtschaft mit. Einladungen zum Unternehmertag sind ab sofort erhältlich bei: IHK, Jessica Scheele und können per E-Mail bestellt werden: j.scheele@ostwestfalen.ihk.de.

Frank-Walter Steinmeier wurde 1956 in Detmold geboren und absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. 1999 wurde er Chef des Bundeskanzleramts. Bereits von 2005 bis 2009 war er Bundesminister des Auswärtigen und ab November 2007 Vizekanzler. Danach (2009 – 2013) war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und seit dem 17. Dezember 2013 ist Steinmeier erneut Bundesaußenminister.

Steinmeier setzt die Reihe prominenter Redner des seit 1981 veranstalteten Unternehmertages OWL fort. Die Vorgänger waren: Otto Graf Lambsdorff, Dr. Gerhard Stoltenberg, Otto Esser, Dr. Martin Bangemann, Dr. h.c. Johannes Rau, Dr. Lothar Späth, Dr. Wolfgang Schäuble, Dr. Norbert Blüm, Dr. Helmut Haussmann, Dr. Klaus Murmann, Dr. Manfred Stolpe, Dr. Tyll Necker, Dr. Günter Rexrodt, Dr. Hans Tietmeyer, Dr. Bernhard Vogel, Erwin Teufel, Dr. Dieter Hundt, Bernhard Jagoda, Dr. Edmund Stoiber, Dr. Angela Merkel, Hans Eichel, Ernst Welteke, Gerhard Schröder, Roland Koch, Günter Verheugen, Michael Glos, Peer Steinbrück, Dr. Guido Westerwelle, Prof. Dr. Hans-Peter Keitel, Dr. Norbert Röttgen, Günther H. Oettinger, Jean-Claude Juncker, Ulrich Grillo sowie Jens Weidmann im vergangenen Jahr. (Kristina Fuchs, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld)

Ausbildungspakt: Mehr Azubis in zwei Branchen

Der Ausbildungspakt der Bundesregierung zahlt sich auch in OWL aus: Etwa jede fünfte Ausbildungsstelle in Ostwestfalen fällt in die Gruppe der Industriekaufleute, Einzelhandels- sowie Groß- und Außenhandelskaufleute. Doch auch die Ausbildung bei Versicherungen, in der Elektroindustrie und in der Verkehr- und Logistik-Branche scheint für Jugendliche immer attraktiver zu werden.

Dies zeigt eine Auswertung der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) zur Ausbildungsentwicklung in den einzelnen Berufen und Berufsgruppen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 22,3 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Jahr 2003 – dem letzten Jahr vor der Unterzeichnung des Ausbildungspakts auf Bundesebene.

„Die Bundesregierung und die Spitzenorganisation der Wirtschaft haben im Juni 2004 den ersten Ausbildungspakt unterzeichnet, in dem sich alle Seiten zu mehr Anstrengungen und Leistungen zur Verbesserung der Ausbildungssituation verpflichtet haben“, erläutert IHK-Geschäftsführer Swen Binner die Grundlagen der Analyse. Zu den Bestandteilen des Paktes auf IHK-Seite zählten unter anderem die Einstellung zusätzlicher Ausbildungs-Akquisiteure, eine engere Zusammenarbeit mit den Unternehmen und zusätzliche Veranstaltungen wie beispielsweise das Azubi-Speed-Dating. „Die Maßnahmen griffen erstmalig im Jahr 2004, sodass der Vergleich der Neueintragungen aus 2014 und 2003 den gesamten Paktzeitraum umfasst“, erklärt Binner.

Danach verzeichnen in den Berufsgruppen die Bereiche Verkehr, Transport, Logistik mit + 46,5 Prozent (331 neue Ausbildungsverträge in 2014) sowie die Versicherungen (+ 55,1 Prozent / absolut 121 Verträge) die stärksten Zuwächse. „Interessant ist auch, dass allein auf die Handelsberufe, also Einzelhandel und Großhandel, gut 22 Prozent aller bei der IHK eingetragenen Ausbildungsverträge entfallen, nämlich 1.677 von 7.580“, erklärt Binner. „Auch die Berufe der Metallverarbeitung stellen mit 15,6 Prozent einen überproportional starken Ausbildungsbereich dar.“ Die absolut stärksten Einzelberufe waren im letzten Jahr die Industriekaufleute (826 neue Ausbildungsverträge), die Kaufleute im Einzelhandel (700) sowie die Kaufleute im Groß- und Außenhandel (457).

„An den Zuwächsen in der Logistik wird die Bedeutung der Tätigkeitsfelder in diesem Bereich deutlich. Die Fachkräfte für Lagerlogistik als dreijähriger Ausbildungsberuf haben sich mit 249 Ausbildungsverträgen verdreifacht, die zweijährigen Fachlageristen mit 92 eingetragenen Verträgen mehr als verdoppelt“, sagt Binner. Hohe Zuwächse erzielten auch die Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (+ 80,4 Prozent / absolut 175), die Verkäufer (+ 68,5 Prozent / absolut 418) sowie die Fachinformatiker Systemintegration (+ 51,6 Prozent / absolut 188).

In einzelnen Berufen wurden im vergangenen Jahr jedoch deutlich weniger Verträge als 2003 eingetragen, z. B. bei den IT-Systemelektronikern (- 30,3 Prozent / absolut 46 Verträge), den Restaurantfachleuten (-26 Prozent / absolut 54) und den Köchen (- 25,3 Prozent / absolut 139).

Insgesamt überwiegen die männlichen Auszubildenden mit 62,7 Prozent (4.755), deren Anteil sich seit dem Jahr 2003 um fast 30 Prozent erhöht hat. Die Zahl der Ausbildungsverträge mit weiblichen Auszubildenden ist in diesem Zeitraum um zehn Prozent auf 2.787 angestiegen.

Binner rechnet für das laufende Ausbildungsjahr mit einem weiteren deutlichen Zuwachs der Ausbildungsverträge, wenn die Unternehmen ihre offenen Ausbildungsstellen adäquat besetzen können. (Kristina Fuchs, IHK Ostwestfalen zu Bielefeld)

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