Influencer-Marketing – bringt’s das wirklich?

//Influencer-Marketing – bringt’s das wirklich?
Influencer-Marketing

Influencer-Marketing setzt auf reale Personen, die eine Internetpräsenz in Form eines Blogs oder Kanals haben. Dort veröffentlichen sie PR gegen Bezahlung. Weil sie in ihrer Community höchstes Vertrauen genießen, sind sie beliebt als Werbe-Botschafter. Ein Beitrag von Johanna S. Lutzer. (Bild: © Kaspars Grinvalds Fotolia)

Auf einen Blick:

  • Influencer sind näher am Kunden als jeder andere Werbebotschafter
  • YouTube ist eine besonders geeignete Plattform, da ein Gefühl der Vertrautheit zum Zuschauer erzeugt wird
  • Micro-Influencer haben kleine, aber sehr loyale Communities
  • Trotz einer zunehmenden Kommerzialisierung sind speziell Youtuber sehr beliebt bei jungen Zielgruppen
  • Vor der Auswahl eines Influencers sollten die Kampangen-Ziele klar definiert werden

Kein makelloses Model und auch kein berühmter Star können überzeugender sein als eine gute Freundin, die bei einem netten Plausch von ihrem neuesten Shampoo erzählt, das wahre Wunder wirkt. Und genau das ist die Basis von Influencer-Marketing. Die Blogger wirken menschlich und greifbar.

Influencer-Marketing – Kanäle und Reichweiten

Typische Kanäle für Influencer sind Blogs, Instagram-Profile oder YouTube-Kanäle. Dort können sie Produktwerbung gegen Bezahlung integrieren. Die Höhe der Bezahlung hängt von der Reichweite des YouTubers, Instagramers und Bloggers ab. Diese basiert zum Beispiel auf Abonements, Aufrufen oder Followern.

Die beliebtesten Plattformen sind YouTube mit 1,5 Mrd. Nutzern (Stand August 2017). (statista 2017, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181086/umfrage/die-weltweit-groessten-social-networks-nach-anzahl-der-user/, Zugriff am 27.09.17) oder Instagram mit 700 Millionen Nutzern weltweit (Stand April 2017). (statista 2017, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/300347/umfrage/monatlich-aktive-nutzer-mau-von-instagram-weltweit/, Zugriff am 28.09.17). Dort hat jeder Social-Media-Akteur ein bestimmtes Publikum, das seine Inhalte im besten Fall regelmäßig verfolgt.

Konsument und Content-Ersteller nur scheinbar auf Augenhöhe

Social-Media-Plattformen sind durch ein kommunikatives Ungleichgewicht zwischen Konsument und Content-Ersteller gekennzeichnet. Der Zuschauer kann das Video oder den Artikel ansehen, eine Bewertung abgeben und einen Kommentar schreiben. Dennoch bleibt er einer von vielen, sein Kommentar ist womöglich einer von Tausenden und selbst seine negative Bewertung wird nur innerhalb einer Statistik sichtbar.

Auf der anderen Seite befindet sich der Contentersteller, der eine Art Expertenstatus einnimmt, in dem er die aktive und mächtigere Position in der Konstellation einnimmt. Er ist der Akteur, der spricht, meist sogar Tipps und Ratschläge erteilt und Inhalte vorgibt.

Die Plattformen suggerieren eine gleichwertige Kommunikation und einen Einfluss des Zuschauers als Individuum, obwohl dieses eigentlich in Statistiken, Klicks und Zahlen verloren geht. Dennoch macht dies Social-Media-Plattformen sehr beliebt und polarisierend.

Warum ist Influencer-Marketing auf YouTube so beliebt?

Besonders YouTube hat sich in den letzten Jahren zu einem sehr polarisierenden Medium entwickelt. Täglich werden Videos mit einer Gesamtdauer von einer Milliarde Stunden auf YouTube abgespielt. (YouTube, https://www.youtube.com/intl/de/yt/about/press/, Zugriff am 13.08.2017)

Ein Faktor ist das bewegte Bild in Verbindung mit amateurhafter Technik und Videogestaltung – selbst, wenn sich die Qualität in den letzten Jahren stark verbessert hat.

Echtheit bei gleichzeitiger Kommerzialisierung

Es entsteht ein fließender Übergang zwischen den kreativen Ideen des Social-Media-Stars und seiner Werbefunktion. Es bildet sich eine positive Wechselwirkung, in der Kreativität und kommerzielle Interessen symbiotisch vereint werden.

Der Zuschauer bekommt das Gefühl, direkte Einblicke in das Leben eines YouTubers zu bekommen. Ein Niesen oder ein Versprecher werden nicht herausgeschnitten, sondern suggerieren persönliche Nähe und Menschlichkeit. Seit einiger Zeit hat die Plattform jedoch eine andere Richtung eingeschlagen. Neben der etablierten Nahbarkeit haben sich ein starker kommerzieller Einfluss und eine Fankultur entwickelt.

YouTuber vertreiben eigenes Merchandise, Autogrammkarten und treten auf Events auf. Trotz dieser konträren Entwicklung sind genau diese Gegensätze sehr anziehend für viele junge Menschen. Youtuber sind als Werbebotschafter sehr zu empfehlen. Die Wahl der Person muss jedoch mit Sorgfalt erfolgen und auf die Gesamtkampagne abgestimmt sein. (Johanna Sophie Lutzer)