Neid vermeiden ist gesund

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Neid vermeiden

Neid vermeiden

Eigentlich geht’s Ihnen gut. Das Gehalt stimmt, Sie sind gesund, haben Freunde und Zeit für Urlaub. Aber dennoch kreisen die Gedanken um andere. „Warum der und nicht ich?“ Das nennt man Neid. Und der ist ungesund. ( © Drobot Dean / Fotolia)

Es ist Samstag-Vormittag in der Vorstadt. Der Showdown beginnt. Die Nachbarn fahren ihre Mittelklassewagen aus der Garage und jetzt wird gewaschen und poliert, was das Zeug hält. Aber was ist das? Was ist mit Nachbar Bergheimers solidem Golf V Variant passiert? Aus der Garage fährt ein Mercedes. Modell unbekannt, aber hey, es ist ein Mercedes. Ist denn bei Bergheimers plötzlich der Reichtum ausgebrochen? Gut, Herr Bergheimer ist vor ein paar Monaten befördert worden. Und hat nicht seine Frau irgendwas erwähnt von einem „guten Händchen“, was Herrn Bergheimer und Aktien angeht. Aber trotzdem, ein Mercedes! Will er etwa jeden in der Nachbarschaft übertrumpfen?

Jeder kennt jemanden, der besser ist oder mehr hat

Kennen Sie auch solche Situationen? Ich bin mir sicher. Neid gibt es in den unterschiedlichsten Konstellationen und in allen Gesellschaftsschichten. Da ist der Junge, der neidisch ist auf das neue Spielzeugauto des Bruders. Oder die Frau, die ihrer besten Freundin (!) den neuen Freund nicht gönnt. Der Vorstandvorsitzende, der auf dem Golfplatz keine große Geige spielt, weil die Quartalszahlen mal wieder nicht stimmten. Neid macht nicht Halt bei materiellem Besitz. Nein, wir sind neidisch auf das Aussehen, die Gesundheit, die Fitness, das musikalische Können, den Freundeskreis oder sonst was. Aber Neid ist nicht nur ungesund, Neid hält uns auch von innerem Wachstum ab. Denn wir können niemals das erreichen oder erlangen, was wir innerlich ablehnen. Hier sind 5 wichtige Gründe, warum Neid für Sie nie wieder ein Thema sein sollte.

1. Neid macht krank

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wusste die amerikanische Schriftstellerin Pearl Sydenstricker Buck zu berichten: „Die gefährlichsten Herzkrankheiten sind immer noch Neid, Hass und Geiz.“ Außerdem prägte sie den Satz: „Neid tut nicht nur der Seele weh, sondern auch dem Körper.“

Mittlerweile ist längst wissenschaftlich bewiesen, dass Neid in viele Bereiche unseres psychischen und physischen Wohlbefindens eingreift. Und zwar nicht zum Positiven. Denn übermäßiger und/oder dauerhafter Neid kann starke körperliche Symptome wie Magenschmerzen und Herzrasen auslösen. Auch Schlafstörungen und Rückenschmerzen können durch Neid verursacht werden.

Belastende Emotionen – zu denen Neid ohne Zweifel zählen dürfte – schwächen das Immunsystem. Wir sind somit auch anfälliger für Krankheiten wie Schnupfen, Husten und Fieber, die wir zunächst niemals mit Neid in Verbindung bringen würden.

Selbst Depressionen können die Folge von Neid sein. Der Depressive glaubt, niemals das erreichen zu können, was er begehrt und was andere längst haben.

2. Neid macht einsam

Eigentlich ist Einsamkeit die natürliche Folge von Neid. Das hat mehrere Ursachen. Zum einen haben wir ja oben bereits die Depression erwähnt. Wer unter Depressionen leidet, geht nachgewiesener Weise nicht so viel unter Leute, isoliert sich also sozial.

Außerdem haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Neider weniger Freunde und Bekannte haben. Auch das klingt logisch, denn ein ausufernder Hang zum Neid kann für die Außenwelt schon sehr anstrengend sein. Denn mal ganz ehrlich, wer hält schon einen Dauerneider aus?

Und zu guter Letzt stellt man sich selbst gerne ins Abseits, wenn man neidisch ist. Denn wer verbringt schon gerne Zeit mit Leuten, auf deren Besitz oder Fähigkeiten oder Freunde man neidisch ist?

3. Neid macht unglücklich

Wer sich ständig mit Leuten vergleicht, die (vermeintlich) attraktiver, erfolgreicher, reicher, intelligenter, schlagfertiger oder mutiger sind, der kann nicht gewinnen. Andere beneiden und sich selbst bemitleiden, macht unglücklich. Jede Emotion hat ihre Berechtigung, klar. Aber wenn wir jetzt einfach mal in „gute“ und „schlechte“ Emotionen unterteilen, gehört Neid ja wohl ganz klar in die zweite Kategorie.

Und negative (oder schlechte) Emotionen können nicht glücklich machen. Hin und wieder mal ein neidischer Blick auf Nachbars Reihenhaus oder die neuen Schuhe der besten Freundin sind nicht schädlich. Aber zu viel Neid erzeugt eine Dis-Balance positiver und negativer Emotionen und macht unglücklich.

4. Neid hemmt die Kreativität

Für diese Untersuchung der Universität Barcelona hat man verschiedene Arbeitsteams gebildet und ihnen exakt dasselbe Projekt als Arbeitsaufgabe gegeben. Natürlich wussten die Teams nichts voneinander.

Die Teams waren alle gleich heterogen gestaltet. Im ersten Team wurde lediglich die Aufgabe erläutert. Im zweiten Team wurde drüber hinaus noch die ein oder andere falsche Angabe zu einzelnen Teammitgliedern gestreut. Und das dritte Team erhielt unendlich viele falsche Informationen über die anderen Teammitglieder, die darauf abzielten, Neid zu erzeugen. Und nun raten Sie, was passiert ist. Nicht nur, dass die Arbeitsatmosphäre im dritten Team vergiftet war, nein, Team 3 benötigte auch fast doppelt so lange, um zur selben Lösung zu gelangen, wie Team eins. Und darüber hinaus betrug das Budget über 25 Prozent mehr, als bei Team eins.

5. Neid erzeugt Minderwertigkeitsgefühle

Jeder Blick auf den Erfolg der anderen kostet ein kleines Stückchen Selbstbewusstsein. Stellen Sie sich ein Ein-Meter-Maßband vor. Mit jeder Neid-Attacke schneiden Sie sich einen Millimeter ab. Und mit dem Schwinden des Selbstbewusstseins steigen die Minderwertigkeitsgefühle an. Der hat mehr Kohle als ich, die ist hübscher als ich und und und.

Mit Neid und Minderwertigkeitsgefühlen ist es so ein bisschen wie mit dem Huhn und dem Ei. Man weiß nicht, was zuerst da war. Wird man neidisch, weil man so große Minderwertigkeitsgefühle hat oder bekommt man Minderwertigkeitsgefühle, weil man so oft neidisch ist.

Egal wie man es dreht und wendet, ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hilft Ihnen dabei, Neid in Ansporn und Ehrgeiz umzuwandeln.

Fazit

Seien Sie nicht neidisch! Klar, einfacher gesagt, als getan. Und in „gesunder“ Dosis soll Neid nach neuesten Studien sogar förderlich sein (Wettbewerb und so…). Aber ganz ehrlich: Was bringt es Ihnen, ständig andere zu beneiden? Auch ich kann mich nicht komplett von Neid freisprechen. Aber wissen Sie, was mir geholfen hat, den Neid nahezu zu überwinden? Mein inneres Stoppschild. Kein Scherz, ich habe mir angewöhnt, mich sofort zu stoppen, wenn ich aus heiterem Himmel Neid verspüre. Zum Beispiel habe ich gerade neulich einen Kumpel dafür bewundert, mit welcher Leichtigkeit er sein Leben angeht. Scheinbar nichts bringt ihn aus der Ruhe. Aber sofort, als ich mich bei der ankommenden Neid-Attacke erwischt habe, gingen meine inneren Sirenen an und ich habe mein Zwei-Phasen-System angewandt. In Phase 1 freue ich mich einfach für meinen Kumpel. Ich freue mich wirklich aufrichtig und sage mir selbst, wie cool diese Eigenschaft ist und was ich für einen gechillten Kumpel habe. In Situationen wie diesen reicht mir Phase 1 völlig. Ich freue mich für ernsthaft für meine Mitmenschen. Punkt! Aus!

Wenn mir das aber mal tatsächlich nicht gelingen will, dann tritt Phase 2 in Kraft. Wenn ich tatsächlich mal Neid in mir aufkommen spüre, was wirklich nicht oft vorkommt (ich schwöre!), und Phase 1 kommt nicht so recht auf Touren, dann rede ich mir einfach ein, dass das „Licht“ auf der einen Seite auch irgendwo „Schatten“ auf der anderen Seite hat.

Ein Beispiel: Ich habe neulich einem Vortrag von einem Typen gelauscht, der echt gut aussah. Das kann ich sogar als Mann recht objektiv beurteilen. Dunkler Teint, sportlich drahtig, coole Frisur, coole Klamotten und ne 1A-Rede. Keine Ahnung, warum ich neidisch war, aber Phase 1 ist diesmal nicht voll angeschlagen. Also habe ich offensiv nach seinen Schattenseiten gesucht und auch gefunden. In einigen lockeren Gesprächen nach der Veranstaltung habe ich irgendwie erfahren, wieviel er verdient. Aha, habe ich mir gedacht, da ist also seine „Schwachstelle“. Das ist ja weit weniger, als ich verdiene. Und ich weiß nicht warum, aber sofort tritt dann Phase 1 in Kraft und ich habe mich echt für ihn gefreut. Ehrlich!

Wahrscheinlich ist meine Methode wissenschaftlich und pädagogisch nicht ganz koscher, aber ich bin ja auch kein Wissenschaftler oder Pädagoge. Außerdem kann ich fast alle Fälle mit der Phase 1 abhandeln. Soll heißen, ich bin wirklich sehr selten neidisch und sehr dankbar dafür. Dankbarkeit ist sowieso, denke ich, ein ganz guter Weg, dem Neid aus dem Weg zu gehen. Wenn man sich darauf besinnt was man alles hat, rückt das, was man nicht hat weit in den Hintergrund. (Michael Noetzelmann)

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