Einen Verlag fürs eigene Buch finden

reich-beruehmtEin Fachbuch unter Ihrem Namen  bringt Ihnen Publicity, Presseveröffentlichungen, eine positive Rückwirkung auf Ihr eigenes Marketing und vielleicht sogar neue Kunden. Außerdem dokumentieren Sie Ihren Expertenstatus, denn Sie haben nach Meinung der meisten Menschen gezeigt, dass Sie Ihr „Handwerk“ verstehen. 

Verlage denken jedoch in erster Linie daran, ihre Bücher zu verkaufen. Themen, die von den Lektoraten als „alte Hüte“ oder als reine Eigen-PR-Maßnahme des Autors angesehen werden, haben keine Chance auf kostenlose Veröffentlichung (es sei denn, Sie sind schon berühmt und Ihr Name auf dem Buchcover reicht aus, um viele Leser zum Kauf zu animieren). Um Zeit auf beiden Seiten zu sparen, ist es oft geschickter, den Verantwortlichen zunächst eine Idee anzubieten und die Texterstellung in Abstimmung mit dem Lektorat vorzunehmen. Das Verkaufen eines Buchkonzeptes erfolgt in mehreren Schritten:

Schritt 1: Entwickeln Sie eine zündende Idee!

Am besten ist natürlich eine völlig neue Buchidee, die zu Ihrem Expertenstatus passt. Für den Fall, dass „Ihr“ Thema schon bekannt und weitreichend in der Literatur ausgewalzt ist: Verleihen Sie Ihrer Idee einen neuen Aspekt. Beispiele: Sie bieten einen Ratgeber für eine spezielle Zielgruppe an, Sie schränken das Thema auf einen Teilbereich ein, der von anderen Autoren noch nicht behandelt wurde oder Sie kombinieren Ihr Thema mit einem anderen, so dass es in neuer Zusammenstellung einzigartig ist.

Schritt 2: Suchen Sie einen passenden Verlag.

Nicht jeder Verlag ist gleichermaßen für Ihr Buchprojekt geeignet. Das Unternehmen sollte folgende Eigenschaften haben:

  • Ihr Thema muss in das Themenspektrum des vorhandenen Angebots passen. Nur so haben Sie eine Chance auf einen Vertrag und können sicher sein, dass der Verlag mit seinem Programm die selbe Zielgruppe wie Sie anspricht.
  • Der Verlag sollte möglichst schon einige Bücher zu verwandten Themen publiziert haben. Dann gestaltet sich die Vermarktung Ihres Buchs einfacher und Sie profitieren ggf. vom Bekanntheitsgrad anderer Autoren dieser Reihe.
  • Einen Hinweis, wie intensiv das Lektorat des favorisierten Verlags mit den Autoren arbeitet, erhalten Sie durch die Sichtung von Büchern, die bereits dort erschienen sind. Ein sprachlich holpriger Schreibstil und viele Rechtschreibfehler in mehreren Büchern anderer Autoren sind ein Indiz dafür, dass die Lektoren ihre Arbeitskraft an anderer Stelle einsetzen. In diesem Fall: besser einen anderen Verlag suchen – oder Sie engagieren selbst eine/n Lektor/in
  • Überprüfen Sie, wie der Verlag seine Bücher und Autoren vermarktet. Je professioneller dies wirkt, desto besser werden sich die Verlagsmitarbeiter auch um Ihr Buch und Sie als Autoren kümmern. Ein Buch, dass in einem Nischenverlag erscheint und das Sie mehr oder weniger selbst an den Mann oder die Frau bringen müssen, nützt Ihnen allenfalls als Sprungbrett zu einem besseren Verlag, der dann Ihr zweites Buch veröffentlicht.

Sind Sie ein „No Name“, richten Sie sich nun auf eine Zeit des Klinkenputzens ein. Die Liste der möglichen Verlage sollte mindestens zehn Adressen umfassen, besser noch mehr.

 Schritt 3: Die erste Kontaktaufnahme

Recherchieren Sie zunächst im Internet, auf welchem Weg Ihre Wunsch-Verlage die Kontaktaufnahme durch neuen Autoren erwünschen. Meistens ist sogar schon der passende Ansprechpartner angegeben: entweder der Lektoratsleiter oder ein Lektor, der das Ressort betreut, in dem Ihr Buch erscheinen würde. Haben Sie keine anders lautenden Angaben gefunden, rufen Sie beim Verlag an und sprechen mit dem für Sie zuständigen Lektor. Schildern Sie ihm kurz Ihre Idee und das Neue daran. Versuchen Sie in diesem Gespräch, durch offene Fragen (W-Fragen) möglichst viel von den Interessen des Verlags herauszufinden und machen Sie sich Notizen. Dann bieten Sie ihm die Zusendung eines Exposés oder einer Ideenskizze an. Besteht grundsätzlich Interesse, wird man diesem Angebot gerne zustimmen. Erfragen Sie, in welcher Form Sie das Exposé schicken sollen: als Word-Datei, als PDF-Datei oder in ausgedruckter Form. Häufig ist es auch so, dass Verlage bereits entsprechende Formulare oder Angaben auf ihrer Website bereithalten, die Sie dann nur noch ausfüllen müssen.

Schritt 4: Das Exposé

Das Exposé ist das entscheidende Medium, in dem Sie Ihre Idee attraktiv präsentieren und den Verlag vom Nutzen eines solchen Buchprojektes überzeugen. Verwenden Sie die Notizen aus dem Telefonat, um schon in Ihrem Exposé auf die Wünsche und Interessen des Verlags einzugehen. Schildern Sie in Ihrem Anschreiben den Grund der Kontaktaufnahme mit gerade diesem Anbieter, Ihre Idee und deren Neuigkeitsaspekt sowie den Nutzen, den der Verlag von der Veröffentlichung eines solchen Buchprojekts hätte. Dann fügen Sie eine Gliederung bzw. ein vorläufiges Inhaltsverzeichnis hinzu mit stichpunktartigen Erläuterungen zu den einzelnen Abschnitten. Lassen Sie in einem Extra-Textabsatz erkennen, dass diese Inhaltsangabe nur vorläufig ist und dass Sie die genauen Inhalte gerne gemeinsam mit dem Verlag festlegen.nAls nächstes folgt ein Textauszug im Umfang von drei bis vier Seiten, der in einem Kapitel des Buchs vorkommen könnte. Die Mitarbeiter möchte sich ein Bild von Ihrem Schreibstil machen und abschätzen, wie viel Arbeit das Lektorat möglicherweise in Ihre Betreuung als Autor stecken muss. Sehr erfreut reagieren die Lektorate, wenn Sie dann noch eine Liste mit bereits vorhandenen Publikationen zu ähnlichen Themen und die Abgrenzung Ihrer Idee davon finden (z. B. in einer übersichtlichen Tabelle). Schicken Sie Ihr Exposé nun personalisiert an alle Verlage, die telefonisch Interesse daran bekundet haben. Achten Sie darauf, Ihren Anschreiben immer eine individuelle Note zu verleihen, indem Sie sich auf Details aus dem voran gegangenen Telefonat beziehen. Falls vorhanden, legen Sie thematisch passende Fachartikel bei, die Sie in den Medien veröffentlicht haben. Damit untermauern Sie Ihre journalistischen Qualitäten.

Schritt 5: Und nun ist Geduld gefragt

Nun benötigen Sie einen langen Atem. Bei manchen Verlagen kann es mehrere Monate dauern, bis Sie eine Reaktion erfahren – einige melden sich kommentarlos überhaupt nicht mehr bei Ihnen. Rufen Sie nach ein paar Wochen sicherheitshalber selbst noch einmal an, um nach den Stand der Dinge zu fragen. Meistens ist es jedoch so, dass das Ausbleiben einer Antwort die Ablehnung des Buchprojekts bedeutet. Hat ein Verlag „angebissen“, wird sich das Lektorat in der Regel von allein mit Ihnen in Verbindung setzen. Entweder werden Sie zu einem persönlichen Gespräch eingeladen oder es geht schon um die Eckdaten des Vertrags.

Tipp: Wenn Sie selbst nicht gut schreiben können oder keine Zeit dafür haben, lohnt sich das Einschalten eines Ghostwriters. (Birgit Lutzer)

Wenn der Change-Feuerwehrmann kommt

16-12-change-feuerwehrDurch die Digitalisierung stehen in fast jeden Betrieb Änderungen auf dem Plan. Doch manchmal wehren sich die Mitarbeiter gegen neue Technologien. Helfen kann z. B. ein REFA-Techniker für Industrial Engineering. An der Schnittstelle zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften und Mitarbeitern kann er 4.0-Wandlungsprozesse begleiten und moderieren.

In der Weiterbildung erhält er umfangreiche Fach- und Methodenkompetenz sowie Kenntnisse, Systeme zu analysieren und zu steuern. Doch weitaus mehr gehört zu seinem „Werkzeugkoffer“, wie der langjährige REFA-Lehrbeauftragte Hans-Jochen Wiersbowsky erläutert: „Ein Themen-Modul dreht sich um Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement. Dies befähigt die Absolventen dazu, sich in Wort und Schrift auf verschiedene Personen oder Gruppen einzustellen. Sie lernen, konstruktiv mit Widerständen und Auseinandersetzungen umzugehen.“

Bei der Umstellung auf eine neue 4.0-Technologie müssen etwa der Geschäftsführung Nutzen und Funktionsweise der digitalen Lösung sowie daraus resultierende Änderungen der Arbeitsorganisation vermittelt werden. Planer, Maschinenbediener, Logistiker, Betriebsräte und andere sollten die Vor- und Nachteile des neuen Wegs erfahren. Auch die Personalverantwortlichen sind mögliche Gesprächspartner des Industrial Engineers: Er muss sie über die anstehende Änderungen informieren und beraten, damit sie ihre Rekrutierungs- und Qualifizierungsprozesse dran anpassen können.

Im Dialog mit verschiedenen Interessengruppen innerhalb des Unternehmens ist Hintergrundwissen über die Kommunikation zwischen Experten und Laien gefragt. „Wenn ich als Fachmensch mit einem Kollegen auf inhaltlicher Augenhöhe spreche, sind Fachbegriffe üblich und auch gefragt. Ganz anders sieht es aus, wenn ich einem Anwender aus einer anderen Abteilung erklären muss, wie eine neue Technologie zu bedienen ist.“ Im letzten Fall sei das KISS-Prinzip geeignet. Die Abkürzungen stehen für „Keep it short and simple.“ Wiersbowsky: „Kurze Sätze, einfache Wörter und bildhafte Vergleiche machen die Sprache verständlicher für das Gegenüber.“ Wäre unklar, ob der andere Fachkenntnisse habe oder nicht, seien genaues Zuhören sowie Beobachten von Mimik und Gestik gefragt. „In der REFA-IE-Weiterbildung üben wir dies in verschiedenen Szenarien und anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag.“

Trotzdem gebe es bei Umstellungen zuweilen „Sand im Getriebe“, sagt Wiersbowsky. Um aus hitzigen Diskussionen Dampf herauszunehmen und zwischenmenschliche „Brände“ zu löschen, sei es wichtig, das eigene Gesprächsverhalten und das der anderen zu beobachten. „Viele Menschen setzen Reizwörter und Killerphrasen ein. Darunter versteht man Begriffe und Formulierungen, die negativ aufgeladen sind und die in jedem Fall für schlechte Stimmung sorgen.“ Besser ist nach Auffassung des Lehrers die so genannte „positive Gesprächsführung.“ Darunter versteht man das Wählen von alternativen Begriffen, die neutral oder sogar positiv besetzt sind. Beispiele:

  • Problem – Herausforderung
  • Krise – Aufgabe
  • Kritik – Anregung, Verbesserungsvorschlag

Killerformulierungen dienen Wiersbowsky zufolge dazu, den anderen herabzusetzen und mundtot zu machen. Er nennt ein Beispiel: „Stellen Sie sich nicht so an. Die Software ist so einfach, dass sogar ein Schimpanse damit umgehen kann.“ Selbst wenn der Sprecher so etwas denke, sei es geschickter, sich anders auszudrücken: „Wir können uns das ganze noch einmal zusammen anschauen und Sie nennen mir die Punkte, wo es momentan noch hakt. Ich bin sicher, dass Sie anschließend gut damit klarkommen.“

Die traditionellen Strategien und Methoden von Industrial Engineering und Personalmanagement werden derzeit vom REFA-Institut überprüft und weiterentwickelt. Es geht um die Balance von Produktivität und nachhaltiger Unternehmenskultur, welche die Mitarbeiterorientierung als wichtigen Erfolgsfaktor fördert. (Birgit Lutzer)

Klartext beim Agenturbriefing reden

AgenturbriefingDas Agenturbriefing ist wichtig. Denn es bildet die Basis für die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Kreativen. Was ist beim Agenturbriefing zu beachten? (Bild: © Elnur / Fotolia)

Unter dem Motto „Hässlich verkauft sich schlecht“ macht eine Werbeagentur in Stuttgart unter dem Namen „BilekJaeger“ auf ihre Leistungen aufmerksam. Das Team um Geschäftsführer Jörg Abele bietet hochwertige Informationsträger und die Umsetzung kompletter Kampagnen. Doch die entstehen nur in Zusammenwirken mit den Kunden, wie der Agenturchef betont. „Starke Marken schafft man im ersten Schritt nicht mit Grafikdesign, sondern mit starken Inhalten.“ Um diesen Content zusammen mit den Kunden herauszuarbeiten, sei die Kommunikation zwischen Auftraggebern und Kreativen entscheidend. Dabei habe das „Briefing“, also das Formulieren des Auftrags, eine besondere Bedeutung. Abele: „Persönliche Dialoge schaffen Transparenz – das Briefing als Denkanstoß und Ball-Zuspieler lässt sich im direkten, offenen Gespräch zwischen Agentur und Kunde am besten umsetzen.“

Welche Inhalte sind Thema beim Agenturbriefing ?

Das Briefing sollte alle Informationen enthalten, die der Dienstleister für eine maßgeschneiderte Arbeit benötigt – möglichst in Schriftform. Die beste Kombination besteht in einem mündlichen Gespräch und der Herausgabe von Unterlagen. Die Art und Weise des Projektes bestimmt Inhalt und Verlauf des Zusammentreffens.

Ein Messebauer wird andere Fragen stellen als ein Eventspezialist. Für Kunden kann es sinnvoll sein, sich vorher durch einen Anruf zu informieren, auf welche Fragen sie sich vorbereiten sollen. Damit sich die Agenturvertreter ein genaues Bild vom Unternehmen machen können, sollte das Briefinggespräch möglichst beim Auftraggeber stattfinden.

Typische Fragen an Kunden, wenn es um gedruckte oder digitale Informationsträger geht:

  • Was wollen Sie mit der geplanten Maßnahme erreichen?
  • An welche Zielgruppe richtet sich Ihre Maßnahme? Wie verhält sich diese Zielgruppe bezüglich des gewählten Mediums (zum Beispiel nutzen jüngere Leute das Internet im Durchschnitt mehr als Senioren)?
  • Was möchten Sie mit dem Kommunikationsmedium erreichen? Soll es zum Beispiel eine Imagebroschüre oder eine Produktdarstellung sein? Möchten Sie nur informieren oder auch das Abschließen von Geschäften ermöglichen (zum Beispiel mithilfe eines Webshops)?
  • Wie treten Mitbewerber auf? Was gefällt Ihnen daran und was nicht?
  • Welche Farben sollen verwendet werden?
  • Welche Inhalte möchten Sie übermitteln? Welche Themenpunkte sind Ihnen wichtig?
  • Welcher Sprachstil und welche Schlüsselwörter sollen verwendet werden?
  • Bei Printerzeugnissen: Farbigkeit (für den Druck), Umfang und Auflage
  • Von welchen anderen Maßnahmen soll das Projekt begleitet werden?

Sehr hilfreich ist das das Übergeben bereits vorhandene Printerzeugnisse aus dem Unternehmen an die Agentur-Repräsentanten – eventuell auch ein Corporate-Design-Manual (wenn vorhanden). Beim oder nach dem Briefinggespräch sollten die Verantwortlichen aus der Agentur mitteilen, wann der Kunde mit den ersten Entwürfen rechnen kann. Denn zu einer guten Betreuung gehört eine exakte, nachvollziehbare Terminplanung – insbesondere bei langfristigen Projekten und zeitintensiven Aufträgen. Mit in diesem Plan enthalten sein müssen genaue Angaben, welche Inhalte bis wann geliefert werden müssen (zum Beispiel Fotos, digitalisierte grafische Elemente, Stichpunkte zu Texten …).

Das Agenturbriefing muss durch Zwischenbesprechungen ergänzt werden

Sehr nützlich für die Abstimmung sind Kurzprotokolle zum Projektstand nach wichtigen Besprechungen. Sie werden von der ausführenden Kraft formlos per Mail verschickt und dienen der beiderseitigen Absicherung, dass alle Beteiligten von gleichen Voraussetzungen ausgehen. Kommt es im Verlauf der Auftragsabwicklung zu Differenzen, können die Mitschriften schnell zur Klärung von Verantwortlichkeiten beitragen. Ist ein Inhalt unrichtig aufgeführt, sollten sich die Betroffenen sofort melden. Achtung: Das Versenden von Protokollen ist kein Standard, da viele Kreativdienstleister diesen zeitlichen Zusatzaufwand scheuen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ist selbst gefragt. (Birgit Lutzer)

Wer nicht mitklickt, geht

Müssen Firmen oder Stelleninteressierte unbedingt mitziehen, wenn es um Digitalisierung geht? Die Jobmesse in Bielefeld am letzten November-Wochenende bot Besuchern und Ausstellern Gelegenheiten zum Austausch. Dieser fand auch statt am REFA Nordwest-Stand unter der Fragestellung: „Wie wird sich die Arbeit in Firmen verändern – und was müssen Stelleninteressierte tun, um sich in der digitalen Welt zu behaupten?

Lars Pielemeier, Geschäftsführer des REFA-Regionalverbands Ostwestfalen-Lippe stellte an den zwei Messetagen bunt gemischte Stehtisch-Diskussionsrunden zusammen. Neben REFA Nordwest-Experten mit im Boot waren die Fachhochschule der Wirtschaft, die Bundesagentur für Arbeit, die itelligence AG, die Firma Dirk Kremer Consulting und die Unternehmensgruppe LVQ. Klar wurde dabei: Der technische Wandel ist in vollem Lauf – und wer verharrt, bleibt auf der Strecke.

Wie sieht die Zukunft 4.0 aus, die schon Gegenwart ist? Lars Pielemeier, REFA OWL-Geschäftsführer (2. von rechts), lud zur Stehtisch-Diskussion. Von links Moderatorin Dr. Birgit Lutzer, Steffen Raebel, Christian Fraedrich, Prof. Dr. Thomas Jensen und Dirk Kremer. Foto: Jana Kremer.

Wie sieht die Zukunft 4.0 aus, die schon Gegenwart ist? Lars Pielemeier, REFA OWL-Geschäftsführer (2. von rechts), lud zur Stehtisch-Diskussion. Von links Moderatorin Dr. Birgit Lutzer, Steffen Raebel, Christian Fraedrich, Prof. Dr. Thomas Jensen und Dirk Kremer. Foto: Jana Kremer.

Werker steuern Prozesse mit Apps

Christian Fraedrich, REFA-Lehrbeauftragter und European Industrial Engineer, schilderte den technischen Wandel bei einem mittelständischen Gerätehersteller, für den er seit vielen Jahren tätig ist. „Die Fertigung hat sich komplett geändert. Wir haben die Produktion inzwischen auf U-Linie umgestellt. Diese ermöglicht eine verbesserte Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und erleichtert die zügige Monate der Geräte.“ In Teilen der Endfertigung werden die Mitarbeiter durch ein webbasierendes Werkerassistenzsystem unterstützt. Er fügt hinzu: „Es gibt weitere Anwendungen für die jeweiligen Arbeitsbereiche, zum Beispiel auch eine App für die Teamleiter und für andere Funktionsträger.“

Es ist fünf nach Zwölf, was eine Digitalisierungsstrategie betrifft

Die itelligence AG wiederum setzt digitale Anforderungen von Kunden in „Softwarelandschaften“ um, wie Recruiter Johannes Kluge am Beispiel mittelständischer Unternehmen erläuterte. „Die Entscheidungsträger in Betrieben sind da manchmal noch skeptisch und halten an dem fest, was jahrelang funktioniert hat.“ Eine digitale Strategie müsse eigentlich schon vor mehreren Jahren entwickelt worden sein. Und spätestens in der Gegenwart sei höchste Dringlichkeit gefragt. „Die Firmenchefs müssen sich ggf. mit externer Unterstützung überlegen, wie sie sich technologisch sowie in Hinsicht auf ihre Mitarbeiter und deren Qualifizierung aufstellen.“

Rund um die Uhr weltweit kommunizieren

Mit der Qualifizierung zukünftiger Arbeitskräfte befasst sich auch die Fachhochschule der Wirtschaft. Der Leiter des FHDW-Campus Bielefeld, Prof. Dr. Thomas Jensen, beleuchtete in seinem Beitrag die zwei Seiten der digitalen Medaille – die Anforderungen des Arbeitsmarktes an Hochschulabsolventen und die Aufstellung der Fachhochschule, was digitale Lehr- und Lernformen anbetrifft. „Unsere Studierenden gehen selbstverständlich mit digitalen Medien um und kommunizieren hauptsächlich über ihre mobilen Endgeräte. Als Hochschule müssen wir Schritt halten.“ Dies geschehe durch zahlreiche neue Vermittlungsformen wie webbasierte Lehrveranstaltungen für berufsbegleitende Masterprogramme. Jensen: „Die können dann auch mal am Abend bis 21:00 Uhr sein, je nachdem, wie die Beteiligten es einrichten möchten.“ Dies entspreche im Übrigen der Globalisierung von Firmen und Märkten. „Die Kommunikation erfolgt digital rund um die Uhr über den ganzen Erdball.“ Dass statt Professoren irgendwann Roboter Vorlesungen durchführen, hält er für möglich. „Doch die müssen dann vorher noch einiges lernen!“, sagte er augenzwinkernd.

Digitalisierung bedeutet lebenslanges Lernen

Das Thema „Digitalisierung und lebenslanges Lernen“ beschäftigt auch Steffen Raebel als Geschäftsführer Operativ der Bundesagentur für Arbeit in Bielefeld. Er sagte: „Digitalisierung bewegt den Arbeitsmarkt bereits: Arbeitsbilder verändern sich zügig, neue Kompetenzen sind gefragt. Die Zeit, sich diese anzueignen, verkürzt sich.“ Dies sei eine Riesenchance für den Einzelnen und bedeute gleichzeitig Verantwortung. „Kontinuierliches, lebenslanges Lernen sowie Flexibilität bilden die Grundlage, um erfolgreich an der Neustrukturierung des Arbeitsmarktes teilzuhaben.“ Auch die Agentur für Arbeit spüre die Digitalisierung in ihren Arbeitsprozessen. Raebel: „Inhaltlich entwickeln wir unsere Beratungsleistung weiter, um unsere Kunden auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten. In diesem schafft die Digitalisierung andere Arten von Arbeitsplätzen und fordert gleichzeitig Sozialkompetenzen.“

Generalisten sind gefragt

Die LVQ Weiterbildung gGmbH etwa ist spezialisiert auf die Vermittlung fachspezifischer Themen und anerkannter Abschlüsse aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Geschäftsführer Lars Hahn: „Unsere Kernkompetenzen liegen in der Ausbildung von Hard Skills – beispielsweise im Qualitäts- und Umweltmanagement oder im Beauftragtenwesen.“ Doch neben technischem Know-how sieht auch er Managementkompetenzen wie organisatorische und kommunikative Fähigkeiten als bedeutsam an, um sich in der digitalen Arbeitswelt zu behaupten. „Reine Fachchinesen ohne Schnittstellen nach außen sind nicht gefragt“, betonte er.

Bewerber müssen Kommunikations-Schnittstellen nach außen haben

Solche „Fachchinesen“ sitzen manchmal in Vorstellungsgesprächen bei Dirk Kremer. Der Headhunter und Personalberater kümmert sich im Auftrag von Firmen um die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter. „Natürlich müssen die Leute technische Kenntnisse haben und eine gewisse IT-Kompetenz mitbringen, und zwar auch für kaufmännische Berufe.“ Er bestätigte jedoch die Aussagen der anderen Diskussionsteilnehmer, dass weniger Nerds als vielmehr offene Persönlichkeiten mit Überblick gefragt seien.

Wer Prozesse methodisch erfassen kann, ist im Vorteil

Einen Überblick mit Gesamtverständnis vermitteln laut Gastgeber Lars Pielemeier zum Beispiel REFA-Weiterbildungen zum Industrial Engineer oder zum Arbeitsorganisator. „Der REFA-Methodenkoffer enthält viele Instrumente, um Prozesse zu erfassen, Abläufe zu gestalten sowie Menschen und Maschinen zusammenzubringen. So können die anstehende Arbeitsaufgabe erfüllt werden.“ Bei aller Technologie sei es wichtig zu verstehen, dass die Mitarbeiter selbst in automatisierten Bereichen nicht zu ersetzen wären. „Ein digitaler Avatar ist momentan nur sehr schlecht in der Lage, einen unzufriedenen Kunden besänftigen. Die zwischenmenschliche Ebene kann auch zukünftig nicht wegdigitalisiert werden. Gerade in der Welt 4.0 wird sie einen besonderen Stellenwert behalten.“ (Birgit Lutzer)

Reine Lupenschau verhindert Überblick

lupe

Wer nur durch die Lupe blickt, konzentriert sich auf Details. Der große Zusammenhang bleibt im Nebel. Davon sind Firmen-Mitarbeiter betroffen, die nur das wissen, was sie unmittelbar angeht. Hätten Sie den Blick auf das Gesamtgetriebe, könnten Sie ihre Arbeit besser verrichten und Fehler erkennen.

In einem gerade erschienenen REFA-Nordwest-Interviewband sagt Roman Rackwitz, Gründer & Geschäftsführer der Agentur Engaginglab München: „In vielen Firmen wissen viele Mitarbeiter nicht genug, da wird vieles im Unklaren gelassen, und dabei geht dann auch der Spaß an der Sache verloren. Und es gibt ja tausend Gründe, warum Unternehmen Angst vor Transparenz haben.“

Schäden durch „Business-Firewalls“ und Teilwissen

Der Psychologe Dr. Dennis Brodbeck bezeichnete solche weit verbreiteten Verhaltensstrukturen in einem Messe-Vortrag auf der „Personal 2012″ als „Business-Firewall“. Brodbeck erläuterte, welche Befürchtungen möglicherweise dahinter steckten: „Andere Menschen könnten mitbekommen, was Ihnen wirklich wichtig ist, wo Sie verletzbar sind oder auch, was Sie eigentlich wirklich wollen.“ Leider wirkten Verschlossenheit und Zurückhaltung oft wenig sympathisch. Transparenz schaffe Sicherheit und sorge für die Bildung von Vertrauen – sowohl bei eigenen Mitarbeitern als auch bei Kunden. „Marketingmäßig gestylte Botschaften werden mit Professionalität verwechselt, obwohl niemand sie hören will“, betonte der Führungsexperte. Er riet dazu, sich mehr „in die Karten schauen zu lassen.“ Wie sich Intransparenz im Bereich der Produktion auswirken kann, beschreibt die REFA-Lehre.

In Industrieunternehmen sind Mitarbeiter häufig in Teilabläufe integriert, ohne zu wissen, was vor oder nach Ihnen geschieht. Fehler oder auch unsinnige Tätigkeiten werden nicht erkannt. Wird hingegen der Gesamtprozess transparent gemacht, verstehen die Mitarbeiter die einzelnen Schritte und ihren Zusammenhang besser. Sie können effektiver arbeiten, Fehler erkennen und Ideen für Verbesserungen entwickeln. Zwei Handlungsfelder stehen also im Fokus: erstens eine Ablaufanalyse und zweitens die Kommunikation darüber mit den Beschäftigten, um sie mehr „ins Boot“ zu holen.

Erst Analysieren, dann Kommunizieren

Die Ablauforganisation regelt das räumliche und zeitliche Zusammenwirken von Menschen, Betriebs- bzw. Arbeitsmitteln und die Erfüllung von Arbeitsaufgaben. Bei der Analyse geht es um die Darstellung und Bewertung von Prozessen oder Arbeitsabläufen in Wertschöpfungsketten, einzelnen Geschäftsfeldern oder im Gesamtunternehmen. Auf einen Blick:

  • Systematische Untersuchung des Zusammenwirkens der beteiligten Personen, Betriebs- und Arbeitsmittel zur Erfüllung von Kundenaufträgen
  • Gliederung des Auftragsdurchlaufs in Prozesselemente (Aufgaben, Vorgänge etc.)
  • Grafische Darstellung

Für aussagekräftige Ergebnisse sollten Prozesse und Abläufe ausgewählt werden, die repräsentativ sind in Hinsicht auf die erforderlichen Zeiten, die verwendeten Betriebs- und Hilfsmittel sowie die Qualifikation der Beteiligten. Auch Liege- und Wartezeiten müssen betrachtet werden. Im Arbeitsablauf wird erfasst, wer was wo (Abteilung, Prozess, Arbeitsplatz …) in welcher zeitlichen Abfolge mit welchen (Betriebs-)Mitteln zur Erfüllung von Kundenaufträgen beisteuert. Hilfreich kann eine Tabelle wie die folgende gekürzte sein (hier am Beispiel „Metallverarbeitung“):

Lfd. Nr. Arbeitsschritt Bearbeiten Transport Lagern Prüfen Verzögerung Zeitaufwand min
01 Material bereitstellen X 15,0
02 Mat. vereinzeln und nachmessen X 650,0
03 Biegen X 25,0
04 Winkel prüfen X 38,0
05 Winkel auf Palette legen + warten X 150,0
06 Transport zum Bohren X 350,0
07 Vor Bohrmaschine abstellen, warten X 150,0
.

.

.

(weitere aus Platzgründen nicht aufgeführte Positionen) .

.

.

19 Abtransport X 38,0
 

 

 

Summe

 

4 X

 

5 X

 

0 X

 

3 X

 

7 X

 

2.425,0

Quelle: vgl. REFA-Fachbuchreihe Unternehmensentwicklung, Industrial Engineering, Darmstadt 2011, S. 124 – 126.

Durch Addieren der Kreuzchen und der Zeit springen die Mängel ins Auge. Je höher die Zahl der Kreuze in der Spalte „Verzögerungen“ ist, desto mehr muss an diesem Punkt mit der Ablaufoptimierung angesetzt werden. Im weiteren Fokus steht dann jedoch die Kommunikation, um Mitarbeiter zu Mitwissern und Beteiligten zu machen. Ein wichtiger Nebeneffekt liegt darin, dass deren Arbeitsmotivation dadurch in der Regel steigt.

Wer sagt was wie zu wem?

Es kommt bei diesem Kommunikationsprozess darauf an, die Leute regelmäßig und gezielt mit Details zu vorsorgen, statt sie wahllos mit Inhalten zu überkübeln. Nur so können gute Arbeitsergebnisse sichergestellt werden. Folgende Leitfragen haben sich dabei bewährt:

Empfänger-Auswahl

  • Welcher Mitarbeiter benötigt wann welche Information?
  • Was sind Dinge, die die Abteilung oder das Team wissen muss?
  • Welche Informationen müssen an die gesamte Belegschaft übermittelt werden?

Informationsaufbereitung

  • Sind die Empfänger Laien oder Experten? Beispiel: Die Chef-Buchhalterin muss sich nicht unbedingt im Detail mit Produktionsabläufen auskennen.
  • In welchem Sprachstil und mit welchen Ergänzungen (z. B. Visualisierungen) sollen die Inhalte angepasst an die jeweiligen Empfängerkreise aufbereitet werden?

Übermittlungskanal

  • Welche Inhalte sollen im persönlichen Gespräch oder während eines Meetings übermittelt werden?
  • Für welche Art von Informationen eigenen sich E-Mails, Nachrichten im Intranet, Memos oder Berichte?
  • Was gehört an Aushänge oder soll z. B. durch eine Videobotschaft auf dem Flur oder anderen Räumlichkeiten kommuniziert werden?
  • Für welche Inhalte ist die Betriebszeitung das richtige Medium?
  • Wer sollte jeweils der Kommunikator sein?

(Gunnar Grimm und Hans-Walter Zimmermann)

Über die Autoren:

Gunnar Grimm

grimm-miniDer Vorsitzende und Ausbildungsleiter des REFA Bezirksverbandes Hamburg ist REFA-Lehrer. Hauptberuflich engagiert er sich als Projektleiter im Bereich Arbeitsstudien & Prämiensysteme für die Hermes Fulfilment GmbH. Dort führt er unter anderen Zeitstudien und Ablaufanalysen durch. Auf Basis der Ergebnisse entwickelt er Optimierungsmaßnahmen. Außerdem bringt er seine Innovationskraft in ein Mitwirken beim Betrieblichem Vorschlagswesen ein.

 

Hans-Walter Zimmermann

zimmermann-miniEr ist zweiter Vorsitzender und Vertriebsbeauftragter des REFA Bezirksverbandes Hamburg. In diese verantwortungsvollen Aufgaben bringt er langjährige Erfahrung in den Bereichen der Planung und Steuerung ein. Darüber hinaus kümmert sich der„Zahlenfuchs“ um Angebotskalkulationen und Preisgestaltung. Als Projektleiter ist er für Sonderaufgaben zuständig und konzernbergreifend im In- und Ausland tätig.

 

 

Kontakt:

REFA Nordwest e. V.
Bezirksverband Hamburg
Campus BFW
Haus E
August-Krogmann-Straße 52
22159 Hamburg

Telefon: (0 40) 24 37 23
Telefax: (040) 28 00 47 81
E-Mail: 

Brücken zwischen Ländern bauen: Online-Weiterbildung Türkisch-Übersetzer/in

dozentDamit die Kommunikation zwischen Türken und Deutschen besser gelingt, sind Personen mit Kenntnissen beider Sprachen gefragt. Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln bietet seit Oktober 2016 eine Online-Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer für Türkisch an. Im virtuellen Klassenzimmer lernen die Teilnehmenden alle Techniken des Übersetzens vom Türkischen ins Deutsche und andersherum.

Jeden Abend und am Samstag-Vormittags treffen sie sich mit ihrem Dozenten zum virtuellen-Unterricht auf der schuleigenen Online-Plattform. Nach einem Jahr legen sie die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer für die türkische Sprache ab. Zur Lerngruppe gehören Teilnehmer im Alter von 26 bis 63 Jahren, deren beruflicher Hintergrund ganz unterschiedlich ist. Mit dabei sind Studierende, Absolventen, ein Ingenieur, eine studierte Betriebswirtin, eine Rechtsanwaltsgehilfin, eine Hausfrau, Fremdsprachenassistenten und eine Integrationskursleiterin. Mit großem Enthusiasmus bereiten sie sich in der Online-Gruppe auf ihren neuen Beruf vor. Mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer möchten sie einen Meilenstein für ihre berufliche Zukunft in internationalen Unternehmen, Behörden mit Auslandskontakten setzen oder als freiberufliche Übersetzer tätig werden.

Der Computer-Ingenieur Sefik Özdemir (60) aus Stuttgart und Alanya ist einer der älteren Teilnehmer. Er möchte sich ein neues Standbein als Übersetzer aufbauen. Er hat viel Freude am Übersetzen. „Ich finde es klasse, dass ich mich bequem von zu Hause – meist im türkischen Alanya – in einer netten Lerngruppe beruflich fortbilden kann“, sagt Sefik Özdemir. Schließlich bliebe dann noch genügend Zeit, das gute Wetter in der Türkei zu genießen, online am Unterricht teilzunehmen und auch die Haus- und Übungsaufgaben gewissenhaft zu machen.

Duygu Türkeş aus Fulda arbeitet als Assistentin in einem internationalen Unternehmen. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften erlangt und ist zweisprachig aufgewachsen. „Deshalb bezeichne ich sowohl Deutsch als auch Türkisch als meine Muttersprachen“, sagt die 26-jährige. Als Zweisprachige möchte sie mit dem staatlichen Abschluss ihre Karriereaussichten verbessern.

„Obwohl nicht alle Kursteilnehmer in Deutschland leben, haben die meisten die deutsche Staatsangehörigkeit“, weiß Schulleiter Dr. Jerry Neeb-Crippen zur berichten. Die eine Hälfte gebe als Muttersprache Türkisch an, die andere Hälfte Deutsch. „Sie alle schätzen unser Lernangebot, weil es eine Alternative zum herkömmlichen Fernstudium darstellt. So verschicken wir beispielsweise keine Studienbriefe oder Bücher. Das gesamte Unterrichtsmaterial befindet sich auf unserer Online-Plattform, wo die Studierenden in der Gruppe das Übersetzen meist anhand von aktuellen Zeitungsartikeln lernen“, sagt Dr. Neeb-Crippen. Aufgefallen ist dem Schulleiter, dass die Türkisch-Kursteilnehmer im Gegensatz zu anderen Online-Sprachgruppen vor ihrer Anmeldung genau wissen möchten, wie gut ihre Dozenten qualifiziert sind. „Wie auch in unseren anderen Online-Kursen für Englisch, Arabisch, Russisch, Spanisch oder Französisch unterrichten nur ausgebildete muttersprachliche Lehrkräfte und führen die Teilnehmer zum Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer“.

Yasemin Özkaya (42) ist zurzeit Hausfrau. Sie hat 2009 ihr Abitur im Abendgymnasium gemacht. „Ich finde es sehr verlockend, in einem Online-Kurs von zu Hause aus einen Beruf zu erlernen“, sagt die Dortmunderin. „Den Unterricht mit Live-Übertragungen empfinde ich als sehr gut und persönlich. Man hat eine direkte Bezugsperson, die einen beim Lernen unterstützt.“ Frau Özkaya möchte nach ihrem Abschluss als Übersetzerin vor allem von zu Hause arbeiten.

Alle Online-Lehrgänge starten an der Übersetzer- und Dolmetscherschule jeweils zum ersten eines Monats. Das Abitur wird nicht verlangt, aber sehr gute Kenntnisse der gewählten Fremdsprache und die ausgezeichnete Beherrschung der deutschen Sprache. Die Übersetzerschule spricht vor allem Berufstätige und Studierende an, die sich zusätzlich qualifizieren möchten oder eine berufliche Neuorientierung suchen.

Der Unterricht findet live im Internet statt. Die Teilnehmer benötigen einen PC oder ein Tablet und eine stabile Internetverbindung, um auf der Adobe Connect-Plattform im E-Learning miteinander zu kommunizieren. Die monatlichen Gebühren betragen 295 Euro. Sie beinhalten unterrichtsbezogenes Material und die persönliche Dozentenbetreuung. Vor dem Kursstart überprüft die Schule die Sprachkenntnisse in einem Aufnahmesprachtest.

Am 13. Dezember 2016 um 19 Uhr findet ein Online-Informationsabend statt. Weitere Information auf der Homepage www.dolmetscherschule-koeln.de und telefonisch oder per Mail bei der Übersetzer- und Dolmetscherschule, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Telefon: 0221 22 20 60 83, E-Mail kontakt@dolmetscherschule-koeln.de.

Über die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln

Sie gehört zum RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln, das seit über 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig ist. Seit 2010 bietet die Übersetzer- und Dolmetscherschule die Ausbildung zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) und die Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer/Dolmetscher an. Seit Herbst 2015 ermöglicht die Schule auch im Online-Lehrgang den Weg zum anerkannten Übersetzerabschluss in verschiedenen Sprachen. Die Schule ist zertifizierter Kooperationspartner der Agentur für Arbeit. (Beatrix Polgar-Stüwe)

Kontakt:

Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln, RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln gGmbH, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Tel.: 0221 22 20 60 83

Spamfilter im Hirn: Innovationspreis für Rominger

Innovationspreis

Innovationspreis des Verbands IDEE SUISSE ging in diesem Jahr an den Erfinder und Kunststofftechniker Lars Rominger: Am vergangenen Dienstag wurde er im Pfarreizentrum der Gemeinde Menzingen vom Verband IDEE-SUISSE als „Innovativster Unternehmer 2016“ ausgezeichnet. (Bild: © Sergey Nivens / Fotolia)

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Preisträger Lars Rominger (Mitte). Von links Peter Dittli, Patrick Semadeni, Tony Mehr, Joëlle Guldin, Peter Hegglin, Dr. Olaf J. Böhme, Thomas Brändle.

Rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem privaten Umfeld des Preisträgers fanden zusammen, um mehr über den „Daniel Düsentrieb von Edlibach“ zu erfahren.IDEE-SUISSE-Präsident Dr. Olaf J. Böhme moderierte den Festakt. Bei seiner Rede bezog er sich auf ein Zitat von Mark Twain: „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat. Lars Rominger ist der lebendige Beweis dafür.“ Wohl wahr, denn zu den bekannten Erfindungen des 50-Jährigen gehören ein Gerät zur Weinveredelung, eine Liebes-App für das Handy, ein Laborkoffer oder auch ein belastbarer Kunststoff-Büstenhalter für Frauen mit großer Oberweite. Der ausgezeichnete Chemie-Diplomingenieur selbst lüftete auf der Veranstaltung das Geheimnis seiner Kreativität. Die einseitige Konzentration auf Zahlen, Daten und Fakten fördere keineswegs das Sprudeln origineller Einfälle.

Ein verdienter Innovationspreis für das Original aus Edlibach

ausz-02-mini „Die wahre Inspiration kommt von der rechten Hirnhälfte. Hier herrschen Emotionen, Fantasie und Chaos“, sagte er. Für die Entwicklung von Schaffenskraft komme es darauf an, beide Anteile in Einklang zu bringen. „Ein kreativer Mensch hat einen wirkungsvollen Spam-Filter im Kopf, der ihm hilft, das Chaos zu strukturieren.“ Mit zwei Weingläsern und einer Weinflasche demonstrierte er die Wirkungsweise des korkenförmigen „Barriqueur“, der „nachgewiesen denselben Effekt auf Wein hat wie jahrelanges Einlagern in Eichenfässern.“

Zunächst jedoch erfolgten zwei Grussworte aus der Politik durch den Menzinger Gemeindepräsidenten Peter Dittli und Ständerat Peter Hegglin aus Edlibach. Dittli zeigte an Beispielen, dass in Menzingen die nötige Infrastruktur für Erfinder bietet: „Zwei wichtige Faktoren sind die Wirtschaftsförderung und die Schulraumplanung.“ Hegglin betonte, mit Käseverkäufen allein komme die Schweiz nicht weiter: „Bildung ist unser wichtigster Rohstoff!“

Gäste aus Politik und Wirtschaft gratulierten Rominger zum Innovationspreis

Patrick Semadeni, Chef der Semadeni Plastics Group sowie Vizepräsident von Swiss Plastics und Geschäftsfreund Romingers, rückte dessen Erfindungen in den Vordergrund seines Beitrags. „Der Laborkoffer hat schon vielen Qualitätsbeauftragten sehr genützt.“ Die guten Ideen seines Kooperationspartners führte er unter anderem auf dessen Wohnsitz zurück: „Er hat von Edlibach aus eine klare Aussicht, während wir in der Nähe von Bern noch im Nebel hocken.“

Schriftsteller Thomas Brändle, alt Kantonsrat und Laudator, trug mit einem unkonventionellen Vorschlag zur Unterhaltung bei. Er empfahl den Anwesenden, sich sofort die Romingers Partnerfinde-App „Love-Finder“ auf die Mobiltelefone herunter zu laden: „So ergibt sich die realistische Chance, noch am heutigen Abend die Liebe Ihres Lebens zu finden. Es sei denn, Sie sind schon verheiratet!“

Auch ohne Innovationspreis großes Medienecho

Dass Lars Rominger durch seine skurrilen Erfindungen auch ohne viel eigenes Zutun inzwischen ein grosses Medienecho hervorruft, wurde durch die Ausführungen von Birgit Lutzer deutlich. Sie beantwortet für ihn Journalistenanfragen. Lutzer: „Besonders interessiert waren männliche Medienvertreter am Kunststoff-BH. Ein technisches Fachmagazin etwa veröffentlichte darüber einen Beitrag, der durch ein reisserisches Busen-Foto zu hohen Klickraten auf der Website führte.“

Ebenfalls zu Wort kamen Tony Mehr und Joëlle Guldin von der Mänziger Zytig. Mehr, früher Romingers Sekundarlehrer, eröffnete: „Der kleine Lars kam mit einem schweren Militärfahrrad zur Schule, das ihm sein Vater zu Trainingszwecken gekauft hatte.“ Redaktor-Kollegin Guldin verriet ein anderes privates Detail über den Familienvater mit drei erwachsenen Töchtern: „Er beschwerte sich bei mir einmal über die vielen Shampoo- und Haarpflegemittelflaschen im Badezimmer.“ Sie appellierte an den Hahn im Korb: „Erfinde doch einfach eine Lösung – eine einzige Kunststoffflasche für alles.“ (Birgit Lutzer)

Jobs.de verbindet Firmen und Bewerber

Unternehmen klagen über Fachkräftemangel, während Stellensuchende oft auch nach längerer Such noch nicht „ihren“ Traum-Arbeitgeber gefunden haben. Jobs.de bringt beide an einen virtuellen Tisch: Stellensuchende mit vielen Jobs, Karriere- und Stellentipps, Arbeitgeber mit einer Recruiting-Software.

Auch CEO Matt Ferguson ist überzeugt davon, mit jobs.de und dem Arbeitgeber-Partnerportal „carreerbuilder“ eine Marktlücke zu besetzen. „Wir sind mehr als nur eine Jobbörse. Wir sind der weltweite Marktführer für HR-Lösungen.“ Carreer Builder helfe dabei, „die passenden Talente mit den passenden Vakanzen zusammenzubringen.“

Um Stelleninteressierten die regionale oder bundesweite Jobsuche noch einfacher zu machen, können sie sich bei Jobs.de registrieren. Dadurch erhalten sie Zugriff auf Funktionen wie personalisierte Suchprofile, können als Stelleninteressierte ihre Bewerbungsunterlagen verwalten und auf ihr Profil abgestimmte Empfehlungen erhalten. Mit einer patentierten Technologie sucht das System nach Ausschreibungen, die zu Schlüsselwörtern im hochgeladenen Lebenslauf passen bzw. die Jobs ähneln, die sich der Stellensuchende angesehen bzw. um die er sich bereits beworben hat. Ferguson empfiehlt: „Je häufiger Sie Jobs.de verwenden, desto besser werden die Jobübereinstimmungen.“ Wichtig ist auch die Filterfunktion „Ort“, die mit einer Umkreissuche in einem Radius nach Wunsch eingestellt werden kann. Erhält jemand bei einer Eingabe keine passenden Jobvorschläge, werden Weiterbildungsmöglichkeiten zum angegebenen Beruf und Fachartikel eingeblendet.

Wer ganz ohne Registrierung lieber anonym bleiben möchte, kann auch diesen Weg gehen. Um Jobempfehlungen zu erhalten, muss er sich für mindestens eine Stelle über das Portal zu bewerben. Ferguson weist auf eine mögliche „Fußangel“ bei diesem Verfahren hin. „Wenn Sie sich bereits beworben haben, aber noch keine Empfehlungen erhalten haben, haben Sie dies wahrscheinlich von einem anderen Computer aus getan.“ Er rät dazu, entweder das Ausgangsgerät zu verwenden oder sich zu registrieren, um unnötiges Hin- und Herspringen zu vermeiden.

Wer möchte, kann zusätzlich den Jobs.de-Newsletter mit Informationen rund um Beruf und Karriere abonnieren. Ebenfalls per Mausklick bestellbar sind Hinweise zu Jobmessen am oder in der Nähe des Wohnorts. Ein großer Bereich mit Fachbeiträgen, Checklisten und Tipps zu Stellensuche und Bewerbung runden das Angebot ab. Sogar für Bewerbungen auf Englisch werden kostenlose Vorlagen und Musteranschreiben bereitgestellt. Auch dann, wenn es um juristische Frage zum Arbeitsvertrag, versteckte Klauseln, Krankheit und Kündigung geht, hat die Job.de-Redaktion passenden Beiträge parat.

Führungskräfte und Recruiter werden unter dem Link „Arbeitgeber-Magazin“ zu Carrerbuilder weitergeleitet. Dort sind wertvolle, journalistisch aufbereitete Hinweise für das Finden der passenden Kandidaten abgelegt. Themenschwerpunkte sind Mitarbeitermotivierung, Recruiting, Employer Branding, Kommunikation mit Beschäftigten und Bewerbern. Wer seine E-Mail-Adresse angibt, erhält in einem Turnus von wahlweise wöchentlich oder monatlich aktuelle HR-News. Außerdem besteht Zugriff auf E-Books und einen Terminkalender, in dem nach Webinaren und Business-Events gesucht werden. (Birgit Lutzer)

Expertenstatus durch Fachpublikationen

experte-fachpublEs heißt zwar so schön „Konkurrenz belebt das Geschäft“, doch das unüberschaubar große Angebot an „Keynote-Speakern“, Trainern, Coachs und Beratern führt zu geringer Transparenz. Während viele fähige Freiberufler über Auftragsmangel klagen, wissen Unternehmen und Weiterbildungswillige oft nicht, welcher Anbieter der beste ist. Wer eigene Medienbeiträge und Fachbücher aufweisen kann, hat bessere Chancen am Markt.

NLP-Trainer Heiner Müller* (Name geändert) etwa hat die Erfahrung gemacht, dass er zwar eine viel fundiertere Ausbildung als eine regionale Mitbewerberin hat, dass diese ihm aber trotzdem mehrmals in Auswahlverfahren vorgezogen wurde: „Sie hat ein paar Mal Artikel über NLP in der Zeitung veröffentlicht – so etwas macht natürlich Eindruck!“ beklagt er sich. Damit nimmt er Bezug auf einen wichtigen Effekt, den Fachveröffentlichungen haben: Wer unter seinem Namen Artikel in der Presse oder auch ein Buch zu seinem Fachgebiet bei einem Verlag veröffentlicht hat, gilt damit bei vielen Menschen automatisch als nachgewiesener Experte für sein Thema. Doch der Weg zu derartigem Ruhm ist steinig. Aus diesem Grund folgen hier die drei größten Irrtümer in Bezug auf Fachartikel und Buchprojekte:

Irrtum 1: „Mein Thema ist so interessant, dass sich Redakteure und Buchverlage vor Begeisterung überschlagen werden.“

Medien und auch Verlage veröffentlichen am liebsten über Themen, die neu, einmalig oder brisant sind oder die von einem Prominenten an sie herangetragen werden. Wenn Sie also noch unbekannter Experte zu einem schon bekannten Thema sind, sollten Sie diesem eine noch nie da gewesene Besonderheit verleihen. Bereiten Sie Ihr Inhalte doch für eine ganz spezielle Zielgruppe auf („Verkaufsgespräche für Handwerker“) und wenden Sie sich dann an Medien, die sich auf genau diesen Personen- oder Unternehmenskreis spezialisiert haben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Bezug auf ein Thema wie „Wahlkampf“ zu nehmen. Beispiel: Sie sind Rhetorik-Trainerin und äußern sich über den Redestil verschiedener Politiker.

Irrtum 2: „Schon bei der ersten Presseaktion werde ich als No Name in der FAZ, im Focus-Magazin und natürlich im Spiegel erscheinen. Danach sind Fernsehauftritte geplant. Und für mein Buchprojekt kommt sowieso nur der beste und bekannteste Verlag in Frage.“

Richten Sie sich als erst zukünftiger Prominenter besser zunächst auf das sprichwörtliche „Klinken putzen“ und eine geringe Resonanz ein. Fachveröffentlichungen gehorchen immer einem Schneeballeffekt: Haben Sie schon etwas publiziert, fällt die Überzeugungsarbeit leichter. Daher bietet sich gerade zu Beginn folgende Vorgehensweise an: Wenden Sie sich zunächst ein kleinere Medien (z. B. IHK-Zeitungen, Regionalpresse) oder an Online-Medien, die aus Gründen der Aktualität viele Texte benötigen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie Ihr Thema platzieren können. Das gleiche gilt für Verlage: Um sich überhaupt einen Namen als ernst zu nehmender Autor zu machen, kann es sinnvoll sein, beim ersten Buchprojekt bei kleineren Verlagen anzufragen. Dies kann dann Ihr Sprungbrett für weitere Veröffentlichungen bei größeren Verlagshäusern sein.

Irrtum 3:„Ein Fachartikel oder ein Buch bringen mir sofort viele neue Kunden.“

Sicher können Sie durch einen Fachartikel oder ein gutes Buch neue Kunden gewinnen – das ist schließlich ein wichtiges Ziel dieses Marketing-Instruments! Doch die genaue Wirkung einer Veröffentlichung ist schwer im Voraus zu berechnen. Manche Menschen schneiden sich einen Beitrag aus und melden sich erst nach einem halben Jahr mit einer Anfrage. Wenn Sie regelmäßig in Medien veröffentlichen, die von Ihrer Zielgruppe gelesen werden, erhöhen Sie im Lauf der Zeit Ihren Bekanntheitsgrad. Je mehr Sie veröffentlichen, desto kürzer ist der Zeitraum bis zu folgender Reaktion: „Ach, von dieser Beraterin habe ich doch schon mal etwas gelesen. Sie scheint eine gefragte Expertin zu sein! Wir werden Sie für unsere Ausschreibung kontaktieren.“

Fazit:

Trotz der genannten Einschränkungen ist der Aufbau eines Expertenstatus zwingend mit Fachveröffentlichungen verknüpft. Jeder der zehn bekanntesten Trainer oder „Keynote-Speaker“ weist eine Reihe von Ratgebern und Fachartikeln in bekannten Medien auf. Gerade wenn Sie erst am Beginn Ihrer Pressearbeit stehen oder darüber nachdenken, Ihre Erkenntnisse aus dem Berufsalltag in einem Buch zu veröffentlichen, ist eine Politik der kleinen Schritte sinnvoll. Um eigene Medienkontakte zu generieren, führen Sie Ihre Pressearbeit zunächst so weit wie möglich in Eigenregie durch. Alles spricht dafür, für die Texte einen erfahrenen Journalisten oder Werbetexter in Anspruch zu nehmen. Doch die Telefonate mit den Redaktionen und den Vertrieb des Pressematerials sollten Sie in kleinem Rahmen in Eigenregie durchführen. Möchten Sie Ihre Pressearbeit  professioneller durchführen lassen, können Sie auch eine/n Freiberufler mehr einbinden. Er oder sie tritt nach außen in ihrem Namen auf und hat eine eigene E-Mailadresse unter Ihrem „Dach“. Vorsicht bei diesem Konstrukt ist jedoch bei möglicher Scheinselbstständigkeit geboten. Achten Sie darauf, dass derjenige eine eigene Internetseite hat und für mehrere Kunden aktiv ist. (Birgit Lutzer)

Vom Sesselpupser zum Supermenschen

leyDauerhaft mit zwei Stunden Schlaf auskommen, trotzdem fit sein und bereit, sich jeder Herausforderung zu stellen – solche Typen schreiben Erfolgsgeschichte. Doch was bleibt dem moppeligen Stubenhocker, wenn er trotzdem mitspielen und gewinnen möchte? Zum Beispiel ein Führungskräfte Seminar bei Chris Ley.

Der Trainer, Coach und Keynote-Speaker erläutert, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter seiner in verschiedenen Formaten übermittelten „Life Challenge Strategie“ stehen. „In einer Reihe von Studien wurde erforscht, welche Merkmale und Verhaltensweisen besonders erfolgreiche und begabte Menschen haben. Daraus habe ich Aktionsbereiche herausgefiltert, bei denen ich bei meinem Seminarteilnehmern, Coachingklienten oder Vortragsbesuchern ansetze.“ Einen wichtigen Schwerpunkt bildet Ley zufolge die Einheit von Körper und Geist. Er ist überzeugt: „Nur, wer körperlich fit ist, kann auch geistige Höchstleistungen bringen.“ Denn wenn die Kraft fehle, sinke die Motivation, den oft steinigen Weg zum Ziel weiterzugehen. Die Führungskräfteseminare an der Chris Ley Akademie bestehen aus sieben Modulen. Durch das Zusammenspiel der einzelnen Bausteine lassen sich dem Leiter zufolge verblüffende Ergebnisse innerhalb kürzester Zeit erzielen.

Unter dem Titel „Motivation auf Weltrekord-Niveau“ lernen die Teilnehmer, wie sie ihr Leben in nur einem Tag entscheidend verändern können. Weiter geht es mit der „Heinzelmännchen-Strategie“, die bei Arbeitsorganisation und Zeitmanagement ansetzt. Damit sei es möglich, in zwei Tagen die Arbeit einer ganzen Woche zu erledigen. Der nächste Baustein unter dem Motto „Der Weg zum Übermenschen“ beinhaltet dann den sportlichen Teil. Bei dem geht es richtig zur Sache – bzw. wird darüber geredet, was getan werden muss. Ley: „Es geht um körperliche Herausforderungen auf Weltrekord-Niveau. Welche genau dies sind, muss jeder für sich entscheiden.“ Es könnte ein Marathon-Lauf in zwei Stunden sein, das Ziel, zehn Kilo abzunehmen, schmerzfrei zu werden oder mit extrem wenig Schlaf auszukommen. Derartig gestählt, wird anschließend das Gehirn getunt. „Es ist möglich, die kognitive Leistungsfähigkeit innerhalb eines halben Arbeitstags um ganze 600 Prozent zu steigern“, sagt Ley.

Doch auch die Möglichkeit des Scheiterns ist in der Life Challenge Strategie bedacht. „Erfolgreiche Personen gehen konstruktiv mit Misserfolgen um und betrachten sie als Lernanlässe“, verrät der Motivationsexperte. Doch das sei leichter gesagt als getan. „Unsere normale Reaktion ist Frust. Und manchmal haben wir auch Angst, uns wieder einer ähnlichen Aufgabe zu stellen.“ Aus diesem Grund bestehe sein Ansatz darin, Blockaden aufzuheben und sich die eigenen Befürchtungen zum Freund zu machen. Er fügt hinzu: „Scheitern kann man nicht nur im Sport oder im Beruf, sondern auch in Beziehungen. Deshalb widmen wir uns der Frage, wie wir in einer Partnerschaft glücklich werden können.“

Die letzten beiden Module thematisieren die individuelle Überzeugungskraft und die Selbstmotivierung. Und dann geht es um die Umsetzung, für die sich der Sesselpupser erheben und seine Komfortzone verlassen muss. Definitiv. (Birgit Lutzer)

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