Vorsicht, bissige Mitarbeiter!

//Vorsicht, bissige Mitarbeiter!
Bissige Mitarbeiter

Eine Vielzahl von Studien belegt, dass es um die Motivation der Beschäftigten in deutschen Unternehmen nicht zum Besten bestellt ist. Doch auch bei den Mitarbeitern gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Eine besondere Herausforderung für Führungskräfte sind Belegschaftsmitglieder, die die Firma durch ihr Verhalten schädigen. (Bild:  © xalanx / Fotolia)

Zum Einen gibt es die A-Mitarbeiter, diejenigen die den Karren ziehen, das Unternehmen nach vorne bringen und die gesetzten Ziele immer erreichen. Sie sind hoch motiviert und verspüren eine starke emotionale Bindung an die Firma. Diesen gegenüber stehen die B-Mitarbeiter. Sie haben Potenzial und sind meist noch formbar. Die Amerikaner nennen sie nine to fiver. Sie kommen und gehen pünktlich. Sie sind in der Regel verlässlich, doch bei schwierigen Aufgaben benötigen sie oft Unterstützung. Last but not least, die C-Mitarbeiter. Sie zeigen wenig bis gar kein Engagement und haben häufig schon innerlich gekündigt. Diese Mitarbeiter zeigen wenig Bereitschaft zur Weiterbildung. Ihr Verhalten bei anstehenden Veränderungen ist destruktiv. Sie machen Fehler und belasten das Betriebs- Ergebnis und -Klima. Die C-Mitarbeiter sind leicht auszumachen. Sicher, es ist nicht immer einfach, jemanden zu kündigen. Spaß macht es auch nicht, doch dennoch ist es manchmal unabdingbar.

Die wirklichen Probleme allerdings werden durch Mitarbeiter verursacht, die augenscheinlich einen guten Job machen und Loyalität heucheln. Heimtückisch untergraben sie die Leistung und Moral ihrer Kollegen. Sie beeinflussen deren Einstellung negativ und vergiften das Klima Ihres Unternehmens. Auf welche Leute Sie gut verzichten können (und sollten):

Tratschtanten und -onkels

Kennen Sie auch diese hinter vorgehaltener Hand geführten Gespräche? Sie klingen etwa so: „Schon gehört? Die Müller ist schon wieder abgemahnt worden.“ Oder- „Pssst, weißt du schon: Meier und Schulze stehen bei der Geschäftsleitung auf der Abschussliste. Die beiden sind todsicher bald raus.“

Tratschen verschwendet wertvolle Zeit, die für produktive Kommunikation genutzt werden könnte. Außerdem stellt es eine Respektlosigkeit gegenüber den betroffenen Kollegen dar und schafft ein Klima von Misstrauen.

Entscheidungs- Untergraber

Themen sind ausdiskutiert, Bedenken zerstreut, die am Meeting Beteiligten verständigen sich auf eine gemeinsame Vorgehensweise. Doch unmittelbar danach fühlt sich eines der Teammitglieder „bewogen“, die besprochenen Themen erneut aufzugreifen und die Ergebnisse durch Verbalattacken, wie z. B.: „Ich sehe das ganz anders, da sollten wir noch einmal darüber sprechen, ich bin mit der Entscheidung nicht einverstanden“ zu sabotieren. Im Ergebnis werden Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt und Ziele nicht erreicht.

Unzuständige

Tatort: Samstagvormittag in einer gut besuchten Elektronikabteilung eines Kaufhauses in der Innenstadt. Sie halten schon fast verzweifelt nach kompetentem Verkaufspersonal Ausschau. Dann endlich – Sie haben jemanden entdeckt. Sie eilen auf die freundlich dreinblickende Verkäuferin zu und erhalten auf Ihre Bitte um Unterstützung zur Antwort: „Für Smartphones bin ich nicht zuständig. Das macht der Kollege und der ist gerade in der Pause.“

Je kleiner das Unternehmen, desto wichtiger ist es, dass Mitarbeiter „mitdenken“, und tun, was getan werden muss – insbesondere in der Kommunikation und dem Umgang mit Kunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es die eigentliche Aufgabe ist oder nicht. Solange dem Mitarbeiter keine unzumutbaren Arbeiten abverlangt werden und seine Fachkompetenz es zulässt, ist es sein Job, die an ihn herangetragenen Anforderungen zu erfüllen. Andernfalls signalisiert er: „Hey das kümmert mich nicht“. Diese Haltung macht im schlimmsten Fall aus einen gut funktionierenden Team eine zerstrittene Gruppe von Einzelkämpfern.

Unbelehrbare

Wer kennt nicht das berühmter Zitat von Alfred Krupp: „Wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht mehr Fehler. Nur wer die Hände in den Schoß legt, macht gar keine Fehler.“ Fehler passieren uns immer wieder. Auf dem Weg zur Arbeit, im Büro, in der Freizeit: Fehler sind nun mal menschlich. Jedoch gibt es Mitarbeiter, die aus Ihren Fehlern nicht lernen. Immer wieder schlagen sie den Holzweg ein, und das kann teuer werden. Mitarbeiter, die sich als nicht lernfähig erweisen, stellen ein hohes unternehmerisches Risiko dar.

Ausbremser

Vielleicht kennen Sie auch diese Situation: Der neue Kollege ist hoch motiviert. Über die vereinbarten Ziele schießt er weit hinaus. Ihre Erwartungen werden mehr als erfüllt. Doch irgendwann wird ihm von einem „erfahreneren“ Kollegen gesagt „Du arbeitest zu viel, das lässt mich und die Kollegen beim Chef schlecht aussehen“. Hier wird versucht, den neuen Kollegen zu einer geringeren Arbeitsleistung zu bewegen, indem sozialer Druck ausgeübt wird. C-Mitarbeiter wollen nicht mehr tun, sie wollen, dass andere weniger tun.

Scheinbar Unverzichtbare

Wissen Sie, was das Kürzel T.E.A.M – gesprochen „Team“ bedeutet? Genau, „Toll ein anderer macht’s!“. Da gibt es Mitarbeiter, die die Erfolge ganzer Teams für sich beanspruchen, obgleich sich ihr tatsächlicher persönlicher Arbeitseinsatz in Grenzen hielt. Sie nehmen sich überbordend wichtig, bringen jedoch ihre PS nicht auf die Straße. Sie versuchen, Ihnen und dem gesamten Umfeld zu suggerieren, dass ohne ihr Zutun der Laden nicht läuft. Ein guter Teamplayer teilt die Erfolge mit seiner „Mannschaft“, er honoriert die Leistung anderer, lobt und lässt seine Kollegen „gut dastehen“. Insbesondere gute Führungskräfte feiern die Leistung ihres Teams, sicher in dem Bewusstsein, dass dessen Erfolge auch auf sie zurückfallen.

Rufschädiger

Ein Kunde beschwert sich, weil es zu einem Fehler bei der Lieferung gekommen ist. Anstatt sich nun der Beschwerde lösungsorientiert anzunehmen, reagiert der Mitarbeiter mit den Worten „Das habe ich nicht zu vertreten, dass waren die Kollegen aus dem Lager“, oder „Solche „Vögel“ haben die schon häufiger „abgeschossen“. Eine solche Aussage signalisiert dem Kunden „Wir sind uns hier uneins“, „Hier weiß eine Hand nicht, was die Hand tut“. Solche Aussagen sind unkollegial und setzten das Vertrauen des Kunden in die Leistungsfähigkeit des Unternehmens herab. Gute Kollegen und Mitarbeiter fangen die Kritik ab und lösen das Problem – unabhängig davon wer den Fehler begangen hat. Sie stecken die Kritik ein, weil sie damit umgehen können weil und sie vielleicht wissen, dass der Verantwortliche es gerade nicht kann. (Michael Borgstedt)