Bilder machen Schwieriges verständlich

//Bilder machen Schwieriges verständlich
Bilder

Bilder erleichtern das Verstehen schwieriger Inhalte. Doch was ist, wenn Sie keine Abbildungen haben? Auch allein mit Sprache können Sie das Kopfkino Ihres Gegenübers aktivieren. (Bild: © Elnur / Fotolia)

Auf einen Blick:

  • Bildhafte Begriffe sorgen dafür, dass im Kopf des Gegenübers das passende Kopfkino startet
  • Der schwierige Sachverhalt wird mit einer bildhaften Vorstellung aus der Welt des Gesprächspartners verknüpft
  • Die rhetorischen Figuren „Metapher“ und „Vergleich“ funktionieren nach diesem Prinzip
  • Mit etwas Übung finden Sie Metaphern und Vergleiche für Ihre Erklärungen

Erst das Bild in den Kopf, dann die Sprache

Laien verstehen z. B. naturwissenschaftliche Phänomene leichter, wenn sie durch die Erläuterung des Spezialisten zunächst eine bildhafte Vorstellung davon entwickeln, wie eine Sache funktioniert. Wenn Sie etwa dem neuen Azubi das Ohm’sche Gesetz von Stromfluss und Widerstand nahebringen möchten, könnten Sie zu folgendem Bild greifen: „Stellen Sie sich bitte zwei Rohre mit verschiedenem Durchmesser vor. Durch diese Rohre pumpen Sie nun mit gleichem Druck dieselbe Menge Wasser. Durch das engere Rohr fließt weniger Wasser. Genau so funktioniert der Stromfluss bei hohem und bei niedrigem Widerstand. Das Rohr mit größerem Durchmesser bietet weniger Widerstand, deshalb fließt mehr Wasser hindurch. Je geringer der Widerstand in einem Stromkreis, desto höher ist der Stromfluss.“

Sprachliche Bilder sollten aus dem Alltag stammen

Es geht also um die Verknüpfung einer neuen Information mit etwas, das der andere schon kennt. Genau dieses Grundprinzip wird bei den rhetorischen Figuren „Metapher“ und „Vergleich“ umgesetzt. Der Begriff „Metapher“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Übertragung“. Zwischen der eigentlichen Bedeutung und der neuen Anwendung besteht eine Ähnlichkeit. Verwandt mit der Metapher ist der Vergleich. Beide Figuren haben die gleiche Wirkung und unterscheiden sich nur durch das Wörtchen „wie“. Metapher: Die Frau wurde zur Löwin, die ihr Junges verteidigte. Vergleich: Sie kämpfte wie eine Löwin für ihr Junges.

So finden Sie Ihre eigenen sprachlichen Bilder

Doch wie und wo finden Sie passende Metaphern? Zunächst ist Ihre Fähigkeit gefragt, die Details Ihres Produktes und das dahinter stehende System zu erkennen. Diese Denkleistung, die Ihnen aus Ihrem Beruf sicherlich vertraut sein wird, erfordert Spürsinn, genaues Hinschauen und analytisches Geschick. Konzentrieren Sie sich darauf, alle Einzelheiten und Themenfelder zu erfassen, die mit Ihrem Produkt oder Ihrer Tätigkeit zusammenhängen. Denn diese Aspekte sind das Grundmaterial, aus dem Sie Metaphern ableiten und generieren können. Um Ihr Anliegen in die Realität Ihres Kollegen zu übertragen, müssen Sie ein Bild finden, das Parallelen zu dem Ihrem Sachverhalt aufweist – z. B. in der Struktur oder Funktion.

Ein paar Beispiele für Metaphern und Vergleiche

Diese Beispiele sollen eine Anregung sein und zeigen nur einen winzigen Ausschnitt fachspezifischer Ausdrücke. Es geht darum, Ihnen das Prinzip der Metaphern- und Vergleichsbildung zu verdeutlichen, damit Sie daraus Einfälle für eigene Metaphern ableiten können.

Schnittstelle: Wenn Sie ins Ausland reisen und Ihren Rasierer an die Steckdose im Hotel anschließen möchten, benötigen Sie einen Adapter. So funktioniert auch eine Schnittstelle: Sie verbindet unterschiedliche Systeme miteinander.

Prozessoptimierung: Stellen Sie sich vor, Sie wollen einkaufen gehen und benötigen verschiedene Lebensmittel. Sie gehen in den Supermarkt, kaufen Eier und bringen sie nach Hause. Anschließend fahren Sie wieder zum Einkaufszentrum und besorgen Butter. Auf dem dritten Weg holen Sie Milchtüten und so weiter. Unsere Arbeit zielt darauf, überflüssige Wege beider Produktion auszumerzen und Informationen zu bündeln. Genau so, wie Sie auf einem Weg alle benötigten Lebensmittel in den Einkaufskorb legen, sie bezahlen und mit nach Hause nehmen.

Template: Ein Template funktioniert wie eine Schablone: Sie können damit eine bestimmte Form zeichnen, doch wie Sie diesen Umriss ausmalen, entscheiden Sie. Als Ergebnis haben Sie dann beispielsweise rote, grüne, gelbe und gepunktete Dreiecke. Übertragen auf Ihre Internetseite bedeutet das: Sie haben eine Musterseite, die immer wieder gleich aufgebaut ist – z. B. Ihr Logo links, eine Bildleiste rechts und der Bereich für die Texte in der Mitte. Jede daraus generierte Einzelseite füllen Sie nun je nach Bedarf mit unterschiedlichen Inhalten.