Gesundheitsservice auf Firmenkosten: Die betriebliche Krankenversicherung

//Gesundheitsservice auf Firmenkosten: Die betriebliche Krankenversicherung

Seit der Arbeitgeber von Klaus W. (45) eine betriebliche Krankenversicherung mit vielen Zusatzleistungen für die Belegschaft abgeschlossen hat, geht der Techniker regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen. Und er ordert eine neue Brille zu günstigem Tarif, die sonst teurer für ihn gewesen wäre.

„Die betriebliche Krankenversicherung bietet enorme Vorteile sowohl für die Firma als auch für die dort Beschäftigten.“ bestätigt Unternehmensberater Philip Spies vom Industrie-Pensions-Verein. Er ist Spezialist für die betriebliche Mitarbeiter-Versorgung. Von ihm stammt der folgende Beitrag.

Viele Firmen bieten ihren Arbeitnehmern die Möglichkeit, eine private Krankenzusatzversicherung zu günstigen Konditionen abzuschließen – jedoch mit Gesundheitsprüfung. Die betriebliche Krankenversi­cherung (bKV) geht deutlich über die reine Rabattierung bei Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung hinaus – obwohl der Arbeitgeber auch bei diesem Modell ei­nen Gruppenversicherungs­vertrag mit einem privaten Krankenversicherer abschließt.

Die Beiträge der vom Arbeitgeber ausgewählten Kran­kenzusatztarife werden von ihm selbst bezahlt und sind für die Mitarbeiter obligatorisch. Entweder alle Arbeitnehmer des Unternehmens oder eine fest definierte Personengruppe in der Be­legschaft erhalten die Leistungen der bKV automatisch. Die Arbeitnehmer werden ohne Gesundheitsprüfung aufgenommen. Damit entfallen Leistungsausschlüsse und Beitragszuschläge aufgrund von Vorerkrankungen. Weiterhin verzichtet der priva­te Krankenversicherer auf War­tezeiten. Der Arbeitnehmer hat unmittelbar nach Beginn des bKV-Vertrags vollen Versicherungs­schutz.

Es gibt einen weiteren Unterschied zu den privaten Angeboten der Krankenzusatzversicherungen. Bei der bKV sind die Tarife meist ohne Alterungsrückstellungen kal­kuliert. Dadurch sind die vom Arbeitgeber zu zahlenden Bei­träge wesentlich günstiger als die Beiträge, die ein Ar­beitnehmer außerhalb sei­nes Unternehmens für einen gleichwertigen Versicherungs­schutz zahlen müsste.

Viele Gestaltungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber

Bei der Einrichtung einer bKV hat ein Unternehmen die Wahl zwischen einer Vielzahl von Zusatzversicherungsprodukten. Damit kann der Arbeitgeber Leistungsumfang und Beitragshöhe seiner betrieblichen Kran­kenversicherung selbst ge­stalten. Die Bausteine reichen reichen von Zuzahlungen zu Sehhilfen und Zahnersatz über die Übernahme von Vorsorgeuntersuchungen und Heilpraktikerleistungen bis hin zu sta­tionärem Schutz oder einem Krankentagegeld nach Ende der gesetzlichen Lohn­fortzahlung. Firmen, die ihren Mitarbeitern solche Vorteile bieten, sind in der Regel gefragte Arbeitgeber.

Weitere Vorteile einer betrieblichen Kranken­versicherung aus Firmensicht beziehen sich auf die verbesserte medizinische Ver­sorgung und Vorsorge. Dadurch können krankheitsbedingte Fehlzeiten reduziert und die Pro­duktivität gesteigert werden. Die Beiträge für die bKV und die gegebenenfalls anfallen­den Aufwendungen für Steu­er und Sozialversicherung sind für das Unternehmen als Be­triebsausgabe absetzbar. Auf die Arbeitnehmer wirken die Bei­träge oft nachhaltiger und motivierender als eine Lohnsteigerung in derselben Höhe.

Vor dem Hintergrund sin­kender Leistungen in der gesetzlichen Alters- und Gesundheitsversorgung bieten die betrieblichen Versorgungs­systeme gute Chancen für Unternehmen, sich auch in Zeiten des Fachkräftemangels erfolgreich als at­traktiver Arbeitgeber zu posi­tionieren. Aus diesem Grund werden die betrieblichen Versorgungsleistungen in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewin­nen (Philip Spies).

Über Philip Spies

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Nach einem Prädikatsexamen als Diplom-Ökonom an der Bergischen Universität Gesamthochschule Wuppertal war er ab 2000 zwei Jahre lang Fachreferent bei der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks. Seit fast 13 Jahren ist er Direktionsbevollmächtigter beim Industrie-Pensions-Verein, der zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge sowie zur privaten Krankenversicherung berät.