Golf im Büro oder Azubi-Firmenwagen? Gefragt als attraktiver Arbeitgeber

//Golf im Büro oder Azubi-Firmenwagen? Gefragt als attraktiver Arbeitgeber

(Steinhagen/Westf.) „Viele Firmen möchten ein gefragter Arbeitgeber sein, wissen aber nicht, wie sie das erreichen.“ so Managementtrainer Dirk Schramm. Auch als betrieblicher Gesundheitsberater kennt er wichtige Bewerber-Abschreckungsfaktoren und Wege zum glaubwürdigen Employer-Branding.

„Im IT-Bereich ist das Finden neuer Mitarbeiter so aufwändig und schwierig wie die Neukundenakquisition.“ erläutert Schramm und fügt hinzu, was auch für andere Branchen gilt: „Zunächst müssen die Verantwortlichen gedanklich in die Köpfe potenzieller Mitarbeiter schlüpfen. Es geht darum, herausfinden, was mögliche Hinderungsgründe für Bewerbungen sein könnten.“ Auch die Zahl der Ausbildungsabbrüche sei alarmierend. „In OWL bricht jeder fünfte Azubi seine Lehre ab. Die Frage ist die gleiche: Warum?“ Schramm betont, Konflikte mit Vorgesetzten oder das allgemeine Arbeits- und Kommunikationsklima seien nur zwei Gründe von vielen.

Ein Unternehmen, das seinen Sitz aus Kostengründen in ein ländliches Gebiet verlege, müsse sich Gedanken über seine Erreichbarkeit für die Mitarbeiter machen. „Nicht jeder mag das beschauliche Landleben. Ein Großstadtliebhaber wird sich niemals dort bewerben, egal, wie verlockend die sonstigen Bedingungen sein mögen.“ Weitere Abschreckungsfaktoren seien Schichtdienst, starr geregelte Arbeitszeiten und unattraktive Löhne. Manche Firmen sind auch aufgrund unsauberer Arbeitsplätze unattraktiv und müssen schon eine Menge bieten, damit sie die Mitarbeiter an das Unternehmen binden.

Zeitungsinserate allein, so der Personal-Experte, brächten bei der Nachwuchs- und Fachkräftesuche oft nicht mehr den gewünschten Erfolg. Employer Branding bedeute, dass sich Unternehmen als glaubwürdige und attraktive Arbeitgebermarke präsentiere: „Bevor sich jemand bewirbt, recherchiert er. Er versucht, Kontakt zu bereits Beschäftigten aufzunehmen. Was die sagen, zählt mehr als der Inhalt einer Hochglanz-Imagebroschüre.“

Die Arbeitgeber-Studie 2014 des Focus-Magazins in Kooperation mit dem Online-Businessnetzwerk XING und der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu.de zeigt, dass die oberen Beliebtheits-Plätze von Autoherstellern wie BMW, Audi und Volkswagen besetzt sind. Dies entspricht den Ergebnissen anderer Erhebungen. Doch warum sind diese Konzerne nach Ansicht der befragten Arbeitnehmer so attraktiv? Schramm: „Natürlich können Großunternehmen mit entsprechenden Budgets mehr in Bewegung setzen, als ein kleiner Handwerksbetrieb. Doch es „muss nicht immer die teuerste Lösung sein, die motivierte und engagierte Mitarbeiter ins Haus bringt.“

Als Beispiel nennt Schramm eine Autolackiererei, die Azubis mit einem Notendurchschnitt von mindestens 1,5 ein Jahr lang kostenlos einen Kleinwagen zur Verfügung stellt – mögliche Lackierarbeiten inklusive. Den Nachwuchskräften seien überdies ein positives Arbeitsklima, die Werte des Arbeitgebers, interessante erfüllende Aufgaben sowie Weiterbildungs-, Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten wichtig. Ebenfalls eine Rolle spielten die ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit sowie die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens – und natürlich eine wertschätzende Führung.

Andere Ideen liefert dem Gesundheits-Coach zufolge das betriebliche Gesundheitsmanagement. „Gutes, bezahlbares Essen in der Kantine, individuell gestaltete Arbeitsplätze und gemeinsame Sportangebote fördern die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Firma sowie den Zusammenhalt untereinander.“ Doch auch Unkonventionelles könne ziehen – wie etwa das regelmäßige Bürogolf-Spiel in den eigenen Räumlichkeiten. Bei diesem Indoor-Funsport muss der Ball wie beim „richtigen“ Golf mit möglichst wenigen Schlägen in die Löcher gebracht werden. Wer die Wand oder einen Schrank trifft, kassiert einen Strafpunkt. Dirk Schramm: „Die Beispiele zeigen, dass auch kleine Betriebe ihren Ruf als interessanter Arbeitgeber mit überschaubaren Aktionen verbessern können.“ Mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Es ist Fantasie gefragt. Fehlt eine sinnvolle Strategie, durch kleine Änderungen groß herauszukommen, steht das Team des Instituts Schramm gerne mit Rat und Tat zur Seite.“ (Birgit Lutzer)
Über Dirk Schramm

Dirk-Schramm

  • psychologischer Managementtrainer (Paracelsus-Zertifikat)
  • staatl. geprüfter Betriebswirt Bereich: Wirtschaft (b.i.b.)
  • BurnOut-Syndrom und Antistress-Berater (Paracelsus-Zertifikat)
  • psychotherapeutische Ausbildung (Amara Schulen)
  • Berater für betriebliches Gesundheitsmanagement (Academy of Sports)

 

Themenschwerpunkte: psychologische Beratung (Burnout-Syndrom und Stressbewältigung),Managementtraining – Schulung von Führungskräften aller Hierarchiestufen und Branchen, Gesundheitsmanagement und -förderung in Betrieben (integrativ), Führen von Teams, Teamtraining mit erlebnisorientierten Prozessen,Seminare für Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen,Vertrieb und Neuromarketing,Events und Firmenveranstaltungen.