Rominger: „Auch Verwaltungsräte können kreativ sein!“

//Rominger: „Auch Verwaltungsräte können kreativ sein!“

Verwaltungsräte gelten als verkopfte Zeitgenossen. Doch auch sie können zu echter Kreativität aufblühen! Wie das funktioniert, erläuterte der „Düsentrieb von Edlibach“ Lars Rominger bei zwei Vorträgen zum Thema „Innovation und Verwaltungsrat – der neue Wirtschaftsmotor oder ein Widerspruch?“ in der zweiten März-Woche bei der AKAD Business AG in Zürich und in Basel.  ( Bild: © bilderstoeckchen / Fotolia ) (Werbung)

Der Referent ist selbst ein kreativer „Kopfmensch“

VerwaltungsraeteAls Naturwissenschaftler ist Rominger der lebende Beweis dafür, dass Kopfmenschen sehr fantasievoll sein können. Auf sein Konto gehen „verrückte“ Erfindungen wie ein dehnbarer Kunststoff-Büstenhalter für sportliche Frauen mit großer Oberweite, eine Liebes-App und der „Barriqueur“, ein kleines Gerät zur Weinverbesserung und -veredelung. Hinzu kommen Innovationen aus den Bereichen der Chemie wie zum Beispiel ein praktischer Koffer zur Schnellanalyse von Materialien oder ein Kunststoff mit ähnlichen Eigenschaften wie Aluminium. Auf dem Bild zeigt er gerade am Beispiel des „Barriquer“, wie Techniken aus der Produktentwicklung zu überraschenden Ergebnissen führen können.

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Der Spamfilter im Hirn strukturiert das kreative Chaos

Rominger ist der Ansicht, dass Kreativität etwas Sprudelndes, oft Chaotisches ist. „Die Anlage dazu hat jeder. Sie liegt in der rechten Hirnhälfte. Doch bei vielen Menschen ist die emotional-fantasievolle Seite kleingehalten.“ Um die verrückten Einfälle zu strukturieren, gebe es den „Spamfilter im Hirn“. Außerdem stellte der „innovativste Unternehmer des Jahres 2016 einige kreatvitätsfördernde Techniken aus der Produktentwicklung vor.

Rationale Techniken führen zu irrwitzigen Einfällen

Manche davon basieren auf Tabellen, in die beispielsweise gewünschte Produkteigenschaften eingetragen werden. „Durch Neukombination von Merkmalen können so überraschende Ergebnisse erzielt werden“, verriet er. Dies sei für Verwaltungsräte insofern interessant, als dass sie damit etwa die Entwicklung der Unternehmensstrategie um neue Elemente bereichern könnten.

AKAD Business AG bildet kreative Verwaltungsräte aus

Philipp Hauri, Leiter der zur Akademie gehörenden Schule für HR und Management, hat den Vortrag initiiert. Er schildert seine Ausgangsüberlegungen: „Wir bilden zukünftige Verwaltungsräte aus. Und diese gehen überwiegend auf der strategischen Ebene mit Zahlen, Daten und Fakten um.“ Die kreative Seite von Verwaltungsräten wachzukitzeln, könne positive Folgen für das ganze Unternehmen haben, denn „Innovation erfolgt in Richtung Top-Down.“ Die lebhafte Diskussion im Anschluss an den Vortrag habe gezeigt, dass die Akademie damit eine Art „Marktlücke“ getroffen habe.

Und das sagen Teilnehmer/innen:

Sybil Breitling, Verwaltungsratspräsidentin der ProByLas AG sowie Lehrperson für Wirtschaft und Recht an der Kantonsschule Menzingen: „Die ProByLas AG entwickelt derzeit Maschinen zum Kunststoffschweissen und wird deren Verkauf im zweiten Halbjahr 2018 lancieren. Da Konkurrenten bereits eine ähnliche Technologie anbieten, ist Innovation für uns ein ausgesprochen wichtiges Thema. Besonders inspirierend beim Vortrag fand ich die Vielfalt der Beispiele im zweiten Teil. Lars Rominger ist zwar fachlich in der Kunststofftechnik „zu Hause“, seine Erfindungen gehen aber weit über diesen Fachbereich hinaus, z.B. der Love-Finder oder der Barriqueur. Dies verdeutlicht wunderschön, dass der Ausgangspunkt der Innovation ein wahrgenommenes Problem ist und die eigentliche Innovation die hartnäckige und kreative Suche nach dessen Lösung!

Friedrich Häring, Geschäftsleitung TOPKADER AG Executive Search: „Ich habe mich beim Vortrag angemeldet, weil ich selbst mich mit der Ausbildung und Vermittlung kompetenter Verwaltungsräte für KMU befasse. Gerade für diesen Personenkreis, der auf der strategischen Ebene agiert, sind Innovation und Kreativität wichtige Erfolgsfaktoren. Lars Rominger ist ein echter Querdenker. Ich habe viele Impulse mitgenommen, die ich an angehende Verwaltungsratsmitglieder weitergeben kann.“