Verplappert – was nun???

//Verplappert – was nun???

Ist Ihnen auch schon mal bei der Arbeit im Gespräch etwas „herausgerutscht“? Da Sie Ihre Worte nicht zurücknehmen können, müssen Sie sich etwas anderes einfallen lassen. Welche Reaktion die beste ist, hängt von Ihnen selbst und von Ihrem Gegenüber ab. Einige Varianten:

 

Sie beteuern, das Gesagte nicht so gemeint zu haben.  Wenn Sie dem anderen erläutern, was Sie nicht gemeint haben, wird Ihre Aussage trotzdem genau so ankommen. Beispiel: Ein Mann hat seine Kollegin mit einem spontanen Kommentar zu ihrem neuen Outfit verletzt. „Ich wollte damit nicht sagen, dass dein Kleid hässlich ist!“ ruft er. Das „nicht“ wird von der Kollegin kaum wahrgenommen. Was bei ihr ankommt: „Er findet mein Kleid (oder mich) hässlich!“ Um Missverständnisse zu vermeiden, drücken Sie besser positiv nur das aus, was Sie sagen wollen – wie etwa „Die Farbe deines Kleides ist ungewohnt – mal was ganz anderes!“ Ob diese Umformulierung glaubwürdig ist und ob Sie sie ehrlich meinen, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Sie stehen zu Ihrer Äußerung. Das, was wir spontan sagen, entspricht meistens der Wahrheit und ist authentisch. Auch wenn ihr Kommentar vielleicht unangenehm für den anderen ist, kann er die Kraft eines reinigenden Gewitters haben. Zu einer unbedachten Äußerung ehrlich zu stehen, erfordert Souveränität und die Bereitschaft, negative Konsequenzen zu tragen.

Sie übergehen Ihren Patzer. Manchmal ist es einfacher, wieder zur Tagesordnung überzugehen statt der Äußerung durch eine Diskussion noch mehr Gewicht zu geben. Möglicherweise ist sie beim anderen auch gar nicht so angekommen, wie Sie befürchten. Eine Rest-Unsicherheit bleibt allerdings, denn der andere überspielt vielleicht seine eigene Verletztheit. In diesem Fall kann ihre Äußerung zu einer Verschlechterung ihrer Beziehung führen, auch wenn Sie beide in unausgesprochener Übereinstimmung so tun, als sei alles in Ordnung.

Sie entschuldigen sich. Wie ihr Gegenüber damit umgeht, entscheidet allerdings er. Manche Menschen freuen sich über eine Entschuldigung und nehmen sie an. Danach ist der Vorfall aus der Welt geschafft. Bei anderen laufen sie vor eine Mauer. Diese Personen werden Ihnen Ihre Äußerung niemals verzeihen, und wenn Sie sich vor ihnen auf dem Boden werfen und Händeringend um Verzeihung bitten. Sei’ s drum. Sie haben Ihrerseits alles versucht, um die Sache in Ordnung zu bringen.

Sind Sie privat unterwegs, ist besonders dann Vorsicht angesagt, wenn Sie etwa in feuchtfröhlicher Stimmung auf Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter oder Geschäftspartner treffen. Ungeschickte Äußerungen, die von nahe stehenden Personen vielleicht noch verziehen werden, nehmen Gegner gerne auf und verwandeln sie in rhetorische Geschosse. Das tun sie auch dann, wenn Sie selbst auf der Party ein paar Bierchen mehr getrunken haben.

Birgit Lutzer