Wissen, was auf dem Teller ist: Slow Food sichert den Erhalt biologischer Vielfalt

//Wissen, was auf dem Teller ist: Slow Food sichert den Erhalt biologischer Vielfalt

Hektik bei der Arbeit, privater Stress und schon wieder keine Zeit für eine Mahlzeit. So leben viele Menschen, und zwar immer. „Wir möchten ein Gegengewicht schaffen und setzen beim Essen an.“ erläuterte Martina Hasewinkel  den 20 Teilnehmern ihres Vortrags über Slow Food in Werther. 

„Speisen sollen schmecken und im Sinne der Umwelt mit ihren Lebewesen hergestellt sein. Und Produzenten, die in diesem Sinne handeln, müssen fair bezahlt werden.“ Mit diesen drei Kernaussagen brachte die Wertheranerin Martina Hasewinkel die Forderungen der gemeinnützigen Organisation „Slow Food“ auf den Punkt, die im Jahr 1989 in Italien gegründet wurde. „Ein Anstoß dazu war die Eröffnung einer Mac Donalds-Filiale im historischen Zentrum von Rom. Sie führte zu Protesten von Bürgern und dort ansässigen Gastronomen gegen Fast-Food.“

Aus einer kleinen Interessengemeinschaft ist ein internationaler Zusammenschluss geworden. Slow-Food-Aktivisten setzen sich mit Bildungsangeboten für alle Altersstufen, Messen und zahlreichen Aktivitäten für den Erhalt biologischer Vielfalt und traditioneller Herstellungsverfahren ein. „Es sterben nicht nur Tiere und Pflanzen aus, sondern auch das Wissen um das, was auf den Teller kommt und wie es hergestellt wird.“ Aus diesem Grund, so die Regionalleiterin des Conviviums (Lat. „Tafelrunde“) Bielefeld/OWL, sei es besser, auf regionale gentechnikfreie und möglichst natürlich hergestellte Erzeugnisse zurückzugreifen. „Speisen und Getränke auf Basis solcher Lebensmittel schmecken viel besser und sind gesünder.“ Davon konnten sich die Teilnehmer im Anschluss an den Vortrag selbst überzeugen.

An einer lagen „Tafel des guten Geschmacks“ servierte Martina Hasewinkel mit Unterstützung von Simone Marquard aus dem Büro des Wertheraner Umweltbeauftragten Pellkartoffeln mit zwei verschiedenen Sorten Rote-Beete-Pesto. Aber es waren nicht irgendwelche Erdäpfel, sondern die länglich geformte Kartoffel des Jahres 2013 „Rosa Tannenzapfen“ vom Biolandhof Maaß in Werther. Diese wird wegen ihrer keilartigen Form von Hand geerntet. „Auch die rote Beete habe ich von Maaß“, erklärte Hasewinkel. Das einfach hergestellte Gericht mit Zutaten aus der Region weckte Begeisterung bei den Gästen. Beim Genuss der Speise entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um Lebensmittel, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Slow Food-Rezept für 4 Personen

  • 1 kg Rosa Tannenzapfen
  • 500g Rote Beete
  • 50g Sonnenblumenkerne
  • 50-70g Leinöl
  • Saft von einer Zitrone
  • Salz

Rote Beete je nach Knollendicke 45-60 Minuten gar kochen. Sonnenblumenkerne in der Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, bis ein nussiger Geruch aufsteigt. Weiche Rote Beete schälen,  in Stücke schneiden und mit den Sonnenblumenkernen, Leinöl sowie Zitronensaft vermischen. Mit dem Pürierstab oder Mixer fein pürieren und mit Salz abschmecken. Wer Quark mag, nimmt etwas weniger Öl und ergänzt mit Quark. Kartoffeln waschen und in leicht gesalzenem Wasser zum Kochen bringen. Kochzeit dieser Sorte beträgt ca. 15-20 Minuten.

Birgit Lutzer, erschienen am 20.12.2013 im Westfalen-Blatt