Ziellos im Hamsterrad???

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Welche Ziele haben Sie kurz-, mittel- und langfristig? Immer wieder fällt mir im Gespräch mit anderen Menschen auf, dass sie ihr Leben ziellos verbringen. Wen wundert es da noch, dass heute oft über das sogenannte „Hamsterrad“ gesprochen wird. Ergibt man sich einfach seinem „Schicksal“, kann wenig anderes dabei herauskommen. Diesem Gefühl liegt die Ohnmacht zugrunde, sein Leben nicht in der Hand zu haben. Selbstbestimmt zu leben, klappt aber nur, wenn man sich Ziele setzt und sich an ihrer Umsetzung orientiert.

Das hat unmittelbare Auswirkungen auf das private und berufliche Leben. Habe ich meine Ziele fest im Blick, nehme ich eine aktive Lebenshaltung ein. Ich ertrage mein Schicksal nicht, sondern gestalte mein Leben bewusst nach meinen Vorstellungen.

Wer ein Ziel hat, kann sich auf den Weg machen

Als Unternehmer komme ich nicht um Zielsetzungen herum, um vorauszuplanen. Habe ich ein Umsatzziel, muss ich mir zwangsläufig Gedanken machen, auf welche Weise ich es erreichen will. Aber was ist mit mir in meiner Rolle als Unternehmer? Zu den grundlegenden Zielen zählt z.B. die Vorstellung, was für ein Mensch ich sein möchte und was ich für meine persönliche Entwicklung tun werde. Wie gehe ich mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern um? Was tue ich für meine Familie und mein soziales Netzwerk? Will ich heftig und schnell leben, oder lang und gesund? Was will ich im Leben erreichen? In welchem Bereich möchte ich erfolgreich sein? Bin ich eher ein karitativ veranlagter Mensch, der sich für andere einsetzen will? Bin ich eher auf den unternehmerischen Bereich fokussiert und möchte geschäftlichen Erfolg erzielen? Möchte ich beide Ziele verknüpfen? Möchte ich ein eigenes Haus bauen, ein Segelboot kaufen oder ab 55 nur noch reisen?

Vorsorge ist mehr als Vermögensbildung

Neulich habe ich einen Freund, der seit 30 Jahren Unternehmer ist, nach seinen Nachfolge-Plänen gefragt. Er war entrüstet. „Damit habe ich doch wohl noch Zeit“, meinte er. „Ich bin doch erst 58“. „Dann willst du also frühestens mit 70 in den Ruhestand gehen?“, habe ich gefragt. Wenn man im Internet nach Unternehmern schaut, die einen Nachfolger suchen, wird man schnell fündig. Zehntausende Unternehmer werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Viele davon stellen sich vor, von den monatlichen Zahlungen ihrer Nachfolger bequem ihr Alter finanzieren zu können. Andere glauben, eine so hohe Kaufsumme für ihr Unternehmen erzielen zu können, dass sie bis zu ihrem Tod finanziell versorgt sind. Und wenn das nicht klappt?

Nichts dem Schicksal überlassen

Sicherer wäre es, sich ein konkretes Ziel zu setzen, wann ich aus der aktiven Berufstätigkeit aussteigen will. Dann überlege ich, wie ich bis dahin ein Vermögen bilde, das mir zum Erhalt meines Lebensstandards ausreicht. Zusätzlich fange ich frühzeitig an, einen Nachfolger im eigenen Unternehmen aufzubauen. Vielleicht habe ich ein Kind, das meine Position übernehmen will. Eventuell baue ich jemanden aus meiner Mitarbeiterschaft systematisch auf. Oder ich vernetze mich mit einem jungen Unternehmer aus meiner Branche, der mein Unternehmen übernimmt, wenn ich aufhöre. Je nach Branche kann ich Kontakt zur IHK, HWK, Fachhochschule oder Hochschule aufnehmen, um geeignete Kandidaten zu finden. Ich tue alles, was mich dem Erreichen meines Zieles näher bringt. Keinesfalls verlasse ich mich darauf, dass sich kurz vor knapp schon jemand finden wird, der letztendlich meine finanzielle Situation absichern soll. Doch ohne Ziel kann ich nicht aktiv werden, sondern überlasse mich dem „Schicksal“.

Selbstbestimmt Geld verdienen

In den letzten Jahren habe ich auch völlig gegenläufige Erfahrungen gemacht. Da kommen Menschen auf mich zu, deutlich über 50 Jahre alt, und suchen nach einer neuen Herausforderung. Während sich andere mühselig über die letzten Jahre bis zum Ruhestand durch das Hamsterrad quälen, will es meine Klientel noch einmal wirklich wissen. Sie haben das Ziel, in den Jahren bis zum Ruhestand selbstbestimmt etwas zu tun, was ihnen Freude bereitet und Geld einbringt. Die meisten von ihnen haben bisher in leitenden Positionen gearbeitet, einige waren schon Unternehmer. Sie haben den Traum, ohne einen großen Apparat verantworten zu müssen, ihre Energie für Dinge einzusetzen, die sie zufrieden macht. Für sie ist Arbeit eine erfüllende Art, ihr Leben zu verbringen, allerdings weitestgehend zu ihren Bedingungen.

Ziele geben Sinn

Ähnliches erlebe ich auch im Ehrenamtsbereich, in den sich Menschen mit hohem Engagement und großer Zufriedenheit einbringen, wenn sie die passende Aufgabe gefunden haben. Wirksam zu sein, etwas voran zu bringen, etwas zu leisten und damit Ergebnisse zu erzielen, kann ein unternehmerisches oder ein karitatives Anliegen sein.

Um Erfüllung zu finden, muss man sich Gedanken über die eigenen Werte, Bedürfnisse und Wünsche machen. Daraus werden die Ziele sowie Zwischenziele entwickelt, um sie in überschaubaren Schritten erreichen zu können. Wer diese Ziele fest im Blick hat, kann nicht im Hamsterrad landen. Für ihn gibt es Entwicklung statt Stillstand. (Mike Warmeling)

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